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Karriere

Der Wau-Effekt: Darum solltet ihr über einen Bürohund nachdenken

    Der Wau-Effekt: Darum solltet ihr über einen Bürohund nachdenken
Hunde im Büro. (Foto: Shutterstock.com)

Okay, sie sind strubbelig, haben keine Ahnung von Zahlen und riechen manchmal aus dem „Mund“. Warum ein Bürohund trotzdem manchmal der beste Kollege ist, verraten wir euch in diesem Artikel.

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Dieses Thema findet ihr auch im Schwerpunkt des neuen t3n Magazins über besseres Arbeiten. t3n 42 erscheint am 25. November im Handel. Abonnenten erhalten das Heft bereits eine Woche früher.

Ein Hund im Büro? HALLO? Da kann ich mir ja gleich meine eigene Kündigung schreiben!

Immer mehr deutsche Büros sind auf den Hund gekommen und zählen die niedlichen Vierbeiner zu ihrem Kollegenkreis.

Nur eure Chefs halten es noch mit Stromberg, wenn es um das Thema „Hund im Büro“ geht?

Vielleicht solltet ihr ihnen mal ein paar Argumente vorlegen, die sie eventuell umstimmen könnten. So hat zum Beispiel Randolph T. Barker (und ja, to bark heißt auf Deutsch bellen, weswegen er wohl geradezu prädestiniert für diese Studie gewesen sein dürfte) von der Virginia Commonwealth University 2012 herausgefunden, dass Hundebesitzer, die ihren Vierbeiner mit zur Arbeit nehmen dürfen, sich messbar weniger gestresst fühlen als ihre Kollegen. Darüber hinaus, so das Fazit der Studie, könne die Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz „sogar die Zufriedenheit aller Mitarbeiter einer Organisation steigern.“

Bürohunde sorgen für weniger Stress

Hermann von beebop media hat als Bürohund deutschlandweite Berühmtheit erlangt. Mittlerweile hat er mit #hermannsleeps seinen eigenen Hasthag auf Instagram.  (Foto: madbutphat / Instagram)
Hermann von beebop media hat als Bürohund deutschlandweite Berühmtheit erlangt. Mittlerweile hat er mit #hermannsleeps seinen eigenen Hasthag auf Instagram. (Foto: madbutphat / Instagram)

„Das Geheimnis: Das Hormon Oxytocin.“

Und Barker ist nicht der Einzige, der den positiven Einfluss von Tieren auf unsere Stressresistenz, unsere Gesundheit und unser Konzentrationsvermögen belegen konnte. Es gibt vielmehr eine Reihe von Forschungen, die ähnliche Ergebnisse zutage gefördert haben. Heute weiß man, dass das vor allem mit Oxytocin zusammenhängt: einem Hormon, das beispielsweise auch zwischen Müttern und ihren neugeborenen Kindern eine wichtige Rolle spielt. Oxytocin erhöht die Bindung und animiert zu sozialen Kontakten, es senkt den Blutdruck, verlangsamt die Herzfrequenz und hilft dabei, das Stresshormon Cortisol abzubauen. Bei regelmäßigen Streicheleinheiten schütten Hunde und Menschen Oxytocin aus.

Fluffige Kollegen: In diesen Unternehmen geht ohne Bürohund nichts mehr

Sidney von Maisberger ist begeisterter t3n-Leser!

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Ein Hund im Büro als Sympathiefaktor

Daneben fördern noch weitere Faktoren die Gesundheit der Mitarbeiter: Die notwendigen Spaziergänge beispielsweise sorgen für regelmäßige Pausen und Bewegung an der frischen Luft. Und auch Spielpausen können helfen, Anspannung im Job abzubauen. Der „Bundesverband Bürohund e.V.“ fasst die Vorteile für Unternehmen und ihre Mitarbeiter so zusammen:

  • Senkung des Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risikos
  • weniger Burnout-Gefahr
  • Senkung der Risiken für sonstige psychische Erkrankungen
  • weniger Fehltage
  • Einsparung von Krankenkosten für den Arbeitgeber

Gut fürs Image

Auch im „War for Talent“ könnten Firmen sich durch einen „Hundebonus“ von der Konkurrenz absetzen, heißt es weiter. Und das Arbeitsklima und die Motivation im Team profitiere ebenfalls durch einen Vierbeiner. Das haben auch große Firmen wie etwa Google erkannt, bei denen ein Bürohund zu den gerne gewährten Mitarbeiter-Benefits zählt.

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Übrigens können Hunde auch jenseits von Employer-Branding-Maßnahmen eine gute Figur in der Außenkommunikation eines Unternehmens machen. So wie Hermann, Bürohund bei beebop media aus Hamburg, der mittlerweile eine ganze Fangemeinde im Netz um sich geschart hat. Unter dem Hashtag #hermannsleeps gewährt er witzige bis skurrile Einblicke in sein Hundeleben auf Instagram, sein Herrchen Sven Wiesner hat er sogar schon zum Business-Punk-Fotoshooting begleitet. Längst sind nicht nur potenzielle neue beebop-Mitarbeiter Hermanns Charme verfallen, sondern auch Kunden und Partner der Media-Agentur.

High Five! Hermann nimmt aktiv am Agenturleben teil und gibt seinem Arbeitgeber ein sympathisches Image in den sozialen Netzwerken. (Foto: Sven Wiesner, via Facebook)
High Five! Hermann nimmt aktiv am Agenturleben teil und gibt seinem Arbeitgeber ein sympathisches Image in den sozialen Netzwerken. (Foto: Sven Wiesner, via Facebook)

Bedingungen und Grenzen für einen Bürohund

Trotz all dieser Argumente ist es natürlich keine gute Idee, einfach mit einem Hund im Schlepptau im Büro aufzutauchen und das Team vor vollendete Tatsachen zu stellen. Folgende Rahmenbedingungen sollten auf jeden Fall erfüllt sein:

  • Erlaubnis durch die Geschäftsleitung: absolut notwendig, ansonsten drohen Konsequenzen
  • Einverständnis der Kollegen (das gilt insbesondere, wenn jemand Angst vor Hunden hat! Gegebenenfalls im Team feste „Hunderegeln“ vereinbaren und schriftlich festhalten)
  • Keine Allergiker im Team (ein K.O.-Kriterium)
  • Ein fester Rückzugsort mit Schlafplatz, Wassernapf und tiergerechtem Spielzeug für den Hund
  • Der Hund muss gut erzogen sein und kein Problem damit haben, sich auch mal längere Zeit still zu verhalten

„Halter sollten jederzeit auf Stresssignale achten und entsprechend reagieren.“

„Der Hund muss jederzeit die Möglichkeit haben, sich zurückziehen“, sagt auch Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. „Der Halter sollte jederzeit auf Stresssignale achten und entsprechend reagieren. Die Pausen sollten natürlich dem Hund gewidmet werden. Auch vor der Arbeit sollte man noch mal eine Runde drehen.“ Und auch die Anfahrt zur Arbeit solle nicht zu stressig sein: „Der Hund sollte das Autofahren gewöhnt sein. Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind für die meisten Tiere mit Stress verbunden, gerade im stark frequentierten Berufsverkehr.“ Generell gelte aber: „Die meisten Hunde sind gerne überall mit dabei und freuen sich, Herrchen oder Frauchen auch auf die Arbeit begleiten zu können.“ Wer seinen Hund mit zur Arbeit nehme, beuge auch der sozialen Vereinsamung seines Haustiers vor.

„Kollege Hund“: Ein Schnuppertag für Bürohunde

Der Deutsche Tierschutzbund selbst ist von den positiven Wirkungen für Hunde und Mitarbeiter so überzeugt, dass er den Aktionstag „Kollege Hund“ ins Leben gerufen hat. Am 30. Juni 2016, dem nächsten Aktionstag, öffnen Firmen ihre Türen einen „Schnuppertag“ lang für die Hunde ihrer Mitarbeiter.

Wer mitmachen will, findet alle Informationen auf der Aktions-Website „Kollege Hund“.

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5 Reaktionen
Katharina Rieland

Auch wenn er laut schnarcht und eine Vorliebe für's Karton-zerkleinern hat... wir können auf unseren Bürohund Paul nicht mehr verzichten: Feelgood-Manager, Kuschelkumpel und Pausenbegleiter in einem! http://kajado.de/kollege-hund-oder-warum-wir-vorerst-keinen-feelgood-manager-benoetigen/

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Lutz Lungershausen

Schwierig wirds nur dann, wenn Allergiker im Team sind oder ein Schnuffi noch nicht stubenrein ist. Emma, Elfie und Wilma sind unsere hochbeliebten Under-Desk-Dogs.

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Norbert

Unser Bürohund Käthe (Position: Custom Relationship Managerin) ;) ist auch medial vertreten und übernimmt einen Teil des Storytellings auf unserem Blog. http://blog.upstalsboom.de/hund-kundenpflege-artgenossen/

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Anonymous
Anonymous

BTW, mir stellt sich die Frage, ob "War for Talent(s)" vom BVBH hier nicht eher als Buzzword missbraucht wird. Wobei, kommt auf die Definition von "Talent(s)" an - hat das nun jeder oder sind damit nur "die Besten" gemeint? Falls letzteres:

Den Hund erlauben kostet ja erst mal nichts, ist also keine Maßnahme, die irgend einer Büro-Firma aus finanziellen Gründen vorenthalten ist. Also auch wer nicht (wirklich) auf der Jagd nach den Besten ist (wie also die meisten Unternehmen), kann dem vermeintlichen Vorteil aktivieren, und so zwar nicht unbedingt die Talente überzeugen, aber dann wenigstens im Kampf um die zweite Garde profitieren.

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Sabine
Sabine

Wir haben, wenn's hoch kommt, sogar 3 Hunde im Büro. Die Punkte oben treffen voll zu. Wenn dann doch mal der Fall eintritt, das gar keiner da ist, fehlen die Wuffis extrem und die täglichen Streicheleinheiten zur seelischen Beruhigung gehen ab.

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