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„Bitcoin war ein Experiment – und ist gescheitert“, sagt einer seiner wichtigsten Entwickler

„Bitcoin war ein Experiment – und ist gescheitert“, sagt einer seiner wichtigsten Entwickler

Lange Zeit war Mike Hearn einer der wichtigsten Bitcoin-Entwickler. Jetzt zieht er sich nicht nur vollständig aus dem Projekt zurück, sondern erklärt die digitale Währung auch für gescheitert.

„Bitcoin war ein Experiment – und ist gescheitert“, sagt einer seiner wichtigsten Entwickler

Bitcoin. (Grafik: Shutterstock)

Bitcoin: Warum Mike Hearn nicht mehr die Krypto-Währung glaubt

Mike Hearn war über einen Zeitraum von fünf Jahren einer der wichtigsten Bitcoin-Entwickler. Von seinem Enthusiasmus früherer Jahre, der ihn sogar dazu gebracht hatte, seinen sicheren Job bei Google zu kündigen, um sich vollständig der Kryptowährung zu widmen, ist heute allerdings nichts mehr übrig. In einem umfangreichen Beitrag auf Medium geht er sogar so weit, das Bitcoin-Experiment als gescheitert zu bezeichnen.

Für Hearn ist einer der Gründe dafür, dass die Community dahinter gescheitert sei. Was einst als dezentrale Alternative zu bestehenden Währungen gedacht war, unterliege heute der Kontrolle einiger weniger Akteure und stehe am Rand eines technischen Kollaps. Die Mechanismen, die genau das Verhindern sollten, hätten versagt und Hearn glaube nicht mehr länger daran, dass tatsächlich eine bessere Alternative zu existierenden Finanzsystemen sein könnte.

„Game of Coins“: Politik und Krieg im Namen der Bitcoin-Zukunft

Aus technischer Sicht gebe es vor allem ein Problem mit der Krypto-Währung: Je mehr Transaktion durchgeführt werden, desto mehr Speicherplatz wird benötigt. Derzeit können einzelne Blöcke jedoch maximal ein Megabyte groß sein. Hearn geht davon aus, dass das wahre Limit jedoch eher bei 700 Kilobytes beziehungsweise maximal weniger als drei Transaktionen pro Sekunde liegt. Aufgrund der künstlichen Verknappung dauert es immer länger, bis Transaktionen vom Netzwerk bestätigt werden. Das wiederum mache es nicht zuletzt zu einer recht unpraktischen Zahlungsmethode für Händler.

Top-Entwickler Mike Hearn erklärt das Bitcoin-Experiment für gescheitert. (Grafik: Shutterstock)
Top-Entwickler Mike Hearn erklärt das Bitcoin-Experiment für gescheitert. (Grafik: Shutterstock)

Bitcoin Core, das Entwicklerteam hinter der Krypto-Währung, konnte sich intern allerdings bislang nicht dazu durchringen, das Blocksize-Limit anzuheben. Daher entwickelten Hearn und einige andere Bitcoin XT. Damit wollten sie nicht direkt das Limit anheben, das Ganze war vielmehr als Abstimmungs-Tool gedacht. Sobald mehr als 75 Prozent des Bitcoin-Netzwerks die angepasste Software einsetzen, sollte das als demokratisch Entscheidung zur Anhebung des Blocksize-Limits gewertet werden.

Ein Teil der Bitcoin-Community stand dem XT-Projekt jedoch mit unverhohlener Abneigung gegenüber. Das führte dazu, dass Bitcoin.org, das wohl größte Bitcoin-Forum, Beiträge zu dem Thema zensierte. Außerdem wurden Bitcoin-XT-Nodes mit Denial-of-Service-Attacken angegriffen – teilweise mit verehrenden Folgen. Ein Internet-Service-Provider aus Long Island war nach einem solchen Angriff beispielsweise mehrere Stunden offline, weil ein Kunde einen Bitcoin-XT-Node genutzt hatte. Auch Coinbase, das größte US-amerikanische Bitcoin-Unternehmen, war für mehrere Stunden offline, nachdem die Firma ihre Unterstützung für XT angekündigt hatte.

Mike Hearn wünscht der Bitcoin-Community alles Gute für die Zukunft

Selbst wenn das Bitcoin-Core-Team durch andere Entwickler ersetzt werden könnte, sieht die Zukunft der Krypto-Währung für Hearn düster aus. Selbst mit einem erhöhten Blocksize-Limit liege ein Großteil der gesamten Mining-Macht nach wie vor den Händen einiger weniger. Hearn glaube nicht daran, dass Bitcoin eine Zukunft haben kann, wenn es effektiv von weniger als zehn Menschen kontrolliert werde.

Trotzdem, so Hearn, arbeiteten noch immer viele talentierte und tatkräftige Menschen im Bitcoin-Bereich. Außerdem gebe es mit Bitcoin Classic und Bitcoin Unlimited zwei weitere Forks, die dieselben Probleme wie Bitcoin XT lösen sollen. Hearn wünscht den Beteiligten weiterhin viel Glück. Er selbst werde sich beruflich zwar nicht mehr mit Bitcoin, aber immerhin mit der dahinterstehenden Blockchain-Technologie beschäftigen. Als Teil des New-Yorker-Startups R3 will er mit seinen Kollegen ein Bitcoin-ähnliches System für Großbanken entwickeln.

Wer sich für das Startup interessiert, der sollte unseren Artikel „Bitcoin-Blockchain im Finanzwesen: 9 Großbanken planen gemeinsamen Einsatz der Technologie“ lesen.

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5 Antworten
  1. von grep am 15.01.2016 (14:26 Uhr)

    Hallo ...,


    die dazumale Euphorie um Kryptowährungen war riesig, die anfolgenden Skandale noch gewaltiger und jetzt ist das Konzept endgültig gescheitert.

    Viele Menschen hatten Hoffnungen und Geld in Bitcoin investiert und einige beides verlieren müssen.


    Ciao, Sascha.

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    • von Mark Kettler am 15.01.2016 (15:16 Uhr)

      Absolut Richtig, man sollte endlich den Stecker ziehen sonst hören die letzten Fanatiker niemals auf ihr Geld in eine Luftwährung zu investieren. Wie man sieht kann ein Währung ohne staatliche Überwachung nicht funktionieren.

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      • von Simon am 15.01.2016 (15:55 Uhr)

        Das stimmt ja mal nun mal gar nicht. Der Staat muss sich doch selbst Geld bei jemand anderem leihen und dafür Zinsen zahlen, die nicht mit erschaffen werden. Das wird ja auch immer als feature betont, dass die Zentralbank "unabhängig" ist. Eigentlich ist es ein Bug, da sich die Monetative eben nicht mehr unter demokratischer Kontrolle befindet.

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    • von tim.tutes am 15.01.2016 (19:49 Uhr)

      Und diese "Sicherheit" beziehst du aus Aussagen eines frustrierten Entwicklers? Ist das dein Ernst? Aus dem, was er sagt, läßt sich eher eine gehörige Portion Frust, Trotz und gekränkte Eitelkeit erkennen. Von Nachtreten will ich mal nicht reden.

      Angesichts der immerns steigenden Akzeptanz dieses Zahlungsmittels kann man die angeführten "Argumente" locker weghüsteln.

      Und weiß du warum?
      Darum: Was nicht passt, wird passend gemacht. Wenn nicht von dem einen, dann von dem anderen. Zuviele gewichtige Finger sind bereits in dem Kuchen.

      So einfach können Dinge manchmal sein.

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  2. von Axel Stoll am 15.01.2016 (16:46 Uhr)

    Naja wirklich gute Argumente waren da jetzt nicht bei.
    Für das schnelle bezahlen im Supermarkt war Bitcoin noch nie geeignet, zu keinem Zeitpunkt. Da würde auch die erweiterung der Blocksize auf 1 gigabyte nichts dran ändern. Denn selbst wenn man nur 5min warten muss ist das zu lang.
    Sowas muss man anders lösen. z.b. durch webwallets wie bei coinbase, oder greenbits multisig wallets die dann eine sofortige verbindliche bestätigung senden. oder eben durch guthaben wie z.b. bei Starbucks durch Foldapp/Airbitz.

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