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Ich hab Tech im Ohr: Münchener Startup überrascht mit kuriosen Kopfhörern

Ich hab Tech im Ohr: Münchener Startup überrascht mit kuriosen Kopfhörern

Sie können Musik abspielen, Fitnesswerte messen, und telefonieren kann man mit ihnen auch. Mit „The Dash“, einem neuartigen Kopfhörerkonzept, wagt sich das Startup Bragi aus München in das Abenteuer der . Die zeigt: Das 15-köpfige Team hat offenbar vieles richtig gemacht.

Ich hab Tech im Ohr: Münchener Startup überrascht mit kuriosen Kopfhörern

The Dash: Drahtlose und smarte Kopfhörer aus München. (Screenshot: YouTube/Bragi)

The Dash: Bragi feiert furiosen Crowdfunding-Erfolg

The Dash: Das Münchener Startup Bragi bringt smarte Kopfhörer mit ungewöhnlichen Funktionen. (Foto: Bragi)
The Dash: Das Münchener Startup Bragi bringt smarte Kopfhörer mit ungewöhnlichen Funktionen. (Foto: Bragi)

Mit einer ungewöhnlich erfolgreichen Kickstarter-Kampagne sorgt das Münchener Startup Bragi aktuell für Aufsehen: Beworben werden In-Ear-Kopfhörer – aber nicht irgendwelche, sondern die weltweit ersten ihrer Art, drahtlos und smart. Sie spielen Musik ab, begleiten den Nutzer als Fitness-Coach und nehmen Anrufe an – und das alles ohne Kabel, noch dazu verpackt in einem auffallend extravaganten Design. Seit Mittwoch läuft die Crowdfunding-Kampagne, und schon jetzt hat das Startup sein angepeiltes Finanzierungsziel in Höhe von 260.000 US-Dollar um Längen übertroffen. Zur Stunde stehen rekordverdächtige 700.000 US-Dollar auf der Uhr. Und im Minutentakt werden es mehr. Wer steckt dahinter?

„Wir wollen Nutzern ein magisches und einfaches Produkt bieten“

Bragi: Er ist der Kopf hinter den Kopfhörern „The Dash“. Der gebürtige Däne Nikolaj Hviid. (Foto: Bragi)
Er ist der Kopf hinter „The Dash“; Der gebürtige Däne Nikolaj Hviid. (Foto: Bragi)

München. Hier sitzt Bragi, ein Hardware-Startup, das bislang offenbar niemand so richtig auf der Rechnung hatte. Denn seit Dezember 2012 schraubt hier ein Team aus nicht weniger als 15 Designern und Ingenieuren am Zukunftsmarkt „Wearable Computing“ mit. Und: Den will Bragi jetzt auch mit seinem Produkt „The Dash“ überrumpeln, smarten Kopfhörern, die endlich mehr können sollen als nur blecherne Töne ausspucken. „Im Unterschied zu Mobiltelefonen haben Kopfhörer nicht ansatzweise einen so großen technologischen Sprung unternommen, wie wir ihn heute bei Smartphones erleben“, sagt Nikolaj Hviid, Gründer und Kopf von Bragi, im Gespräch mit t3n.

Der gebürtige Däne ist fest entschlossen, das zu ändern. „Wir wollen Nutzern jetzt ein gleichermaßen magisches wie einfaches Produkt anbieten“, so Hviid und beruft sich dabei auch auf seine Erfahrung als Designchef bei einem weltweit führenden Hersteller von Kopfhörer-Produkten.

The Dash: Smarte Kopfhörer für Musik- und Fitnessjunkies

„Musikspieler, Fitness-Tracker und Headset in einem.“

Doch was hat das Startup da eigentlich genau für neuartige Kopfhörer in petto? In ihrem Produkt wollen die Macher tragbare Technologie mit Design und ausgeklügelter Technik zusammenbringen. Und: Die soll sich nicht nur auf ein außerordentliches Hörerlebnis verstehen, sondern auch mit Biometrie- und Telefonfunktionen punkten. Auf den ersten Blick sehen die In-Ear-Kopfhörer von Bragi aus wie modische Hörgeräte, warten in Wahrheit jedoch mit ungewöhnlich vielen Funktionen für so ein kleines Gadget auf.

Unter dem Motto „Listen, Track and Communicate“ will das Startup dem omnipräsenten Smartphone in der Hosentasche Konkurrenz machen. Ein integrierter Musikspieler bietet mit vier Gigabyte internem Speicher zum Beispiel Platz für etwa 1.000 Songs. Die können zwar wahlweise auch über eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone abgespielt werden, doch echter Tragekomfort und ein bestmögliches Maß an Soundqualität dürften eben doch nur über diesen Weg möglich sein.

Darüber hinaus adressieren die Kopfhörer auch eine Zielgruppe, die bislang wahrscheinlich am intensivsten mit dem „Wearable-Computing“-Trend in Berührung gekommen ist: Sportler und Fitness-Junkies. Bieten smarte Armbänder wie das Fitbit Flex, das Jawbone Up oder der Misfit Shine entsprechende Funktionen schon länger, lassen sich die Kopfhörer von Bragi ebenfalls als Fitness-Tracker nutzen. In dem nur 26 Millimeter breiten und 25 Millimeter hohen Ohrsteckern werkeln nämlich ein Bewegungssensor, ein Thermometer und ein optischer Sensor. Damit können Träger Werte wie zum Beispiel Laufdistanzen, Schrittgeschwindigkeit und Trittfrequenz, aber auch biometrische Körperdaten wie die eigene Herzfrequenz oder die Sauerstoffsättigung messen.

Über eine native App für iPhone und Android-Smartphones lassen sich all diese Daten schlussendlich auswerten. Allerdings ist für den Fitness-Betrieb mit The Dash das Smartphone ebenso wenig erforderlich wie der Griff zum Hörer bei Anrufen. Mithilfe von Sprachbefehlen und einem integrierten Knochenschall-Mikrofon lassen sich die Kopfhörer auch als Bluetooth-Headset nutzen. Insgesamt sollen es die Kopfhörer des mit ihrer 100 Milliamperestunden starken Batterie auf vier Stunden Laufzeit bringen.

Hardware-Startup Bragi: „München ist Oldschool“

Angesichts dieser technischen Raffinessen verwundert es schon, warum sich das Jungunternehmen von Nikolaj Hviid ausgerechnet München als Startrampe für seine ambitionierte Mission ausgeguckt hat. Schließlich schwört die hiesige Startup-Szene immer noch auf Berlin. Und jenseits von Internet-Klassikern wie SoundCloud, Zalando, Researchgate und Wooga haben inzwischen auch zahlreiche Hardware-Startups die Bundeshauptstadt als fortschrittliches Tech-Pflaster entdeckt. Dort tüfteln mit Lock8, Panono, Babywatch und Lockbox gleich mehrere junge Unternehmen am nächsten großen Tech-Gadget. Und auch das einst in München beheimate Startup Airfy trägt nach t3n-Informationen schon die Umzugskartons nach Berlin.

„München ist die europäische Hauptstadt für Produktdesign.“

Nur die Jungs von Bragi sträuben sich dagegen – und das hat offensichtlich Gründe, denn Nikolaj Hviid weiß: Nutzer wollen nicht nur einen technisch hochgerüsteten Produktkern, sondern mindestens genauso gerne eine schicke Schale drumherum. Und dafür ist München offenbar perfekt: „Kaum ein anderer Standort in Europa hat einen so hochkarätigen Pool an Talenten mit Liebe zum Produktdesign“, sagt der 39-Jährige. „München ist Oldschool!“. Und er muss überzeugt sein von dem, was er da sagt: Denn sein 15-köpfiges Team bringt es auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Audio-Branche und hält nach eigener Aussage 90 Patente. Genug offenbar, um den Markt für „Wearable Devices“ in den nächsten Jahren kräftig aufmischen zu wollen. Was nach den Kopfhörern kommt? „Geheim, aber mit zwei weiteren smarten Produkten wollen wir Menschen auch nächstes Jahr überraschen“, sagt Hviid. Warten wir es ab.
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11 Antworten
  1. von Rico Weigand am 13.02.2014 (17:50 Uhr)

    Erinnert mich irgendwie an die Dinger, die mal Personen in einer Folge von Dr. Who im Ohr hatten. ?)

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  2. von iwanitoo am 13.02.2014 (18:33 Uhr)

    Saugut! Werd ich unterstützen... hab mir sowas schon immer gewünscht!

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  3. von Pierre am 13.02.2014 (18:54 Uhr)

    Bitte, Bitte liebes T3n Team, ich flehe euch an! Könnt ihr bitte rausbekommen, wie ein (oder dieses) Unternehmen aus Deutschland bei Kickstarter eine Kampagne gestartet hat (geht ja eigentlich nicht)? Welchen Trick haben die angewandt. Ohhh bitte es wär so top, wenn ihr darüber berichten könntet. Es wären euch wirklich viele Leute dankbar!

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  4. von Conny am 13.02.2014 (18:55 Uhr)

    Möchte endlich eine Kapselartiges Teil das man schluckt, und sich dann am Gehirn andockt und dann mein Smartphone mit meinem Gehirn verbindet. :-)

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  5. von Daniel Hüfner am 13.02.2014 (19:16 Uhr)

    Hallo Pierre,

    wir können Dich beruhigen, ein entsprechender Artikel zu dem Thema ist schon in Planung!

    Beste Grüße aus Hannover,

    Daniel

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  6. von Sildenafil am 13.02.2014 (23:32 Uhr)

    Diese Kopfhörer braucht man noch in Kombination mit einer Google Glass und perfekt ist das System :) Ein sichtbarer Tacho beim Biken usw.

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  7. von Michael Gebert am 13.02.2014 (23:47 Uhr)

    Referenten Preview - Nikolaj Hviid, Münchner, Gründer und Mastermind hinter der bislang erfolgreichsten deutschen Produkt Kampagne auf Kickstarter wird auf dem Crowd Dialog 2014 als Panelist und Referent dabei sein.

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  8. von Fayron am 14.02.2014 (08:03 Uhr)

    Einerseits ist es ein Unternehmen aus München und andererseits steht bei Kickstarter das The Dash aus den USA verschickt wird und man als EU-Bürger weitere 15$ Porto und 46$ Steuern einrechnen muss. Das ist gelinde gesagt verwirrend. Evtl. aber Kickstarter geschuldet oder?

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  9. von BRAGI am 14.02.2014 (09:34 Uhr)

    @Fayron,
    nicht Kickstarter, aber der deutsche Staat will 19% MwSt. Daher der Kickstarter Preis (ohne MwSt.) + 19% MwSt. und KEIN Versand. Versand ist übrigens kostenlos. Wir verschicken aus USA, good old Germany und Hong Kong, je nachdem wohin es geht.
    Grüsse aus München

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  10. von Michael Gebert am 14.02.2014 (10:13 Uhr)

    neben diesem tollen Erfolg ist der heimliche Gewinner Amazon, die mit Amazon Payment 3-5% Abwicklungsprovision erhalten -> wäre die Abwicklung über BitCoin (quasi kostenneutral) gelaufen, wären den Gründern ( Stand 1Mio USD ) ca 40k USD mehr zugekommen.....

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  11. von Bernd am 14.02.2014 (11:38 Uhr)

    @BRAGI
    Ist denn auch eine App für Windows-Phone in Planung?

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