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Digitale Gesellschaft

Battle for Net Neutrality: YouPorn, Kickstarter, Reddit und Co. werden morgen künstlich verlangsamt

    Battle for Net Neutrality: YouPorn, Kickstarter, Reddit und Co. werden morgen künstlich verlangsamt

Langsames Internet? Nein, danke! (Screenshot: Battle for the Net)

Auch in den USA wird über die „Net Neutrality“, zu deutsch: „Netzneutralität“ debattiert. Doch es wird nicht nur geredet: IT-Konzerne, Startups, Organisationen und Nutzer treten mit gemeinsamen Aktionen für ihre Interessen ein.

Battle for Net Neutrality: Pornhub, Kickstarter, Reddit und Co werden morgen künstlich verlangsamt. (Screenshot: Battle for the Net)
Battle for Net Neutrality: Pornhub, Kickstarter, Reddit und Co. werden morgen künstlich verlangsamt. (Screenshot: Battle for the Net)

Am morgigen Tag, dem 10. September, werden einige Internet-Firmen wie Vimeo, Reddit, Mozilla, Kickstarter und WordPress in einer gemeinsamen Aktion ihre Nutzer auf die Wichtigkeit der Netzneutralität im Internet hinweisen. Nutzer bekommen einen symbolischen Ladebalken auf der Seite präsentiert, der als ein „Battle for the Net“-Emblem, -Widget oder -Banner ausgegeben wird. Auch gemeinnützige Organisationen wie Fight for the Future und Demand Progress beteiligen sich an der Aktion. Zudem wollen Pornhub, RedTube und YouPorn mit Protestlogos auf die Situation hinweisen.

Mit dem symbolischen Slowdown möchten die Unternehmen noch einmal darauf aufmerksam machen, dass Nutzer in der Folge noch fünf Tage Zeit haben, um eigene Kommentare an die US-amerikanische Regierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) einzureichen. Die Netzneutralität ist bisher in den USA nicht gesetzlich festgeschrieben. Die Regeln, die  auch die FCC mitgezeichnet hat, besagen, dass die Netzprovider nicht angehalten sind einen gleichberechtigten Datentransfer für alle im Netz existierenden Webseiten zu gewährleisten – es ist ihnen schlicht selbst überlassen.

Vor allem Startups gewinnen: Netzneutralität garantiert faire Marktregeln

netflix
Am Ende der Netzneutralität knabbert in den USA vor allem Netflix. (Bild: luismmolina - iStock.com)

In der Folge haben vor allem Netzanbieter wie Comcast, Verizon und AT&T die Datenübertragung des Streaming-Anbieters Netflix ausgebremst. Anschließend sah das Portal sich gezwungen, besondere Verträge mit einigen Telekommunikationsunternehmen auszuhandeln. Ein verlangsamter Datentransfer könnte immerhin das schnelle Aus für Netflix bedeuten. Mit einem Wegzoll in Millionen-Höhe kann Netflix derzeit weiter wie gewohnt Inhalte an die Nutzer ausliefern.

Auch andere Startups könnte dieses Problem einholen: Anders als Netflix dürften doch gerade Unternehmen, die erst kürzlich gestartet sind, ihre Probleme haben, eventuelle Gebühren an die Netzbetreiber zu überweisen. In einem wenige Wochen alten Beitrag haben wir die Wichtigkeit für die Startup-Szene und die unbedingte Auseinandersetzung mit der Netzneutralität bereits beschrieben. Wir empfehlen daher einen Blick in den Artikel „4 Gründe, warum Netzneutralität wichtig ist – und gerade Startups dafür kämpfen müssen“.

Warum der Protesttag auch für Europa wichtig ist

Der Protest für die Netzneutralität hat in den USA bereits seit einigen Monaten richtig an Fahrt aufgenommen. Nutzer und Startups setzen sich gemeinsam interessiert für eine gesetzliche Festschreibung des gleichberechtigten Datentransfers ein. Auch in der Late-Night-Show von John Oliver wurde das Thema beleuchtet und mobilisierte die Zuschauer. Über ein Million Kommentare sind bereits eingegangen – eine Anzahl, die auch eine Regierungsbehörde nicht unbeachtet lassen kann.

Es bleibt abzuwarten, ob der Protest dazu führt, dass die bisherigen Regeln in den USA überdacht werden und die Netzneutralität auch im Gesetz festgeschrieben wird. Das wäre vor allem auch ein Zeichen für den Rest der Welt – insbesondere für Europa. Hier hat das Europaparlament zwar stärkere Regeln für die Netzneutralität festgelegt, allerdings finden sich einige Schlupflöcher wie die Klausel für Spezialdienste, die Kritiker auf den Plan rufen. Der Verein Digitale Gesellschaft bemängelt beispielsweise, dass die neue Verordnung offen lasse, was als Spezialdienst angeboten werden darf.

Solidaritätsbekundung erwünscht: „Battle For The Net“ bittet Nutzer um erhöhte Sichtbarkeit

Eine Übersicht aller Banner und Embleme finden sich auf der „Battle for the Net“-Projektseite. (Grafik: Battle for the Net)
Eine Übersicht aller Banner und Embleme finden sich auf der „Battle for the Net“-Projektseite. (Grafik: Battle for the Net)

Damit die Aktion auch an anderen Ort im Netz bemerkt wird, bitten die Initiatoren auch Nutzer mit einem speziellen Profilbild in den Sozialen Netzwerken aufzutreten. Eine Übersicht aller Banner und Embleme finden sich auf der „Battle for the Net“-Projektseite.

via motherboard.vice.com

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4 Reaktionen
gibfein8
gibfein8

Ich glaube das der Markt das so oder so regulieren würde. Das einzige was es braucht ist eine Website die transparent darstellt welche Internetprovider welche Dienste limitieren… Wer bleibt schon bei einem Provider der wie ein Wegelagerer agiert?

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rhurling
rhurling

Das Problem in Amerika ist allerdings, dass du dich meistens zwischen höchstens 2 entscheiden kannst, wovon auch nur einer etwas über 5Mbps anbietet

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Moritz
Moritz

Nein, hier glaube ich nicht an einen funktionierenden Markt aus vielen Teilnehmern (Was die Voraussetzung für eine unregulierte Lösung wäre).
Ein größerer Wettbewerb zwischen den Netzanbietern ist wegen der hohen notwendigen Investitionen in Hardware ineffizient (quasi ein natürliches Oligopol, das reguliert werden sollte)

Damit ein Markt aus Millionen Webseitenbetreibern auf Basis des Netzes reibungslos funktioniert, müssen Voraussetzungen gegeben sein, dass die Webseiteninhalte potentiell gleich schnell zum Nutzer gelangen können.

Die Abkehr von Netzneutralität wäre damit vergleichbar mit einem Straßennetz, auf dem eine Überholspur nur durch eine zusätzliche Gebühr befahrbar wäre und damit die Verkehrsteilnehmer, die diese Gebühr nicht entrichten, auf den übrigen Spuren langsamer voran kämen, da sich hier der Verkehr drängt. Ein neues Taxiunternehmen wie Uber ohne Kapitalausstattung zum Start hätte da sicher auch kein Interesse oder Anreiz zum Markteintritt, für eine akzeptable Geschwindigkeit der Fahrzeuge eine Extragebühr zu zahlen oder ansonsten im Verkehr stecken zu bleiben.

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Andreas
Andreas

Den Lade-»balken« der Porno-Netzwerke kann ich mir sehr gut vorstellen.

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