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Startups

„Uber ist keine Konkurrenz“ – BlaBlaCar-Gründer Nicolas Brusson im Interview [DLD16]

    „Uber ist keine Konkurrenz“ – BlaBlaCar-Gründer Nicolas Brusson im Interview [DLD16]

(Foto: BlaBlaCar)

Die Mitfahrzentrale BlaBlaCar ist eine europäische Startup-Erfolgsgeschichte. Doch die Konkurrenz auf dem Markt wächst. Wir haben Gründer Nicolas Brusson und Deutschland-Chef Olivier Bremer auf der DLD in München getroffen und mit ihnen über neue Ideen, Uber und den amerikanischen Markt gesprochen.

BlaBlaCar Gründer Brusson: „Einen direkten Wettbewerber sehen wir im Moment nicht“

(Foto: BlaBlaCar)
(Foto: BlaBlaCar)

t3n.de: Oliver Samwer hat am Sonntag auf der DLD gesagt, Tesla hätte auch in München erfunden werden können, hätte aber keine Finanzierung bekommen – die alte Kritik am europäischen Startup-Ökosystem. Würdet ihr ihm Recht geben?

Nicolas Brusson: Ja, noch – denn ich glaube, Europa holt auf. Vor zehn oder selbst fünf Jahren war der Gap noch viel größer, das kann man an verschiedenen Statistiken ablesen. Dabei der interessanteste Wert ist für mich, wie viele Branchenführer wir in Europa haben. Nehmen wir Zalando zum Beispiel, ein großartiges Unternehmen, aber kein Branchenführer, das ist Amazon. Spotify hingegen ist einer. Und wenn ich uns anschaue, würde ich auch sagen: Wir sind einer.

t3n.de: Auch ein Branchenführer hat natürlich Konkurrenz. Aber wer ist das in eurem Fall? Uber wohl kaum, oder?

Brusson: Nein, Uber ist keine Konkurrenz. Wir werden das immer wieder gefragt, aber immer nur von Journalisten. Ich glaube aber, kein Nutzer würde das so sehen. Bei uns geht es darum, etwas zu teilen, was man ohnehin tut – eine Fahrt von Berlin nach München zum Beispiel. Uber ist ein On-Demand-Service. Das ist ein fundamentaler Unterschied. Und um ehrlich zu sein: Einen direkten Wettbewerber im Mitfahr-Bereich sehen wir im Moment nicht.

t3n.de: Eine Sache, die Uber auszeichnet, ist, dass sie ihr Produkt laufend um neue Features erweitern, zum Beispiel durch Kooperationen wie mit Spotify. Welche Ideen habt ihr für BlaBlaCar?

Olivier Bremer: Wir sind gerade eine Kooperation mit der Axa eingegangen, aus der vier Produkte entstanden sind, die bei jeder online reservierten und online bezahlten BlaBlaCar-Fahrt inklusive sind. Als erstes bieten wir eine Pannenhilfe an, die zum Beispiel für die Weiterbeförderung oder Unterkunft von Fahrer und Mitfahrern sorgt. Das zweite Produkt ist eine eine Art Unfallversicherung für den Fahrer, die den Versicherungsschutz erhöht. Als Drittes können Mitglieder sich telefonische Rechtsberatung einholen. Und dann launchen wir noch einen ein Lost-and-found-Service für vergessene Produkte.

In Kooperation mit der Axa bietet BlaBlaCar einen erweiterten Versicherungsschutz an. (Grafik: BlaBlaCar)
In Kooperation mit der Axa bietet BlaBlaCar einen erweiterten Versicherungsschutz an. (Grafik: BlaBlaCar)

Brusson: Dazu kommen Ideen wie beispielsweise ein Feature, das dem Fahrer erlaubt zu sehen, wo seine Mitfahrer gerade sind. Gerade wenn man mehrere Menschen mitnehmen will, ist das extrem praktisch. Das Wichtigste dabei ist: Das alles sind nicht nur schöne Zusatzeffekte wie bei der Kooperation von Uber und Spotify, diese Produkte sind wirklich nützlich.

BlaBlaCar: Die größte Konkurrenz sind Menschen, die alleine reisen

„Wir sehen in den USA bisher noch keinen richtigen Markt.“

t3n.de: Der Markt gerade in Deutschland hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Bahn hat Konkurrenz durch Überlandbusse bekommen, bei den Inlandsflügen herrscht ein Preiskampf. Wie geht es BlaBlaCar in diesem Markt?

Brusson: Der Markt ist hart, das stimmt. Aber ich glaube, ein Grund dafür, dass Menschen BlaBlaCar nutzen, ist der Preis. Dazu kommt, dass eine Fahrt mit dem Auto in der Regel schneller ist als mit dem Bus. Und es ist eine sehr soziale Art zu reisen, man verbringt Zeit mit Menschen, kommt ins Gespräch – oder auch nicht. Vor einigen Jahren gab es den Zug, und das wars. Heute gibt es mehr Anbieter und die Menschen fangen an, Preise zu vergleichen, wodurch sie auch neue Produkte entdecken – wie uns. Aber unsere größte Konkurrenz sind immer noch Menschen, die alleine im Auto sitzen und gar nicht auf die Idee kommen, jemanden mitzunehmen.

t3n.de: Um in verschiedenen Ländern erfolgreich zu sein, ist es nicht nur wichtig, den Markt oder die Infrastruktur zu berücksichtigen, sondern auch die Mentalität, die bei einem so sozialen Produkt natürlich eine große Rolle spielt. Wie stellt ihr sicher, dass das klappt?

Brusson: Wir verlassen uns dafür immer auf einheimische Gründer, die oft auch schon ähnliche Dienste in ihrem Land gelauncht haben. Das haben wir in Italien, Mexiko, Russland oder der Ukraine so gemacht – insgesamt in fast der Hälfte der Länder, in denen es uns gibt. Diese Gründer wissen, wie der Markt funktioniert und wie die Leute denken. Und: Diese lokalen Teams entwickeln die Produkte auch individuell für ihre Länder weiter. In Indien zum Beispiel gibt es eine Ausweis-Überprüfung der Fahrer, weil das so oft nachgefragt worden ist. Das wäre in Deutschland undenkbar.

t3n.de: Inzwischen ist BlaBlaCar deutlich über Europa hinaus expandiert. Wären die USA nicht auch interessant für euch?

Brusson: Nein, wir sehen in den USA bisher noch keinen richtigen Markt. Die Preise dort sind völlig anders, die Infrastruktur auch. BlaBlaCar funktioniert am besten in Ländern, in denen der öffentliche Nahverkehr in den Städten gut funktioniert. Das ist in den USA oft aber nicht der Fall, was es Nutzern schwerer machen würde, zu einem bestimmten Treffpunkt zu kommen. Ich hoffe zwar, dass wir eines Tages auch in den USA starten, aber vermutlich müssten wir dafür das Produkt anpassen.

Du willst mehr über BlaBlaCar erfahren? Dann lies auch „BlaBlaCar gibt Gas und übernimmt Mitfahrgelegenheit.de und Mitfahrzentrale.de“ und das Interview „Europäisches Super-Startup: Wie BlaBlaCar der Konkurrenz davonsaust“.

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1 Reaktionen
Versprochene Verbesserungen
Versprochene Verbesserungen

Die Idee gabs vor Jahren hier. Mobbing und Rechtskosten verhinderten es obwohl man es finanzierungsfrei von zu Hause programmieren kann.
"Ich fahr von A nach B" "Add me to the List" ist datenmengenmäßig sogar im Netz-AntiNeutralsten aller Netze möglich. Abmahnungen kosten oft vielleicht mehr als der monatliche Betrieb der Site bzw. App.

Das man z.b. in Arabischen Ländern die Fahrten nach Geschlechtern trennt ist Ubers großes Feature dort. Solche Features sind aber natürlich wie auch "Raucher"/"Nichtraucher" und Anti-Angst-Methoden selbstverständliche Teil-Features. Auch in USA wird zwischen West- und Ost-Küste als Zielgruppen unterschieden...

Und wer in der Großstadt wohnt erkennt vielleicht nicht die deutlich simplere Topologie auf dem Lande mit nur einem fünftel der Straßen aber auch krass weniger Ampeln und natürlich Parkplätzen vor jedem Haus (ausser vielleicht in den überall überfüllten Innen-Städten) in den meisten neuen Siedlungen. Daher wäre auch USA stressfrei möglich. Die Supermärkte und Tankstellen sind ja nicht in Meilenweit entfernten Stich-Wegen sondern an den Haupt-Straßen. Da muss man halt hin kommen. Aber die Zahl der Hauptstraßen ist oft nur Zwei in nord/süd- und Zwei in West-Ost-Richtung. Schaut doch mal beim Halt an kleinen Haltestellen das da oft auch Verwandte, Partner,... stehen und jemand abholen um nicht die letzen Meilen zu laufen.

Wenn man wegen jemandem 2 km länger fahren muss bezahlt man die 2 km zu 100% selber. Den Rest der Strecke teilt man natürlich mit den Mitfahrern.
Alles trivial. Wer kennt ein Land wo man das schikanefrei realisieren darf und die Regierung einen schützt und man offen alles als Finanzamt meldet um mal zu zeigen wie gute Startups das Volk verbessern ? In Ärmeren Ländern ist es eh üblich das Leute mitfahren. Oder siehe in Indien die Leute die an/auf den Eisenbahn-Waggons mitfahren.

Für Pick-Ups (hier nicht so verbreitet) und z.b. Großeinkäufe von Brennholz oder Großgerät oder Kinderwagen o.ä. auch interessant. Denn Lieferpreise sind oft nicht lustig sondern oft teuer. Inzwischen hat sich das durch Online-Kauf und Lieferung ins Haus bzw. Abholung von zu Hause durch Hermes bei Amazon-Rücksendungen allerdings weniger nötig gemacht. Sharing ist aber auch Gebraucht-Wagen/Geräte/...-Kauf u.ä. und nicht alles brandneu bei Amazon.

Alles oft triviale Ideen aber Holdingketten weniger zu besteuern damit die ständig steigenden Kosten für Auto-Firmen-Rettung, Rezessions-Failer-Rettung, Migranten, Flüchtlinge, Klimawandel, Großprojekt-Verzögerungen, E-Auto-Disruption usw. von der Gemeinschaft jeden Monat auf der Lohnabrechnung bezahlt werden, ist natürlich viel wichtiger.

Schaut doch bitte mal endlich worum es den Investoren oft geht: Oft Steuern sparen oder andere Dinge.
Funktionierende Systeme mit Zillionen glücklicher Kunden aufzubauen und dem Volk gigantische Kosten einzusparen und das Leben zu verbessern ist bisher nicht so wichtig. Es gibt in Parlamenten zwar die bekannten häufigste Berufs-Gruppe. Relevanter ist aber wohl oft auch die am stärksten über-repräsentierte Gruppe und die daraus entstehenden Folgen... Dementsprechend bewegen sich die jeweiligen Länder...

Zum Glück kommt bald die Rezession. Dann gehören die Firmen den Chinesen und das Establishment und überhebliche Fortschrittsfeinde können sehen wo sie bleiben wenn Rot-Rot-Grün regiert und man wegen Schuldenbremse keine Schulden machen kann sondern eingenommene Steuern (also nicht die bei Cashburnern so beliebten "Buch-Werte" sondern echtes Geld auf echten Konten) das Geld für Politiker-Pensionen usw. hereinbringen müssen und z.B. die Benzinsteuer dank Tesla usw. massiv weniger wird weil Autos 8 Jahre im Schnitt alt sind also 12,5% pro Jahr gegen dann neue E-Autos ausgetauscht werden. Man kauft ja auch keine Röhren-TVs mehr oder kaum noch Desktop-PCs... Keiner hat damals den Untergang der Röhren-Monitore vorhergesehen. Cardboard könnte Monitore und Fernseher überflüssig machen und zu einer Nische machen wie die Schallplatten usw..

Überlegt Euch wie eine Firma (oder ein Staat) läuft die von BWLern und Juristen geleitet wird vs. eine Firma wo Ingenieure und Techniker das Sagen haben.
Daraus ergibt sich oft recht automatisch der Rest. Ein perfektes TicTacToe-Spiel hat ja auch nur wenige Zug-Abfolgen oder bei Dart-Meisterschaften die Runden verlaufen auch oft (von kleinen Fehlern abgesehen) ähnlich.

Und wieso sind viele gute Firmen z.b. aus Holland wie Blendle oder BlaBlaCar aus Frankreich obwohl es hier beide Ideen (sogar wie bei Blendle 70:30 oder 60:20:20) auch gab und nicht etwa fehlende Investorengelder sondern Rechtskosten es uninteressant machten und die deutschen Autoren/Reporter/freie Journalisten/Freischreiber oder die kleinen Bürger als Mitfahrer/Einkaufs-Mitnehmer es schon seit 10 Jahren hätten haben können.
Wo Dürre herrscht da wächst auch nix. In 5 Jahren muss man den Weizen wegen Klimawandel im "Winter" anbauen und im Sommer herrscht die Trockenheit... Gibts dann noch Ski-Sport-Gebiete/Winter-Sport-Orte oder sind das dann nur noch kleine Dörfer in den Bergen wie neulich die TV-Doku über die Karpaten... Wo Steuer-Minimierung, Gebühren oder andere Ziele das Investment bestimmen, da machen andere das Geschäft mit den interessierten Kunden...

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