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BlackBerry PlayBook soll scheinbar Android-Apps bekommen

Research in Motion plant offensichtlich ein Feature für das kommende Playbook, mit dem sich auch auf dem Tablet ausführen lassen. Möglich machen soll das die Verwendung der Dalvik Virtual Machine zur Ausführung von Java, für die sich RIM nun scheinbar entschieden hat. Da auch Android die Dalvik VM einsetzt, sollten also auch alle für Android entwickelten Apps auf den neuen QNX-basierten Geräten von RIM lauffähig sein.

BlackBerry PlayBook soll scheinbar Android-Apps bekommen

QNX und Android-Apps wären starke Argumente für das BlackBerry Playbook

Die von Boy Genius Report in Umlauf gebrachte Story ist schon ziemlich brisant und wirft einige Fragen auf. Natürlich ist es völlig legitim von RIM ebenfalls auf die Dalvik VM zu setzen – sie ist durch Android erprobt und steht unter Open Source Lizenz. Dennoch stellt sich natürlich die Frage, ob es hier eine Absprache zwischen Google und RIM gab, oder ob es sich hier um einen Alleingang handelt.

Das BlackBerry PlayBook könnte einen Zugang zum Android Market bekommen. (Foto: e27singapore / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Die Frage ist schon deshalb interessant, weil RIM und Google in den Bereichen Smartphones und bald auch direkte Konkurrenten sind. Sollte RIM einen Support von Android-Apps ohne Unterstützung von Google einbauen, könnte das als offener Angriff gedeutet werden. Die ersten Eindrücke des neuen Tablet-OS von RIM, das auf dem Echtzeit Betriebssystem QNX basiert, waren durchweg positiv. Kommt nun dazu noch die Entwicklungspower der Android-App-Developer, so könnte das BlackBerry PlayBook ein wirklich großer Wurf werden.

Sollte sich RIM hier mit Google auf eine Unterstützung geeinigt haben, so wäre das für die BlackBerry-Fans sicher eine noch bessere Entwicklung. Dann nämlich könnte das PlayBook einen offiziellen Zugang zum Android Market bekommen und hätte bereits zur Markteinführung eine Vielzahl an verfügbaren Apps. Auch Google könnte davon profitieren, denn man würde ja bei den Verkäufen der kostenpflichtigen Apps mitverdienen.

Erhält das BlackBerry Playbook Zugriff auf den Android Market, so würde Google durch zusätzliche App-Verkäufe mitprofitieren und könnte auch einfach eigene Dienste wie beispielsweise Google Books anbieten.

Ein Emulator sorgt für die Unterstützung der Android-Apps auf dem BlackBerry PlayBook

Rein technisch gesehen ist die Öffnung für Android Apps nicht wirklich schwierig. Sowohl das klassische RIM OS als auch Android basieren auf Java und besitzen somit die gleiche technologische Basis. Für das PlayBook hat RIM sich mit QNX ein zukunftsweisendes Betriebssystem eingekauft, das von Grund auf für Echtzeitanwendungen konzipiert wurde. Damit auf den kommenden QNX-Geräten auch klassische RIM-OS-Apps laufen, ist ein Emulator notwendig. Statt jetzt nur einen Emulator für die Abwärtskompatibilität zu entwickeln, könnte RIM einfach zusätzlich einen Emulator für die Unterstützung von Android Apps mitentwickeln.

BlackBerry Playbook öffnet sich für Open Source

Interessant ist auch die Öffnung für Open Source. Damit ist nicht nur die Verwendung der Dalvik VM gemeint, sondern auch die möglich erscheinende Öffnung für den Android Market. Bislang hat RIM sehr viel Wert auf die Einhaltung strikter Sicherheitskriterien gelegt und sich nach außen eher abgeschottet. Die BlackBerry Smartphones gelten als sehr sicher und sind daher gerade bei Businesskunden sehr gefragt.

Der hohe Sicherheitsbedarf der Unternehmen sorgte bislang auch dafür, dass die durchschnittliche App-Anzahl auf einem BlackBerry deutlich niedriger ist, als auf einem iPhone oder einem Androiden. Der Grund dafür liegt darin, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern über den BlackBerry Enterprise Server auch nur bestimmte Apps zur Verfügung stellen können, wenn sie dies für notwendig halten.

Da RIM die Verwendung des neuen QNX-Systems auch für Smartphones in Aussicht gestellt hat, dürfte dessen Öffnung für Android-Apps für leichte Panikattacken in einigen, sehr auf Sicherheit bedachten Unternehmen sorgen. Möglicherweise wird RIM daher auch zweiglasig fahren und künftig Business- und Konsumer-Produktreihen anbieten. Während die Businessprodukte weiter auf maximale Sicherheit ausgelegt sind und von den Unernehmen sehr gut kontrolliert werden können, kann sich RIM mit Konsumer-Produkten auch dem Markt öffnen und mit der Unterstützung von Android Apps neue Kunden aus diesem starken Marktsegment für sich gewinnen.

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