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Blogkommentare sind tot. Wird Google+ das Bloggen ersetzen?

    Blogkommentare sind tot. Wird Google+ das Bloggen ersetzen?

Mit dem Erfolg von Google+ wird wieder eine Frage aktuell, die schon mit dem Aufstieg von Facebook und Twitter diskutiert wurde: Sind Blogs tot? Die Frage scheint durchaus berechtigt zu sein, denn bei Google+ tauchen bereits jetzt viele Beiträge auf, die mehr Ähnlichkeit mit Bloggen haben, als man es sonst bei Beiträgen auf anderen Social Network Plattformen gewohnt ist. Dennoch lässt sich die Frage höchstens mit einem Jein beantworten, denn aussterben werden die Blogs so schnell nicht, aber Auswirkungen werden nicht zu vermeiden sein.

Wird Google+ das Bloggen ersetzen?

Ja und Nein könnte man da antworten, aber letztlich kann die Antwort zu diesem frühen Zeitpunkt nur subjektiv und nicht faktenbasiert ausfallen. Natürlich bringt Google+ viele Grundvoraussetzungen mit, die man zum Bloggen benötigt. Es gibt keine Limitierung der Post-Länge, wie es beispielsweise bei Facebook der Fall ist. Zudem lassen sich problemlos Medien wie Bilder und Video einfügen und es gibt eine Kommentarfunktion. Also eigentlich ist doch alles da, was ein Blogger braucht. Und die ersten Blogger haben sich bereits von ihren Blogs verabschiedet. Kevin Rose will beispielsweise nur noch bei Google+ Inhalte einstellen und teilen.

Von einem Massenphänomen kann man aber bisher noch nicht sprechen und auch für die Zukunft ist da durchaus Skepsis angebracht. Eine wichtige Funktion kann Google+ den Bloggern nämlich nicht bieten: Geld! Wer sein Blog auch zum Geld verdienen aufgebaut hat oder gar von seinem Blog lebt, der kann dies mit Google+ nicht weiterführen. Andere Blogger, die nur ihre Inhalte veröffentlichen wollen, um sie mit anderen Leuten im Internet zu diskutieren, haben eine andere Ausgangslage. Sie können dies ohne große Probleme auch bei Google+ machen und profitieren dabei von der Viralität des Social Networks.

Erste Prognose: Blogkommentare sterben aus

Robert Scoble glaubt an den Tod der Blogkommentare. (Foto: Roebot / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Die vieldiskutierte Prognose stammt von Robert Scoble. Er hat sich die Mühe gemacht, in den prominenten Tech-Blogs nach der Zahl der Kommentare zu einem bestimmten Thema zu schauen. Sein Ergebnis: 14 Blogs kommen insgesamt auf 87 Kommentare. Für Unternehmen, die viele Jahre dafür gebraucht haben, sich eine Leserschaft als Community aufzubauen, sei das viel zu wenig, so Scoble. Da gleichzeitig bei Google+ und/oder Facebook sehr viel mehr Kommentare zu finden seien, lautet seine Prognose: Die Blogkommentare sterben aus!

Ich persönlich halte das Beispiel von Robert Scoble für zu wenig aussagekräftig, um eine solche Prognose abgeben zu können. Zum einen gibt es immer wieder Themen, die bei Facebook, Twitter oder Google+ einfach zu mehr Interaktion führen, weil sie diese Plattformen thematisieren. Bei dem Beispiel von Scoble ging es um die neuen Einstellungen zur Facebook Privatsphäre. Auch wir haben ja heute schon darüber berichtet. Unser Artikel hat momentan (Stand: 13:50 Uhr) 63 Retweets, 158 Facebook-Shares und 7 +1-Bewertungen. Direkte Blogkommentare gab es bisher vier, neun weitere haben wir bei Facebook erhalten. Man sieht also deutlich, dass Facebook als Thema auch bei Facebook am meisten Beachtung findet.

Ein zweiter Kritikpunkt: Die von Scoble analysierten „Blogs“ sind vielleicht technisch gesehen Blogs, aber eigentlich doch viel eher Newsseiten. Mashable, Techcrunch, Wall Street Journal, BBC oder die New York Times als Querschnitt der Techblogs zu nehmen, halte ich jedenfalls für etwas unglücklich. Meine eigene, subjektive Beobachtung ist dagegen, dass kleinere, echte Blogs sehr wohl noch viele Kommentare bekommen. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass gut vernetzte Blogger über ihre eigene Community verfügen, die sich gerne auf dem Blog aufhält und Themen dort diskutiert, wo die Inhalte platziert werden.

Zweite Prognose: Tumblr und Posterous werden verlieren

Die zweite Prognose: Tumblr und Posterous werden einen Nutzerschwund erleben. Diese beiden Blogplattformen erlebten einen wahren Boom, weil sie einfach in der Handhabung sind, ohne Wartung auskommen und keine Kosten verursachen. All das geht auch mit Google+, wobei die Posts hier direkt zu den Lesern gelangen. Statt sich also langwierig eine Leserschaft aufbauen zu müssen, kann man bei Google+ einfach auf die eigenen Kontakte zurückgreifen. Vorausgesetzt man ist in den Kreisen von genügend Leuten und bietet ihnen interessante Inhalte an, kann man bei Google+ sicher schnell eine gute Leserschaft aufbauen.

Einen interessanten, dazu passenden Gedanken hatte Sai Kishore. Er kann sich vorstellen, dass Google seine eigene Blogplattform Blogger in Google+ integriert und damit einen zusätzlichen Anreiz schaffen könnte, Google+ auch als Blog zu nutzen. Betreffen würde das allerdings wieder eher die Blogger von Tumblr und Posterous. Wer Geld verdienen will oder muss, bleibt bei seinem selbstgehosteten Blog.

Ein Punkt wurde aber weder von Robert Scoble noch von Sai Kishore angesprochen: Was passiert eigentlich, wenn Google+ nun doch kein Erfolg wird und Google das Projekt über Nacht wieder einstampft?

Weitere interessante Ideen zur Frage ob Google+ das Bloggen ersetzen wird, hat Paul Spoerry bei Google Plus Headlines zusammengetragen.

Wie seht ihr die Zukunft der Blogkommentare und von Google+ als neue Blogplattform? Wer will zukünftig nur noch bei Google+ bloggen und warum?

Weiterführende Links zum Thema Google+, Bloggen und Blogkommentare:

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40 Reaktionen
kurt kölbach

nein, ich bin ganz und gar gegenteiliger meinung!
blogs werden auch in zukunft Blogs bleiben und somit auch
die kommentarfunktion beibehalten!

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Christian

Blogs sollen auch Blogs bleiben und somit auch eine normale Kommentarfunktion ohne FB oder Google+ Plugin haben!

Auch wenn man dort diverse Social Networks mit einfügt, sollte die "Diskussion" im Post selber stattfinden und nicht auf einer externen Plattform!

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gutefrage

die frage ist - macht man das mit?
muss mann denn immer den anderen hinterherrennen?

zumal google mitlerweile derart gross und übermächtig ist das man vielleicht mal darüber nachdenken sollte ob man sowas überhaupt noch unterstützen will.

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Beamer Leinwände

Beides wird bestehen, Blogs noch eher als Google+. Google+ wird den Mitteilungs- und Informationsbedarf von Blogs nicht einfach so wegwischen können. Das sind 2 Paar Schuhe die freidlich nebeneinander im Schrank bleiben und je nach Anlass getragen werden können.

Grüße ;)

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Hypnose Berlin

Interessante Idee. Und ich bin neugierig was daraus werden wird wenn wir uns in 5 Jahren darüber nochmals unterhalten.

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Shivani Allgaier

Momentan macht das bloggen noch Spaß - und wir sehen einfach, wo es hinführt, ja?

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Auceza

Aufgrund dieses Artikels über das Verhältnis von Blogs und sozialen Netzwerken habe ich mir einige Gedanken zum Thema gemacht und sie in einem Artikel auf meiner Website niedergeschrieben.

Privatwirtschaftlich dominierte soziale Netzwerke können sich zu einer schlimmen Bedrohung für unsere freiheitlichen, demokratischen Kulturen werden. Aber ich fürchte auch, dass die staatliche Kontrolle im Endeffekt keine sinnvolle Lösung des Problems ist.

In meinem Artikel beschreibe ich die Marketing-Mechanismen im Zusammenhang mit den sozialen Netzwerken und die daraus resultierenden Gefahren der sozialpsychologisch fundierten Kundenmanipulation. Schließlich habe ich auch eine Lösung dieses Problems entwickelt.

Da dieser Artikel der Ausgangspunkt meiner Überlegungen war, habe ich auch hierher zurückverlinkt.
Freundliche Grüße, Eure Auc :)

P.S.: Link zu meinem Artikel über soziale Netzwerke: http://auceza.de/?p=954

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Auceza

Ach ja... zum Artikel mag ich auch noch etwas schreiben. Mir persönlich sind soziale Netzwerke, welche sich im Privatbesitz von relativ kleinen Personengruppen befinden in höchstem Maße suspekt.
Ist den Usern nicht klar, dass ihre Daten und Informationen gesammelt und genutzt werden für vielfach unbekannte Zwecke??? Das Problem des gläsenen Menschen wird in diesem Zusammenhang viel zu wenig diskutiert.
Soziale Netzwerke wie google+ oder facebook sollten allein auf der Basis dieser Argumentation ein no-go für demokratisch gesinnte Menschen sein.

Ist den Leuten eigentlich bekannt, welche ausgereiften Techniken die Sozialpsychologie schon bereitstellt, um die massenweise gesammelten Daten zur gezielten Manipulation von großen Menschenmengen auszunutzen.

Soziale Netzwerke sind wie alle Netzwerke öffentliche Güter. Auch aus der Perspektive der Ökonomie ist es relativ verantwortungslos, Netzwerke wie google+ oder facebook privatwirtschaftlichen Firmen zu überlassen. Im Grunde wäre es sinnvoll, alle sozialen Netzwerke zu verstaatlichen und unter demokratische Kontrolle zu bringen, um zu verhindern, dass massiver MIssbrauch betrieben wird.

Wenn unsere Kulturen weiterhin freiheitlich bleiben sollen, ist es sinnvoll das Bloggen zu intensivieren und Bloggernetzwerke zu schaffen, welche auch mittel- bzw. langfristig google+ und facebook ersetzen können.
Es ist relativ einfach, einen Blog mit wordpress zu erstellen und von daher sind die Vorteile von google+ und facebook eher minmal. Auch das Mieten von webspace für einen Blog ist sehr preisgünstig geworden.
Also: stoppt facebook, google, twitter & Co.KG und konzentriert euch auf das Bloggen, um demokratische Strukturen zu stärken!!!
Freundliche Grüße, Auc :)

Antworten
Auceza

@Hedemann... Ja, es sind zahlreiche "Hurra!"- Kommentare dabei. Jedoch bin ich mir nicht immer sicher, ob sie von Maschinen versendet worden sind. Vielleicht nutzen ettliche Leute auch vorformulierte Kommentare. Ich achte auf die webadressen der Kommenarschreiber und das sind oftmals sehr verschiedene Leute, welche identische Kommentare zu verschiedenen Themen und zu sehr verschiedenen Zeiten schreiben.

Es gibt auch zahlreiche Kommentare, die einen kritischen Ton haben. Von daher gehe ich davon aus, dass bei weitem nicht alle mir zugesendeten Kommentare Spam sind. Warum sollten auch Institutionen Seiten einfach so zuspammen??? Sie haben ja ihre Gründe, werbende Mails zu verschicken und sie bei mir zu positionieren. Es kostet ja auch Zeit, Mühe und auch Geld Spam zu versenden. Mir ist teilweise unklar, warum dies geschieht.
Ich vermute Folgendes:
1.) Firmen und Organisationen versuchen auf dem Wege der Kommentarfunktion auf ihre Produkte und Dienstleistungen hinzuweisen. Das finde ich nicht schlimm. Sofern dies nicht zu penetrant geschieht, veröffenltiche ich ihre Kommentare ohne sie fett darzustellen.
2.)Viele User benutzen vorformulierte Kommentare, weil sie keine Lust haben, selbst einen persönlichen Kommentar zu verfassen. Teilweise werden auch vorformulierte Kommentare manuel modifiziert.
3.) Manche Institutionen haben ein Interesse daran, die website auf diesem Wege zu pushen. Hmmm, das sollte mir eigentlich recht sein.

Ich lösche nicht gerne mir zugesandte Kommentare. Nur rein werbende emails ohne jeglichen Bezug zum Inhalt kommen bei mir in den Papierkorb.
Kommentare, die mir individuell verfasst bzw. versendet zu sein sein erscheinen, stelle ich fett dar. Bei Kommentaren, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie nicht noch andere Funktionen neben der reinen Artikel-Kommentierung verfolgen, werden von mir veröffentlicht aber nicht fett dargestellt.

Ich misstraue Spamfiltern, weil schon zahlreiche emails als Spam markiert worden sind, welche definitiv kein Spam waren. Ich mag niemandem Unrecht tun. Manche Menschen sind bewegt und mögen gerne ihre Gefühle und ihre Meinung ausdrücken. Ich mag diesen Leuten auf keinen Fall vor den Kopf stoßen.
Was denkst Du???
Fröhliche Grüße, Deine Auc :)

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Gerit

Ich bin absolut einverstanden mit dem Artikel, thanks für den tollen Beitrag und bleibt am Ball!

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Falk Hedemann

@Auceza: Lass mich mal raten: Das sind fast alles englische Kommentare, die Dir erzählen, wie toll Dein AWESOME BLOG doch ist!? Willkommen in der Welt des Kommentar-Spams. Die Kommentare würde ich alle löschen und dann ein Anti-Spam-Plugin installieren, das diese Aufgabe künftig für Dich übernimmt ;)

Antworten
Auceza

Hallo ihr Blogger und ihr Bloggerexperten,
ich habe meinen Blog vor etwa 3 Monaten angefangen, um ein wenig etwas über wordpress und über CMS-Systeme zu lernen und habe auf meinem Blog ein wenig meine Meinung zu ein paar aktuellen Themen geäußert.

Ehm...
In den letzen 3 Tagen bekomme ich jeden Tag etwa 500 Kommentare und auch langsam ein bischen Panik, dass mir das alles über den Kopf wächst. :(

Was soll ich nur machen???

Ich kann doch nicht jeden Tag 500 und mehr Kommentare durchlesen.
Was soll ich geschehen, wenn es jeden Tag ein paar Tausend sind???...

Als ich mein emailacc geöffnet habe und plötzlich über 600 neue emails auf mich warteten, hab ich richtig Angst bekommen. >.<
Fragende und panische Grüße, Eure Auc

Antworten
Daniel
Daniel

Mal ganz Ehrlich, in jedem Blog wo man Meinungen nachlesen will, was findet man das ?? 10000 Links zu anderen Seiten, da blickt keine Sau mehr durch. Nur noch 10000 fache Queverlinkungen pur.

usability für die Fische...

Antworten
digiom (Jana Herwig)

Alberne Prognosen - noch dazu, da diese Diskussion ja offensichtlich nicht auf Google+ stattfindet.

Nuff said.

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Berit Haak

Ich denke, dass Google+ eine absolute Alternative zu Facebook darstellt allerdings eher weniger für Blogs. Durch einen eigenen Blog personalisiert man sich sich ja auch sehr im Netz, kann man das über Google+ auf die gleiche Art und Weise erreichen? Ich denke nicht.

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Kreuzfahrtblogger

Solange Feedback an irgendwelchen Stellen zurückkommt ist doch alles prima. Erst wenn kein Feedback mehr kommt sollte man sich Gedanken machen.

Antworten
Frank Tentler

Nutze G+ mit Freude und Erfolg als eine Art Mini-Blog seit Juli und zwar so, wie hier beschrieben: https://plus.google.com/u/0/102719027306611336574/posts/Rocvkr1yQ1a

Über einen wiederkehrenden Header mit Links zu einem Archiv und Infos zu mir ist das ein schöner Workaround und für mich sinnvolle Ergänzung, die ich gerne ausbauen würde. Mal sehen.

Antworten
René
René

Seit wann ist denn die Anzahl der Kommentare ein Kriterium für einen erfolgreichen Blog! Ist es nicht eher so, dass sich Blogs von anderen Organen der Medien dadurch abgrenzen, klare Meinungen zu transportieren und Kommentare überhaupt zuzulassen. Ein Blogartikel der seine Leser findet aber nicht diskutiert wird ist noch lange kein schlechter Artikel! Es gibt hunderte von Gründen weshalb wir immer Blogs finden werden, denn sie stellen eine eingfache Möglichkeit dar mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten und seine Meinung zur Diskussion zu stellen! Keine Diskussion ist auch eine Diskussion, dagt aber noch lange nichts aus über die Qualität oder den Erfolg des Blogs.

Antworten
Christian

Haben denn der FB "Teilen" und der "Twittern" Button das geschafft? Nein. Warum sollte es Google+ schaffen?

Antworten
Lars
Lars

Die Frage ist, ob sich Blogger von diesen Prognosen soweit beeinflussen lassen, dass die Prognose auch tatsächlich wahr wird. Bisher gibt es Google+ nur für einen geschlossenen Benutzerkreis. Daher kann gar keine zuverlässige Aussage getroffen werden.

Antworten
Manuel

All diese Überlegungen, was Google+ so alles zukünftig können und ablösen soll, hängen doch an einem sehr dünnen Faden: Nutzerzahlen.

Der Vorsprung und die Verbreitung von facebook & twitter scheinen so dermaßen uneinholbar, dass ich Google+ für die nächsten Jahre nur ein Schicksal als Nummer 3 nach fb & twitter prophezeien würde. (Bevor facebook seinen Durchbruch in Europa hatte, dauerte es auch Jahre. Als fb ganz frisch war, habe meinen ersten fb-Account noch nach 14 Tagen löschen lassen und bin erst anderthalb Jahre später zurück gekehrt.)

Womit sich Überlegungen über Einfluss von G+ auf die Entwicklung des Web 2.0 zunächst wohl nur auf Innovationen im Bereich der Usability beschränken dürften. Wie wir jüngst sehen können, ist ausgerechnet facebook hier Googles eifrigster "Schüler" und macht so ganz nebenbei einen "Umzug" von fb-User auf G+ unattraktiver.

Ich sehe nur dann einen Vorsprung für G+, wenn sie ihren Usern die Chance einräumen die eigenen veröffentlichten Inhalte zügig und mindestens auf Seite 2 der Suche wiederzufinden - so sie dies wünschen. Quasi eine Art "Premium-Listing" für die Nutzer aus dem eigenen Netzwerk.

Bisher muss man, selbst als "Google Blogspot"-Blogger mit halbwegs guter Klickquote, einige Seiten in der Suche blättern bis man eigene Inhalte zu einem Stichwort findet. Und wir alle wissen wie nervig es ist sich durch die Suche zu blättern. Wäre G+ hier der exklusive Schlüssel zum Listing auf den vorderen Plätzen, könnte die Sache für G+ ganz schnell anders aussehen.

Antworten
pangu
pangu

blogkommentare wie dieser meiner hier werden total überbewertet..

Antworten
Ulli Würdemann

meine beobachtungen auf basis meiner zwei blogs (www.ondamaris.de und http://www.2mecs.de):
- ja, es gibt deutlich weniger kommentare
- allerdings gibt es deutlich mehr leser/innen-reakitonen auf facebook, twitter, langsam auch bei google+
- ja (@sebsn), auch mir wäre sehr an einer guten (für den betreiber wie den user) unkomplizierten möglichkeit zum platform-übergreifenden aggregieren gelegen
- themen, die die zielgruppe direkt angehen / aufregen, führen auch heute noch zu vielen kommentaren direkt im blog - es kommt also auch auf die themenwahl sowie die eigene positionierung an
- für mich wäre g+ kein ersatz für die blogs - gerade auch, weil viele leser/innen auch 'alte' artikel lesen / suchen / recherchieren. bei g+ wie fbn scheint mir das zumindest bisher nur mühsam denkbar

ergo: nein, ich halte g+ nicht für eine alternative zu blogs, sondern für eine gute ergänzung

Antworten
Dude

Der große Vorteil von Google+ gegenüber Facebook ist in dieser Hinsicht die Möglichkeit, Beiträge und somit Diskussionen extern zu verlinken. Insofern ist das schon ein deutlicher Schritt in Richtung Blogging - ohne dass ich sagen würde, dass Blogs demnächste ausgestorben sind. Dazu werden bei vollwertigen anderen Blogs zuviele Extras und Möglichkeiten geboten.

Antworten
Falk Hedemann

@hilde: Da Du damit vielleicht nicht alleine bist, hier mal ein Einladungslink, mit dem man Zugang zu Google+ bekommt ;-) Viel Spaß!

Antworten
hilde
hilde

Hallo,

damit auch ich endlich mal in den Genuss von Google+ kommen kann, wäre es nett, wenn mich dorthin mal einer einladen könnte! Eine Einladung könnte Ihr an folgende Mail-Adresse senden:
die.kluge.hilde@googlemail.com

LG
Hilde

Antworten
Nico

Blogkommentare werden leben http://lumma.io/nQJLlZ - meine replik.

Antworten
Mike
Mike

Warum macht sich eigentlich keiner Gedanken was für Konsequenzen das für den Kommentarposter haben könnte ? Es kann doch immer ein Rückschluss auf den Verfasser gezogen werden. Nachher wirft man mir noch vor, ich hätte mich vor 5 Jahren mal negativ zu einem Thema geäußert.

Antworten
wortwart

Um die Überschrift zu beantworten: nein.
Übrigens ist das hier ein Blogkommentar.

Antworten
Michaela

Ich denke, daß sich alles ergänzt und je nach dem was ich veröffentlichen möchte, das entsprechende Medium wähle. Wenn ich mal kurz was posten möchte oder auf einen Beitrag hinweisen möchte nutze ich Twitter und oder Facebook, inzwischen auch Google+. Auf Facebook schreibe ich Dinge, die eher persönlich sind, ebenso auf Google+. In meinem Blog sind dagegen Beiträge, die einfach länger sind, an denen ich auch länger sitze und nicht einfach mal schnell so neben bei, wie bie Facebook oder Google+. Über meine Blogbeiträge mache ich mir eindeutig mehr Gedanken als über ein Posting bei Google+ oder Facebook. Ausserdem kann ich in meinen Blog wesentlich mehr Sachen einbinden. Da sind die Möglichkeiten von Google+ und Facebook doch sehr begrenzt, auch was die Darstellung eines Postings angeht.
Übrigens kann man auch einen Blog bei Blogger monetarisieren, man muß also nicht unbedingt seinen Blog selbst hosten.
Liebe Grüsse vom Bodensee,
Michaela

Antworten
Dominik

Bei der ganzen Sache darf man die Konsequenzen auch nicht vergessen – sollte sich die Prognose bewahrheiten. Jeder der sich für ein freies Netz einsetzt, sollte Magenschmerzen bei der Vorstellung bekommen, dass ein privat-wirtschaftliches Unternehmen ein Informationsmedium wie freie, unabhängige und verteilte Blogs vereinnahmen kann.

Antworten
PRECOM Rainer

Naja, ein wenig Veränderung wird schon da sein. Aber das heißt mMn nicht, dass die Blog-Kommentare völlig aussterben werden. Gute Blog-Artikel werden weiterhin über Social Media verbreitet werden, und auch dort ihre Kommentare erhalten. Im SM etwas posten ist halt oft leichter oder auch freundlicher, als in diversen Blogs. Trotzdem werden die fachlich wirklich interessanten Kommentare, so glaube ich, durchaus noch in den Blogs selber auftauchen. Nur verschwinden halt die Meldungen a lá "find ich auch" oder "gut geschrieben". DAS wird wohl eher in Social Media erscheinen :) !

Also mein Fazit: Tot, nein, definitiv nicht. Verändert, durchaus, möglicherweise aber auch das Potential, dass die Kommentare zwar weniger werden aber dafür die hochwertigen bleiben!

Antworten
Monika

wer ist er?
und wieso sollt ich ihm auch nur 1mm glauben?

die Blogs, die da stehen, ich las das englische Original *auf G+ * ;)

sind ja keine wirklichen Blogs,
für mich ...

Antworten
Ralf Heinrich

Ich gebe sebsn uneingeschränkt recht. Die Kommentare kommen schon; nur sind sie überall verteilt. Leider gibt es noch keine perfekte Aggregation der verschiedenen Plattformen im Kommentarbereich der Blogs. Hier gäbe es zu tun!

Meiner Ansicht nach geht es auch in Zukunft nicht (ganz) ohne Blogs. Sie sind die Social-Media-Zentrale (oder sollten es sein).

Antworten
Andreas

Eigentlich ist es doch fast egal, an welcher Stelle der Blogger Feedback erhält oder wo die Diskussion stattfindet. Hauptsache es kommt irgendetwas zurück.
Google+ ist lediglich eine weitere Möglichkeit, die halt von den dort registrierten User genutzt werden kann. Für alle anderen steht dann die Blog Kommentarfunktion zur Verfügung. Es verteilt sich halt alles ein wenig, was ich übrigens für alles andere als schädlich halte. Letztendlich erhöht es auch die Reichweite.
Die Prognose von Robert Scoble halte ich daher auch für einen Schnellschuss. Wahrscheinlich wird er in einem Jahr so etwas wie "Ich kann tote Blog Kommentare sehen" schreiben. Hoffen wir mal, dass ihm nicht noch alle "sechs Sinne" abhanden kommen ;-)

Antworten
Falk Hedemann

@Oliver Schwarz: Zumindest bei dieser Prognose sehe ich die Ansicht von Robert Scoble auch sehr kritisch, aber das habe ich ja schon im Artikel geschrieben. Mir scheint, er hat da eine Idee gehabt, für die er ein passendes Beispiel brauchte. Realistisch ist es aber nicht.

Antworten
sebsn

Ich würde einfach mal schauen wie sich die Kommentare der einzelnen Plattformen in den Blog aggregieren lassen. Das größte Problem ist für mich als Leser zB die fehlende Interaktion. Wenn ich einen Blogbeitrag lese den ich interessant finde, aber keine Kommentare sehen werte ich ihn (unfairerweise) ab. Allerdings ist die Schwelle etwas auf facebook oder g+ zu kommentieren einfach viel niedriger als in Blogs. Das muss sich einfach ändern.

Antworten
Oliver Schwarz

Auf diesen Artikel muss ich doch glatt ein Kommentar schreiben.

Es tut mir leid, aber das ist nun das n-te Mal, dass ich eine weitere Prognose von Hrn. Scoble höre. Es ist wohl das Geschäftsmodell, einfach immer wieder mal was zu prognostizieren, die Leute ein wenig zu erschrecken, um sich dann als Guru zu einem Thema zu präsentieren. Da nach ein paar Monaten keiner mehr nach der Prognose fragt, war der Augur wenigstens mal namhaft für ein paar Tage oder Wochen in den Twitter-Top-Ten.

Seltsam.

Antworten

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