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Bezahldienst Sofortüberweisung.de spioniert Bankkonten der Nutzer aus

    Bezahldienst Sofortüberweisung.de spioniert Bankkonten der Nutzer aus

Der Bezahldienst sofortüberweisung.de der Firma Payment Network macht dieser Tage mit seiner intransparenten Datenschutzpraxis auf sich aufmerksam. Unter dem Deckmantel der Betrugsprävention spioniert der Dienst für Online-Überweisungen Daten aus, die für die reine Dienstleistung nicht notwendig sind, hat der NDR herausgefunden. Ohne dass der Kunde davon in Kenntniss gesetzt wird, verschaffe sich die Software Zugang zu den Umsätzen der letzten 30 Tage, dem Dispokredit, Ständen anderer Konten bei der gleichen Bank oder ausgeführten und vorgemerkten Auslandsüberweisungen.

Datenschützer kritisieren mangelnde Transparenz beim Bezahldienst sofortüberweisung.de

Durch einen Zufall findet c't Redakteur Axel Kossel heraus, dass der Dienst sofortüberweisung.de mehr über seine Bankdaten herausgefunden haben muss als nur den aktuellen Kontostand. So wurde ihm eine Testüberweisung im Auftrag seines Arbeitgebers nicht vom angegebenen, sondern von einem anderen seiner Girokonten abgezogen – einem Konto, von dem der Dienst der Firma Payment Network eigentlich gar nichts wissen sollte. Recherchen des NDR beim Bezahldienst sofortüberweisungen.de haben daraufhin ergeben, dass der Dienst nicht nur überprüft, ob das betreffende Konto gedeckt ist, sondern darüber hinaus umfassende Informationen über Transaktionen, andere Konten und Dispokredit erfasst. Gegenüber NDR info hat die Firma Payment Network inzwischen bestätigt „in einer überwiegenden Zahl von Fällen“ Konten eingehend zum Zweck der „Betrugsprävention“ zu prüfen. Durchgeführt würden jene Prüfungen von einer Software, die Ergebnisse würden weder gespeichert, noch bekämen Mitarbeiter die Daten zu Gesicht, geben die Verantwortlichen bei Payment Network gegenüber dem NDR an.

Der Kunde wird beim Bezahldienst sofortüberweisungen.de nicht genau davon in Kenntnis gesetzt, welche seiner Daten abgerufen werden.

Grundsätzlich sei eine Überprüfung im Hinblick auf Betrugsverdacht durchaus erlaubt, klärt Thomas Kranig, Leiter des zuständigen bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht auf. Die Art und Weise, in der der Nutzer auf sofortüberweisung.de über die Datenschutzbestimmungen aufgeklärt werden, ist jedoch fragwürdig. Wer über den Dienst Geld überweisen will, dem wird zunächst mitgeteilt, „ausgeführte sofortüberweisung.de-Transaktionen" und „der Verfügungsrahmen" würden überprüft. In den Datenschutzhinweisen heißt es dann weiter, bei Nutzung des Dienstes werde eine „Kontodeckungsabfrage" gestartet.

Frank-Christian Pauli, Finanzexperte des Verbraucherzentralen-Bundesverbands kritisiert die intransparente Nutzung der Begrifflichkeiten des Onlinedienstes. Er beurteilt die verwendeten Begriffe als „nicht verbraucherfreundlich“. Nutzer hätten keine Möglichkeit nachzuvollziehen, welche Rechte sie dem Dienst gewähren. Auch Kranig bemängelt die nebulös vormulierten und damit für den Nutzer intransparenten Datenschutzbestimmungen. Wie der NDR berichtet, haben die Betreiber des Dienstes übrigens inzwischen mitgeteilt, man habe seine Anwälte damit betraut, „die Datenschutzhinweise zu prüfen“.

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13 Reaktionen
moustafa

das war,s wohl mit sofort Überweisung punkt de

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s.
s.

Leider ist das Verhalten der Banken dazu nicht weiter beleuchtet worden. Ich fände es unverschämt, wenn meine Bank soviel über meine Konten preisgibt, ohne mich vorher darüber zu unterrichten, ob sie das wirklich soll.

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kaffeemensch
kaffeemensch

Wir nutzen SÜ auch, und das bisher immer noch mit einem besseren Gewissen als PayP...

Es sind ja immer zwei Seiten, vor allem und gerade auch bei Journalisten, daher gerne mal das hier lesen:

https://www.payment-network.com/pnag_de/presse/Mitteilung-der-Payment-Network-AG

Die Mitteilung an das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht von Januar ist nachvollziehbar.

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Christian

Da werden wir unsere Bezahlarten im Shop wohl nochmal überarbeiten müssen.

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Cookie
Cookie

Aha, Daten werden nicht gespeichert. Wie kommt der Dienst dann im Fall des ct-Redakteurs dazu, die andere Bankverbindung zu verwenden? Spontaner Entschluss einer Software? Interessant...

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Oliver

das ist echt eine Sauerei! Wir bieten die Zahlungsweise bei uns im Shop auch an, mal sehen ob wir die nicht rauskatapultieren. Allerdings kriegt glaube ich sü keine Pin zu Gesicht. Die connecten sich mit der jeweiligen Bank, Pin und Tan werden über die schnittstelle abgeglichen

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Marcel Seer
Marcel Seer

@Sven: Danke für den Hinweis, habe es korrigiert.

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André

hui, sowas nennt sich dann also "TÜV geprüfter Datenschutz" - na Danke!

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Christian Baer

Autsch! Das war's dann wohl für sofortüberweisung.de ...

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Banken sind oft nicht Kundenfreundlich
Banken sind oft nicht Kundenfreundlich

Sofortueberweisung bietet eine Dienstleistung an, die die Banken sich weigern bzw. verschlafen, selber anzubieten. Als Käufer nutze ich paypal gerne, weil die Kohle in 5 Minuten beim Empfänger ist und daher oft am gleichen Tag noch versendet werden kann.

Allerdings würde ich sofortüberweisung aus genau solch einem Grund eben nicht meine PIN geben.

Erst wenn die 20-Stelligen BLZ+Konto-Nummern (wann eigentlich ?) kommen (laut EU-Verordnung!), werden Banken simpelste Dinge einführen, die sie vor über 10 Jahren schon beim ersten Online-Banking hätten einführen können und sollen :-(
Und die Verbraucherschützer zeigen leider oft auch nicht, das man Computer auch schlauer benutzen kann.

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Ulrich

Mir war das schon immer sehr suspekt und ich habe mich auch schon selber gefragt, ob sie nicht einfach viele Daten sammeln. Sind ja interessante Informationen in den Kontobewegungen.
Ich werde es wohl auch nur noch Nutzen, wenn es gar nicht anders geht.

Trotz allem wundere ich mich, dass die Banken sich nicht schon längst gegen Sofortueberweisung.de gewendet haben oder in irgendeiner Form dagegen vorgehen, weil es schon mehr als fragwürdig ist, woanders seine Zugangsdaten und seine TAN anzugeben.

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Andreas

Tja, die habe ich hin und wieder auch genutzt. Jetzt aber bestimmt nicht mehr.

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