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Bittorrent Live – Das Ende des klassischen Fernsehens?

Bittorrent Live – Das Ende des klassischen Fernsehens?

Bram Cohen, Erfinder des Peer-to-Peer-Netzwerks Bittorrent, hat im Zuge der San Francisco MusicTech Summit sein neues Projekt „Bittorrent Live“ vorgestellt. Sein Ziel: Er möchte mithilfe eines für Betreiber kostengünstigen Dienstes Millionen Internet-Nutzer mit Livestreaming-Angeboten erreichen. 

Bittorrent Live – Das Ende des klassischen Fernsehens?

Bittorrent Live - Dezentraler Video-Streaming-Service

Sieht man sich die aktuellen Streaming-Modelle an, funktionieren sie so, dass Content von einem zentralen Hostingservice aus, an alle Empfänger verteilt wird. Diese Art der Bereitstellung erfordert eine kostenintensive Infrastruktur, damit der Content von allen Usern in guter Qualität und vor allem ohne Verbindungsabbrüche empfangen werden kann. Dies können sich nur große Institutionen leisten. Cohens Streaming-Service will diese Art der Content-Verteilung ändern, was auf der Kostenseite besonders den Content-Anbietern zugute kommt, Konsumenten auf der anderen Seite, kann so ein breiteres Spektrum an Unterhaltung geboten werden.

Für Live fallen keine hohen Kosten für die Infrastruktur an, denn Bittorrent Live basiert auf dem Peer-to-Peer-Modell, auf das auch das bekannte Torrent-Konzept aufsetzt. Auf diese Weise werden Daten nicht von zentraler Stelle an alle anderen distribuiert, sondern alle verbundenen Teilnehmer streamen den Content auch von ihren Rechnern, indem sie einen Teil ihrer Internet-Bandbreite für die Verteilung des Contents hergeben. Um Bittorrent Live zu nutzen, installiert man sich auf seinem Rechner (Windows, Mac oder Linux) einen kleinen Client, der einerseits die Eintrittskarte für den Stream ist, andererseits wird Bittorrent Live-Stream an andere weiter verteilt.

Laut Cohen reduziert sich die erforderliche Streaming-Bandbreite des Content-Anbieters um 99 Prozent im Vergleich zum zentralen Content Distributions-Netzwerk, dennoch können Millionen Nutzer zeitgleich mit einer Latenzzeit von 5 Sekunden auf den Stream zugreifen. Auf diesem Weg wird die erforderliche Bandbreite Seitens des Contentanbieters geringer und erschwinglicher - nahezu jeder User könnte mit Bittorrent Live einen günstigen und qualitativ guten Stream anbieten. Laut Cohen ist die Nutzung von BT Live für Content-Anbieter kostenlos. Falls der Anbieter Werbung einblenden möchte fällt eine geringe Lizenzgebühr an.

bittorrent live
Bittorrent Live - Während der Beta-Test gibt es Live Musik (Bild: Bittorrent Live)

Mit Bittorrent Live Millionen erreichen

Bittorrent Live befindet sich zurzeit noch in der Beta-Phase, an der jeder Nutzer teilnehmen kann, sofern er sich den Client auf seinem Rechner installiert hat. Cohen streamt im Augenblick wöchentlich Live Musik über das Netzwerk, um den Dienst ausgiebig zu testen. In Zukunft soll es neben Musik-Events auch beispielsweise dazu dienen Video-Konferenzen zu halten, Livestreams von Video-Games anzubieten oder Sportveranstaltungen und dergleichen zu übertragen.

Setzt sich diese kostensparende Technologie durch, können bald nicht nur große Institutionen ihren Content im Livestream anbieten, sondern auch Seiten wie Netflix und Hulu, die zurzeit nur in den USA und England nutzbar sind, könnten ihre Filme günstig über dieses P2P-Netzwerk schieben. Darüber hinaus dürften die beiden Livestreaming-Seite Ustream und Livestream mit Bittorrent Live die Qualität ihrer Streams erhöhen und zugleich einer größeren Masse an Nutzern bereitstellen.

Im Laufe der Vorstellung des Dienstes auf der SF MusicTech scherzte Cohen:„My goal here is to kill off television.” Angesichts des Trends Filme und dergleichen im Internet zu sehen, dürfte er mit Bittorrent Live zumindest einen Nerv getroffen haben.

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4 Antworten
  1. von Meister Pumuckel am 14.02.2012 (17:45 Uhr)

    p2p-TV gibt es doch schon: http://www.schoener-fernsehen.com..da kann auch jeder eigene streams hinzufügen----

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  2. von Michael am 14.02.2012 (17:58 Uhr)

    Schätze, das wird allen Produzenten bzw. Publishern mit Firmensitz in Deutschland in Bezug auf prohibitive Markteintrittskosten nur bedingt weiter helfen. Meinem Kenntnisstand nach braucht man in Deutschland immer noch eine Rundfunk-Lizenz um Livestreams mit mehr als 500 Zuschauern bereitstellen zu dürfen. Entsprechend ergibt sich für deutsche Produzenten bei den aufgezeigten Entwicklungen eher ein Nachteil im Wettbewerb mit ausländischen Produzenten / Publishern. Da ausländische Wettbewerber nun noch weitaus einfacher und günstiger streamen können, ohne dass die deutschen Konkurrenten das Verfahren auch nutzen könnten.

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  3. von cephei am 14.02.2012 (20:25 Uhr)

    Ist das eine antwort an die typen, die megaupload vom netz genommen haben? Politiker sind einfach zu langsam.bis acta durch ist, hat sich das web längst angepasst.

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  4. von Andreas Floemer am 15.02.2012 (09:25 Uhr)

    @michael: vermutlich hast du mit deinem argument nicht ganz unrecht. Wie die rechtliche Seite ausschaut, kann aber ich leider nicht beantworten.

    @cephei: Mit megaupload hat die angelegenheit nichts zu tun.

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