Brauchen wir ein öffentlich-rechtliches YouTube?

Brauchen wir ein öffentlich-rechtliches YouTube?
Wie die Verbreitung von Medieninhalten via Internet in Deutschland geregelt werden soll, ist ein Thema, mit dem sich schon lange intensiv auseinandergesetzt wird. Auf dem Videocamp in Berlin wurde jetzt weiter fleißig diskutiert und wieder einmal festgestellt: Die alten Regularien sind nicht mehr zeitgemäß und Alternativen müssen her. Eine Überlegung ist dabei die Einführung öffentlich-rechtlicher Internet-Kanäle.

YouTube und der „Internetrundfunk“

Es ist kein Geheimnis, dass die vorherrschenden Rundfunkregularien, rund um den Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien, nicht mehr dem Stand der Dinge entsprechen. Sowohl Medien als auch deren Verbreitungsform sind ständigen technischen Neuerungen ausgesetzt und verlangen nach einer Anpassung der Gesetze, um neuen Formaten den Weg zu ebnen. Gerade im Bereich des „Internetrundfunks“ scheinen die Grenzen unklar zu verlaufen, denn wo endet das Hobby-Streaming von privaten Inhalten und wo beginnt der professionelle Medienbetrieb?

„Videopunk“ Markus Hündgen, freier Journalist u.a. für das ZDF, geht in einem Blogpost auf die Diskussion vom Videocamp ein und macht sich darin stark für eine „demokratisch legitimierte Lösung aus öffentlicher Hand“.

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Reichen YouTube & Co als Plattform oder braucht es ein offiziell reguliertes Gegenstück? (Foto: mauritsonline / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Denn während manche wie Christoph Keese vom Axel Springer Verlag auf eine Selbstregulierung setzen anstatt auf die Landesmedienanstalten, widerspricht dem Markus Hündgen vehement:

Selbstregulierung hieße, die Verantwortung für gesellschaftlich wichtige Faktoren wie Werberegulierung und Jugendschutzkontrolle in private Hände zu legen. Die Ergebnisse einer frühen Phase der Selbstregulierung sind jetzt schon beim Verhalten YouTubes zu sehen. Die Google-Tochter hat bereits mehrfach in der Vergangenheit in vorauseilendem Gehorsam gehandelt und bar jeder juristischer oder moralischer Zwänge Inhalte vom Portal entfernt.

„Plattformneutralität“ fordert Hündgen damit und geht im zweiten Schritt auf die immer wieder in Frage gestellte „Netzneutralität“ ein. Denn ansonsten liege die Entscheidung, wer wie schnell senden kann, bei den Telekommunikationsunternehmen, schreibt Markus Hündgen.

Eigentlich müsste man solche Dinge international regeln. Aber gerade in diesen Fragen unterscheiden sich die einzelnen Staaten in ihren Gesetzen so deutlich, dass eine solche Einigung wohl auf lange Sicht nicht zu Stande kommt. Deshalb bleibt nach Markus Hündgens Worten nur eine Lösung: „ein frei zugängliches, öffentlich finanziertes und durch eine demokratisch legitimierte Instanz kontrolliertes Biotop“ für den Bürger. Er nennt es ein „öffentlich-rechtliches YouTube“.

Was haltet ihr von der Idee? Braucht es ein solches „Biotop“?

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20 Antworten
  1. von Alex Andra Walter via facebook 06.09.2011 (17:25Uhr) 1.

    öffentlich-rechtlich ist doch als wort schon zum lachen

  2. von Marcus Strobel via facebook 06.09.2011 (17:27Uhr) 2.

    ein GEMA befreites you-tube würd mir reichen....

  3. von Feyzi Göktas via facebook 06.09.2011 (17:45Uhr) 3.

    Klar... öffentlich finanziert.. bedeutet das also dass WIR sowas wie GEZ-EISSCHE bezahlen sollen?Kommt nicht in die Tüte! Das ist der größte Mist auf der Welt!

  4. von Detlef Schäbel via facebook 06.09.2011 (17:54Uhr) 4.

    Was ist das denn? Läuft da Samstag Abend um 20:15 Uhr Musikantenstadl?

  5. von robbz 06.09.2011 (18:11Uhr) 5.

    Und wieso verdammt muss das öffentlich finanziert werden? Die spinnen ja alle. Noch was, für das man schön steuern rauswerfen kann. die sollen sich lieber erstmal um die gez kümmern.

  6. von Björn Biege via facebook 06.09.2011 (18:13Uhr) 6.

    es würde schon reichen die GEMA einfach mal auf den Boden der Tatsachen zurrück zu holen und dort kompetente Leute einzustellen, die was von dem Thema Musik und Marketing verstehen und den Mehrwert von Youtube als Werbeplattform für die Künstler erkennen und entsprechend handeln. Aber stattdessen wird da mit bürokratischem Kleingeist ein Gemetzel veranstaltet das den Künstlern eigendlich nur Ärger und Verluste bringt! Eine öffendlich Rechtliche Plattform würde vermutlich eher wie ein behördliches MTV aussehen und wieder dafür sorgen, dass dort nur das zu sehen ist was vorher auch brav von der GEMA abgesegnet wurde... alles schön zensiert und gefiiltert.. so wie Vater Staat es mag...

  7. von Frank Meuche via facebook 06.09.2011 (18:50Uhr) 7.

    ... wäre doch ein guter Grund die GEZ-Gebühren zu erhöhen.

  8. von Dennis Stelloh via facebook 06.09.2011 (19:21Uhr) 8.

    Wir brauchen nichtmal öffentlich-rechtliches Fernsehen.

  9. von Matthias Loheide via facebook 06.09.2011 (19:35Uhr) 9.

    Heute schon abGEZockt worden? Ich bin der Meinung das dieser fieser alte Dinosaurier endlich ausstirbt. In der heutigen technischen Zeit sollte es auch für die ÖR kein Problem sein, PayTV anzubieten.

  10. von Dennis Stelloh via facebook 06.09.2011 (19:39Uhr) 10.

    PayTV? Wer wäre denn dann überhaupt noch bereit, zu zahlen? Und wie soll dann das neue Gehalt vom Gottschalk bezahlt werden? Und erst die teuren Fussballübertragungen? Ne, da friert vorher die Hölle zu

  11. von Ralph 06.09.2011 (19:40Uhr) 11.

    Noch ein staatliches Regulat? Erst einmal die Stasi 2.0 (GEZ) abschaffen. Die haben jetzt schon mehr Rechte bei der Datensammlung als die Polizei. Kein Mensch braucht neben dem staatliche Pay-TV und ein staatlich rglementiertes I-Net.
    So wie ich das sehe ist wieder mal Zeit für eine Revolution.

  12. von Frank Meuche via facebook 06.09.2011 (19:55Uhr) 12.

    Herrlich - Öffentlich-rechtliches PayTV...
    Stelle mir gerade vor, wie man die Koch-Shows oder Zoo-Shows an den Mann/Frau bringen will. Die Zielgruppe "Wachkoma-Patient" kann kein Pay-TV-Abo abschließen.
    Das Problem bei den ÖR-Sendern ist, dass sie das Geld nicht erwirtschaften müssen sondern einfach haben. Einschaltquote - egal.
    Da fällt auch nicht weiter auf, wenn da ein paar Hunderttausender fehlen --> KiKa
    Ein ÖR-YouTube wäre nur konsequent, wenn man mal die Anzahl an Radio-Sendern und Fernsehsendern durchzählt - fehlt noch im Portfolio ;) - und wie schon gesagt, ein guter Grund die Gebühren zu erhöhen.

  13. von Simona 06.09.2011 (20:26Uhr) 13.

    weder öffentlich-rechtliches tv noch streaming-portal, ich will nicht noch mehr GEZ-Gebühren - reicht doch jetzt schon! Ausserdem wird da bestimmt nur Mist online sein!!!

  14. von Markus Hündgen 06.09.2011 (21:46Uhr) 14.

    Liebe Leute,

    einfach mal den Text lesen und nicht gleich die GEZ-Keule rausholen.

    Angesichts der stärker werdenden Selbstzensur privater Anbieter (Telekommunikations-Unternehmen beschränken Internet-Speed bei Videos, Videoportale wie YouTube sperren legalen Content aus Eigeninteresse) bleibt doch die Frage, wo WIR unsere Handyvideos und Spaßclips demnächst hochladen können - und sie dort auch garantiert abrufbar bleiben (sofern sie nicht gegen bestehende Gesetze verstoßen). Und das, weil für sehr viele Menschen Videos im Netz mittlerweile wichtiger sind, als der Quatsch im TV. Im gesamten Text war übrigens nirgendwo die Rede von den Öffi-Sendern. Die haben doch ohnehin ihre Mediatheken.

    Das Ganze muss natürlich bezahlt werden - aber eben nicht aus Rundfunkgebühren (die, btw, ohnehin ab 2013 ganz anders berechnet werden), irgendwer muss zudem den Hut aufhaben. Und das sollte etwas demokratisch-legitimiertes sein - also keine Landesmedienanstalten (GEZ) oder Rundfunkräte von Politikers Gnaden.

  15. von Brauchen wir ein öffentlich-rechtliches… 07.09.2011 (01:40Uhr) 15.

    [...] den Originalbeitrag weiterlesen: Brauchen wir ein öffentlich-rechtliches YouTube? » t3n News Auszug/ Content/ Zitat Ende Klicken Sie einfach auf den Link unter "Beitrag weiterlesen", dann [...]

  16. von G.Mossner 07.09.2011 (12:30Uhr) 16.

    Die ÖRR können gern ihr eigenes "YouTube" errichten, jedoch ohne Zensur und ohne Rundfunkbeiträge. Ich möchte diese ÖRR, die meine Online-Kommentare auf meta.tagesschau.de z.B. zensieren, durch Zwangsgebühren 2013 NICHT finanziell ujnterstützen.
    Ich hoffe, dass bis 2013 der Widerstand gegen diese 18,- Euro/ mtl. und gegen die vermehrte Schnüffeleien (bisher wurde nach Geräten "geschnüffelt", ab 2013 nach Personen! (Beschäftigten, Lebenspartnern, etc.) wie zu Stasi-Zeiten! ) wächst, weil es auch unsozial ist, dass ich z.B. als kleiner Solounternehmer mit anderen wie Studenten, Rentner, etc. mit niederigem Einkommen mehr als 5% an die ÖRR addrücken soll.
    Die Mehreinnahmen (nach meiner Abschätzung ca. 1.700.000.000 Euro/ Jahr sollen dann wohl mit dem erhöhten Ausgabebedarf verrechnet werden! - Nicht mit mir!

  17. von Frank Meuche via facebook 07.09.2011 (13:34Uhr) 17.

    "Deshalb bleibt nach Markus Hündgens Worten nur eine Lösung: „ein frei zugängliches, öffentlich finanziertes und durch eine demokratisch legitimierte Instanz kontrolliertes Biotop“ für den Bürger. Er nennt es ein „öffentlich-rechtliches YouTube“""„Videopunk“ Markus Hündgen, freier Journalist u.a. für das ZDF"*Ironie an* Wie kann man da auch nur auf GEZ kommen *Ironie aus* Wer beißt denn die Hand, die einen füttert?Für mich stellt sich die Frage ob die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten hier nicht eine Hintertüre suchen um stärker die Internet-Aktivitäten zu begründen. Alarmworte sind doch hier eindeutig: "öffentlich finanziert" und "öffentlich-rechtliches YouTube"

  18. von Ralph 12.09.2011 (20:51Uhr) 18.

    *Markus Hündken*
    Und das sollte etwas demokratisch-legitimiertes sein - also keine Landesmedienanstalten (GEZ) oder Rundfunkräte von Politikers Gnaden.
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    Ergo sind die GEZ und die RR nicht demokratisch legitimiert.
    Von wegen "von Politikers Gnaden" wohl eher anders herum. Die Herren Politiker werden doch von denen gesteuert. Die erzählen "im Himmel ist Jahrmarkt" und die Politik glaubt das auch.

    Hört sich nach Diktatur an.
    "Gib Ihnen Macht und sie werden sie mißbrauchen!"

    Schnüffeln, aushorchen, Intrigieren, denunzieren, bedrohen. All das sind eindeutige hinweise wo die Reise hingeht - denn all dies hatten wir in der Geschichte mehrfach.

  19. von Der Alte Griesgram 15.09.2011 (10:00Uhr) 19.

    Liebe Heise-Trolle,

    danke für Euren Gastauftritt bei diesem Thema. Schade, dass Ihr den Artikel und den dazugehörigen Blogbeitrag nicht gelesen (oder falls doch, dann nicht verstanden) habt.
    Ich bin übrigens nicht, auch nicht in Teilen, GEZ finanziert, denke trotzdem, dass der Vorschlag von Videopunk genau in die richtige Richtung geht.
    Ladet doch einfach einmal ein rechtlich einwandfreies Video zum Thema Sexual-Aufklärung, in dem nakte weibliche Brüste sehen kann, bei YouTube hoch. Vielleicht wir Euch dann klar, worum es hier geht.
    Und dann lasst uns über die Sache reden und stellt Eure "öffentlich-rechtlich"Beißreflexe ab.
    Danke.

  20. von YouTube ist standhaft: Beweisvideos für… 31.10.2011 (14:15Uhr) 20.

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