Boot to Gecko: Mozillas Antwort auf Chrome OS

Boot to Gecko: Mozillas Antwort auf Chrome OS
Mozilla antwortet jetzt mit einem neuen Projekt auf das browserbasierte Betriebssystem Chrome OS von Google. Boot to Gecko heißt das brandneue Projekt für das Mozilla noch Entwickler sucht. Das Ziel ist klar: Google soll den Markt für browserbasierte Betriebssysteme nicht für sich alleine haben. Doch etwas hilflos wirkt die recht späte Reaktion schon, denn ganz ohne die Hilfe von Google geht es dann doch nicht.

Boot to Gecko bootet mit Android

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Boot to Gecko hat natürlich nichts mit den farbenfrohen Tierchen zu tun, sondern bezieht sich auf die vom Firefox bekannte Browser-Engine „Gecko“. (Foto: LoveBigIsland / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Mozilla-Entwickler Andreas Gal erklärt im Entwickler-Forum die Gründe für Boot to Gecko. Demnach sei man bei davon überzeugt, dass das Web proprietäre Umgebungen einzelner Unternehmen ersetzen und mit Web Technologien für eine bessere Basis für die Zukunft der mobilen und der Desktop-Anwendungen sorgen kann. Daher sei es notwendig diese Entwicklung weiter voranzutreiben. Geht es nach Mozillla, soll Boot to Gecko dabei ein wichtige Rolle spielen und ein komplett unabhängiges und offenes OS für das Open Web werden.

So ganz unabhängig ist Boot to Gecko zumindest in seiner Basis dann aber doch nicht, denn zum Booten in die vom Firefox bekannte Browser-Engine Gecko nutzt das als „B2G“ abgekürzte Mozilla-Projekt das mobile Open Source OS Android, das bekanntlich maßgeblich von vorangetrieben wird. Genutzt werden allerdings nur der Kernel, die Treiber und die libc. Alle entwickelten Schnittstellen beispielsweise für die Telefonie, SMS, USB, Bluetooth, NFC oder Kameras sollen dann als offene Standards etabliert werden. Besonders berücksichtigt werden soll dabei die Sicherheit.

Neben den Funktionen des webbasierten Systems sollen Web-Apps für zusätzlichen Funktionsumfang sorgen und alles ermöglichen, was von modernen Internetgeräten heute verlangt wird.

Fazit: Boot to Gecko vs. Chrome OS ist kein wirkliches Duell

Das alles erinnert natürlich sofort an von Google. Leider kann schon Chrome OS bei den Nutzern nicht wirklich punkten, denn viele vertrauen der Cloud einfach noch nicht in einem Maße, dass sie ihre kompletten Daten dort ablegen mögen. Ein webbasiertes OS geht ja sogar noch einen Schritt weiter und ist ohne Internetverbindung kaum benutzbar. Warum sollte das nun mit Boot to Gecko unbedingt anders werden?

Das Argument Google sei doch eine Datenkrake, der man seine Daten einfach nicht anvertrauen dürfe, zieht hier meiner Meinung nach nicht. Die Verbreitung von Android beweist schon seit längerer Zeit, dass viele Nutzer das auch so sehen, denn ohne die Verwendung von Google-Diensten wäre ein Android-Smartphone auch nur noch halb so gut. Auch der Start von Google+ hat gezeigt, dass die Google-Skeptiker zumindest unter den Early Adoptern nicht die Mehrheit stellen.

Mozilla hat gegenüber Google hier einen ziemlich großen Rückstand, den man ohne große Nutzungsmehrwerte nicht wird aufholen können. Insgesamt scheint mir die Nutzerbasis auch (noch) zu gering.

Wer von euch kann sich denn überhaupt vorstellen ein webbasiertes Betriebssystem bei der produktiven Tagesarbeit einzusetzen? Und dann lieber eins von Google oder von Mozilla?

Weiterführende Links zum Thema Boot to Gecko:

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9 Antworten
  1. von Bosbolo 26.07.2011 (16:07Uhr) 1.

    Das Betriebssystem ist für mich sekundär und die beiden Browser Chrome und Firefox mag ich ähnlich gut. Was wirklich zählt sind die verwendeten Webapps und diese Entscheidung ist unabhängig des webbasierten OS, so kann ich auch mit dem Chrome OS Netvibe als RSS Reader verwenden.

  2. von n3rd0man 26.07.2011 (16:22Uhr) 2.

    Ich hab mir schon früher mal gedacht, dass es cool wäre wenn Mozilla ein eigenes OS raus bringe, aber den Quatsch von Google nachzumachen finde ich nicht sinnvoll.
    So ein ein webbasiertes OS darf ja in keinem Fall einmal ohne Internetverbindung sein, sonst ist das ja total unbrauchbar.
    Eine Symbiose zwischen webbased OS und konventionelles OS (also immer noch auf der Festplatte installiert mit allen Funktionalitäten) wäre sicherlich eine gute Alternative dazu.

  3. von Bernd 27.07.2011 (05:57Uhr) 3.

    Für mich kommt das ganz drauf an, wer eher mein Vertrauen gewinnt und wer sich technisch bei mir durchsetzt.

    Es ist aber auch wirklich ein recht später Schritt von Mozilla da gegen zu steuern~

  4. von Christian 27.07.2011 (08:22Uhr) 4.

    "denn viele vertrauen der Cloud einfach noch nicht in einem Maße, dass sie ihre kompletten Daten dort ablegen mögen"

    Würde ich auch nicht machen. Habe meine Daten lieber bei mir auf der Festplatte als irgendwo im Internet rumschwirren.

  5. von Bosbolo 27.07.2011 (09:53Uhr) 5.

    ich hab meine daten in meiner ganz persönlichen cloud namens Synology NAS. ein webOS ist da ganz praktisch...

  6. von Tim Kraut 27.07.2011 (13:33Uhr) 6.

    Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Chrome OS und Mozillas Boot to Gecko:
    Chrome OS ist für notebookähnliche Geräte bestimmt, Mozilla zielt mehr auf den Tablet-/Handymarkt.

    Ich finde nicht, das Mozillas Versuch/Idee hilflos wirkt. Mozilla war schon immer ausnahmenslos für Open Source und Android ist nun mal DAS Open Source-Betriebssystem für mobile Geräte. Man muss auch beachten, das Mozilla, verglichen mit Google, winzig ist.

    Konkurrenz belebt bekanntlich auch das Geschäft. Google Chrome ist sicherlich der schnellere Browser, dafür gefallen mir die Neuerungen von Mozilla in der Regel besser. Ich bin jedenfalls gespannt, was da noch so kommt.

  7. von Firefox: Mozilla bringt einheitliches De… 03.05.2012 (13:07Uhr) 7.

    [...] Präsentation zeigt, wie Firefox auf Plattformen wie Android, Windows 8 Metro-UI, Mozillas Boot2Gecko und dem konventionellen Desktop aussehen [...]

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