Bezahlsysteme: PayPal stellt neues Micropaymentsystem für digitale Güter vor

PayPal for digital goods“ nennt die eBay-Tochter PayPal ihr neues Micropaymentsystem, dass gestern anlässlich der Developer Conference Innovate 2010 vorgestellt wurde. Die neue Lösung von PayPal soll das Micropayment bis zu einem Betrag von 12 US-Dollar einfacher und wirtschaftlicher machen. Als erster Kunde wurde mit Facebook ein starker Partner präsentiert, der das neue System in sein Social Network einbauen will.

Im Unterschied zum herkömmlichen System von ist das Micropayment für die Empfänger der Zahlungen zum Teil deutlich günstiger. PayPal berechnet die Gebühren nach der Formel 5 + 0,05, also 5 Prozent des Betrags plus 0,05 US-Dollar. Für einen Beispielbetrag von 5 US-Dollar ergibt sich somit eine Gebühr von 30 Cent. Nach dem herkömmlichen System würde eine Gebühr von 39,5 Cent erhoben. Die Einsparung von 9,5 Cent erreicht bei großen Abverkaufszahlen, wie sie bei digitalen Gütern durchaus häufiger vorkommen, sehr schnell eine ahnsehnliche Höhe für den Leistungsempfänger.

Für den Käufer soll das Micropayment sehr einfach gestaltet sein. Nach dem Login sollen zwei Klicks ausreichen, um einen digitalen Artikel zu erwerben. Da das System auch für den mobilen Bereich eingesetzt werden kann und PayPal den Anbietern digitaler Güter die Integration in ihre Websites möglichst einfach machen will, dürfte es sich recht schnell verbreiten. Selbst die Etablierung als Micropayment-Standard scheint für die Zukunft denkbar.

Der Start von „PayPal for digital goods“ ist noch für das laufende Jahr vorgesehen. Zum Start gibt es bereits einige große Kunden, die auf die neue Micropayment-Lösung setzen wollen. Vor allem Facebook mit seinen weit über 500 Millionen Nutzer könnte sich hier für PayPal als neue Goldgrube erweisen. Aber auch die anderen Start-Partner wie FT.com, GigaOM, JustinTV oder Ustream dürften die Umsätze der eBay-Tochter ankurbeln.

PayPal Micropayment
Bei PayPal kann man sich über den Start des Micropayments benachrichtigen lassen.

Fazit

Überraschend ist dieser Schritt des Bezahldienstes von sicher nicht, man hätte ein Micropayment von PayPal eher schon früher erwartet. Denn das bisherige Geschäft läuft ausgezeichnet und hat der Konzernmutter gerade erst eine Gewinnsteigerung eingebracht. Für die Käufer digitaler Güter ist die angekündigte Lösung eine gute Nachricht. Wer bereits ein PayPal-Konto für Zahlungen bei eBay besitzt, wird die komfortable und recht sichere Abwicklung zu schätzen wissen und auch das Micropayment bereitwillig nutzen. Hilfreich ist da auch die Ankündigung, die Zahlung durch ein Widget nochmals zu vereinfachen, denn dadurch soll der Wechsel zur PayPal-Website nicht mehr notwendig sein.

Bleiben noch die Zahlungsempfänger. Ein einfach zu integrierendes Bezahlsystem für Kleinbeträge, dass die potentiellen Kunden bereits kennen und dem sich auch vertrauen, dürfte für viele Einsatzbereiche sehr interessant sein. Auch das Limit von 12 US-Dollar scheint dabei auch gut gewählt zu sein. Abwarten muss man allerdings wie sich das System in der Praxis bewährt. Schon beim herkömmlichen System gab es auf Seiten der Zahlungsempfänger durchaus die eine oder andere kritische Stimme.

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Bildnachweis für die Newsübersicht: Bild von richardmasoner auf Flickr. Lizenz: CC BY.

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3 Answers

  1. von Protokoll vom 30. Oktober 2010beiTrackba… 30.10.2010 (16:22Uhr) 1.

    [...] PayPal stellt neues Micropaymentsystem für digitale Güter vor [...]

  2. von Episode 35 – Under Construction » Gas… 04.11.2010 (23:43Uhr) 2.

    [...] PayPal stellt neues Micropaymentsystem für digitale Güter vor /via @thehefi [...]

  3. von Martin 10.04.2011 (10:49Uhr) 3.

    Toll, 5 % und 5 Cent. Heute (10.4.11) angemeldet für 10 % und 10 Cent. 100 % Steigerung in einem halben Jahr, nicht schlecht. Ich halte 20 Cent Gebühren für einen Euro Umsatz (nicht GEWINN !) für absoluten Wahnsinn, muß es aber leider einrichten. Bin weg, sobal es eine Alternative gibt.

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