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Bezahlen im Netz: Mastercard will deinen Fingerabdruck oder Herzschlag zur Verifizierung

Bezahlen im Netz: Mastercard will deinen Fingerabdruck oder Herzschlag zur Verifizierung

Um Betrüger zu stoppen, will Mastercard künftig bei Bezahlvorgängen im Netz biometrische Daten wie den Fingerabdruck, die Stimme oder sogar den Herzschlag der Nutzer zur Verifizierung heranziehen.

Bezahlen im Netz: Mastercard will deinen Fingerabdruck oder Herzschlag zur Verifizierung
Bezahlen mit Mastercard. (Foto: reynermedia / flickr.com, Lizenz: CC-BY )

Mastercard: Mit Biometrie gegen Kreditkartenbetrug

Die US-amerikanische Kreditkartengesellschaft Mastercard will Kreditkartenbetrügern im Netz das Wasser abgraben. Dazu wird derzeit mit biometrischen Verfahren wie Fingerabdrücken, Stimmerkennung, Herzschlag oder Gesichtserkennung experimentiert. Wer künftig mit der Kreditkarte in einem Online-Shop bezahlen will, könnte aufgefordert werden, sich biometrisch auszuweisen, etwa den Fingerabdruckscanner am Smartphone zu nutzen.

Zukunft à la Mastercard: Erst der Fingerabdruck, dann das Bezahlen im Netz. (Foto: Johannes Schuba)
Zukunft à la Mastercard: Erst der Fingerabdruck, dann das Bezahlen im Netz. (Foto: Johannes Schuba)

Um diesbezügliche Manipulationsmöglichkeiten zu minimieren, soll bei der Gesichtserkennung nicht ein einfaches Selfie ausreichen. Vielmehr sollen die Nutzer der entsprechenden Mastercard-App zuzwinkern. Ein einfaches Foto würde dann für die biometrische Authentifizierung nicht ausreichen. Dabei sollen die Daten nicht direkt an Mastercard weitergesendet werden, um auch hier mögliche Hacks unwirksam zu machen. Vielmehr soll ein Token generiert und übermittelt werden.

Die Verifizierung über den Herzschlag soll dank des im Herbst 2014 von Mastercard übernommenen Unternehmens Bionym abgewickelt werden. Das kanadische Unternehmen hat mit Nymi ein Armband entwickelt, das kontinuierlich die Herzströme seines Nutzers misst und diese Daten an Bluetooth-fähige Geräte kommuniziert. Der Herzschlag soll ähnlich einmalig wie der Fingerabdruck sein.

Mastercard startet Pilotversuch

Mastercard will im Herbst einen entsprechenden Pilotversuch, vorerst mit 500 Kunden in den USA, starten, wie CNNMoney berichtet. Der Kreditkartenanbieter arbeitet mit Apple, Blackberry, Google, Microsoft und Samsung zusammen. Auch zwei noch nicht näher bekannte US-Banken sollen an dem Testlauf beteiligt sein.

Wie sicher die Technologie ist, wird sich noch zeigen. Wie sich derartige Fingerabdruckscanner vergleichsweise einfach aushebeln lassen, hat der Chaos Computer Club Ende des vergangenen Jahres gezeigt. Dazu genügten eine gewöhnliche Digitalkamera mit einem 200-Millimeter-Objektiv sowie eine Software zur Fingerabdruck-Erkennung.

via www.heise.de

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Eine Antwort
  1. von Freiwillig Fotografieren ist wohl zu ein… am 06.07.2015 (12:41 Uhr)

    Biometrie funktioniert wohl bis heute nicht vernünftig auch wenn Werbeabteilungen vielleicht das Gegenteil sagen.


    Es ginge tausendfach einfacher: Man fotografiert den Käufer oder den, der das Paket entgegen nimmt. Man signiert das Bild bzw. seine Hashes. Man crypted das Bild. Aber nicht mit Amex/MasterCard/Visa-Keys sondern mit einem Key des Kunden. Der kann z.b. im NFC, Smartchip oder auch Magnetcode der Kreditkarte oder bei seinem Freemail-Anbieter hinterlegt sein.
    Der Kunde kriegt dann ein Foto von sich selber, seiner Frau, Ex-Freundin, seinen Kindern,... beim Bezahlen mit seinem Geld mit seiner Karte. Gerecht und trivial einfach. Wohl zu gerecht und wohl zu einfach für Trivial-Patente oder Cashburner-Startups mit Zillionen/Zilliarden-Investment-Runden.

    Wenn er daraufhin online z.B. in der Kreditkarten-App markiert das er das nicht ist und die Kosten nicht trägt, kann man lokal das Bild anzeigen (man weiss ja die GPS-Position aller Kunden und Terminals) und der Betrüger wird offiziell und möglichst lokal gesucht und die Kreditkarte auf die Sperrliste gesetzt. Da alle vom guten Flutschen des Kreditkartengeschäftes leben werden alle Händler in der Umgebung schnell mitmachen.

    Man sollte sowas natürlich freiwillig machen und z.B. über die Endziffern der Kreditkarte und natürlich gut sichtbarem Foto-Logo (oder einer Hand-Piktogramm für Finger-Längen oder Fingerabdruck-Pictogramm für Fingerabdrücke) auf der Kreditkarte deutlich sichtbar machen.
    Es sollte aus Gerechtigkeitsgründen klar sein, das ab dann auch die einen Kunden ihre Betrügerkosten tragen und die anderen (abgesicherten) Kunden nur ihre eigenen Betrügerkosten jeweils in ihrer Gruppe tragen und die Kosten der jeweils anderen Gruppe nicht tragen müssen.
    Das motiviert zum Wechsel und der Rest sind dann die potentiellen Betrüger und auch noch alle Leute denen das nicht so wichtig ist. Das kann man sogar separat pro Bezahlung/pro Einkauf machen. So als wenn man Kilometer mit Diesel und andere Kilometer(natürlich in anderem Fahrzeug) mit Benzin fährt und unterschiedlich verrechnet. D.h. wenn man im Strip-Clup bezahlt lässt man sich nicht fotografieren und trägt nur mit diesem Betrag seine anteilsmäßigen Kosten an Nicht-Fotografier-Kunden während man sich sonst immer fotografieren lässt und mit diesen Kosten nur die Fotografier-Kunden-Kosten (Verwaltung, Diebstahl, Betrug, Rückabwicklung, Verlorene Pakete,...) mitfinanziert.
    Genau dieselbe Kalkulation betrifft natürlich auch die Geld-Empfänger. Shops wo nicht fotografiert wird, zahlen dann die entsprechenden (Vermutlich höheren) Kosten als die Shops wo Kreditkarten deutlich wirksamer überprüft werden. Speziell Online-Shops können dann auf die Email-Bestätigung warten und den Kunden informieren, die Bestellung bei Visa/Mastercard/Amex endlich zu bestätigen. Bei Kleinbeträgen (Apps für 79Cent) eher nicht. Aber ab 10 Euro wieso nicht... Wo weniger Betrug passiert, können die Nebenkosten entsprechend günstiger sein... Ehre muss sich lohnen. Und das täte es dann.

    Ich habe keine Lust, bei jeder Bezahlung für Diebe und Betrüger mitzubezahlen.
    Wenn die Kreditkarten-Betrüger trockengelegt würden, was würde dann in USA passieren ? Mehr Anträge auf Arbeitslosen-Hilfe ? Mehr Real-Verbrechen ? Oder sind das nur (wie noch vor einem Jahr die Ad-Blocker) "irrelevante Einzelfälle" ?

    Was kostet mehr pro Monat ? Griechenland oder Kreditkarten-Betrüger ?

    Kreditkartenfirmen fragen bis heute bei Online-Bestellungen nicht nach, ob man wirklich 20 Waschmaschinen nach Osteuropa bestellen will. Man ist doch sowieso online und kriegt am Handy und iWatch die neuen SMS, Emails, Tweets, Skype-Messages, ICQ-Messages(in Russland beliebt),... mit. Die Shops wären zufriedener und die Kreditkarten-Inhaber auch. Es gibt überhaupt keinen Grund, bei Online-Bezahlungen nicht per Email bestätigen zu lassen. Aber man kann bis heute keine Lastschriften im Online-banking verwalten und z.B. Abos über die Bank kündigen.

    Oder wenn man das Land wechselt sollte die Karte gesperrt werden oder vorerst nur für Beträge bis 30-50 $/Euro oder insgesamt 100 $/Euro benutzbar sein bis man per SMS-Tan oder Email-TAN den Auslandsbesuch bestätigt hat. Wer schlau ist, meldet das natürlich vorher an (weil er die Reise per Karte bezahlt) und kann dort dann Zusatz-Optionen buchen (Cross-Selling-Referenz-Beispiel).

    Wie man an den meisten FinTech-Meldungen sieht, hinkt das Banking (dazu gehören auch Kreditkarten und Paypal die seit vielen Jahren fast nix neues haben) ähnlich weit zurück wie der Ausbau.

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