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BlackBerry PlayBook: RIM bestätigt Android-App-Support

RIM hat jetzt offiziell bestätigt, dass auf dem kommenden PlayBook auch unterstützt werden. Damit bewahrheitet sich sich zum einen ein schon länger kursierendes Gerücht, und zum anderen wird dadurch auch der Marktstart des BlackBerry-Tablets am 19. April für eine deutlich größere Zielgruppe interessant. Für RIM zahlt sich der Schritt auf den Tablet-Markt dagegen noch nicht aus: Die hohen Investitionskosten quitierten die Börsianer mit einem Kurseinbruch.

BlackBerry PlayBook: RIM bestätigt Android-App-Support

BlackBerry PlayBook bekommt mit Android-Apps neuen Anreiz

Der Support von Android-Apps unter der neuen QNX-Haube von BlackBerry, die erstmals auf dem PlayBook als OS zum Einsatz kommt, wird seit Ende Januar vermutet. Bei meinem Besuch des RIM-Standes auf der Lotusphere in Orlando Anfang Februar hatte ich natürlich versucht dieses da noch sehr frische Gerücht mit einem offiziellen Statement zu bestätigen oder auszuräumen. Der etwas verdutzte RIM-Mitarbeiter brauchte nach der Konfrontation mit dem Gerücht einen kurzen Moment, um sich zu sammeln und sagte dann: „Ich darf das nicht bestätigen, im Moment“. Ein Support gleich zum Marktstart schloss er dann später aber aus - vielleicht auch um aus dem „darf“ ein „kann“ zu machen.

Das BlackBerry PlayBook wurde bereits Anfang Februar auf der Lotusphere in Orlando, Florida präsentiert.

Rein technisch gesehen ist der Support nicht wirklich aufwändig, da sowohl Android als auch das neue QNX-basierte BlackBerry-OS auf die gleiche VM zur Ausführung von Java setzen. Zudem ist diese Anbindung an das Open Source OS von Google auch marktpsychologisch ein wichtiger Schritt für RIM. Die Entwicklung des PlayBooks hat viele Ressourcen gebunden und war mit hohen Investitionen verbunden - da blieben keine ausreichenden Mittel sich um ein funktionierendes Ecosystem zu kümmern. Das bekommt man mit der Android-App-Unterstützung nun quasi mit einem Handstreich aufwandsneutral dazu.

Das BlackBerry PlayBook braucht Android-Apps für den Konsumermarkt

Das dürfte gerade für den von RIM neu anvisierten Konsumermarkt enorm wichtig sein und ein neues Kaufargument darstellen. Bislang waren BlackBerry Smartphones vor allem im Business-Segement sehr stark vertreten, weil sie für Unternehmen in Sachen Sicherheit nach wie vor die ultimative Plattform darstellen. Die Anzahl der verfügbaren Apps war dabei so ziemlich egal - es gab alles was wirklich gebraucht wurde, Spielereien jeglicher Colour und andere Nonensware gehörten verständlicherweise nicht zu den Präferenzen der Unternehmen.

Mit dem Wechsel der Ausrichtung von RIM, die mit dem PlayBook nun auch eindeutig in Richtung Konsumermarkt geht, musste zwangsläufig auch ein Strategiewechsel bei der App-Entwicklung eingeführt werden. Hier die Android-Entwickler ins Boot zu holen ist sicher nicht ganz dumm. Auch wenn das natürlich bedeutet, dass man sich die Apps der nicht eben sichersten mobilen Plattform auf die eigenen Geräte holt. Vermutlich wird RIM hier eine Prüfinstanz für die Android-Apps aufziehen, die die für die BlackBerry-Plattform neuverpackten Apps prüft, bevor sie über die App World bezogen werden können.

Natives SDK für Games angekündigt

Neben der Unterstützung von Android-Apps will RIM aber auch für ein eigenes Ecosystem sorgen. Mit dem jetzt ebenfalls angekündigten nativen SDK für das BlackBerry PlayBook lassen sich Applikationen in C und C++ entwickeln und für das RIM-Tablet maßschneidern. Besonders für Spiele-Entwickler dürfte das Developerkit interessant sein, denn damit sollen sich vor allem rechenintensive Anwendungen mit aufwändigen Effekten realisieren lassen. Bis es wirklich soweit ist, wird es aber noch etwas dauern, denn das SDK befindet sich erst in einer frühen Alphaphase und wird erst im Sommer öffentlich zugänglich sein.

Ausgaben für das BlackBerry PlayBook schlagen Börsianern auf den Magen

Auch wenn die hohen Investitionen in die neue Geräteklasse RIM dazu veranlassten, die Gewinnprognose für das laufende Quartal deutlich herabzustufen und die Börsianer das mit einem vorbörslichen Absturz der Aktie um zwölf Prozent quitierten, scheint RIM auf einem guten Weg zu sein. Die Quartalszahlen für das Q4 2011 fielen mit einem Umsatz von 5,6 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 934 Millionen Dollar sehr positiv aus. Beide Kenngrößen konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 30 Prozent gesteigert werden. Und das PlayBook wird nicht nur Gelder verschlingen, sondern RIM auch Einnahmen in einer neuen Geräteklasse bescheren.

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Eine Antwort
  1. von René am 28.03.2011 (12:24 Uhr)

    Mich würde mal interessieren ob man sein Blackberry auch als Modem für das Playbook nutzen kann, da die UMTS-Variante noch nicht erscheinen wird...

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