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Zu Besuch bei booq: Stylische Taschen für Gadget-Liebhaber

Zu Besuch bei booq: Stylische Taschen für Gadget-Liebhaber

booq ist ein amerikanischer Hersteller von schicken und raffinierten Taschen für Laptops, , Kameras und andere . Obwohl das Unternehmen seinen Firmensitz in Südkalifornien hat, steht dahinter ein deutscher Gründer. Wir haben uns bei booq umgesehen.

Zu Besuch bei booq: Stylische Taschen für Gadget-Liebhaber

(Foto: Moritz Stückler)

Taschen und Rucksäcke für digitale Gadgets: Meist schwarz, eckig und langweilig

Schaut man in die Bestseller-Listen bei Amazon in den Kategorien„Kamera-Rucksäcke“ und „Laptop-Taschen“, sieht man dort vor allem schwarze, biedere Produkte. „Schlicht und unauffällig“ scheint den Geschmack der meisten Käufer zu treffen. Verständlicherweise suchen aber gerade kreative Menschen oft nach Alternativen, um die eigene , das MacBook, iPad oder den Notizblock zu verpacken.

Eine gute Empfehlung für diese Kundschaft ist die Firma booq. Mit ihren Notebook-, Kamera- und Messenger-Taschen gewinnt booq regelmäßig und schon seit Jahren viele Auszeichnungen renommierter Publikationen – und in fast jedem Online-Shop häufen sich positiven Rezensionen. Was nur wenige wissen: Hinter der amerikanischen Firma steckt ein deutscher Gründer: der 39-jährige Thorsten Trotzenberg.

Messenger-Bags sind nur ein kleiner Teil des booq-Produktportfolios. (Foto: Moritz Stückler)
Messenger-Bags sind nur ein kleiner Teil des booq-Produktportfolios. (Foto: Moritz Stückler)

Nach dem Studium in Kalifornien hängen geblieben

Wie so viele Aussiedler, ist auch Trotzenberg irgendwann im Ausland „hängen geblieben“. Teile seines Produktdesign-Studiums absolvierte Trotzenberg 1999 in Südkalifornien, von dort kam er anschließend nicht mehr weg. Inzwischen ist Trotzenberg fast mehr Amerikaner als Deutscher, zumindest wenn man ihm zuhört. Wie so viele Aussiedler braucht auch er manchmal etwas länger, um im Gespräch die richtigen deutschen Wörter zu finden, und verwendet deswegen auch gerne englische Begriffe mitten im deutschen Satz.

Man kann es ihm nicht verdenken, sich beruflich wie privat in Sierra Madre niedergelassen zu haben. In dem noblen Vorort von Los Angeles herrscht das ganze Jahr T-Shirt-Wetter, und die Regentage lassen sich fast an einer Hand abzählen. Von Los Angeles ist man gerade so weit entfernt, dass man von Lärm, Smog und Trubel nichts mehr mitbekommt, im Zweifel ist man aber mit dem Auto in 30 Minuten in der Stadt.

booq ist 12 Jahre alt und 600 Kilometer vom Silicon Valley entfernt – und fühlt sich trotzdem wie ein Startup an

In einem unauffälligen, aber modernen Haus in einer Wohngegend haben es sich Trotzenberg und sein Team gemütlich gemacht. In den ersten Jahren war booq eine One-Man-Show, Trotzenberg kümmerte sich um die ganze Firma alleine. Schon vor der Gründung war er vielseitig talentiert und konnte sich deswegen um die meisten Aufgaben selbst kümmern: Angefangen natürlich beim eigentlichen Produktdesign bis hin zur Gestaltung der Webseite, der Suchmaschinenoptimierung oder der Vermarktung. Inzwischen beschäftigt er sieben Menschen hauptberuflich, darunter hauptsächlich Designer. Die Taschen selbst werden schon seit der Gründung in Asien gefertigt – eine Frage des Preises und der dort ansässigen Kompetenz, so Trotzenberg.

Obwohl das Unternehmen schon zwölf Jahre alt ist und damit kaum noch als Startup durchgeht und trotz der Distanz von etwa 600 Kilometern entdeckt man viel vom berühmten Startup-Charme des Silicon Valley im Unternehmen. Alle Mitarbeiter sitzen in einem großen Raum an schicken Schreibtisch-Inseln. Die offene Küche ist der Mittelpunkt des zweistöckigen Apartments und der steinerne Küchentisch wird auch gerne mal für ungezwungene Meetings verwendet. Auf dem Kühlschrank kleben Fotomontagen bekannter Filmplakate – die Gesichter der Protagonisten wurden durch Fotos der booq-Mitarbeiter ersetzt.

booq verbreitet viel vom Charme eines Silicon-Valley-Startups. (Foto: Moritz Stückler)
booq verbreitet viel vom Charme eines Silicon-Valley-Startups. (Foto: Moritz Stückler)

booq-Produkte werden für Digital Natives gestaltet

„Es ist uns egal, wenn wir ein Nischenprodukt bauen“, argumentiert Trotzenberg, wenn er von seiner Produktphilosphie erzählt. Und tatsächlich besetzt booq seine eigene Nische. Inzwischen bietet die Firma rund 80 Produkte an, darunter vor allem Rucksäcke, Laptop-, Kamera- und Messenger-Taschen. Sie haben alle zwei Dinge gemeinsam: ein gelungenes Design und Platz für digitale Accessoires. Im Portfolio findet sich deswegen kein Rucksack ohne passende Handy-Tasche am Tragegurt und kein Messenger-Bag ohne ein exakt zugeschnittenes iPad- oder MacBook-Fach.

Könnte auch aus einem Science-Fiction-Film stammen: Der booq Python Slimpack. (Quelle: booqeurope.com)
Könnte auch aus einem Science-Fiction-Film stammen: Der booq Python Slimpack. (Quelle: booqeurope.com)

Seine Kunden bezeichnet Trotzenberg meistens als „Creative Professionals“, also Menschen, die mit ihrer Kreativität Geld verdienen: zum Beispiel Fotografen, Journalisten oder Designer. Und deswegen legt booq auch gesteigerten Wert auf Design, im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern. booq setzt oft auf geschwungene Linien und unkonventionelle, organische Grundformen statt harter Kanten. Einige der Rucksäcke sehen mit ihrer zylindrischen Form, dem silbernen Stoff und der schlichten Oberfläche aus wie aus einem Science-Fiction-Film. Und auch bei den Details zeigen sich die Produkte von ihrer besten Seite: Kaum eine Komponente kommt von der Stange. Jede Schnalle und jeder noch so kleine Reisverschluss ist farblich und funktionell abgestimmt und mit einem booq-Logo versehen. Dementsprechend sind booq-Produkte preislich auch eher im oberen Mittelfeld angesiedelt: Laptop-Sleeves gibt es ab 35 Euro, Umhängetaschen für 13-Zoll-Geräte ab 125 Euro und Rucksäcke ab 130 Euro.

Die Details machen den Unterschied: Selbst kleinste Komponenten werden bei booq individuell angefertigt und unterstützen das komplette Design. (Foto: Moritz Stückler)
Die Details machen den Unterschied: Selbst kleinste Komponenten werden bei booq individuell angefertigt und unterstützen das komplette Design. (Foto: Moritz Stückler)

Taschen für sämtliche Gadget-Konfigurationen auch abseits vom 15-Zoll-Standard

In der breit aufgestellten Produktpalette zeigt sich eine weitere Stärke von booq. Egal welche Gadget-Konfiguration die Kunden bevorzugen, die Kalifornier haben mit hoher Wahrscheinlichkeit eine passende Tasche parat. Und dank des konsequent umgesetzten Designs kann sich ein Kunde nach der Tasche für Mini-Tablet und kompakte Systemkameras mit Wechselobjektiv auch noch den dazugehörigen Rucksack für zwei ausgewachsene DSLR-Kameras, vier Objektive und Stativ kaufen.

Die konzeptionellen Feinheiten, die booq in seine Taschen einbaut, werden von vielen Kunden vermutlich gar nicht bemerkt, aber wer sich einmal daran gewöhnt hat, möchte nicht mehr darauf verzichten. Zum Beispiel die Tatsache, dass sich bei den einfachen Laptop-Sleeves von booq der Reisverschluss auf der linken Seite befindet, wenn die Tasche geschlossen ist. Denn auf der linken Seite befinden sich bei MacBooks immer Strom- und USB-Anschlüsse. So kann der auch geladen werden, wenn er sich in der Tasche befindet, oder man kann während des Transports noch weitere USB-Geräte laden. Fast jedes Produkt im Portfolio hat eines dieser kleinen Gimmicks: Kabeldurchführungen, Regenüberzüge, schnell verkürzbare Schulterriemen mit magnetischer Schließe oder integrierte Display-Putztücher sind einige weitere Beispiele.

Auch beeindruckend: Jede größere Tasche verfügt über eine Metall-Plakette mit einer einmaligen Seriennummer und einem Barcode. Auf der zugehörigen Webseite kann jeder Kunde seine Tasche registrieren. Sollte eine verlorene oder gestohlene Taschen irgendwo abgegeben werden, kann der Finder sofort den Eigentümer kontaktieren. Dieses System namens Terralinq ist ebenfalls eine Erfindung von booq.

Allein in einer einfachen Aluminium-Schnalle steckt bei booq schon jede Menge Design. (Foto: Moritz Stückler)
Allein in einer einfachen Aluminium-Schnalle steckt bei booq schon jede Menge Design. (Foto: Moritz Stückler)

„Die Tasche muss lebendig sein“

Ideen für neue Produkte kriegt das booq-Team sowohl aus den eigenen Reihen als auch von Kunden, die oft mit produktivem Feedback auf die Macher zukommen. Trotzenberg betont immer wieder, dass eine Tasche bei booq „lebendig“ ist. Das heißt, dass die Entwicklung eines Produkts nach dem Marktstart nicht aufhört. Gibt es Kritikpunkte oder Verbesserungsbedarf, wird auch nach Markteinführung noch nachgebessert und es werden neue Revisionen erstellt. Auch wenn das aus Gründen der Lagerhaltung nicht kommuniziert wird, zeigt es doch, dass die Firma mit viel Leidenschaft hinter ihren Produkten steht, denn solche Änderungen in der laufenden Produktion sind keine Selbstverständlichkeit und immer mit neuen Kosten verbunden.

Presse-Rezensionen hängen an vielen Stellen im booq-Büro. (Foto: Moritz Stückler)
Presse-Rezensionen hängen an vielen Stellen im booq-Büro. (Foto: Moritz Stückler)

Thorsten Trotzenberg hat das Rad wahrlich nicht neu erfunden. Taschen und Rucksäcke gibt es von hunderten Herstellern, und viele der Features von booq finden sich vereinzelt auch in Produkten anderer Marken. booq demonstriert aber eindrucksvoll, wie man sich als kleine Firma auch gegen deutlich größere Konkurrenten behaupten kann, wenn man sich fokussiert, eine klare Zielgruppe adressiert und vor allem mit Leidenschaft bei der Sache ist.

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