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Erste Schritte für Bitcoin-Einsteiger

    Erste Schritte für Bitcoin-Einsteiger
Bitcoins sind in aller Munde. (Foto: Jonathan Waller / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Bitcoins sind im Kommen, und die Internet-Währung bietet durchaus Vorteile gegenüber anderen Zahlungssystemen. Doch wie steigt man ohne Risiko in die faszinierende Bitcoin-Welt ein?

Schnell, einfach und sicher Geld ohne teure Gebühren über den ganzen Globus überweisen, und das völlig anonym: Das und noch viel mehr bieten Bitcoins, die Währung des Internet-Zeitalters. Nach einem verhaltenen Beginn und einer ersten Spekulationsblase 2011 wurde es um Bitcoin erst einmal ruhig. Doch inzwischen nehmen immer mehr Internetfirmen die Währung an. Hier wird möglichst ohne Fachbegriffe auch für Bitcoin-Anfänger verständlich erklärt, wie man in die Bitcoin-Welt ohne Risiko einsteigt und schon heute von ihr profitieren kann.

Bitcoins im Aufwärtstrend. (Foto: ulifunke.com / bitcoin.de)
Bitcoins im Aufwärtstrend. (Bild: ulifunke.com / bitcoin.de)

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist eine reine Internet-Währung, die unter anderem als einfaches und günstiges System für Überweisungen, als Spar- und Wertaufbewahrungsmittel und als Zahlungssystem für Online-Händler verwendet werden kann. Sie basiert auf einem dezentralen Netzwerk von Computern, die über das Internet zusammenarbeiten und untereinander Transaktionen austauschen. Die Übertragung erfolgt verschlüsselt und damit sicher.

Keine Bank oder ein andere Unternehmen, sondern eine weltweite Community von über 100.000 Nutzern ohne Chef oder zentrale Kontrollstelle steht hinter Bitcoin. Das Geldsystem ist zudem so ausgelegt, dass keine Inflation – also kein unkontrolliertes "Gelddrucken" – möglich ist: Nur 21 Millionen Bitcoins werden das Licht der Welt erblicken. Bei steigenden Nutzerzahlen ist es daher sehr wahrscheinlich, dass die bisher bereits im Aufwärtstrend befindlichen Kurse weiter steigen. Daher sollen auch schon einige Sparer, die Angst um einen Preisverfall der heutigen Fiat-Währungen wie Euro oder Dollar haben, ihr Auge auf Bitcoin geworfen haben.

Wer an den Details des Bitcoin-Systems interessiert ist, findet in diesem Artikel eine Erklärung, die auch für Laien verständlich sein sollte.

Die Vorteile von Bitcoins

Bitcoin ist ein universelles, dezentrales Zahlungsmittel. Es behebt zahlreiche Nachteile, die Online-Banking auf der einen Seite und die heutigen Zahlungssysteme im Internet wie Paypal auf der anderen Seite aufweisen.

  • Bitcoin ist einfach von jedem beliebigen Rechner aus zu nutzen
  • Das System ist uneingeschränkt weltweit verfügbar
  • Die Gebühren für Transaktionen sind minimal (meist unter 1 Euro-Cent oder ganz kostenlos)
  • Bitcoin ist durch eine Beschränkung der "Geldmenge" vor Inflation geschützt und weist somit ähnliche Eigenschaften wie Gold oder Silber auf
  • Die Überweisungen sind anonym wie bei Bargeld
  • Dennoch können Transaktionen zurückverfolgt werden, um z.B. Betrug aufzudecken
  • Jeder kann Bitcoin verwenden, es gibt keine Kreditwürdigkeitsprüfung, SCHUFA oder Ähnliches, es genügt die Installation eines Programms auf dem Computer oder die Anmeldung bei einem Online-Service
  • Auch von Smartphones aus benutzbar, somit kann auch im Laden gezahlt werden
  • Wird von immer mehr Online-Shops und Dienstleistern angenommen
  • Den Behörden ist Bitcoin inzwischen bekannt, es bleibt dennoch legal (anders als bei anderen Internet-Währungen)
  • Selbst wenn in irgend einem Land Gesetze gegen Bitcoin verabschiedet werden sollten, kann damit die Währung selbst nicht unterbunden werden
  • Mit "Casascius Coins" gibt es auch eine Variante mit "physischen" Münzen
  • Kauf von Bitcoins ist einfach per (kostenlose) SEPA-Überweisung an eine Tauschbörse möglich

Die Nachteile

Natürlich hat Bitcoin noch einige Nachteile. Insbesondere sollte man beachten, dass das Bitcoin-System noch recht experimentell aufgebaut ist.

  • Der Kurs des Bitcoins schwankt noch recht stark. Man sollte also nicht alle Ersparnisse in Bitcoin investieren, wenn man noch nicht mit dem System vertraut ist. Andererseits kann man bei richtigem Vorgehen spekulative Gewinne machen.
  • Noch ist die Anzahl der Bitcoin akzeptierenden Shops und Dienstleister begrenzt. Es werden aber immer mehr.
  • Die sichere Aufbewahrung der Bitcoins auf dem eigenen PC ist nicht trivial und benötigt Wissen über Computersicherheit und einen virenfreien Rechner. Deshalb wird Anfängern empfohlen, zuerst einen vertrauenswürdigen Online-Service zur Aufbewahrung des Guthabens zu nutzen und mit kleinen Beträgen zu beginnen, bis man mit dem System vertraut ist.
  • Ab und zu kommt es noch zu Softwarefehlern. Zwar war dabei bisher kein normales Guthaben von Nutzern betroffen, Bitcoin bleibt jedoch ein experimentelles System. Auch deshalb sollte man noch auf keinen Fall sein ganzes Geld umtauschen!

Wenn man sich bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu Herzen nimmt, die in den nächsten Abschnitten beschrieben werden, kann man mit Bitcoin jedoch ähnlich sicher oder gar sicherer (da z.B. Phishing nur bei sehr unvorsichtiger Nutzung von Onlinediensten möglich ist) wie beim Online-Banking zahlen und handeln. Das Bitcoin-System wird außerdem mit jedem neuen Nutzer robuster und zuverlässiger.

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Bitcoin ist vielleicht nicht die Lösung - Aber ein möglicher Ansatz, der auch die Privatsphäre schützen könnte. (Bild: © santiago silver – Fotolia.com)

Wie fange ich an?

Nun zum Hauptteil unseres Tutorials für Bitcoin-Einsteiger.

Da Bitcoin vollkommen digital ist, wird es mit Hilfe von einer Software genutzt. Diese Software läuft entweder auf dem eigenen PC oder als Online-Dienstleistung auf einem Server im Internet. Die "Bitcoins", also das eigene Guthaben, sind dabei im Netzwerk selbst gespeichert. Der Zugriff erfolgt über einen streng geheimen, privaten Schlüssel. Hierbei handelt es sich um eine beliebige, recht lange Zeichenkombination, die quasi als "Passwort" funktioniert, ähnlich wie die PIN am Geldautomat. Mit Hilfe dieses Schlüssels identifiziert sich der Nutzer im Netzwerk und hat damit Zugriff auf das Bitcoin-Guthaben. Der Schlüssel wird von der Software automatisch generiert.

Zunächst sollte man sich genau überlegen, wie man die Bitcoins, genauer gesagt den Schlüssel, aufbewahren möchte. Es bieten sich folgende Methoden an.

  • Die Standardmethode ist die Speicherung auf dem eigenen Rechner mit Hilfe einer so genannten "Wallet"-Datei. Dies ist die elektronische Geldbörse, die den geheimen Schlüssel enthält. Für diesen Zweck muss man einen Bitcoin-Client installieren. Auf bitcoin.org kann man die gebräuchlichsten Softwareprogramme (darunter der Original-Bitcoin-Client, das einfache und schlanke Electrum oder das Profi-Programm Armory) herunterladen. Der Nachteil der Methode ist, dass man für eine sichere Aufbewahrung sorgen muss, was bedeutet, dass man sich mit Verschlüsselung befassen sollte. Denn wer Zugriff auf den Schlüssel bekommt, hat Zugriff auf alle Bitcoins und kann das "Konto" leerräumen! Ein guter Ort, um diese Datei zu speichern, ist beispielsweise ein (virenfreier!) USB-Stick, den man an einem sicheren Ort aufbewahrt. Auch Sicherheitskopien der Datei sind jederzeit möglich, nur dürfen diese nicht in die Hände von Unbefugten geraten.
  •  Eine zweite Methode ist das Speichern auf einem Online-Konto oder Online-Wallet. Viele Tauschbörsen wie MtGox oder Bitcoin-Central bieten diese Möglichkeit an. Bitcoin-Einsteigern ohne IT-Kenntnissen wird diese Methode empfohlen. Man sollte aber auf jeden Fall einen vertrauenswürdigen Dienst wie die beiden genannten Anbieter wählen, nicht eine beliebige Website. Ein Vorteil: Man benötigt keine besondere Software, alles passiert im Browser. Der Nachteil: Es gab in der Vergangenheit auch bei großen Börsen Fälle, in denen Konten gehackt und leergeräumt wurden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit inzwischen bei den großen Anbietern dank immer besserer Sicherheitsvorkehrungen äußerst niedrig ist.
  • Die Profi-Methode: Der geheime Schlüssel kann auch auf einem Papier notiert werden und dann z.B. im Safe eingeschlossen werden. Diese Methode nennt man Paperwallet. Ganz Intelligente merken sich den Schlüssel im Kopf mittels einer Eselsbrücke - diese Methode namens „Brainwallet“ mutet zwar bizarr an, ist aber die wohl sicherste und hat viele Anhänger.

Hat man sich einmal für eine Methode entschieden, so kommt es zur nächsten Frage: Wie komme ich an die begehrten Bitcoins?

Bitcoins erwerben: Exchanges und Privat-Handelsplattformen

Für Bitcoin-Anfänger gibt es zwei große Möglichkeiten, an Bitcoins heranzukommen: Exchanges und Privat-Handelsplattformen.

Exchanges sind Börsen, bei denen man normale Währungen wie Euro oder US-Dollar in Bitcoins umtauschen kann. Die größte von ihnen ist der japanische Anbieter MtGox, daneben sind das slowenische Bitstamp und das französische Bitcoin-Central zu nennen. Die Funktionsweise ist bei allen Börsen gleich. Man platziert eine Order mit dem Preis, den man für eine Bitcoin zu zahlen bereit ist, und wartet, bis ein Verkäufer zu diesem Preis die Bitcoins verkauft. Bei schlechten Angeboten kann es natürlich auch vorkommen, dass der Handel nicht zustande kommt. Oft ist auch ein Sofortkauf zum Marktpreis möglich. Will man die Bitcoins wieder verkaufen, verfährt man genau umgekehrt und gibt den gewünschten Verkaufspreis ein. Die Aufladung des Kontos bei dieser Börse erfolgt am besten per Überweisung, wobei Bitstamp und Bitcoin-Central keine Gebühren für SEPA-Überweisungen (Überweisungen aus Ländern in der EU) erheben.

Privat-Handelsplattformen dagegen funktionieren als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer, überlassen jedoch die Art der Transaktion den Nutzern. Sie funktionieren ähnlich wie Auktionshäuser á la Ebay, nur dass das angebotene Produkt Bitcoins sind. Hier ist im deutschen Raum vor allem bitcoin.de zu nennen, ein großer internationaler Anbieter ist LocalBitcoins.com. Käufer und Verkäufer tragen hier ein gewisses Risiko, besonders bei unbekannten Handelspartnern, dafür werden oft keine Gebühren erhoben.

Durch geschicktes Kaufen und Verkaufen kann man wie mit jedem anderen Finanzinstrument auch spekulieren und dabei durchaus auch Geld verdienen.

Eine weitere Möglichkeit, die jedoch für Privatleute und besonders Bitcoin-Anfänger meist irrelevant ist, ist das sogenannte "Mining". Personen, die Rechenleistung für das Bitcoin-System zur Verfügung stellen, werden mit Bitcoins belohnt. Wegen der großen Konkurrenz lohnt sich dies jedoch nur mit Highend-Grafikkarten oder mit eigens designten Schaltkreisen, sogenannten ASICs.

In einem eigenen Artikel wird erklärt, wie und wo man am besten Bitcoins kaufen kann. Dabei werden unter anderem die großen Tauschbörsen vorgestellt.

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2 Reaktionen
1122
1122

Danke.
Noch besser wäre für den völligen Verzicht auf's Zocken und Spekulieren zu werben.

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Horst
Horst

Ein Lektorat würde euren Artikeln gelegentlich nicht schaden.

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