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Startups

Ben Horowitz: „Die Möglichkeit zu scheitern verleiht große Energie“

    Ben Horowitz: „Die Möglichkeit zu scheitern verleiht große Energie“

Ben Horowitz auf dem DLD in München. (Foto: DLD)

Ben Horowitz kennt die Startup-Szene wie kaum ein anderer: Selbst erfolgreicher Gründer und CEO, hat er sich mit der VC-Firma Andreessen Horowitz zu einem der einflussreichsten Investoren des Silicon Valley aufgeschwungen. Auf der DLD-Konferenz hat er erklärt, was Gründer und Manager brauchen, um heute erfolgreich zu sein.

Ben Horowitz sitzt auf der DLD-Bühne und erinnert sich daran, wie er nach einigen erfolgreichen Karriere-Abschnitten als Unternehmer eine schwierige Phase durchlebte. Damals fragte ihn eine Journalistin: „Du hast doch genug Geld verdient, warum hörst du nicht einfach auf?“ In diesem Moment, so Horowitz, sei ihm zum ersten Mal klar geworden: Aufhören, ach ja, diese Möglichkeit gibt es ja auch.

„Aufhören? Für einen Unternehmer keine Option“

„Du kannst dich nicht einfach umdrehen und zur Tür rausgehen.“

Realistisch betrachtet sei Aufhören allerdings nie eine Option für einen Unternehmer. Denn nicht nur Vermögen und berufliche Träume hingen an dem, was man sich aufgebaut habe: „Du hast Freunde eingestellt, deine Firma ist zu deiner Familie, deinem Leben geworden. Du kannst dich nicht einfach umdrehen und zur Tür rausgehen.“

Nicht nur persönliche Erfahrungen reflektiert Horowitz, er spricht auch über CEOs wie Steve Jobs von Apple oder Andrew Grove von Intel. Sie und weitere hat er in seinem Buch „Wenn es hart auf hart kommt: Schwierige Management-Situationen und wie man sie meistert“ unter die Lupe genommen.

Er habe ein Buch schreiben wollen, das Chefs und Managern auch in harten, anstrengenden Zeiten weiterhilft, so Horowitz beim DLD. Denn ein Großteil der Management-Literatur sei für stabile und friedliche Zeiten geschrieben worden, in denen Chefs Zeit hätten, wohl überlegte Entscheidungen zu treffen. Solche Zeiten würden aber immer seltener – vor allem in der Tech-Branche, wo Innovationen, Wettbewerber und kurzlebige Produktzyklen ein Unternehmen quasi permanent unter Druck setzten.

Unternehmer wie Steve Jobs oder Andrew Grove seien daher, an den Maßstäben klassischer Management-Literatur gemessen, wohl eher schlechte Vertreter ihrer Zunft: Sie hätten sich überall eingemischt und sogar öffentlich Angestellte beleidigt. Doch gerade weil sie ihr Unternehmen nicht wie zu Friedens- sondern wie zu Krisenzeiten geführt hätten, seien sie so wertvolle Vorbilder für heutige Tech-Unternehmer.

„Unternehmer zu sein hat meinen Mut viel mehr beansprucht als meine Intelligenz“

Viel Erfahrung als Gründer und CEO: Ben Horowitz gewährt auf der DLD-Konferenz Einblicke in seine Strategien. (Foto: t3n)
Viel Erfahrung als Gründer und CEO: Ben Horowitz gewährt auf der DLD-Konferenz Einblicke in seine Strategien. (Foto: t3n)

Untrennbar mit dem Leben als Unternehmer verbunden ist für Horowitz die Möglichkeit, zu scheitern. „Du machst etwas, das niemand vor dir gemacht hat – insofern bist du quasi permanent in einem sehr unkomfortablen Zustand.“ Dieser Zustand erfordere viel Mut, verleihe aber auch viel Energie. Eine wichtige Frage im Silicon Valley sei daher: „Are you all in?“. Denn je mehr auf dem Spiel stehe, auch das eigene Vermögen, desto höher sei das Engagement.

Auch für etablierte Unternehmer, die Anknüpfungspunkte suchen, um der Disruption zu begegnen, hat Horowitz einen Rat. Es sei natürlich, dass wirklich innovative Ideen erst einmal Unbehagen hervorriefen, schließlich seien sie völlig neu und ungewiss. Nur führe dies momentan noch zu häufig dazu, dass sie direkt verworfen würden. Wer sich wirklich öffnen und in Richtung Zukunft bewegen wolle, solle also eine übergeordnete Position oder eine Instanz schaffen, die diesen intuitiven Ablehnungsprozess innerhalb der Firma aushebeln darf und die sagen kann: „Nein, wir probieren das jetzt.“

Ben Horowitz: „Wir wetten nicht auf die Zukunft“

Zuletzt gewährte Horowitz Einblicke in seine Arbeitsweise als VC: „Bei Andreessen Horowitz gehen wir keine Wetten ein. Wir sagen nicht ‚Oh, Big Data wird groß, lass uns in zehn E-Commerce-Startups investieren und irgendeins wird durch die Decke gehen‘. Wir rechnen nicht mit Wahrscheinlichkeiten. Wir suchen den einen Gründer mit der besonderen Idee und dem viel versprechenden Geschäftsmodell.“ Diesem helfe die VC-Firma dann, ein guter CEO zu werden, in Bezug auf die fachlichen und persönlichen Kompetenzen genauso wie mit dem richtigen Netzwerk.

Stewart Butterfield, Gründer von Slack. (Foto: Jörgen Camrath)

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