Das könnte dich auch interessieren

Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Software

BlockPRISM: Chrome-Extension verschlüsselt Facebook-Chat – und bald noch mehr

    BlockPRISM: Chrome-Extension verschlüsselt Facebook-Chat – und bald noch mehr

BlockPRISM soll Nachrichten vor dem Zugriff von Geheimdiensten und anderen Mitlauschern schützen. Derzeit existiert das Tool in Form einer Chrome-Erweiterung, mit der man Facebooks-Chats mit PGP verschlüsseln kann. Eine Indie-Go-go-Kampagne soll genug Geld bringen, um auch Gmail zu unterstützen und die Erweiterung für Firefox und Opera verfügbar zu machen. Des Weiteren plant man Versionen für iOS und Android.

BlockPRISM: Nachrichten sollen auch von Laien verschlüsselt werden können. (Bild: IndieGoGo)
BlockPRISM: Nachrichten sollen auch von Laien verschlüsselt werden können. (Bild: IndieGoGo)

BlockPRISM: „Derzeit ist Verschlüsselung etwas für Nerds“

Im Zuge des PRISM-Skandals suchen immer mehr Nutzer nach sicheren Möglichkeiten zur Kommunikation. Erst gestern haben wir über eine Studie berichtet, nach der viele Menschen keine Verschlüsselung einsetzen, weil sie nicht wissen, wie das geht – oder weil es niemand nutzt, den sie kennen. Drei Studenten vom Hasso-Plattner-Institut und eine Studentin der amerikanischen Stanford-University, könnten das bald ändern.

BlockPRISM: Noch Verschlüsselter Text flackerte im Test kurz auf. (Screenshot: Facebook)
BlockPRISM: Noch verschlüsselter Text flackerte im Test kurz auf. (Screenshot: Facebook)

Ihr BlockPRISM getauftes Projekt hat es sich zu Aufgabe gemacht, eure persönliche Kommunikation mit PGP zu verschlüsseln. Die Abkürzung PGP steht für „Pretty Good Privacy“. Dabei handelt es sich um ein Verschlüsselungsverfahren, das ursprünglich 1991 von Phil Zimmerman entwickelt wurde, um E-Mails vor neugierigen Blicken zu schützen. BlockPRISM überträgt diese Verschlüsselung nun dank einer Chrome-Erweiterung auf Facebook-Chats. Damit auch Nutzer mit wenig oder kaum Ahnung von technischen Belangen BlockPRISM nutzen können, funktioniert das Tool denkbar einfach. Nach der Installation erlaubt man der Erweiterung zugriff auf die eigene Freundesliste und legt einen öffentlichen Schlüssel an. Der wird bei Bedarf mit jedem Freund ausgetauscht, der mit BlockPRISM eine verschlüsselte Konversation über Facebook mit euch beginnen will.

In unserem Kurztest funktioniert das ohne nennenswerte Probleme. Zwar flackert bei jeder eingehenden Nachricht kurz der noch verschlüsselte Text auf, bevor das Krypto-Kauderwelsch entschlüsselt wird, dabei handelt es sich aber nur um den Bruchteil einer Sekunde. Alles andere verlief reibungslos. Sofern sie den Chrome-Browser verwenden, solltet ihr selbst euren technikfeindlichsten Freunden diese Erweiterung erklären können.

BlockPRISM nutzt PGP zur Verschlüsselung von Facebook-Chats. (Bild: IndieGoGo)
BlockPRISM nutzt PGP zur Verschlüsselung von Facebook-Chats. (Bild: IndieGoGo)

BlockPRISM: Chrome und Facebook sind erst der Anfang

Die Macher haben eine Indie-Go-go-Kampagne ins Leben gerufen, um 10.000 US-Dollar für die Weiterentwicklung des Projekts zu sammeln. Ziel ist es, die Erweiterung auch für Gmail anzupassen. Außerdem sollen auch Nutzer von Firefox und Opera in den Genuss des Tools kommen. Darüber hinaus ist auch die Unterstützung für mobile Endgeräte geplant. Durchaus sinnvoll, wie wir finden, denn offensichtlich lassen sich verschlüsselte Chats derzeit nicht von mobilen Endgeräten aus lesen. Was in der heutigen Zeit für viele Menschen leider ein Ausschlusskriterium sein könnte. Die Studenten planen übrigens, den Quellcode für BlockPRISM vollständig offen zu legen.

Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum 7. August 2013. Wer das Projekt also unterstützen möchte, hat dazu noch ausreichend Zeit.

Weiterführende Links zum Thema „Datenschutz“

Finde einen Job, den du liebst zum Thema iOS

Alle Jobs zum Thema iOS
4 Reaktionen
nazeK
nazeK

Wenn ich nicht will, dass jemand meinen dicken Hintern sieht, laufe ich doch nicht als Flitzer über das Spielfeld. Und da bringt es mir auch nichts, wenn ich einen falschen Schnurrbart und eine Sonnenbrille an habe ...

Wie Anonymous schon schreibt, ist Facebook eine Datenkrake und es kommt oft kaum auf den Einzelfall darauf an. Es ist quasi unmöglich anhand von Daten vorherzusagen, wie sich ein einzelner verhält. Aber Aussagen über große Gruppen, lassen sich anhand entsprechender Metadaten tätigen.

Also raus aus Facebook und gut ist.

Antworten
Olaf
Olaf

Noch viel schlimmer: Seit wann kann man Google denn trauen? Insofern ist die Implementierung als eine Extension für ein von Google kontrollierten Browser Perlen vor die Säue. Man kann das bestenfalls für Chromium benutzen, aber das werden die Massen nicht tun. Dann doch besser gleich eine Firefox-Erweiterung machen und die gibt es in ähnlichem Stil ja schon.

Antworten
Anonymous
Anonymous

Vorab:
Es ist immer ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man versucht Verschlüsselung in die breite Masse zu tragen, aus diesem Grund: "Daumen hoch!"

Kommentar:
Aber jetzt zum eigentlichen Thema, den dauen, den ich eben gehoben habe, ist auf keinen Fall der heuchlerische Dauemen von Facebook. Facebook wurde mehr oder weniger nur dazu entwickelt um euch permanent zu überwachen und ausspionieren, d.h. der eizige und wirkliche Schutz ist einfach nur abmelden und andere Kommunikationspallformen zu nutzen, wie z.B. Jabber mit dem OTR-Plugin.

Sorge:
Wer nicht schreiend dem Mob nachläuft, sondern sich die Zeit nimmt sich mit der Thematik zu befassen, der weiß, dass für die Geheimdieste die Meta-Daten fast schon interessanter sind als der eigentliche Inhalt der Kommunikation. Das hat mehrere Gründe, einserseits kann man mit den richtigen Algorithmen sehr viel aus den Informationen auslesen, andererseits bleiben sie immer gleich, egal ob die NSA & Co. die Sprache automatisch lesen und verarbeiten kann oder nicht.

Fazt:
Lange Rede kurzer Sinn. Das Programm Prism-Sicher bzw. BlockPRISM zu nennen ist irgedetwas zwischen grob Fahrlässig und einer Frechheit! Das Verschlüsselungstool CryptoCat hat vor nicht mal einem Monat einen ähnlichen Fehler gemacht und zu viel Sicherheit versprochen, d.h.
Ja, nutzt das Tool, denn wenn ihr den Inhalt euerer Kommunikation verschlüsselt ist das schon ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung, aber denkt nicht mal ansatzweise, dass ihr mit dem Tool den Geheimdiensten die Lusft aus den Segeln nehmt. Der einzige Schutz ist auf die Tochterunternehmen von PRISM zu scheißen!

Antworten
Gibt es schon???
Gibt es schon???

Also es gab da schon mal ein ähnliches Projekt, das bereits erfolgreich gefunded wurde.

Mehr Informationen unter: https://priv.ly/pages/download

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen