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Little Printer: So schlägt sich der kleine Drucker im Alltag

    Little Printer: So schlägt sich der kleine Drucker im Alltag

Braucht man wirklich einen Miniatur-Drucker, der Internet-Inhalte auf Kassenbons druckt? Und was macht man damit? Wir haben uns das Gerät für euch angeschaut.

Der Minidrucker Little Printer ruft zu druckende Informationen aus dem Internet ab.
Little Printer: Der Mini-Drucker mit Cloud-Anschluss. (Bild: Berg)

Der Little Printer des Londoner Designstudios Berg ist im Grunde ein Thermodrucker der Internet-Inhalte auf Kassenpapier druckt. Die Inhalte können als kostenfreie Abonnements über die sogenannte Bergcloud bezogen werden. So erhält der Nutzer zu selbst festgelegten Zeiten eine Art Miniatur-Zeitung.

Wenn Menschen mit der Idee des Little Printers konfrontiert werden, stellt sich üblicherweise eine von zwei Reaktionen ein. Die einen sind von dem Design und der zugrundeliegenden Idee sofort angetan, während die überwiegende Mehrzahl der Leute nicht mehr als ein verständnisloses Kopfschütteln für den kleinen Drucker und seinen Besitzer übrig hat. Beide Reaktionen sind verständlich und dürften sich seit der ersten Vorstellung des Geräts im Jahr 2011 kaum verändert haben. Aber bevor wir uns damit beschäftigen, wie sinnvoll das Gerät ist, werfen wir einen Blick darauf, was die kleine Kiste eigentlich alles kann.

Little Printer: Publikationen und eigene Nachrichten

Little Printer: So sehen eure Ausdrucke aus. (Bild: Berg)
Little Printer: So sehen eure Ausdrucke aus. (Bild: Berg)

Wie eingangs erwähnt könnt ihr euch als Nutzer über die sogenannte Bergcloud Abos einrichten. Die nennt Berg „Publications“ und sie werden zu festgelegten Zeiten an euren Drucker gesendet. Ein kleines Lämpchen weist euch dann darauf hin, dass die Inhalte da sind, und ihr könnt sie per Knopfdruck ausdrucken. Die Bandbreite der möglichen Inhalte reicht von Geburtstagserinnerungen von Facebook oder eurem Kalender, tagesaktueller News und dem Wetterbericht bis hin zu eher bizarren Publications wie nordkoreanischen Propagandapostern, dem Monster der Woche oder Auszügen aus Captain Cooks Reisetagebuch.

Damit sind die Fähigkeiten des kleinen Druckers aber noch nicht am Ende. Es besteht auch die Möglichkeit, Kurznachrichten direkt an einen Drucker zu versenden. Dazu stellt Bergcloud ein praktisches Interface zur Verfügung, über das ihr Texte und sogar Bilder über ein responsives Web-Interface versenden könnt. Der Nachteil dieser Lösung liegt allerdings auf der Hand. Wer dem Besitzer eines Little Printers eine Nachricht zukommen lassen möchte, muss erst ein Konto für die Bergcloud erstellen. Glücklicherweise gibt es auch einfachere Methoden.

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Little Printer mit Mail-Bridge und IFTTT

Die „Little Printer Mail Bridge“ macht, was man bei dem Namen vermuten könnte. Der kostenlose Service eines Little-Printer-Fans erlaubt es euch, eine E-Mail-Adresse für euren Drucker einzurichten. Mails an diese Adresse werden direkt auf eurem Little Printer ausgedruckt. Die Nachrichten sehen zwar weniger hübsch aus, erfüllen aber ihren Zweck. Schnell eine Nachricht vom Smartphone nach Hause senden oder auch nur einen Einkaufszettel per Mail-App ausdrucken geht damit ohne Probleme. Dank IFTTT kann der Dienst außerdem für viele andere Dinge genutzt werden. Dazu müsst ihr die entsprechende E-Mail-Adresse lediglich in dem E-Mail-Channel aktivieren. Wie immer bei der Verwendung von IFTTT sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Eine weitere Möglichkeit, um eigene Texte auf Papier zu bringen ist eine Web-App namens Little Notepad. Die oben genannte Mail-Lösung dürfte einmal eingerichtet aber vermutlich die schnellere Alternative sein. Allerdings hat der Entwickler der App, David Wilkinson, mit „Little Image Printer“ noch eine weitere App für den kleinen Drucker im Angebot.

Little Printer: Bilder ausdrucken und eigene Apps

Little Image Printer für OS X. (Screenshot: Little Image Printer)
Little Image Printer für OS X. (Screenshot: Little Image Printer)

„Little Image Printer“ existiert für OS X und iOS. Mit der App seid ihr in der Lage, Bilder von eurem Smartphone oder Desktop-Rechner direkt auf eurem kleinen Drucker auszudrucken. Was aufgrund der geringen Papierbreite und der mangelnden farben erstmal wenig sinnvoll klingt, bringt durchaus einige schöne Bilder zum Vorschein. Der Pariser Künstler Vincent Bidaux nutzt die App beispielsweise für seine Arbeit und zur Dekoration seines Ateliers.

Eigene Publikationen für den Drucker zu erstellen, die entweder zu einem vom Nutzer festgelegten Zeitpunkt oder aktiv per Push an den Little Printer geschickt werden, ist vergleichsweise einfach. Was ihr auf dem Papier seht, ist letztlich nur HTML. Die Little-Printer-Entwicklerseite bietet euch einen schnellen Überblick darüber, wie ihr bei der Entwicklung vorgehen müsst.

Auf GitHub finden sich Beispielprojekte von Berg in verschiedenen Sprachen, um direkt loslegen zu können. Aber auch andere Entwickler haben den Code ihrer Publikationen auf der Seite veröffentlicht. Von dem Engländer Alex Forey beispielsweise stammt ein PHP-Framework für Little-Printer-Publikationen. Wer ein bisschen sucht, findet aber noch deutlich mehr Projekte auf GitHub. Hier sollte für jede Plattform etwas dabei sein.

Little Printer: So sehen eure Ausdrucke aus. (Bild: Berg)

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Little Printer: Über Sinn und Unsinn eines Kassendruckers für den Hausgebrauch

Kommen wir zu der eingangs aufgeworfenen Frage nach dem Sinn des Ganzen. Viele von uns befinden sich in einem mal mehr und mal weniger papierfreien Büro, wieso sollten wir anfangen, das Internet in kleinen Häppchen auszudrucken? Eine Antwort auf diese Frage lässt sich im Grunde nicht wirklich geben. Zwar stellen die Informationen, die allmorgendlich aus meinem Little Printer rattern, einen Mehrwert dar, andererseits könnte ich die Informationen viel umfangreicher auch direkt mit meinem Smartphone abrufen.

Aber die Suche nach einer praktischen Anwendung, die reine Fixierung auf den Sinn, versperrt den Blick auf die eigentlichen Qualitäten des Geräts. Letztlich ist der Little Printer ein Cloud-Gerät mit dem anachronistischen Charme der Röhrenpost – eine physische Schnittstelle zum Internet. Braucht das jemand? Ich würde sagen, nein. Aber wenn ihr nur Dinge im Haus habt, die ihr braucht, möchte ich nicht bei euch wohnen.

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3 Reaktionen
Hias
Hias

Ich denke schon, dass das interessant ist, wenn allerdings weniger für den Hausgebrauch als für kommerzielle Umfelder. Allerdings gibt's da ja Label & Bondrucker schon zur Genüge. Würde mich interessieren, ob sich hier in den nächsten 12 Monaten eine Anwendung findet.

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Thomas
Thomas

Wurde das Gerät vom Papier produzierendem Gewerbe in Auftrag gegeben? Anders kann ich mir das kaum erklären. Selten so eine unsinnige Form von Ressourcenverschwendung gesehen, da kann es noch so "hübsch" und nerdig sein.

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Henry
Henry

"Aber wenn ihr nur Dinge im Haus habt, die ihr braucht, möchte ich nicht bei euch wohnen."

*hüstel* Ich denke genau das sollte Ziel einer funktionierenden Gesellschaft sein.

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