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„Der größte Fehler, den ich je gemacht habe“: Warum der Buffer-Gründer plötzlich 10 Mitarbeiter entlässt

(Foto: Moritz Stückler)

Die meisten Chefs würden Kündigungen wohl lieber totschweigen. Nicht so Joel Gascoigne. Dem Buffer-Gründer gelingt ein Meisterstück der Krisen-PR.

Buffer äußert sich offen zu Kündigungen

Die Buffer-Gründer Leo Widrich und Joel Gascoigne mussten zehn Mitarbeiter entlassen. Das Startup entwickelt eine Software zur Planung von Social-Media-Beiträgen. (Foto: Buffer)
Die Buffer-Gründer Leo Widrich und Joel Gascoigne mussten zehn Mitarbeiter entlassen. Das Startup entwickelt eine Software zur Planung von Social-Media-Beiträgen. (Foto: Buffer)

„Die letzten drei Wochen waren herausfordernd und emotional für jeden von uns“, beginnt Buffer-Chef Joel Gascoigne seine flammende Erklärung. Völlig überraschend haben er und sein Mitgründer Leo Widrich zehn ihrer Mitarbeiter gekündigt, wie es auf dem Blog des Startups heißt. Das sind elf Prozent der gesamten Belegschaft. Die Jungfirma aus San Francisco, die für ihre schonungslose Offenlegung aller Gehälter bekannt ist, legt viel Wert auf Transparenz. Geheimnisse sind in der Kultur von Buffer nicht vorgesehen.

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„Der größte Fehler, den ich je gemacht habe“

„Wir sind in ein Haus gezogen, das wir uns gar nicht leisten konnten.“

Darum sah sich Gascoigne wohl auch dazu veranlasst, die weder für die betroffenen Mitarbeiter noch die beteiligten Investoren angenehme Nachricht ausführlich zu begründen. „Es ist das Ergebnis des größten Fehlers, den ich in meiner bisherigen Karriere je gemacht habe“, schreibt Gascoigne selbstkritisch.

Als Grund für die plötzlichen Kündigungen führt der Buffer-Mitgründer eine zu aggressive Personalpolitik sowie eine Kostenexplosion beim Startup an. Allein im vergangenen Jahr sei das Team von 34 auf 94 Mitarbeiter gewachsen. Von Optimismus getrieben habe man so zum Beispiel über Monate hinweg „unzählige neue Features und Produkte“ entwickelt, die am Ende jedoch schnell wieder eingestampft werden mussten. Steigenden Fixkosten stand kein ausreichend hohes Umsatzwachstum mehr gegenüber. „Bildlich gesprochen“, schreibt Gascoigne, „sind wir in ein Haus gezogen, das wir uns gar nicht leisten konnten“.

„Wir wären in fünf Monaten pleite gewesen“

Darüber hinaus hätten sich die vielen Neueinstellungen dem Buffer-Gründer zufolge auch negativ auf die Handlungsfähigkeit des Startups ausgewirkt. Während in einer Firma mit zehn Mitarbeitern quasi jeder für alles verantwortlich sei, seien die Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse in großen Firmen ab 500 Mitarbeitern klar geregelt. „Worüber jedoch kaum gesprochen wird, ist der Übergang der Mitarbeiter von Generalisten zu Spezialisten“, schreibt Gascoigne weiter.

Bei Buffer sei diese Entwicklung „chaotisch“ verlaufen. Man habe es versäumt, Experten in den Bereichen Buchhaltung und Recruiting an Bord zu holen. In der Folge seien einige Fehlentscheidungen getroffen worden. „Das Ergebnis all dieser Fehler war“, so Gascoigne, „dass wir trotz 1,3 Millionen US-Dollar Restkapital auf dem Konto dabei waren, innerhalb der nächsten fünf Monate pleite zu gehen“.

So will Buffer den Karren aus dem Dreck ziehen

„Es tut mir wirklich Leid für die Enttäuschung und Angst, die ich verursacht habe.“

Die Entlassung von zehn Mitarbeitern – die rund 585.000 US-Dollar einsparen soll – sei allerdings nur eine von vielen Maßnahmen gewesen, um den drohenden Konkurs abzuwenden. Wie Gascoigne erklärt, hätten er und sein Mitgründer Widrich auch ihr Salär um 40 Prozent gekürzt. Bis Jahresende sollen so weitere 94.000 US-Dollar an Fixkosten eingespart werden. Außerdem strich Buffer gegenüber Mitarbeitern gewährte Perks wie monatliche Wellness-Dienstleistungen und einen Urlaubsbonus zusammen.

Geht der Plan auf, will das Startup diese schon im nächsten Jahr wieder einführen. Ob Buffer dann auch die jüngsten Kündigungen wieder rückgängig macht, dazu äußerte sich Gascoigne zwar nicht. Mangelndes Rückgrat kann man dem Buffer-Gründer jedoch nicht vorwerfen: „Es tut mir wirklich Leid für die Enttäuschung und Angst, die ich verursacht habe. Auch, dass ich das Team in eine solch schwierige Lage gebracht habe. Als CEO ist das für mich ein großer Fehler und ich übernehme die volle Verantwortung“, schließt Gascoigne seine Erklärung ab.

via open.buffer.com

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2 Reaktionen
Odo
Odo

„dass wir trotz 1,3 Millionen US-Dollar Restkapital auf dem Konto dabei waren, innerhalb der nächsten fünf Monate pleite zu gehen“.

Das scheint der Trend zu sein. Statt nach Einnahmen zu wachsen, wachsen Startups nach Budget. Solange Investoren Geld reinpumpen wird eingestellt, zugekauft und auf dem Busch getrommelt. Geht das Geld aus ist man ratlos, da die Produkte eher virtuell sind. Viel zu viel Auenland und Trolle unter den Startups. Und zu wenig " Suvrupbogh SuvwI'pu' "

Kevin Pliester
Kevin Pliester

^this

Stimme dir da voll und ganz zu. Gibt es mal keine Investoren, gibt es ein Problem. Ganz einfach.

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