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Startups

„Der BWL den Mittelfinger zeigen“: Zu Besuch bei Hoster Uberspace

    „Der BWL den Mittelfinger zeigen“: Zu Besuch bei Hoster Uberspace

Uberspace. (Foto: Caspar Tobias Schlenk)

Ein Beitrag zu unseren Themenwoche Wachstum mit Werten: t3n-Autor Caspar Tobias Schlenk hat Uberspace, den „etwas anderen Hoster“, in Düsseldorf besucht.

Uberspace: Hosting für Kommandozeilenliebhaber

Uberspace macht „Hosting für Kommandozeilenliebhaber“. Und für „Datenschützer, Kontrollebehalter, Unixfreunde, Selbermacher, Waszusagenhaber“. So steht es in der Selbstbeschreibung des Unternehmens auf Twitter. Doch nicht nur durch seine kleine, feine und vor allem klar umrissene Zielgruppe hebt Uberspace sich von anderen Anbietern in seinem Segment ab. Sondern auch durch das ungewöhnliche Preismodell, das Gründer Jonas Pasche unserem Redakteur Caspar Schlenk bei einem Hausbesuch erklärt hat. Das Prinzip ist einfach: Jeder zahlt das, was er geben kann und will.

„Jeder zahlt das, was er will.“

„Ich traue meinen Kunden zu, dass sie zahlen, was sie für angemessen halten und sich leisten können“, sagt Jonas Pasche. Deswegen kommt Uberspace auch ohne Mindestbeiträge aus. Um die Dienste des Hosters nutzen zu können, etwa seine Homepage auf den Servern des Unternehmens zu hosten, verlangt Pasche nur einen symbolischen Euro pro Monat. Wer mehr zahlen möchte oder sich beispielsweise besonders über den Support gefreut hat, kann das jederzeit tun – über eine Art „digitale Kaffeekasse“, einen frei wählbaren Grundbetrag, oder auch mal in bar:

Ob Pasche keine Angst habe, auf seinen Kosten sitzen zu bleiben? „Da sage ich ganz frech: Das geht gegen die Gesetze der Wahrscheinlichkeit“, antwortet er. Für ein gutes Produkt zahlen auch genügend Leute, daran hat Uberspace von Anfang an geglaubt. „Wir würden etwas falsch machen, wenn es nicht funktioniert.“

t3n 40 erscheint am 27. Mai im Handel. Abonnenten erhalten das Heft eine Woche früher.

Das ungewöhnliche Preismodell von Uberspace funktioniert

Uberspace hatte den Ehrgeiz, zu zeigen, dass man den typischen BWL-Lehren den Mittelfinger zeigen und trotzdem Erfolg haben kann. Und für diesen Ehrgeiz sind die Düsseldorfer belohnt worden.

„Das Ziel: Ein Konto-Plus am Jahresende.“

25.000 Accounts sind bei Uberspace mittlerweile registriert. Sie bringen mehr ein, als die durchschnittlichen Unternehmenskosten im Monat betragen. Von 30.000 Euro Gewinn pro Jahr hat das Team sich innerhalb der vier Jahre, die es Uberspace jetzt gibt, auf 120.000 Euro Jahresgewinn hochgearbeitet. Und das ohne detailreiche, groß angelegte strategische Unternehmensplanung. Ziel sei es lediglich, das Konto am Ende des Jahres im Plus zu haben, so Pasche: „Wenn ich am Ende des Jahres 100.000 Euro auf dem Konto habe, überlege ich, ob ich nicht jemanden einstellen könnte.“

Uberspace geht nicht nur, wenn es um den Preis geht, andere Wege. Ein weiteres Merkmal ist der besondere Fokus auf den Support, der schnell, persönlich und auf zahlreichen Kanälen zur Stelle ist, wenn es Störungen gibt oder beim Kunden auf irgendeine Art der Schuh drückt. Zusammen mit einem guten Produkt ist diese Serviceorientierung für Pasche und sein Team sozusagen der Ersatz für teures Marketing. Tatsächlich ist der Hoster auf diese Weise immer wieder im Gespräch:

Auch sonst ist Uberspace nicht gerade ein typisches Unternehmen. Die Uberspace-Mitarbeiter sind überall in Deutschland verstreut, sie sehen sich nur ein paar Mal im Jahr für gemeinsame Events. Unterschiedliche Arbeitszeiten sind kein Problem. Ohnehin will Pasche seinem Team lieber vertrauen können, als sich Gedanken über Kontrollmechanismen zu machen.

Uberspace-Gründer Jonas Pasche. (Foto: Caspar Tobias Schlenk)
Uberspace-Gründer Jonas Pasche. (Foto: Caspar Tobias Schlenk)

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Im Büro in Düsseldorf arbeitet nur ein Teil der Uberspace-Mitarbeiter. Sie sind über die ganze Republik verstreut. (Foto: Caspar Tobias Schlenk)
Im Büro in Düsseldorf arbeitet nur ein Teil der Uberspace-Mitarbeiter. Sie sind über die ganze Republik verstreut. (Foto: Caspar Tobias Schlenk)

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Daniel Heitmann ist Admin bei Uberspace. (Foto: Caspar Tobias Schlenk)
Daniel Heitmann ist Admin bei Uberspace. (Foto: Caspar Tobias Schlenk)

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In der aktuellen Ausgabe des t3n-Magazins findet ihr ein ausführliches Uberspace-Portrait von unserem Autor Caspar Tobias Schlenk. Dort lest ihr, wie die Idee zu Uberspace ihren Anfang genommen hat, warum die Mitarbeiter sich kaum noch vorstellen können, in anderen Unternehmen zu arbeiten und mit welchen Problemen der Hosting-Anbieter trotz allem kämpft.

Schaut rein!

Wer bis zum 1. Juni das t3n Magazin abonniert, erhält die Ausgabe 39 sowie das aktuelle t3n-T-Shirt gratis dazu.
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6 Reaktionen
Jürgen Schulze
Jürgen Schulze

Danke für den Tipp.
Werde ich mir gleich mal anschauen.

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Insomnia88
Insomnia88

Bin auch schon mehrere Jahre bei Uberspace und sehr zufrieden mit dem Support.

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Schön das gute Firmen überleben
Schön das gute Firmen überleben

Daran erkennt man das man ohne Verwaltung und mit ultra-schlanker Struktur besser sein kann als Boni-BWLer-Firmen.

Trotzdem sollte man die BWL-Grundvorlesungen drauf haben um in der Rezession nicht (wie die Auto-Firmen und Banken) für Zilliarden vom Steuerzahler gerettet werden zu müssen.

Und verteilte Firmen sind extrem normal. Mysql, Vermutlich MariaDB und das neulich hier berichtete
http://t3n.de/news/schluss-excel-chaos-rogr-io-610173/

Vorschlagspreise wären aber auch oft sinnvoll. Vielleicht auch wegen Steuererklärung.

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Tobias
Tobias

Ich kann mich den Tweets nur anschließen - der Support ist absolut genial! Super kompetent, super schnell und super hilfsbereit. Was Uberspace da macht ist ganz großes Kino!

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Bernhard Üllenberg
Bernhard Üllenberg

Also der Artikel interessiert mich so sehr, da werde ich mal das Magazin kaufen.
Es freut mich ungemein, dass Uberspace mit Ihrer Art von Unternehmenskultur Erfolg haben. Toll!

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3dbrillen Liebhaber
3dbrillen Liebhaber

Meine neue Domain ist auf Ueberspace. Super schnelle Server, genialer Support. Werde auch nicht mehr von denen weggehen. Danke Uberschwänglicher Dank ;).

Ein zufriedener Kunde

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