Drücke die Tasten ◄ ► für weitere Artikel  

Blogger verklagt Bildagentur: Vergeltung für anhaltende Abmahnwelle

Seit Wochen trifft eine Abmahnwelle der Kanzlei activeLaw im Namen der Bildagentur hgm-press Michel OHG deutsche Blogger und Kleinunternehmer wegen unerlaubter Bildernutzung. Zu unrecht, wie sich herausstellte. Jetzt schlägt ein betroffener Blogger zurück: Am gestrigen Montag hat er Strafanzeige gegen die Bildagentur gestellt.

Blogger verklagt Bildagentur: Vergeltung für anhaltende Abmahnwelle

Die von der Bildagentur hgm-press Michel OHG ausgehende Abmahnwelle erfasst die deutsche Blogosphäre nun schon seit einigen Wochen: In mehr als 20 Fällen sollen Blogger wegen unerlaubter Bildernutzung Forderungen begleichen, die in Abhängigkeit vom Ausmaß des Vorfalls mehrere tausend Euro betragen: So soll We like that knapp 3.000 Euro zahlen, Autodino sogar 19.000 Euro. Zu Unrecht, wie sich herausstellte.

Ausmaß der Abmahnwelle nicht einsehbar

Die ersten Abmahnungen aufgrund eines Fotos, das den Lego-Künstlers Nathan Sawaya vor einem seiner Werke zeigt, wurden im Oktober zurückgezogen. Wie sich herausstellte, fehlten der Bildagentur die dafür notwendigen Bildrechte. Ein Fauxpas, der sie offenbar nicht davon abhielt, weiter abzumahnen. Einigen der betroffenen Blogger, die sich in Facebook-Gruppen zusammenschlossen, sind etwa 20 Fälle bekannt. Wie viele Abmahnungen insgesamt verschickt wurden, ist hingegen unklar.

Ein Problem Abmahnwelle: Ihr Ausmaß ist nicht absehbar. (© GaToR-GFX - Fotolia.com)

Auf den entstandenen Anwaltskosten blieben die Blogger trotz fehlerhafter Anklagen sitzen. Im Fall von Mathias Winks, der mit Whudat einen der bekanntesten Lifestyle-Blogs in Deutschland betreibt, beläuft sich die Summe auf knapp 700 €. Allesamt Kosten, die von seiner Rechtsschutzversicherung nicht getragen werden. Mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts auf Betrug gegen die Bildagentur hgm-press Michel OHG will er nun für Vergeltung sorgen.

[Update 13:35 Uhr] Wie in den Kommentaren zu Recht korrigiert wurde, deutet die Überschrift in eine falsche Richtung. Bislang wurde lediglich Strafanzeige erstattet. [/Update]

Wie steht ihr zur Debatte? Ist eine Strafanzeige die richtige Antwort?

Autor:
164 Shares bis jetzt – Dankeschön!

Bewerten
VN:F [1.9.22_1171]
17 Antworten
  1. von Henning Krieg am 27.11.2012 (13:13Uhr)

    Kurzer Hinweis: Korrigiert die Überschrift doch kurz. MC Winkel verklagt hier niemanden - er hat Anzeige erstattet (wie Ihr ja selbst im Artikel dann darstellt).

  2. von Chris am 27.11.2012 (13:16Uhr)

    Der Winkel macht das richtig!

  3. von 5x lesenswert: Google vs. Leistungsschut… am 27.11.2012 (14:02Uhr)

    [...] gestrigen Montag Strafanzeige gegen die Bildagentur. Strafanzeige gegen Abmahn-Agentur, whudat und Blogger verklagt Bildagentur: Vergeltung für anhaltende Abmahnwelle, [...]

  4. von ben am 27.11.2012 (14:25Uhr)

    Der gute Winkelsen alias whudat alias MC Winkel alias Mathias Winks hält die deutsche Blogsphäre am Leben.

  5. von Marco Lindner via facebook am 27.11.2012 (14:25Uhr)

    Der Mathias macht das richtig. Hier die dicke Welle machen und sich dann schön absetzen .. :-)

  6. von Chris am 27.11.2012 (14:32Uhr)

    Die Jungs von We like that haben auch Strafanzeige erstattet!

  7. von Marc am 27.11.2012 (14:33Uhr)

    Ich drücke dem Emser ganz fest die Daumen.

  8. von Ralf Weisbecker am 27.11.2012 (14:36Uhr)

    Es geht nur so. Hätte ich Auslagen gehabt, ich hätte es auch getan bzw. über meinen Anwalt darauf hingewirkt. Man wird den Verdacht nicht los, dass auf "Teufel komm raus" abgemahnt wird, nach dem Motto: "Einige Blogger scheißen sich schon die Hosen voll und zahlen". Das ist dann schnell verdientes Geld. Wenn sich einer wehrt, kann man ja die Abmahnung zurückziehen.
    Bloggern wird im Abmahnschreiben meist vorgeworfen, sie hätten sich über die lückenlose Rechtekette bei den streitigen Bildern zu vergewissern bzw. eine rechtmäßige Nutzung dadurch sicherzustellen. Doch leider halten sich einige Abmahnanwälte scheinbar nicht an ihre eigenen Regeln und überprüfen besagte Rechtekette auch erst nach einem Widerspruch gegen eine Abmahnung. Diesmal nach dem Motto: "Oh tut uns leid, da müssen wir noch einmal prüfen."
    Und meist besteht kein Interesse an einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Oft wurde wohl zu Unrecht voreilig abgemahnt. Wenn der Gang vor Gericht dann doch unausweichlich ist, besteht immer noch Hoffnung für die Abmahnanwälte. Die "Sache" landet vor einem Hamburger Gericht. Dort ist man nicht gerade dafür bekannt, PRO Blogger/Medien/Journalist in Sachen Urheberrecht und Pressefreiheit zu entscheiden. Siehe Artikel bei Heise (link habe ich gerade nicht da).
    Ich bin dazu übergegangen, mir alle Anfragen nach Veröffentlichungen (mit oder ohne Bild) auszudrucken. Das kostet leider. Tinte, Papier, Aktenordner... Geld.
    Aber wir wohnen in Deutsch-Bürokraten-Anzeigen-Behörden-Abmahnland. Da war und ist "ausdrucken und abheften" schon immer beliebt! Da geht das nicht anders.
    So wie ich das sehe ist das Ganze auch gewollt. Zu viele Juristen (nicht nur) in der Politik. Da wird sich nichts ändern! Am Schluss bleiben in Deutschland nur einige große Zeitungen/Verlage übrig. Auch das ist ja gewollt. Denen sind Blogger ohnehin ein Dorn im Auge. Denn sie nehmen Leser/User weg. Glaubt man dort wenigstens.
    Aus diesen Gründen sehe ich da leider ziemlich schwarz, was die Medienvielfalt der Zukunft in Deutschland angeht. Naja, stellen wir die Server halt auf die Seychellen oder nach Litauen und bestimmen "Igor" dort als für unseren Blog nach dem Telemediengesetz zuständige Person für den Inhalt. Da können wir dann schreiben wie wir wollen. Und sogar Geld verdienen mit Massen-Spams...

  9. von Manfred Thull via facebook am 27.11.2012 (14:44Uhr)

    Egal - den Abmahnanwälten bzw. diesen mafiösen Kanzleien muss man Einhalt gebieten. Sonst wird man demnächst noch fürs Abwischen des Hinterns abgemahnt

  10. von RICANDVIER Network Group via facebook am 27.11.2012 (14:45Uhr)

    danke - shared

  11. von MC Winkel am 27.11.2012 (15:04Uhr)

    Danke für das Aufgreifen und Verbreiten des Artikels. Die Staatsanwaltschaft Berlin wird sich das jetzt angucken, ich hoffe, man tut das dort sehr genau. Wir rechnen mit insgesamt 500-600 Abmahnungen, die inzwischen von hgm/acticeLAW verschickt worden sind, das wäre bei dem uns bekannten Schnitt eine Abmahn-Summe von insgesamt 2 Mio. € (wir sind bei den uns bekannten 20 Abmahnungen auf 65.000€ gekommen - daher diese vermutete Summe).

  12. von Manuel Ihl via facebook am 27.11.2012 (15:23Uhr)

    tja IP Law wird von den meisten od. gar überhaupt keiner Versicherung abgefeckt. Eine Strafanzeige ist ein legitimes Mittel um die Rechtswidrigkeit eines Handelns feststellen zu lassen... welche nützlich in einem Schadenersatzprozess sein könnte... Warum eigentlich keine Unterlassungsklage?

  13. von Klaus Tembrink via facebook am 27.11.2012 (16:11Uhr)

    Hut ab und danke!

  14. von Maren Huber via facebook am 27.11.2012 (16:57Uhr)

    Super .. endlich mal Jemand der den Mumm hat hier zu handeln ...

  15. von Chris am 28.11.2012 (09:46Uhr)

    Der Winks macht das genau richtig. In dieser Sache sollten die Blogger Deutschlands, die vielen Lesern und Firmen zugleich Freude bereiten und Arbeit abnehmen, zusammenstehen.

    Bei mir wurde ebenfalls mehrmals mit drohenden Formulierungen, kurzen Fristen und - teilweise - respektlosen Formulierungen "zu all dem was passiert, wenn ich nicht zahle" versucht, Druck zu machen. Mit einem guten Anwalt, der nicht von Abmahnungen leben muss, ist das Ganze oft schnell wieder erledigt. Wenn Unrecht getan wurde, sollte das auch geahndet werden - keine Frage! Aber nicht auf diesem primitiven Niveau, welches nur der Geldmacherei zu dienen scheint.

  16. von Erste Abmahnung wegen Vorschaubildern au… am 04.01.2013 (11:48Uhr)

    [...] wird damit „immer mehr zu einem rechtlichen Minenfeld“, schreibt Rechtsanwalt Schwenke. Wie die Abmahnwelle deutscher Blogger im vergangenen Jahr zeigte, treten die Grenzen des deutschen Urheberrechts aber auch außerhalb der [...]

  17. von Listly List - Erste Hilfe bei Abmahnunge… am 13.06.2013 (14:59Uhr)

    [...] Blogger verklagt Bildagentur: Vergeltung für anhaltende Abmahnwelle [...]

Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema
Facebook: Erste Abmahnung wegen Vorschaubildern der Teilen-Funktion
Facebook: Erste Abmahnung wegen Vorschaubildern der Teilen-Funktion

Erstmals wurde der Seitenbetreiber einer gewerblichen Facebook-Seite aufgrund von Urheberrechtsverletzungen durch das Vorschaubild der Teilen-Funktion abgemahnt. Für die daumengroße... » weiterlesen

Facebook-App: 3.000 Euro Vertragsstrafe wegen fehlendem Impressum
Facebook-App: 3.000 Euro Vertragsstrafe wegen fehlendem Impressum

Aktuell werden einige Facebook-Seitenbetreiber mit Vertragsstrafen über 3.000 Euro konfrontiert. Der Grund? Ein nicht sichtbares Impressum der Facebook-Seite auf mobilen Endgeräten.... » weiterlesen

Facebook-Abmahnwelle: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Binary Services [Update]
Facebook-Abmahnwelle: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Binary Services [Update]

2012 erhielten viele Betreiber von Facebook-Fanpages Abmahungen aufgrund eines fehlerhaften Impressums. Jetzt wurde t3n ein Dokument zugespielt, das beweist, dass gegen die Initiatoren der... » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 35 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen