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Elektroschocks, High-Five-Maschinen und Hyperraum-Energie: Die 7 bizarrsten Patentanträge

Schräge Patente gibt es so einige. Eine Auswahl der merkwürdigsten Erfindungen findet ihr in diesem Artikel.

Elektroschocks, High-Five-Maschinen und Hyperraum-Energie: Die 7 bizarrsten Patentanträge

Ein Patent ist in letzter Konsequenz ein Tauschhandel zwischen Erfindern und der Gesellschaft. Um Anreize für Erfindungen zu schaffen, bietet ein Patent den entsprechenden Rechtsschutz, der dafür sorgt, dass der Erfinder alleine bestimmen kann, wer seine Entwicklung nutzen darf und wer nicht. Für den Erfinder entsteht somit ein finanzieller Anreiz. Die Gesellschaft wiederum bekommt eine detaillierte Erklärung der Erfindung in Form des Patentantrages, die nach Ablauf des Patentschutzes weitere Erfindungen auf Basis des Patents ermöglichen soll. So zumindest die Theorie. Ob das Patentrecht tatsächlich zu mehr technischem Fortschritt führt oder sogar das Gegenteil bewirkt, wird kontrovers diskutiert.

Dabei soll es an dieser Stelle aber nicht gehen. Uns interessiert in diesem Zusammenhang, was sich Menschen tatsächlich patentieren lassen. Ein kurzer Blick auf die folgende Liste dürfte genügen, um festzustellen, dass nicht jeder Patentantrag einen wirklichen Beitrag zum technologischen Fortschritt liefert, oder überhaupt Sinn macht. Für euch haben wir die 7 merkwürdigsten Patentanträge herausgesucht.

Patent will Videospiele mit Elektroschocks spannender machen

Jup, sieht nach Spaß aus. (Bild: US-Patentamt)
Jup, sieht nach Spaß aus. (Bild: US-Patentamt)

Die amerikanischen Erfinder Allen und Harrison haben 1983 eine zumindest fragwürdige Methode entwickelt, um Videospiele noch unterhaltsamer zu machen. In ihrem Patentantrag beschreiben sie detailliert, warum Pac-Man zu langweilig ist und warum es doch viel mehr Spaß machen würde, wenn man ab und an einen Stromschlag bekäme. Leider war die Idee vermutlich keine Eigenleistung von Allen und Harrison, denn im selben Jahr gab es einen Spielautomat mit einer ähnlichen Funktion in dem James-Bond-Film „Sag niemals nie“ zu sehen.

Endlich mehr Platz auf dem Schreibtisch – Drucker/Maus-Hybrid von Casio

Casio-Patent: Praktisch für Einkaufszettel und ... (Bild: US-Patentamt)
Casio-Patent: Praktisch für Einkaufszettel und ... (Bild: US-Patentamt)

Bei Casio hatte 2001 wohl jemand einen Geistesblitz. Was hatte zumindest damals jeder auf seinem Schreibtisch? Genau, eine Maus und einen Drucker. Dabei wäre es viel platzsparender, wenn man beide kombiniert. Gut, mehr als einen Einkaufszettel könnte man mit einem so kleinen Drucker wohl kaum ausdrucken, aber immerhin. Wobei die Idee gar nicht mal mehr so merkwürdig anmutet, wenn man bedenkt, dass der Little Printer von Berg tatsächlich Käufer gefunden hat. Wobei das Gerät der Designschmiede immerhin nett aussieht.

Liest jemand wirklich die Patentanträge durch? Nein? Und der Erfinder selbst?

Patenantrag? tl;dr! (Bild: Pierre Vignau / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Patenantrag? tl;dr! (Bild: Pierre Vignau / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Nicht jedes Patent ist aufgrund der eigentlichen Erfindung bizarr. Ein Patentantrag von 2003 beispielsweise wird erst bei genauer Betrachtung dazu. Gut versteckt im Text findet sich die folgende Passage:

„9. The method of providing user interface displays in an image forming apparatus which is really a bogus claim included amongst real claims, and which should be removed before filing; wherein the claim is included to determine if the inventor actually read the claims and the inventor should instruct the attorneys to remove the claim.“

Es wurde also offenkundig ein fingierter Eintrag zwischen echten Einträgen versteckt, um zu sehen, ob der Erfinder seinen Patentantrag überhaupt liest. Dieser Eintrag soll, so der Text, vor dem Einreichen entfernt werden, sofern der Erfinder ihn bemerkt und seine Anwälte dazu auffordert. Offenkundig ist das allerdings nicht geschehen.

Die High-Five-Maschine

Patent: High-Five-Maschine für alle die lieber nur sich selbst ein High-Five geben wollen. (Bild: US-Patentamt)
Patent: High-Five-Maschine für alle die lieber nur sich selbst ein High-Five geben wollen. (Bild: US-Patentamt)

Man kennt das, man sitzt alleine auf der Couch herum und würde gerne unbedingt jemandem ein High-Five geben. Glücklicherweise hat der Amerikaner Albert Cohen bereits 1993 eine Lösung für das Problem gefunden. Die Antwort auf das drängende Problem? Die High-Five-Maschine! Das Gerät macht übrigens genau was man erwarten würde. Ein künstlicher Arm kann für ein High-Five genutzt werden. Cohen sieht laut Patentantrag vor allem bei Sportübertragungen im Fernsehen einen hohen Nutzen. Also, sofern man alleine schaut, und die Idee einfach die andere Hand dafür zu verwenden als lächerlich erachtet.

Wenn ;-) zu aufwendig ist

Patent: Tastatur für alle die keine Zeit für Sonderzeichenkombinationen haben. (Bild: US-Patentamt)
Patent: Tastatur für alle die keine Zeit für Sonderzeichenkombinationen haben. (Bild: US-Patentamt)

Ja, Emoticons sind toll. Aber wer hat schon die Zeit die ganzen komplizierten Tastaturkombinationen auswendig zu lernen. Zeit ist Geld, auch wenn es darum geht, die eigenen Gefühle in der Form von ASCII-Zeichen auszudrücken. Dank des glorreichen Erfinders Steve Miller müsste es aber nicht so sein. Sein Emoticon-Keyboard bietet ein zusätzliches Feld, um einfach und effektiv Smileys in die eigene Korrespondenz einzubinden. Ob eine solche Tatstatur allerdings je hergestellt wurde, ist mir unbekannt.

Dank diesem Windows-Programm kann man durch Wände gehen

Laut Patentantrag benötigt man nur das entsprechende Programm, einen Drucker und etwas Zeit. (Bild: US-Patentamt)
Laut Patentantrag benötigt man nur das entsprechende Programm, einen Drucker und etwas Zeit. (Bild: US-Patentamt)

Ich gebe zu, der Patentantrag verwirrt mich. Hauptsächlich vermutlich, weil er sich wie eine Mischung aus Esoterikgebrabbel und Mathematikvorlesung liest. Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen. Immerhin will der Erfinder eine Möglichkeit gefunden haben, mit der man durch feste Objekte wie geschlossene Türen oder Wände gehen kann. Das hat wohl etwas damit zu tun, dass Menschen Hyperraum-Energie-Wesen sind oder so ähnlich. Auf jeden Fall kann man, so die Meinung des Erfinders, durchaus trainieren, durch Wände zu gehen. Die notwendigen Berechnungen nimmt ein Programm vor. Klingt gut, wenn also jemand weiß, wo man die Software bestellt, sagt bescheid.

Patent will Scheidungsrate vermindern

Klingt gut in meinen Ohren. (Bild: US-Patentamt)
Klingt gut in meinen Ohren. (Bild: US-Patentamt)

Kommen wir zu etwas wirklich Hilfreichem, der Rettung von Beziehungen. Der Erfinder Richard Feller bemerkt zurecht, dass viele Beziehungen in die Brüche gehen, weil die Partner einfach nicht genug miteinander reden. Dank modernster Computertechnik sollen sich also beispielsweise Ehepartner über ein Thema unterhalten, das eine intellektuelle wie auch emotionale Komponente hat. Anschließend können die Gespräche auch bewertet werden. Irgendwie komisch, dass bisher niemand auf die Idee gekommen ist.

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