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Bitcoins: Eine digitale Währung auf dem Vormarsch

Der Bitcoin-Markt wächst, die Wechselkurse steigen. Immer mehr widmen sich dem Thema. Plattform- und Shop-Betreiber akzeptieren die Digitalwährung als Zahlungsmittel. Doch erste Analysten prognostizieren die große Blase. Was ist dran am Megatrend?

Bitcoins: Eine digitale Währung auf dem Vormarsch

Kleinere Höhen und Tiefen hat der Wechselkurs des schon mehrfach mitgemacht, doch der kometenhafte Aufstieg der letzten Monate lässt Analysten zweifeln. Sebastien Galy von der Großbank Société Générale erklärt auf N-TV: „Der Chartverlauf entspricht dem klassischen Muster einer aggressiven Spekulationsblase.“ Dies sei kein Zeichen einer zuverlässigen Währung, heißt es weiter. Frühe Investoren und Insider spekulieren hingegen schon länger auf einen deutlichen Kursanstieg. Im November 2012 veröffentlichte der Unternehmensblog des deutschen Bitcoin-Marktplatzes Bitcoin.de „5 Gründe, warum der Bitcoin-Kurs (eigentlich) nur steigen kann“. Ein wesentlicher Argumentationspunkt: die eingebaute Inflationsbremse.

Bitcoins in Theorie und Praxis

Bitcoins werden nicht durch Notenbanken, sondern durch „Mining“ generiert. Hierbei versuchen „Miner“ mit spezieller Hardware und komplizierten Berechnungen einzelne Bitcoin-Blöcke zu erwirtschaften. Alle zehn Minuten kommt ein weiterer Bitcoin-Block in Umlauf, der eine festgelegte Anzahl an Bitcoins enthält. Die Gesamtmenge aller je erhältlichen Bitcoins beträgt 21 Millionen. Sie ist Prognosen zufolge im Jahr 2130 erreicht. Bis dahin sinkt die Menge der Bitcoins pro Block in regelmäßigen Abständen – zuletzt am 28. November 2012.

Der 28.11.2012 war zugleich das „Bergfest" des Bitcoin-Mining. Seit diesem Tag sind mehr als die Hälfte aller je erhältlichen Bitcoins im Umlauf. Der Ertrag erfolgreicher Miner  halbierte sich von ehemals 50 Bitcoins auf 25 Bitcoins pro Block. Und er sinkt weiter, wie das oben stehende Video zeigt. Um trotz kleiner Erträge pro Bitcoin-Block und einer wachsenden Anzahl an Minern Gewinne zu erwirtschaften, ist bessere Hardware nötig. Sie wird von hochspezialisierte Unternehmen wie Butterflylabs entwickelt und vertrieben – zum Teil für mehrere tausend US-Dollar.

Bitcoins: Weltweite Akzeptanz unter Online-Shops und -Plattformen wächst

Auch die Unterstützung der und -Plattformen nimmt weiter zu: Am vergangenen Donnerstag verkündete 9flats, man akzeptiere als Zahlungsmittel in Zukunft auch Bitcoins. Prominente Vorreiter des Airbnb-Klons waren WordPress, Reddit und der Umweltverband BUND. Sie profiteren von der zahlungskräftigen Community und der Expertise spezialisierter Startups.

BitPay ermöglicht Online-Händlern die Bezahlung mit BitCoins.

Der Zahlungsdienstleister BitPay ist Vorreiter auf diesem Markt. Er positioniert sich mit Unterstützung von Investoren als das Paypal der Bitcoins. BitPays Softwarelösung und Erweiterungen für Plattformen wie WordPress, Magento und WooCommerce erleichtern Online-Händlern die Integration. Weitere Startups in diesem Umfeld heißen Coinlab und Coinbase.

Was bringt die Zukunft der Bitcoins?

Das Interesse der Anleger wächst – was nicht zuletzt die steigenden Wechselkurse beweisen. Innerhalb von rund drei Monaten stieg der Kurs pro Bitcoin auf nunmehr knapp 190 US-Dollar. Ob das Wachstum weiterhin bestehen bleibt oder in einer Blase endet, lässt sich nur spekulieren. Als Gegenmodell der weltweiten Finanzwirtschaft, die vor allem in Europa durch immer neue Zahlungskrisen an Vertrauen einbüßt, übernimmt die Ditalwährung eine ernstzunehmende Rolle. Es bleibt deshalb zu hoffen, dass Webdiensten wie 9flats und WordPress, Startups wie BitPay und Coinlab sowie Anlegern weltweit das Platzen der Bitcoin-Blase erspart bleibt – den Analysten internationaler Großbanken zum Trotz.

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2 Antworten
  1. von Olaf Barheine am 09.04.2013 (09:40 Uhr)

    Anleger oder Spekulanten? Ich bin gespannt, wann die Spekulationsblase mit einem lauten Knall platzen wird. Die letzten beißen die Hunde.

    Gesund ist das nicht, sondern hoch riskant und reine Zockerei:

    http://bitcoincharts.com/charts/mtgoxUSD#rg360ztgSzm1g10zm2g25zv

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  2. von Daniel am 10.04.2013 (02:09 Uhr)

    Hallo,

    Dummie sagt:

    "Bringt euer Geld in Sicherheit und kauft Tulpenzwiebeln."
    ___________________________________________________________

    In den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts steigerten
    sich die Preise für Tulpenzwiebeln auf ein
    vergleichsweise sehr hohes Niveau, bevor der
    Markt zu Beginn des Februars 1637 abrupt einbrach.

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenmanie
    ___________________________________________________________

    Daniel :-)

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