Blogsysteme leben von der Community
Am 3. September 2001 veröffentlichte Six Apart die Version 1.0 von Movable Type. Spätestens mit der Einführung der TrackBack-Funktion mit der Version 2.2, die später von allen anderen Blogystemen übernommen wurde, galt Movable Type als unangefochtener Marktführer, der auch über eine gut funktionierende Community verfügte. Bei Six Apart reiften vermutlich genau zu diesem Zeitpunkt die verhängnisvollen Pläne, die letztlich den heutigen Erfolg von WordPress mit begünstigt haben.
Six Apart wollte mit seinem Blogsystem Geld verdienen und führte 2004 mit der Version 3.0 ein neues Lizenzmodell ein. Von da an sollten nur noch Privatpersonen Movable Type kostenlos nutzen können. Alle anderen, also Unternehmen, Bildungseinrichtungen und sogar Non-Profit-Organisationen sollten Lizenzgebühren zahlen. Und mehr noch: Six Apart beschränkt die Anzahl der Autoren und Weblogs, die mit einer erworbenen Lizenz genutzt werden konnten.
Die Community von Movable Type, die alle vorherigen Versionen im kompletten Umfang kostenlos nutzen konnte, war von dem Lizenzmodell wenig begeistert. Viele Community-Mitglieder drückten dies mit einem Wechsel zu dem gerade an den Start gegangenen Open-Source-Blogsystem WordPress aus.
Bei Six Apart blieb man trotzdem stur und leitete damit den eigenen Untergang ein. Erst mit der Version 4.0 wurde Movable Type als Open Source unter GPL gestellt und war von da an wieder kostenlos zu haben. Da war es aber schon zu spät und WordPress nicht mehr aufzuhalten.
Für den Blogger Byrne Reese, der selbst noch Movable Type einsetzt, ist auch die technologische Basis ein Grund dafür, das sich WordPress gegenüber Movable Type durchgesetzt hat. Während WordPress auf PHP basiert, ist Movable Type in Perl geschrieben. Damit ist WordPress deutlich einfacher zu installieren. Das spielt bei der heutigen Popularität der Blogs eine große Rolle, denn Blogs werden heute auch von Personen benutzt, die eher wenig webtechnisches Wissen mitbringen.
Man könnte also sagen, dass die Popularität der Blogs auch ohne den Fehler von Six Apart langfristig WordPress nach oben gebracht hätte. Dennoch war die verfehlte Lizenzpolitik bei Movable Type sicherlich kein Nachteil für WordPress.





One answer
von Thomas Gigold 10.02.2011 (16:05Uhr) 1.
So, und richtig gut wäre dieser Nicht-Artikel jetzt eigentlich, wenn in ihm vorkommen würde, was SixApart heute ist - nämlich nix mehr (aka verkauft), über die Fehlversuche mit Vox.com und wie Typepad heute dasteht. Dann wäre es eine schöne Chronik des Untergangs gewesen. So aber ist es .. ich weiß nicht. Irgendwie inhaltsleer. Oder?