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Die beliebtesten Sprachlern-Apps: Für wen eignen sich Duolingo, Babbel und Busuu?

Die beliebtesten Sprachlern-Apps: Für wen eignen sich Duolingo, Babbel und Busuu?

Sprachlern-Apps sind ziemlich beliebt bei den Deutschen, aber taugen sie auch was? Wir haben uns mit dem Thema beschäftigt und uns drei beliebte Applikationen angeschaut.

Dass es sich lohnt, eine zweite oder dritte Sprache zu lernen, steht völlig außer Frage. Ob im Beruf oder im Privaten – sich mit Menschen aus aller Welt austauschen zu können, bringt enorme Vorteile. So können Arbeitnehmer ihren Marktwert allein dadurch steigern, dass sie ein verhandlungssicheres Englisch beherrschen. Ohne die Universalsprache geht in vielen Berufszweigen nichts mehr. Doch auch Spanisch, Russisch oder Chinesisch sind groß im Kommen. Wer für seinen Beruf keine Fremdsprache benötigt, wird spätestens im Urlaub froh sein, dass er sich auf Augenhöhe unterhalten kann – ob bei der Restaurant-Bestellung, der Frage nach dem Weg oder einfach nur während eines Plausches mit Einheimischen.

Sprachen lernen bereichert das Leben – sowohl im Beruf als auch im Privaten

Hierzulande hat man das verstanden: Eine erste und zweite Fremdsprache wird in den Schulen grundsätzlich unterrichtet. Nicht selten absolvieren Studenten wichtige Auslandssemester. Schulabgänger leisten sich heutzugtage „Work-and-Travel“-Auszeiten, um ihre Sprachkenntnisse zu festigen. Und viele Erwachsene besuchen zudem Sprachkurse in Volkshochschulen. So kommt es, dass fast jeder dritte Deutsche – nach Angaben der Europäischen Kommission – in den vergangenen zwei Jahren eine Sprache gelernt hat oder im kommenden Jahr damit anfangen will.

Wichtig dabei ist, dass man die Sprache auch wirklich spricht. Nur so kommt man zu einem guten Ergebnis. Doch bevor die Schüler die ersten Versuche einer Unterhaltung beginnen, müssen die Grundlagen geschaffen werden. Mit dem Internet und dem Smartphone ist das inzwischen sogar von überall aus möglich. Sei es in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit oder auf der heimischen Couch – es gibt hunderte kleine Helfer, die beim Pauken von Vokabeln und Grammatik an Ort und Stelle unterstützen. „Neue Sprachen lernen – schnell und überall“ ist das Credo. In Deutschland führen vor allem Babbel, Duolingo und Busuu die App-Charts an und punkten mit guten Nutzerbewertungen.

Was können Sprachlern-Apps wie Babbel, Duolingo und Busuu?

Sprachlern-Apps unterstützen mit Hör-, Sprech-, Schreib- und Auswahlübungen. (Grafik: Shutterstock-Voyagerix)
Sprachlern-Apps unterstützen mit Hör-, Sprech-, Schreib- und Auswahlübungen. (Grafik: Shutterstock-Voyagerix)

Doch allein darauf sollte man sich nicht versteifen. Denn welche App die richtige ist, hängt auch und vor allem davon ab, was für ein Lerntyp man selber ist. Viele Menschen lernen visuell mit Bildern und Videos. Andere müssen Wörter hören und sie nachsprechen. Wiederum andere schwören auf Schreibübungen. Nicht wenige Schüler benötigen Vokabellisten. Viele dieser Lernmethoden finden besondere Bedeutung in den jeweiligen Smartphone-Apps. Dass ein Anbieter jedoch alle individuellen Wünsche gleichzeitig erfüllt, ist nicht die Regel.

Welche Sprachlern-App die richtige ist, hängt davon ab, welcher Lerntyp man ist!“

Babbel unterstützt beispielsweise das Lernen der richtigen Aussprache durch eine Spracherkennungs-Software. Nutzer können sich in verschiedenen Lektionen vom Anfänger- zum Fortgeschrittenen-Modus arbeiten. Eigene Didaktik-Experten haben die Episoden mitentwickelt. Neue Vokabeln werden zudem in einem Wiederholmanager gespeichert, mit dem Interessierte sie sich regelmäßig wieder ins Gedächtnis rufen können. Auf das Lernen mit Bildern setzt dagegen ganz besonders die Duolingo-App. Essen, Tiere, Farben, Menschen oder Berufe werden durch bunte Illustrationen abgebildet und fragen die jeweilige Bezeichnung ab. Dabei setzt man auf Sprech-, Schreib- und Auswahlübungen.

Spannend ist auch das Konzept von Busuu. Der Anbieter konzentriert sich auf das Lernen in Gemeinschaften und setzt sich dadurch von den Mitbewerbern ab. Ein angebundenes weltweites Netzwerk von Muttersprachlern hilft dabei, eine der angebotenen Sprachen zu lernen. Neben Lektionen, die Nutzer alleine durchlaufen müssen, können sie Gelerntes anschließend im gegenseitigen Austausch anwenden. Ein direktes und individuelles Feedback zu bekommen, ist das erklärte Ziel. Zudem sollen Gamification-Elemente die Motivation steigern.

So unterschiedlich die Kompetenzen sind, so verschieden sind aber auch die Preise. Während beispielsweise Duolingo völlig kosten- und werbefrei ist, kommen Babbel und Busuu nur in geringerem Umfang kostenlos, und in vollem Umfang in Form eines kostenpflichten Abonnements daher. Je nach Länge der Laufzeit, schlagen die Preise bei Babbel beispielsweise zwischen 4,95 Euro und 9,95 Euro und bei Busuu zwischen 5 Euro und 14,99 Euro zu Buche. Die Preisunterschiede ergeben sich jedoch auch aufgrund der Anzahl unterstützter Sprachen. Duolingo untersützt nur zwei, Busuu zwölf und Babbel insgesamt 14 Sprachen.

Sprachlern-Apps haben ihre Grenzen

Sprachen lernen mithilfe von Smartphone-Apps und anderen Computerprogrammen ist eine beliebte Alternative zum herkömmlichen Pauken mithilfe von Büchern. Dennoch bleibt auch hier zu sagen, dass die digitalen Helfer nur für Anfänger geeignet sind. Fortgeschrittene oder Profis kommen in der Regel nicht auf ihre Kosten. Abgesehen von Busuu, das den Kontakt zu Muttersprachlern herstellt, fehlt es den anderen vor allem an praktischen Lernmethoden. Das Gespräch mit einem Programm kann nicht das mit einem Menschen ersetzen. Wer eine Sprache fließend sprechen lernen möchte, muss sie auch im Alltag anwenden. Zum Einstieg taugen die Applikationen aber allemal.

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2 Antworten
  1. von Michael Hönnig am 26.09.2015 (20:09 Uhr)

    Bunte Bilder hat Duolingo eher wenig, ganz anders als die (teuren aber guten) Rosetta Stone Sprachlehrgänge, die es auch als App gibt.

    Aber dafür gibt es schon mehr als zwei Sprachen bei Duolingo. Für Ausgangssrache Deutsch gibt es derzeit zwar nur 3, aber wer Englisch schon gut kann, dem empfehle ich Duolingo vom Englischen aus zu nutzen! Erstens hat man dann viel mehr Zielsprachen zur Auswahl, zweitens ist die Qualität und die Tiefe besser. Und drittens übt man dabei gleich noch Englisch mit.

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  2. von Christian am 30.09.2015 (10:20 Uhr)

    Danke für den Überblick der verschiedenen Stärken der Sprachlern-Apps. An der Stelle noch mal ein Hinweis zum Lernen mit Bildern.

    Die Max-Planck-Gesellschaft hat gerade bewiesen, dass Vokabeln lernen mit vorgegebenen Bildern keinen Effekt hat. Es ist wichtig, dass man sich die Bilder selbst erschafft (vorstellen reicht) und das Wort vorzugsweise noch mit einer relevanten Geste unterlegt.

    Und dies gilt auch, wenn man vom Lerntyp her visuell veranlagt ist. Bei talkREAL befassen wir uns seit Jahren mit dem Thema Lerntyp, stärkster Sinneskanal und wie ich diesen zum schnellen Sprachenlernen nutzen kann. Und nur all zu häufig funktioniert unser Gehirn anders, als es uns all die schönen bunten Apps manchmal verkaufen wollen.

    Viele Grüße
    cR

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