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Interview

BMW-Digitalisierungsmanager Jens Monsees: „Die Coolness machen die Mitarbeiter selbst“

(Bild: BMW)

Der berühmte „Vierzylinder“, das Hauptverwaltungsgebäude von BMW in München, hat 22 Stockwerke. Hier entstehen Zukunftstechnologien – doch was genau können wir uns darunter bei BMW vorstellen? 

Es ist nicht die erste Station von Jens Monsees bei BMW. Er war früher schon einmal „International Innovation Manager“. Dann hat Google ihn unter anderem zum „Industry Leader Automotive“ und später zum „Director Branding“ gemacht, zuständig für die Bereiche Automotive, Consumer Goods, Food Retail und Health Care.

Seit vergangenem Jahr nun soll Jens Monsees unter dem etwas sperrigen Jobtitel „Corporate Vice President Digital Strategy/Product Strategy, Corporate Planning“ die über die Jahre gewonnenen Kompetenzen aus der digitalen Google- und der Hardware-Auto-Welt nach Möglichkeit zusammenführen und BMW so dabei helfen, auch weiterhin das zu bleiben, was man selbst „führender Premiumhersteller“ nennt.

Bereits vor seinem Amtsantritt war klar: Beim dem bayerischen Traditionsunternehmen, das Teil der nicht nur für Innovationen bekannten deutschen Autoindustrie ist, muss vieles digitaler und einiges völlig umgekrempelt werden, um im Wettbewerb gegen verschiedenartigste Konkurrenten, auch die aus dem Silicon Valley, selbst in zehn Jahren noch halbwegs gut dazustehen.

Schon während des Tüftelns und Transformierens entsteht im besten Fall so etwas wie ein „Moonshot“. So werden bei Google all jene Projekte genannt, an die man sich womöglich auch in hundert Jahren noch erinnern wird. Eine dieser Innovationen, von denen sich BMW offensichtlich viel verspricht, soll der neue „Campus“ in Unterschleißheim bei München werden, auf dem der Konzern ab Mitte 2017 das gesammelte Wissen seiner verschiedenen Standorte aus dem Bereich der Elektromobilität und des vollautomatisierten Fahrens zusammenführen will, wie es heißt. Und weil Jens Monsees Bilder mag, nennt er dieses Zentrum schon jetzt das „Cape Canaveral für den Moonshot“, und fügt hinzu: „Das baut man nicht an einem Tag.“

Zu Beginn des Jahres wurde zudem bekanntgegeben, dass die BMW Group, Intel und Mobileye ab der zweiten Jahreshälfte mit rund 40 autonom fahrenden Testfahrzeuge experimentieren möchten.

Das alles klingt nach viel Arbeit für den Digitalmanager. Im Interview spricht Jens Monsees darüber, weshalb BMW im Gegensatz zu Porsche und anderen Konkurrenten kein Digitallabor unterhält, was derzeit schon 3D-gedruckt werden kann, und weshalb es hilft, offene Standards zu etablieren und „agnostisch“ zu agieren.

t3n.de: Jens, du hast dich neulich einmal über jene gern „Digital-Labore“ genannten Einrichtungen amüsiert, die ja viele deiner Konkurrenten aus dem Boden gestampft haben und von denen sie sich angeblich jede Menge guter Ideen erhoffen.

Jens Monsees: Ja, ich erinnere mich.

t3n.de: Warum ist das nichts für dich?

Wir sind ja nicht Greenfield und ohne Konkurrenz. Wir sind kein Startup. Wir sind 100 Jahre alt. Ich halte es für keine besonders gute Idee, dass man neben einen großen Konzern irgendetwas auf die grüne Wiese setzt und festlegt, dass solch ein Lab dann die Zukunft entwirft. In solchen Fällen macht ein Konzern aus meiner Sicht genauso weiter wie bisher. Weil man auf dieser Wiese, um im Bild zu bleiben, schlicht zu weit weg ist vom Hier und Jetzt. Grundsätzlich wollen wir kein „Wir machen hier grüne Wieso und probieren irgendetwas total Neues aus“, denn da fehlen einfach die Pain Points des Daily Business. Ich weiß nicht, ob unser Weg der richtige ist, für uns ist er es.

t3n.de: Anstatt der grünen Wiese setzt du lieber auf die Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen?

Ja, ich glaube tatsächlich mehr an einen „BizDevOps“-Ansatz, bei dem man Fachbereiche crossfunktional mit der IT integriert.

t3n.de: Das heißt aber natürlich auch, dass du freiwillig auf den Coolness-Faktor von solchen Labs verzichtest. Das müsste doch gerade dir als ehemaligem Google-Mitarbeiter sauer aufstoßen …

Das sehe ich nicht. Die Coolness machen die Mitarbeiter selbst, ob das Team nun auf der grünen Wiese steht oder in einer etablierten Struktur arbeitet. Bei uns gibt es zum Beispiel die so genannten Tech-Offices wie im Silicon Valley, hier geht es um Trendscouting, Technologiepartnerschaften und die Anbahnung von Kooperationen für unser Ecosystem.

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