Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Vorgestellt: blekko – Neuartige Suchmaschine inklusive SEO-Tool

Lange wird es nicht mehr dauern bis blekko die geschlossene Beta-Phase beendet und als mit einem neuartigen Prinzip den Kampf ansagt. Wobei: Genau das will man bei blekko eigentlich gar nicht. CEO Rich Skrenta hat nicht vor, als nächster Google-Killer an den Start zu gehen. Für eine „herkömmliche“ Suchmaschine, die nach altbewährten Methoden funktioniert, ist eh kein Platz mehr am Markt. Blekko will etwas Neues sein und zum einen bessere Ergebnisse durch konkreteres Suchen bieten und zum anderen weniger Spam und Manipulation durch mehr Transparenz. Ein Gastbeitrag von Andrea Reitmeier.

Vorgestellt: blekko – Neuartige Suchmaschine inklusive SEO-Tool

Suchen mit Slashtags

Die Suchmaschine blekko baut auf so genannten Slashtags auf. Durch den Zusatz /tag werden  Suchergebnisse verfeinert und die zu durchsuchenden Webseiten eingeschränkt. In den Suchergebnissen werden also nur für das Slashtag relevante Webseiten angezeigt.

Eine Suche nach „Berlin /history“ spukt historische Informationen zu Berlin aus, „Berlin /hotels“ ergibt eine Liste mit Berliner Hotels und „Germany /weather“ zeigt Webseiten mit der Wettervorhersage für Deutschland.

Beispielsuche mit dem Begriff „Berlin“ und dem Slashtag “hotels“.

Ebenso ist es möglich, bestimmte Inhalte einer ausgewählten Webseite zu finden (z.B. „google /t3n.de“ liefert Artikel auf t3n.de zum Thema Google) oder Online-Shops nach Produkten zu durchsuchen (z.B. „pumps /zappos.com“)

Mehrere hundert Slashtags sind von blekko bereits vorgegeben, gleichzeitig kann jeder User aber auch eigene Slashtags und dazugehörige Webseiten definieren. Ebenso kann man bestimmten Slashtags „folgen“. So hat jeder die für sich wichtigsten Suchen immer im Blick.

blekko bringt schon eine ganze Reihe vordefinierter Slashtags mit.

blekko als SEO-Tool

Ein ganz besonderes Slashtag ist /. Gibt man in das Suchfeld eine Domain oder eine URL gefolgt von /seo ein, erhält man auf einen Blick Daten, die für Suchmaschinenoptimierer relevant sind:

  • Geographische Verteilung der Links nach US-Staat und Land
  • Eingehende, ausgehende und interne Links
  • Linktexte und deren Häufigkeit
  • Probleme mit Duplicate Content
  • Quellcode der Seite
  • Sektionen
  • Slashtags
Mit dem Slashtag “seo“ erhält man viele nützliche Angaben über eine Website.

Die ein- und ausgehenden Links können unter dem Reiter „Links“ noch genauer analysiert werden und wer sich die Informationen lieber grafisch anzeigen lassen möchte, kann das unter „Visualize URLs“ tun. Dort kann man sogar bis zu vier Domains miteinander vergleichen.

Die ein- und ausgehenden Links einer Domain können grafisch aufbereitet werden.

Wer rankt warum? Blekkos offengelegter Suchalgorithmus

Blekko hat sich Transparenz auf die Fahne geschrieben. Im offiziellen Blog heißt es unter anderem: „Die Suche soll offen sein“, „Nutzer sollen die Suchergebnisse beeinflussen können“ und „Ranking-Faktoren sollen nicht geheim gehalten werden“.

Blekko legt also den Suchalgorithmus offen. Zumindest kann man einen Blick darauf werfen, wie Seiten bewertet werden und warum eine Seite zu einem bestimmten Begriff besser rankt als eine andere. Dazu gibt man einen Suchbegriff gefolgt vom Slashtag /rank ein. Anschließend werden die für diesen Begriff relevanten URLs mit ihrem „Ranking Score“ angezeigt. Über den Link „more detail“ wird dieser finale Wert dann noch einmal aufgeschlüsselt und Ranking-Faktoren von Anchortexten bis zur Verwendung von Keywords in Überschriften offen gelegt.

Der Slashtag „rank“ erlaubt tiefe Einblicke in das Ranking.

Die Offenlegung dieser Ranking-Kriterien ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Zu blekkos so genannten „Web Search Bill of Rights“ gehört auch der Punkt „Spam hat in Suchergebnissen nichts verloren“. Durch den offenen Suchalgorithmus soll verhindert werden, dass Spam-Seiten gut ranken. Doch könnte nicht eher das Gegenteil der Fall sein? Ein komplett offengelegter Algorithmus bietet sich fast schon zur Manipulation an und es könnte passieren, dass nicht die tatsächlich besten Inhalte ganz oben stehen, sondern die Webseiten, deren Betreiber genug Zeit und Geld haben, alle Ranking-Faktoren so gut es geht auszuschlachten.

Es bleibt abzuwarten, wie viel Transparenz sich blekko tatsächlich leisten wird und kann. Die derzeit offen gelegten Faktoren sind eh schon mehr oder weniger bekannt und sicher nur ein kleiner Teil des hinter der Suche stehenden Algorithmus.

Fazit

Das neue Konzept von blekko ist spannend und erfrischend anders. Bisher sind nach eigenen Angaben um die drei Milliarden Webseiten im Index, hauptsächlich aus den USA. Je nachdem wie schnell der Index wächst, wann die Beta-Phase abgeschlossen und die Suchmaschine für jeden zugänglich ist, wird es auch für deutsche Webseiten-Betreiber und SEOs interessant. Den Yahoo Site Explorer kann blekko auf jeden Fall ersetzen und auch das eine oder andere Browser-AddOn wird überflüssig, wenn diese neue Suchmaschine SEO-relevante Daten so schön präsentiert.

Ob blekko sich als Suchmaschine für Jedermann durchsetzen kann, ist allerdings mehr als fraglich. Der 0815-User möchte seinen Suchbegriff eingeben und die besten Ergebnisse bekommen, ohne selbst weitere Einstellungen in Form von Slashtags oder sonstigen Filtern vorzunehmen. Für den „fortgeschrittenen“ Suchenden könnte blekko allerdings eine Alternative zu Google oder auch Bing darstellen.

[Update 1.11.2010: Blekko ist nun live]

Über die Gastautorin

Andrea Reitmeier ist seit 2007 als Head of Marketing bei der mokono GmbH tätig. Ihre Interessenschwerpunkte liegen in den Bereich SEO und Social Media. Dazu kommt die Leidenschaft für das Bloggen und allem, was die neue, digitale Medienwelt betrifft und bewegt. Sie bloggt unter anderem unter seo.blog.de und twittert als @AndreaReitmeier.

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
7 Antworten
  1. von Xovi am 20.08.2010 (10:46 Uhr)

    blekko hört sich sicherlich sehr spannend an. Interessant ist vor allem die Offenlegung des Algorithmus.
    Was ist eigentlich bezüglich Backlinks bekannt? Werden sie in die Fußstapfen Yahoo´s treten?

    Antworten Teilen
  2. von lars am 20.08.2010 (11:04 Uhr)

    Also ... Nein^^ Mir ist blekko im Moment eindeutig zu sehr Spielerei als wirklich nützliche Suchmaschine. Das ganze ist doch sehr auf die Shlashtags angesetzt und der Algorythmus, sowie der Index sind selbst in der Beta-Phase sehr bescheiden^^ ... Ich denke nicht das blekko mehr wird als ein Spielplatz für ein paar interessierte und Nerds ... Jedenfalls für den deutschen Raum ist das System von blekko viel zu umständlich und überladen ... Welcher normale oder Fortgeschrittene Nutzer interessiert sich bitte für die Linkverteilung nach Regionen? Da wurde der Fokus mit den ganzen Statistiken doch schon sehr auf einen InnerCircle begrenzt ...

    Antworten Teilen
  3. von danker am 20.08.2010 (12:14 Uhr)

    Hört sich erstmal sehr gut an! :)
    Die Einwende von @lars sehe ich auch überhaupt nicht, Sachen wie Linkverteilung bekommt ja ja nur zu Gesicht wenn man mit "/seo" danach sucht.
    Wenn es sich auch als "normale "Suchmaschine bedienen lässt dabei aber bessere, sprich brauchbarere Ergebnisse liefert als Google & Co hat sie auch gerade für Normalos eine Daseins-Berechtigung.
    Was leider nicht geklärt wurde in diesen Beitrag ist ob ich auch einfach mehrere Suchwörter verwenden kann, zB "hotel berlin" und daran dann ein Tag anhängen kann, also "hotel berlin /historisch". Wobei ich mal davon ausgehe.
    Der offene Algorithmus ist ja auch nur so weit offen wie er die Relevanz einzelner Seiten betrifft, wenn dann die Auswertung dahinter ein bisschen WolframAlpha ist, also nach der persönlichen Relevanz der Suchvorgaben das findet was man will,... hat Google wirklich was zu fürchten.

    Antworten Teilen
  4. von Andrea am 20.08.2010 (12:47 Uhr)

    @xovi Wie gesagt kann man Webseiten auch bzgl. ihrer Linkstruktur unter die Lupe nehmen. Wie beim Yahoo Site Explorer werden einem die Backlinks angezeigt, noch dazu mit Anchor-Text, Titel, genauer URL, Location, Datum etc. Der blekko-Index kommt natürlich noch nicht an die Größe von Yahoo's Index heran, aber das kann ja noch werden.

    @lars Natürlich ist das ganze auf Slashtags ausgerichtet, darum geht es ja bei blekko. Ob sich das als Suchmaschine für den "normalen" User durchsetzen wird, ist fraglich. Wer aber seine Suche verfeinern, eigene Slashtags anlegen und bestimmten Suchen "folgen" möchte, könnte Gefallen an blekko finden. Die SEO-Details sieht man ja nur, wenn man expliziet nach /seo sucht.

    @danker Na klar, man kann zum Beispiel nach "surfing california /images" suchen und erhält Surfbilder von kalifornischen Stränden.

    Antworten Teilen
  5. von Teilespender am 20.08.2010 (18:48 Uhr)

    Interessant finde ich blekko schon. Spannend ist aber letztendlich wie gut die Datenbasis ist - damit steht und fällt auch die Nutzbarkeit für Analysen.

    Antworten Teilen
  6. von Roli am 21.08.2010 (12:12 Uhr)

    Nice thing aber so wirklich brauchen werde ich es nicht. Wie schon erwähnt ist es eine nette Spielerei ohne großen Zweck für einen SEO-Nauten

    Antworten Teilen
  7. von Lowrance am 22.09.2010 (11:09 Uhr)

    blekko bietet einiges was man jetzt nur bei bezahlten SEO Tools bekommt. Die Qualität der Informationen wird entscheiden ob blekko sich etablieren kann oder nicht.
    Der normale Suchmaschinennutzer will keine tags lernen, er will ein Suchbegriff eingeben und erwartet das gewünschte Suchergebnis. Affine Suchmaschinennutzer sind da sicher anders gestrickt und diese Anwender werden blekko mit offenen Armen empfangen. Aber ob das reicht wird spannend zu beobachten sein.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Suchmaschinen
„We need to go deeper!“ – Google integriert Suche in Suchergebnisse
„We need to go deeper!“ – Google integriert Suche in Suchergebnisse

Googles Suchalgorithmus zeigt unter bestimmten Voraussetzungen ein eigenes Suchfeld für eure Website in den Ergebnissen an. Jetzt könnt ihr auch eure eigene Suchfunktion in die Ergebnisse einbetten. » weiterlesen

„Ablenkend und unnützlich“: Google gibt Authorship endgültig auf
„Ablenkend und unnützlich“: Google gibt Authorship endgültig auf

Die Suchmaschine entfernt nach drei Jahren die Verbindung von Artikeln mit Userprofilen. Auf den Traffic von Seiten, die sich bisher auf Authorship verlassen haben, soll das keinen negativen … » weiterlesen

Negative SEO: So könnt ihr euch wehren
Negative SEO: So könnt ihr euch wehren

Negative SEO kann potenziell jeden Seitenbetreiber treffen. Wir zeigen euch in unserem Artikel, wie ihr euch gegen schädliche Links wehren könnt. » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 37 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen