von , 06.06.2009

BarCamp Cologne 3: Zurück zu den Wurzeln der BarCamps

Rund 200 Menschen sind dieses Wochenende in der Konzernzentrale von QSC in Köln für das dritte BarCamp an diesem Ort. Nachdem solche „Un-Konferenzen“ andernorts zuletzt meist gewachsen waren, tritt man hier diesem Trend entgegen. Interessenten hätte es noch sehr viel mehr gegeben und sicher hätten sich bei QSC auch noch mehr Räume finden lassen. Aber der ursprüngliche Charme eines BarCamps lässt sich eben nicht auf beliebig große Veranstaltungen übertragen.

Ursprünglich zeichnet BarCamps meiner Meinung nach eine familiäre und spontane Atmosphäre aus. Man trifft sich, lernt sich kennen, sieht sich wieder, tauscht sich aus. Ein Teil des Ganzen findet in den Räumen bei den Sessions statt, der andere (wichtige) Teil ist das Drumherum. Das funktioniert sehr gut, wenn sich der ganze Event zwischen Konferenz und Klassentreffen bewegt, was bei einer kleineren Veranstaltung einfach viel eher gegeben ist. Von daher finde ich den „back to the roots“-Ansatz hier in Köln auf jeden Fall interessant, der bis hin zu den Namensschildern reicht, die wieder selbst zu beschriften sind. Und das Session-Angebot hat mir persönlich gut gefallen. Gut: Hier werden die Meinungen naturgemäß auseinandergehen, denn nicht jeder findet in der „Wundertüte BarCamp“ immer und überall genug von dem, was ihm am meisten schmeckt.

Einige der Themen

Ich habe beispielsweise einiges darüber gehört, wie andere mit Nutzeranfragen und ihrer Community umgehen. Zu dem Thema habe ich auch ein Video-Interview geführt, das ich in den nächsten Tagen hier bei t3n noch veröffentliche.

Oliver Ueberholz wiederum führte das schöne und ungewöhnliche Onlinetool Prezi vor. In einer recht einfach zu verstehenden Benutzeroberfläche mit praktischen Detaillösungen kann man hier Präsentationen erstellen, die anders aussehen und anders wirken als das, was man von PowerPoint & Co. kennt.

Außerdem gab es einen Ausblick auf Putpat.tv - ein Portal für Musikvideos, das den alten Geist des Musikfernsehens wiederbringen will, der heute zwischen Klingeltonwerbung, Zeichentrickserien und Reality-Soaps bis zur Unkenntlichkeit aufgerieben ist. Putpat.tv werde ich mir noch genauer ansehen und hier dann sicher auch noch darüber berichten. Was man auf dem vorgeführt bekam, war jedenfalls sehr sehenswert.

Eine lebhafte Diskussion gab es zudem rund um die geplanten Internetsperren in Deutschland. Dass sie in der momentan vorgesehenen Form nicht Wirklichkeit werden dürfen, stand dabei gar nicht zur Debatte. Stattdessen ging es darum, wie man den vielen „Offlinern“ in Deutschland das Internet nahebringt, wie man Politiker überzeugt und Eltern aufklärt und wie man seine eigenen Kinder vor schädlichen Netzinhalten beschützt. „Wir Onliner“ seien dabei auch in der Pflicht, Wissen weiterzugeben und aktiv zu werden, war eine der Meinungen.

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was heute hier in Köln besprochen, diskutiert und erklärt wurde. Insofern kann ich nur sagen: Ich fand es einen sehr interessanten Tag, ich habe spannende Dinge gesehen und gehört und viele Menschen getroffen - bekannte und bisher unbekannte. Und ich freue mich sehr auf den zweiten Tag.

Und kommt es nun auf die Größe an?

Wenn es um die Frage geht, ob BarCamps nun klein sein sollten, damit sie ihren familiären Charakter behalten, bin ich dennoch unentschlossen. Ich denke, dass sowohl klassische BarCamps als auch deutlich gewachsene Versionen wie das in Berlin ihren eigenen Reiz haben. Bei großen BarCamps ist die Themenvielfalt meist ebenfalls größer. Dafür kommt in einem kleineren Rahmen einfach sehr viel mehr Kontakt untereinander zustande.

Und so oder so gilt für mich: Ein großes Dankeschön an alle, die solche Veranstaltungen unter großen Mühen in ihrer Freizeit auf die Beine stellen. Und vielen Dank an alle, die solche Events unterstützen.

Fotos vom BarCamp Cologne 3

Folgend einige Fotos vom BarCamp. Videos und den Livestream gibt es bei make.tv.

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5 Antworten

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