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E-Commerce

Bepados Zukunftsaussichten: Der brandneue Marktplatz für Lieferanten, Händler und Endkunden

    Bepados Zukunftsaussichten: Der brandneue Marktplatz für Lieferanten, Händler und Endkunden

Bepado, ein neuer Marktplatz für Händler und Endkunden. (Bild: Bepado Montage: t3n)

Bepado, das B2B-Netzwerk mit Dropshipping-Marktplatz von Shopware ist überraschend um einen Endkunden-Marktplatz erweitert worden. Wir stellen Bepado vor und beleuchten die Zukunft des soeben gestarteten Marktplatzes.

Wie auf dem Shopware-Community-Day bekanntgegeben wurde, ist der B2B-Marktplatz für Online-Händler Bepado überraschend um eine Endkunden-Oberfläche erweitert worden. Neben der Möglichkeit, das eigene Sortiment per Dropshipping zu erweitern, oder auch umgekehrt das eigene Sortiment anderen Online-Händlern per Dropshipping zugänglich zu machen, können Online-Händler ihre Produkte bei Bepado nun auch Endkunden anbieten. Die Neuerungen im Überblick, eine Analyse der Infrastruktur hinter Bepado und ein Ausblick auf die Zukunft des neuen Marktplatzes.

Bepado setzt auf eine bildorientierte Suche, die beispielsweise auch Filter für eine Produktsuche nach Farben bietet. (Bild: Bepado)
Bepado setzt auf eine bildorientierte Suche, die beispielsweise auch Filter für eine Produktsuche nach Farben bietet. (Bild: Bepado)

Bepado für Endkunden: Produktsuchmaschine

„Der Preis ist nicht das ausschlaggebende Kriterium für das Ranking der Suchergebnisse.“

Unter Bepado.de erwartet Endkunden jetzt eine Produktsuchmaschine mit einer „Window-Shopping-Funktion“, wie Bepado die bildorientierte emotionale Suchmaschine nennt. Die einfach gehaltene Produktsuchmaschine setzt auf Bildsprache und zeigt tatsächlich in der voreingestellten Ansicht nur Bilder von Produkten im Suchergebnis an. Eine textorientierte Detailansicht können Kunden von Hand aktivieren. Ein Klick auf das Produkt führt dann direkt in den Onlineshop des angeschlossenen Bepado-Händlers. Die Grundfunktionalität der Endkunden-Oberfläche von Bepado lässt sich mit der Google-Produktsuchmaschine vergleichen.

Die Produktsuche von Bepado soll auf lange Sicht Traffic in die Onlineshops der Bepado-Händler bringen. Jeder Händler kann die Window-Shopping-Funktion und damit die Sichtbarkeit seiner Produkte auf Bepado.de kostenfrei aktivieren. In die Kriterien für die Anzeige der Produkte in den Suchergebnissen fließen viele unterschiedliche Faktoren ein, der Preis soll auf jeden Fall nicht das ausschlaggebende Kriterium sein.

So sieht das Portal Bepado jetzt aus: Eine puristische Suchmaske als Begrüßung. (Screenshot: Bepado)
So sieht das Portal Bepado jetzt aus: Eine puristische Suchmaske als Begrüßung. (Screenshot: Bepado)

Bepado für Händler: Netzwerk und Dropshipping-Marktplatz

Im sozialen Netzwerk Bepado verbinden sich Händler mit Lieferanten oder mit anderen Händlern und verwalten und handeln Einkaufs-, Liefer- und Zahlungsbedingungen untereinander aus. Dann können Produkte des Lieferanten oder des anderen Händlers abonniert und automatisch als „Fremdsortiment“ in den eigenen Shop übernommen werden. Bestände und Preise sind dabei stets aktuell – die Bepado-Infrastruktur sorgt im Hintergrund für Austausch zwischen Händler-Onlineshop und Lieferanten-Onlineshop – selbst während des Checkout-Prozesses. Auch die Bestellungen aus dem „Fremdsortiment“ werden automatisiert übertragen und dann vom Lieferanten oder von einem als Lieferant fungierenden Online-Händler ausgeführt: Bepado praktiziert hier Streckengeschäft, das auch als Dropshipping bezeichnet wird.

Die Nutzung von Bepado in einer reinen Händler-Rolle soll grundsätzlich kostenfrei bleiben. Wandelt sich der Händler zum Lieferanten für andere Händler, ist ein begrenzter Community-Tarif kostenfrei verfügbar – sobald mehr als fünf Onlineshops Waren beim Händler beziehen, ist ein kostenpflichtiger Tarif mit einer monatlichen Grundgebühr nötig: beginnend mit 39 Euro monatlich für bis zu acht Händlerbeziehungen.

Eine detaillierte Einführung in den Funktionsumfang von Bepado findet ihr in unserem Artikel „Bepado: Möge die Macht des Marktplatzes mit dir sein.“

Bepado bietet Händlern die Möglichkeit, das eigene Sortiment nahezu vollautomatisch um Produkte eines anderen Händlers oder eines Lieferanten zu erweitern – ist der Artikel verkauft wird im Dropshipping-Verfahren versandt. (Bild: Bepado)
Bepado bietet Händlern die Möglichkeit, das eigene Sortiment nahezu vollautomatisch um Produkte eines anderen Händlers oder eines Lieferanten zu erweitern – ist der Artikel verkauft, wird im Dropshipping-Verfahren versandt. (Bild: Bepado)

Bepado für Lieferanten

Einer der ersten Lieferanten bei Bepado ist der Buchhandelsgrossist Libri mit einem Sortiment von rund 800.000 Produkten. Momentan finden sich rund 2,5 Millionen Artikel im Produktkatalog von Bepado. Lieferanten bei Bepado zahlen für die Nutzung des Netzwerks einen Anteil ihrer Marge an die shopware AG, die Beteiligung wird dabei bilateral verhandelt. 1.000 Produkte und vier Händlerbeziehungen können Lieferanten kostenfrei nutzen, um sich einen Überblick über Bepado und dessen Nutzen für das eigene Geschäft zu verschaffen. Händleranfragen und Handelskonditionen können dabei direkt über das System verhandelt und verwaltet werden.

Vertrauen ist wichtig für Beziehungen zwischen Händler und Lieferant, deshalb sollen Händler zukünftig Lieferanten in Bepado bewerten und mit Rezensionen versehen können. Um auch für Vertrauen in Richtung Lieferant und Kunde zu sorgen, wird es bei Bepado zukünftig ein Bonitätssiegel für Händler und Lieferanten geben – für den Endkundenbereich ist zusätzlich eine Einbindung der Siegel von Trusted Shops und dem Händlerbund geplant.

(Bild: Bepado)
In der Produktsuche des Bepado-Backends können Händler das gesamte Artikelangebot von Bepado durchstöbern und so ihr Sortiment erweitern. (Bild: Bepado)

Bepado: Die technische Anbindung

Eines der Kernstücke der Bepado-Infrastuktur ist die tiefe Integration der Prozesse in den Onlineshop und die Anbindung an externe Systeme, die dafür sorgen soll, dass Bestellungen, Bestände und Preise in Echtzeit dorthin gelangen, wo sie hingehören. Momentan bietet Bepado diese Anbindungsmöglichkeiten:

  • Plugins für Systeme: Shopware, Gambio, Xt-Commerce (Veyton) – in Zukunft noch Oxid eSales und Magento
  • CSV-Anbindung für alle anderen Systeme
  • Rest-API XML-Push von Bestellungen
  • Ein Open-Source-SDK auf Github

Ausblick in die Zukunft von Bepado

Die zukünftige Entwicklung von Bepado ist für jeden potenziellen Bepado-Nutzer interessant. Deshalb haben wir auf dem Shopware-Community-Day etwas hinter die Kulissen geblickt und für euch im Gespräch mit dem „Ober-Bepadoo“ Dietmar Hölscher (korrekt: Bepado-Projektleiter) ein paar Hintergrundinformationen darüber eingesammelt, was die Zukunft von Bepado noch bringt.

Der Endkunden-Marktplatz

„Bepado will den dritten Platz hinter Amazon und eBay erreichen.“

Bepado kündigt an, sich als dritter Player hinter Amazon und eBay etablieren zu wollen. Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, liegt noch ein weiter Weg vor dem jungen Marktplatz. Shopware will mit lokalen Veranstaltungen und einem Marketing-Budget Reichweite für Bepado erarbeiten, eine PR-Agentur hat bereits ihre Arbeit aufgenommen. Bepado befindet sich trotz der finalen ersten Version immer noch in der laufenden Entwicklung. Bepado-Projektleiter Dietmar Hölscher erzählt, dass in Zukunft noch weitere Entwicklungen bevorstehen – mit der Produktsuchmaschine sei noch lange nicht der finale Entwicklungsstand der Endkunden-Oberfläche von Bepado erreicht. Eine Neuerung hat uns Dietmar Hölscher schon verraten dürfen: Bepado wird zukünftig als Out-of-the-Box-Lösung die Infrastruktur für verschiedene White-Label-Marktplätze liefern. Konkrete Branchen und Themenbereiche sind bereits in Arbeit, beispielsweise kommen in naher Zukunft regionale Marktplätze hinzu. Händler können dann auf Bepado entscheiden, auf welchen weiteren Marktplätzen sie mit ihren Produkten noch sichtbar sein möchten.

Bepado als Funktionslieferant

Bepado wird zum Funktionslieferant für Händler, zukünftig kommt ein Plugin-System hinzu, das auch in der Community-Edition zur Verfügung steht. So können Onlinehändler auch die Funktionalität des eigenen Shopsystems erweitern, ohne bei Bepado aktiv zu sein. Mit zu den ersten Module werden gehören:

  • Die OpenSource-Echtzeit-Suchmaschine ElasticSearch
  • Die OpenSource-Echtzeit-Suchmaschine Apache Solr
  • Eine eBay-Anbindung

Fazit: Bepados Reise hat gerade erst begonnen

Die drei „Schichten“ soziales Händler-Netzwerk, B2B-Marktplatz und Organisationslayer, von denen Shopware spricht, wenn es um Bepado als „E-Commerce-Betriebssystem“ geht, sind vielseitiger als es auf den ersten Blick aussehen mag. Neben dem „sozialen“ Layer, das Shopware noch mit Konferenzen und User-Treffen befeuern will, ist das Organisationslayer mit den Endkunden-Vertriebsfunktionen mit viel Potenzial ausgestattet. Die Strategie, mit dem Endkunden-Marktplatz auf White-Label-Lösungen zu setzen, könnte eine schnelle Reichweitensteigerung bringen und sich zum Multiplikator entwickeln: Dann könnte die Ankündigung von Shopware, mit Bepado hinter Amazon und eBay auf Platz drei vorrücken zu wollen, mehr als nur ein ambitionierter Traum werden.

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3 Reaktionen
Shop Freelancer

Bepado wurde letztes Jahr bereits auf dem Shopware Community Day vorgestellt, damals noch als reines B2B Netzwerk. Da das Netzwerk jetzt erst aus der open Beta-Phase für Händler getreten ist, würde ich für Endkunden noch keine Produktvielfalt erwarten - daher das im ersten Kommentar erwähnte #schuhgate Wohin - ob - was - wie -> time will tell.

Antworten
Nette Infrastruktur
Nette Infrastruktur

Libri war immer technologisch fortschrittlich. Manchmal hatten sie etwas Pech mit Software. Aber es ist wohl eine von den Firmen welche neue Technologien schnell verwenden möchte.

Macht Rakuten nicht sowas ähnliches wie bepado und ist in Asien groß und wollte auch nach Europa um auch Platz 3 einzunehmen ? Wichtig für den Kunden ist einheitliche Bezahlung ohne das der Händler die Kreditkarten-Nummer und Kontodaten kriegt. Und das man nur einen Account hat und nicht alle Daten überall ständig neu eingeben muss. Amazon und Paypal ermöglichen das. Auch manche TV-Shopping-Sender ermöglichen Accountfreie Bestellung.

Ist solr schnell und skaliert bei tausenden von Besuchern ? Das Problem bei J2EE ist ja oft das Frontend. Bei solr stände das auch zu befürchten. Interessant bei Suchmaschinen ist auch immer der Platzbedarf. Üblicherweise war es früher noch mal dieselbe Menge wie die abgelegten Daten. Kleinere Kataloge inclusive der wortreichen Produktbeschreibungen und jubelnden Rezensionen passen heute auf SD-Karten und manchmal auch ins RAM aber z.B. bei Texten (Handbüchern, Wartungs-Manuals,...) usw. ist der Platzbedarf schon relevanter.
Man hat die Kataloge also in der SQL-Datenbank und nochmal denselben Platz für solr usw. Die Notwendigkeit für Java schränkt die Hoster vermutlich schon ein und macht die Accounts teurer und Warten kann das vielleicht auch nicht jeder. Oder liegen die Daten bei Bepado zu brauchbar niedrigen Preisen und lesen sie es neartime aus den Mysql-Katalogen der vorhandenen Shop-Lösungen aus ?

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