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Ratgeber

Diese Beteiligungsformen sollte jeder Gründer kennen

(Foto: © Watchara Ritjan / Shutterstock)

Die Wahl der Beteiligungsform entscheidet über den Einstieg eines Investors in dein Startup. Doch welche Beteiligungsformen gibt es? Was sind die Vor- und Nachteile? Ein Überblick.

Wir könnten damit beginnen, die verschiedenen Beteiligungsformen als Wahlmöglichkeiten der Gründer je nach Unternehmensstadium, Kosten und Finanzierungsbedarf darzustellen. Die Realität ist jedoch, dass der Investor in der Regel die Beteiligungsform und den Inhalt der Verträge vorgibt. Daher sollten sich Gründer nicht grämen, wenn sie sich ihrer Idealvorstellung nur nähern können. Immerhin sind alle der nachstehenden Beteiligungsformen marktüblich.

Die wichtigsten Beteiligungsformen im Überblick

Beteiligungsformen: Die Vor- und Nachteile im Überblick. (Foto: mmohock / Shutterstock)

Eigenkapital

Eigenkapital bildet die Standardbeteiligungsform. Der Investor erhält direkt Anteile an dem Startup für das Investment in das Startup. Die Anteile werden neu geschaffen durch Erhöhung des Kapitals. Bedeutet: Die bestehenden Gesellschafter verwässern entsprechend, es reduziert sich also ihre Beteiligungsquote.

Vorteile

  • Klarheit über den Deal aufgrund detaillierter Regelungen
  • weniger abhängig von zukünftigen Ereignissen als Darlehen mit Wandlungsoption oder Equity-Bridge

Nachteile

  • umfangreiche Beteiligungsdokumentation erforderlich (Beteiligungsvereinbarung, Gesellschaftervereinbarung, Gesellschaftsvertrag, ggf. Geschäftsführerdienstverträge und Geschäftsordnung für die Geschäftsführung)
  • notarielle Beurkundung erforderlich
  • hohe Transaktionskosten

Darlehen mit Wandlungsoption

Darlehen, die bei Abschluss einer Eigenkapitalbeteiligung erst in der Zukunft in Anteile gewandelt werden, finden sich häufig bei Startups in der Frühphase oder bei der nur kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen (beispielsweise wenn dem Startup während der Verhandlung einer Eigenkapitalbeteiligung das Geld ausgeht). Eine konkrete Unternehmensbewertung wird nicht vereinbart. Man lässt es auf die Bewertung der zukünftigen Eigenkapitalbeteiligung ankommen. Der Investor erhält einen Discount auf diese Bewertung (üblicherweise 5 bis 25 Prozent).

Vorteile

  • schlanke und einfache Form der Beteiligung
  • geringe Transaktionskosten

Nachteile

  • möglicherweise notarielle Beurkundung erforderlich
  • durch Darlehenscharakter Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft im Auge behalten
  • Verlagerung der Komplexität der Beteiligung in die Zukunft beziehungsweise in die zukünftige Eigenkapitalbeteiligung

Tipp: Wenn mit dem Investor eine konkrete Bewertung vereinbart ist, sollte immer die Eigenkapitalbeteiligung dem Darlehen mit Wandlungsoption vorgezogen werden.

Equity-Bridge

Etwas modernere Investoren ziehen die so genannte Equity-Bridge dem Darlehen mit Wandlungsoption vor. In den USA hat Y Combinator diese Beteiligungsform transparent gemacht. Mit wenigen technischen Änderungen können diese Dokumente auch in Deutschland verwendet werden. Im Grunde wird auch hier erst Geld und Anteile werden erst später gegeben, allerdings handelt es sich bei der Zahlung schon vor Gewährung nicht um ein Darlehen, sondern wird bereits als Eigenkapital qualifiziert. Insbesondere bei der Überbrückungsfinanzierung durch bestehende Gesellschafter ist die Equity-Bridge dem Darlehen mit Wandlungsoption vorzuziehen.

Vorteile

  • durch Eigenkapitalcharakter Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft unbeachtlich

Nachteile

  • möglicherweise notarielle Beurkundung erforderlich
  • Verlagerung der Komplexität der Beteiligung in die Zukunft beziehungsweise in die zukünftige Eigenkapitalbeteiligung
  • gegenüber dem Darlehen mit Wandeloption höhere Transaktionskosten

Tipp: Wenn mit dem Investor ein Darlehen mit Wandeloption in den Grundzügen vereinbart ist, sollte zumindest der Versuch unternommen werden, das Ganze als Equity-Bridge zu strukturieren.

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