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Bitkom-Präsident: „Ich garantiere Ihnen – Blockchain wird in jedem Unternehmen wichtig“

Bitkom-Präsident Achim Berg. (Foto: dpa)

Die deutsche Digitalwirtschaft stellt unter deutschen Unternehmen viel Optimismus bei der Digitalisierung fest. Viele glauben an die Zukunft der Blockchain – doch nur wenige setzen sie ein oder planen das.

Zum Start der Hub Conference in Berlin hat der Bitkom, Branchenverband der Digitalwirtschaft in Deutschland, eine umfassende Befragung deutscher Unternehmen zum Stand der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft vorgestellt. Dazu wurden 505 deutsche Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt. „Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gesamtwirtschaft“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg in Berlin.

Demnach sehen einerseits zwar 86 Prozent der befragten Unternehmen vor allem Chancen und nur 13 Prozent Risiken – andererseits zeigt die Umfrage aber auch den Anpassungsdruck der Wirtschaft. 35 Prozent geben an, dass sie Schwierigkeiten haben die Digitalisierung zu bewältigen, 25 Prozent sehen sogar die Existenz ihres Unternehmens gefährdet.

„Die Digitalisierung wartet nicht auf Deutschland.“

Die digitale Transformation hat auch schon ganz konkrete Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der meisten Unternehmen: 44 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie bereits neue Produkte und Dienstleistungen durch die Digitalisierung anbieten, 62 Prozent haben bestehende Produkte angepasst und 31 Prozent Produkte oder Dienstleistungen vom Markt genommen.

Bitkom: Big Data ist das Top-Thema der deutschen Wirtschaft

Besorgniserregend ist, dass immerhin 28 Prozent der Unternehmen angeben, keine Digitalstrategie zu haben. Ein eigenes Team beziehungsweise eine organisatorische Einheit, die sich ausschließlich mit Digitalisierung beschäftigt, haben nur 21 Prozent der Unternehmen – Unternehmen ab 500 Mitarbeitern allerdings zu 54 Prozent. Digitalisierung als Chefsache ist immer noch eine Ausnahme: Nur zehn Prozent der Unternehmen haben einen eigenen Chief-Digital-Officer (CDO) oder Leiter der Digitalisierung, was etwas anderes als ein IT-Leiter oder CIO ist, wie der Bitkom betont. Bei Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es immerhin 27 Prozent.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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Bei den neuen Technologien spielt Big Data die Hauptrolle in deutschen Unternehmen. 69 Prozent – so viel wie bei keiner anderen Technologie – sind davon überzeugt, dass Big Data für die künftige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen eine bedeutende Rolle spielt, 51 Prozent setzen die Technologie ein oder planen das konkret. Als Big Data werden große unstrukturierte Daten bezeichnet, wie sie zunehmend durch Sensoren und die Digitalisierung sämtlicher Prozesse anfallen. Insgesamt gebe es in der deutschen Wirtschaft „kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem“ bei der Digitalisierung, sagte Bitkom-Präsident Berg.

Weitere Technologien, denen die deutsche Wirtschaft wichtige Zukunftschancen einräumt, sind Internet of Things (66 Prozent gehen von einer großen Bedeutung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen aus), Robotik (63 Prozent), 3D-Druck (57 Prozent), Blockchain (55 Prozent), Virtual und Augmented Reality (52 Prozent) und künstliche Intelligenz (49 Prozent).

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Deutsche Wirtschaft glaubt an Blockchain, setzt sie aber nicht ein

Gerade beim Thema Blockchain, mittels kryptografischer Algorithmen abgesicherte verteilte Datenbanken wie sie auch bei Kryptowährungen wie Bitcoin eingesetzt werden, klafft die Lücke zwischen erwarteten Auswirkungen und praktischem Einsatz der deutschen Wirtschaft besonders stark auseinander. Auch wenn 55 Prozent an eine große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in der Zukunft glauben, verfolgen oder planen nur zwei Prozent der befragten Unternehmen konkrete Blockchain-Projekte – weniger als bei jeder anderen Technologie in der Befragung.

„Ich garantiere Ihnen: Blockchain wird irgendwann für jedes Unternehmen wichtig sein“, kommentierte Bitkom-Präsident Berg das Ergebnis. „Für die Logistik ist Blockchain die perfekte Technologie“, sagte Berg. „Der Warenfluss schreit nach der Blockchain, mit der der Weg einer Ware genau festgehalten werden kann.“ Auch in der Energiewirtschaft und bei der Elektromobilität sieht Berg große Chancen. „Warum nicht mit der Blockchain-Technologie das Bezahlen an E-Tankstellen ermöglichen? Mir fällt nicht viel ein, wo die Blockchain keine Rollen spielen wird“, sagte der Bitkom-Präsident.

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Beim Einsatz der Blockchain in der Energiewirtschaft könnten sich die Versorger allerdings langfristig überflüssig machen. „Wenn sie Blockchain zu Ende denken, ist genau das die Frage: Brauchen Sie noch Mittler?“, so Berg. Den Anstaz, sich selbst überflüssig zu machen, also selbst Auslöser der Disruption zu sein, hält er allerdings für richtig. „In der Logik der Blockchain gibt es keinen Dritten mehr, die Energie geht direkt vom Erzeuger zum Nutzer.“

Bitkom fordert Investitionen in Digitalisierung

Kritisch äußerte sich Berg zum Abbruch der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU, Grünen und FDP. Aus Sicht des Bitkom solle eine neue Regierungsbildung nun vor allem schnell gehen. „Die Digitalisierung wartet nicht auf Deutschland.“ Angesichts der sprudelnden Steuereinnahmen fordert der Branchenverband Investitionen in digitale Bildung, Infrastruktur und Forschung zur künstlichen Intelligenz. „Es werden immer noch Kohlekumpel ausgebildet, obwohl klar ist, dass wir aus der Kohle aussteigen“, sagte Berg.

85 Prozent der deutschen Unternehmen forderten, dass Digitalisierung das Top-Thema der kommenden Bundesregierung sein müsse – mehr als bei jedem anderen Thema. Dabei gehe es nicht um das „Klein-klein wie wir es bei den Sondierungsgesprächen zuletzt gehört haben“, sagte Berg. „Es geht um die Vision. Wo ist unser Platz in der digitalen Welt?“

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