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BlackBerry Innovation Forum: Deutsche Unternehmen setzen auf die Sicherheit von BlackBerry

Der Hersteller Research in Motion hatte vom 22. bis 23. November zum ersten BlackBerry Innovation Forum in Berlin eingeladen. Zahlreiche Aussteller, Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Firmen, Vertreter der Presse und viele weitere BlackBerry-Interessierte sorgten für gut gefüllte Veranstaltungsräume in der angenehmen Atmosphäre des „Raddison Blu“. Auf dem Programm standen neben technischen Tracks auch einige sehr interessante Vorträge direkt aus der Praxis von Unternehmen, die auf die BlackBerry-Plattform setzen und ein kurzer Ausblick auf das„PlayBook“.

BlackBerry Innovation Forum: Deutsche Unternehmen setzen auf die Sicherheit von BlackBerry

„Innovationen entstehen heute im Consumerbereich“

In seiner Eröffnungskeynote führte Christoph Lingenthal, der neue Managing Director von RIM Deutschland, in das Thema „Love Big Ideas - Wachstumsmotor Innovationen“ ein und gab damit den roten Faden für die zweitägige Veranstaltung vor. RIM habe mit seiner einzigartigen Infrastruktur für eine starke Präsenz bei den Unternehmen in Deutschland gesorgt und damit letztlich auch Innovationen gefördert. Diese Aussage untermauerte Lingenthal mit eindrucksvollen Zahlen: 29 von 30 Dax-Unternehmen und 85 der 100 größten Unternehmen in Deutschland setzen auf die BlackBerry-Plattform.

Christoph Lingenthal, Managing Director RIM Deutschland, bei seiner Keynote.

Wichtig sei für die Zukunft aber die Erkenntnis, dass Innovationen heute nicht mehr wie früher vornehmlich aus dem Businessbereich kommen. Heute sei es eher so, dass die neue Trends aus dem Consumerbereich aufgegriffen werden müssen um sie dann in den Businessbereich zu transportieren. Zu der „Consumerization“ genannten Strategie passt auch das kommende Tablet von BlackBerry, aber dazu weiter unten mehr.

BlackBerry steht für Sicherheit

Wenn es darum geht, die BlackBerry-Plattform von anderen mobilen Plattformen positiv abzugrenzen, so hörte man an den zwei Tagen – sei es in den Vorträgen und bei formlosen Gesprächen während der Kaffeepause – immer wieder einen Faktor: Sicherheit! Die einzigartige Infrastruktur von BlackBerry besteht aus drei wesentlichen Komponenten, dem Enterprise Server, dem RIM-Rechenzentrum und den Geräten selbst. Zusammen sorgen sie für eine Ausgewogenheit zwischen Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit. Entscheidet sich ein Unternehmen dafür seine Mitarbeiter mit BlackBerry Smartphones auszustatten, so können diese Geräte alle über einen eigenen BlackBerry Enterprise Server administriert werden. Die Funktionspalette reicht dabei von einfachen Updates, über vielfältige Zugriffsmöglichkeiten auf firmeninterne Datenbanken bis hin zu kompletten Datenlöschungen beispielsweise im Falle eines Diebstahls.

Die Übertragung der standardmäßig verschlüsselten Daten übernimmt dabei das Rechenzentrum von RIM. Das ist deshalb besonders praktisch, weil den Unternehmen und ihren Serverinstanzen damit sehr viel Arbeit abgenommen wird. RIM sorgt also dafür, das die sicheren Datenübertragungen aus dem langsamen Mobilfunknetzen ins schnelle Internet-Netzwerk übertragen werden. Um diesen Vorgang zu beschleunigen unterhält RIM dedizierte Standleitungen zu allen Netzbetreibern. Ganze 7 PetaBytes an Daten überträgt RIM so jeden Monat. Bei einer Bandbreite von 10 MBit/sec bräuchte man für den Download dieser Datenmenge etw 170 Jahre.

Zur Verschlüsselung der Daten gäbe es an dieser Stelle noch viel mehr zu schreiben, aber das dürfte etwas zu weit gehen. Nur kurz: Neben der Standardverschlüsselung, die nur durch den Schlüssel des Endkunden wieder aufzulösen ist, gibt es noch eine Reihe weiterer technischer Möglichkeiten die Sicherheit zu verstärken. Das macht BlackBerry momentan wohl zur sichersten mobilen Plattform.

Ein iPhone könne da beispielsweise nicht mal ansatzweise mithalten, verdeutlichte mir Marcus Klische, Security Advisor bei Research in Motion in einem persönlichen Gespräch sehr anschaulich. Während er mich darauf aufmerksam machte, dass man mein iPhone jederzeit, auch mit aktivierter PIN-Sperre, mit einfachen Mitteln knacken könne, wäre das bei seinem BlackBerry nicht möglich. Jedes RIM-Smartphone hat einen eingebauten Chip, der bei der Aktivierung des Geräts den PIN abfragt. Eine Umgehung oder ein Abschalten sei dabei nicht möglich.

Smartphones müssen sicherer sein als Notebooks

Die zunehmende Funktionalität der heutigen Smartphones sorgt auch dafür, dass die kleinen mobilen Begleiter immer mehr zum Ersatz für Notebooks werden. Viele Nutzer verzichten, wann immer es geht, bereits auf ihr Notebook und verwenden stattdessen ihr Smartphone. Ein nachvollziehbarer Trend, denn das Smartphone wiegt fast nichts und lässt sich bei Bedarf schnell aus der Hosentasche ziehen.

Die handliche Größe und das geringe Gewicht führen aber auch dazu, dass deutlich mehr Smartphones verloren gehen, als Notebooks. Und da sich auf vielen Smartphones sehr viele sensible Daten befinden, ist deren Sicherheit enorm wichtig. Die hardwarebasierte PIN-Abfrage und die Möglichkeit, einen BlackBerry über den Enterprise-Server notfalls auch aus der Ferne löschen zu können, sind für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Zugriff auf sensible Daten gewähren, gewichtige Pluspunkte.

Von Jägermeister und tauchenden Autos

Sehr angenehm war bei der Programmgestaltung, dass es auch einige interessante Vorträge gab, die nur sehr bedingt etwas mit BlackBerry zu tun hatten. Es ging dabei beispielsweise um moderne und mobile Arbeitswelten, die Maja Kumme von IBM Lotus Deutschland sehr anschaulich darstellte. IBM Lotus habe mittlerweile viele kleine Standorte geschlossen und halte in den größeren Standorten nur noch einen Schreibtisch für vier Mitarbeiter vor. Das spart nicht nur sehr viel Geld, sondern gibt auch den IBM-Mitarbeitern sehr viel mehr Freiraum. Zudem könne man jetzt die kreativsten Köpfe ganz unabhängig von ihrem Wohnort einstellen.

BMW präsentierte sein Connected Drive Konzept und stellte dafür gleich einen Wagen in das Veranstaltungsfoyer.

Sehr interessant waren auch die ausführlichen Vorträge zur Rolle der vernetzten Fahrzeuge von BMW und des Erfinders Frank Rinderknecht, der die komplette Entwicklung eines tauchfähigen Autos nachzeichnete, für dessen Idee übrigens ein James Bond Film Pate stand. Zudem erklärte Dr. Hasso Kaempfe in einem Interview, wie er es schaffte aus der etwas angestaubten Marke „Jägermeister“ wieder ein Trendprodukt zu machen.

Das „PlayBook“ wird 2011 auf den Markt kommen

Nein, gezeigt wurde das kommende BlackBerry-Tablet „PlayBook“ leider noch nicht. Zumindest nicht live und zum Anfassen. Was gezeigt wurde, war ein PR-Video, das allerdings schon beeindruckend war. RIM möchte mit dieser Produkterweiterung auch den Cosumermarkt für sich gewinnen und hat möglicherweise auch deshalb den doch etwas gewöhnungsbedürftigen Namen „PlayBook“ gewählt. Einige Details zur Hardware: Es wird einen Dual-Core Prozessor und 1 GByte RAM und zwei HD Kameras besitzen (also auch für Videotelefonie ausgelegt sein) und wird sich über ein 5-Finger-Touchsystem bedienen lassen.

Momentan wäre das PlayBook das erste Tablet mit echtem Multitasking und mehreren Prozessorkernen. Das könnte sich bis zur Markteinführung aber durchaus noch ändern, denn das PlayBook soll in den USA im Q1 2011 und in Deutschland dann im zweiten Quartal zu haben sein. Ein Preis wurde noch nicht verraten.

Das PlayBook wurde nur am Rande behandelt. Es soll im Q2 2011 auf den deutschen markt kommen und ist an Geschäftskunden und Konsumenten geleichmaßen gerichtet (Bild: RIM Deutschland).

Fazit:

„RIM ist uncool! Wir sind eine Businessmaschine - mit uns kann man richtig arbeiten“ - mit diesen Worten provozierte Marcus Klische nicht nur einige Lacher, sondern auch zustimmendes Kopfnicken. Und auch wenn Android und das iPhone in den Medien mehr Beachtung finden, für RIM und seine BlackBerrys gibt es einen großen Markt, der in Zukunft noch größer werden könnte. Und sollte das PlayBook tatsächlich die Brücke zu den Konsumenten schlagen können, so könnten wir in Zukunft wohl noch häufig Meldungen über BlackBerry zu lesen bekommen.

Bildnachweis: Die Fotos wurden freundlicherweise von Hotwire PR zur Verfügung gestellt.

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