Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Software & Infrastruktur

Byword und MarkdownPad – Markdown-Editoren für Mac und Windows

    Byword und MarkdownPad - Markdown-Editoren für Mac und Windows

Heute fand ich nach intensiver Suche den ersten wirklich guten Markdown-Editor für Windows. MarkdownPad ist so gut, dass ich fast bereit bin, wenn nötig auf ByWord, meinen auf der Mac-Plattform bevorzugten Markdown-Editor zu verzichten. Aber natürlich nur fast…

Markdown - Strukturiert schreiben, standardkonformes XHTML erhalten

Markdown ist eine von John Gruber entwickelte Auszeichnungssprache, die den Erhalt maximaler Lesbarkeit bei einem Text, der letztlich für das Web geschrieben wird, zum Ziel hat. Natürlich gibt es etliche Editoren, mit denen man direkt HTML schreiben kann, aber:

  • Entweder man erledigt das HTML-Kodieren zu Fuß. Dann ist das Ergebnis bei guten HTML-Kenntnissen natürlich sehr gut, aber kaum noch lesbar.
  • Oder man erledigt es WYSIWYG, dann ist bei allen Tools, die ich bisher getestet habe, die Codequalität bescheiden bis schlecht. Und das wiederum kann beim Import des Textes in ein CMS das gesamte Seitenlayout zerschießen, sich aber jedenfalls negativ auswirken.

Besser ist es also, ein Format zu wählen, das beim Schreiben perfekt lesbar bleibt und einfach zu verwenden ist UND beim Export zu HTML völlig standardkonformes XHTML abliefert.

Dieses Format, mit dem ich mittlerweile seit einem guten Jahr arbeite, heißt eben Markdown. Grundsätzlich benötigt man für Markdown natürlich bloß einen Texteditor, weil die Formatbefehle alle aus dem normalen Zeichensatz stammen. So formatiert man ein Wort fett, indem man ihm zwei Sternchen voranstellt. Kursiv erreicht man durch das Voranstellen eines Unterstrichs, die verschiedenen Hierarchiestufen einer Überschrift werden durch die entsprechende Zahl vorangestellter Rauten erreicht. So würde man ein h3 mit drei Rauten vor der Headline formatieren. Einen Überblick über die Syntax gibt es ebenfalls bei John Gruber.

Gruber liefert ein Perl-Script mit, dass die in reinem Textformat erstellten Markdown-Dokumente in XHTML konvertiert. In den letzten Jahren nahmen sich etliche Entwickler des Themas an und bauten Anwendungen, die die Leistungen von Grubers Perl-Script eleganter zu erbringen im Stande sind. Die Produkte neuerer Generation sind zusätzlich vielfach in der Lage, auch RTF, Docs oder LaTex-Formate aus den Markdown-Texten zu generieren.

Hier und heute soll es jedoch lediglich um Markdown zu HTML gehen…

Anzeige

ByWord - Editor meiner Wahl auf dem Mac

Ich bin Mac-User aus Überzeugung, dabei aber nicht fanatisch. Für mich ist das Mac OS das beste Betriebssystem, das ich mir vorstellen kann. Wann immer es mir möglich ist, verwende ich ein Gerät aus dem Hause Apple.

Die Überzeugung basiert auf Erfahrung: Insbesondere die Adobe Creative Suite, die ich sowohl für Windows, wie für Mac besitze, arbeitet unter Apples Betriebssystem weit flotter. Und meine Beiträge entstehen ebenfalls zu über 90% auf einem Rechner, der in Cupertino designed wurde.

Seit einem guten halben Jahr verwende ich für das Schreiben meiner Beiträge die Mac App Byword. Byword kann Markdown nicht nur nach HTML exportieren, sondern auch in PDF, RTF, Word und LaTex konvertieren. Das ist immer dann nützlich, wenn ich einen Beitrag für das t3n-Printmagazin schreibe.

Byword: Im Programmfenster, dass sich auch bis Vollbild vergrößern lässt, werden die Texte geschrieben und manuell formatiert

Byword ist im Kern ein sehr minimalistisches Programm. Es stellt ein leeres Fenster mit einer kleinen Statusleiste am unteren Rand bereit. In der Statusleiste informiert mich Byword darüber, wie viel Wörter/Zeichen der geschriebene Text enthält, eine wichtige Hilfe für Auftragsschreiber.

Byword kann unter Lion ins Vollbild vergrößert werden, so dass es der Moderichtung des “Distractionfree Writing” zugerechnet werden kann. Markdown-Befehle werden in der Regel manuell eingegeben, wobei Byword zumeist bei Paaren, etwa der Klammer, gleich das schließende Zeichen mit setzt. Auch Tastaturkürzel existieren, mit deren Hilfe markierte Abschnitte übergreifend formatiert werden können.

Markdown sorgt bereits von sich aus für eine sehr lesbare Bildschirmdarstellung der geschriebenen Texte. Byword verbessert diese aber zusätzlich dadurch, dass Markdown-Formatierungen blasser dargestellt werden als der eigentliche Text. So bleiben auch Textabschnitte mit vielen eingestreuten Weblinks perfekt lesbar.

Über einen Tastaturshortcut, aber natürlich auch via Menü lässt sich die sogenannte Markdown-Vorschau aufrufen, die den Text als HTML-Ansicht gerendert anzeigt. In dieser Vorschau findet sich der Button “HTML kopieren”, der dafür sorgt, dass der erzeugte HTML-Code in die Zwischenablage übernommen wird. Dabei findet lediglich eine Übergabe des Bereiches innerhalb des Body-Tags statt, perfekt für die nahtlose Übergabe in ein CMS.

Bywords Exportvorschau: Von hier aus kann der Text als HTML übernommen werden

Das alles bietet Byword für 7,99 Euro. Die Software kann über den Mac App Store geladen werden. Ebenfalls einen Blick wert ist das Konkurrenzprodukt iA Writer, das normalerweise gut das Doppelte kostet, aber derzeit im Rahmen einer Promoaktion ebenfalls für 7,99 Euro über die virtuelle Ladentheke geht.

Ich persönlich entschied mich seinerzeit rein wegen des Preises für Byword. Warum sollte ich für den, bezogen auf meine Anforderungen nahezu identischen Funktionsumfang doppelt so viel Geld ausgeben?

MarkdownPad - Kostenloser Markdown-Editor für Windows

Leider gibt es Zeiten, da bin ich von meinen Macs getrennt und muss in der Windows-Welt ums Überleben kämpfen. Hier probierte ich jahrelang die verschiedensten Tools für das Schreiben von Beiträgen für Online-Publikationen aus. Lange Zeit war Writely, das spätere Google Docs meine Wahl. Leider hat sich Google irgendwann ein Beispiel an MS Office genommen und proprietäre Formatbefehle ohne Ende in den HTML-Export gebaut. Heutzutage benötigt ein Google Docs-Text dermaßen viel Nacharbeit, dass die Lösung für mich überhaupt nicht mehr in Frage kommt.

Heute endlich gelang es mir, den ersten wirklich überaus tauglichen Markdown-Editor für Windows zu finden, der noch dazu kostenlos ist. Bislang quälte ich mich mit WriteMonkey herum. Die Software ist nicht schlecht, unterstützt jedoch meinen Publishing-Workflow nicht umfassend genug.

Mein Windows-Werkzeug der Wahl heißt von nun an MarkdownPad. Entwickelt vom US-Amerikaner Evan Wondrasek und auf dem .Net-Framework fußend, lässt MarkdownPad nur wenige Wünsche offen.

Die erste konzeptionelle Besonderheit ist die zweigeteilte Ansicht des Editorfensters. Links wird das Markdown erfasst, rechts wird direkt eine Voransicht der HTML-Ausgabe gerendert. So fallen kleine Auszeichnungsfehler sofort auf.

MarkdownPad: Zweigeteilte Ansicht, Markdown links, HTML rechts

Die zweite konzeptionelle Besonderheit ist das Vorhandensein einer Toolbar, über die, ähnlich Word, Links eingefügt, aber auch Formatbefehle wie Fett, Kursiv etc. auf den gerade markierten Textabschnitt angewendet werden können. Gerade bei der Linksetzung finde ich diese Möglichkeit sehr hilfreich.

Ebenbürtig zu Byword ist auch die Möglichkeit, HTML zu exportieren. Man markiert lediglich den gesamten geschriebenen Text, klickt mit der rechten Maustaste und wählt “Copy HTML”. Das funktioniert auch mit Textteilen. So unterstützt MarkdownPad meinen Publishing-Workflow ebenfalls schon sehr gut.

MarkdownPad: HTML direkt aus markiertem Markdown kopieren

Was fehlt, ist die Anzeige der geschriebenen Wörter und Zeichen, aber vielleicht baut Wondrasek die ja noch ein, wenn genügend Verwender danach fragen. Ansonsten ist das Paket komplett.

Auch MarkdownPad lässt sich in den Vollbildmodus schalten, die Darstellung lässt sich frei konfigurieren. Wer am liebsten weißen Text auf weißen Grund schreibt, kann sich MarkdownPad so einstellen. Die Rendervorschau schaltet man bei Bedarf ab.

Ein weiteres, kleineres Manko des MarkdownPad im Vergleich zu Byword ist, dass es die Markdown-Befehle nicht aus dem Blickfeld nimmt. Wo Byword die diversen Auszeichnungsbefehle abblendet und so den Text in den Vordergrund rückt, belässt MarkdownPad sie gleichberechtigt neben dem eigentlichen Text sichtbar. Das ist bei Abschnitten mit vielen Links weniger schön, wenn MarkdownPad sich auch insofern bemüht, als es Links mit Unterstreichungen zeigt, so dass sie hinreichend vom übrigen Text abgesetzt sind.

Im Fazit ist Wondraseks MarkdownPad der beste Markdown-Editor, der mir bisher für Windows unter die Finger gekommen ist. Die 7,99 Euro, die für Byword verlangt werden, könnte Wondrasek mit voller Berechtigung ebenso verlangen. Allein, er tut es nicht. Und dafür sollten wir ihm ruhig ein bisschen dankbar sein.

Nutzt ihr ebenfalls Markdown für die Textauszeichnung? Welche Editoren verwendet ihr?

Finde einen Job, den du liebst

7 Reaktionen
Stefan Antoni

Ich schreibe selbst alle meine Texte immer zuerst in Markdown-Syntax. Das betrifft im Grunde alles was ich über den Tag hinweg tippe: Von der einfachen Notiz über die tägliche E-Mail Korrespondenz hinweg bis hin zum Blogposting.

Ich habe diesen kleinsten gemeinsamen Nenner deshalb so lieb gewonnen, weil einfache Textdateien in einer leichtgewichtigen Formatierung genau das sind, mit dem sowohl jedes Computersystem als auch jeder Leser im Zweifel irgend etwas anfangen kann. Wenn die Dokumente verteilt werden müssen, werden sie bei Bedarf in ein anderes Dokumentformat konvertiert. Wenn das nicht sein muss, kann ich sie problemlos auf jedem Computer mit jedem Texteditor öffnen und editieren. Ich kann sie per Copy&Paste verteilen oder ich kann darauf Word-, PDF-, LaTeX- und viele andere Dokumentformate einfach generieren und weiter verarbeiten.

Was die Schreibumgebung und damit den eingesetzten Texteditor betrifft: Ich bin überzeugter Vim-User und werde das auch bleiben.

Die Ausnahme der Regel: Für die ganz konkrete Aufgabenstellung "schreibe einen Text und lass dich dabei von nichts ablenken" ist Byword (ich bin selbst primär Mac-User) trotzdem ein Segen. Ich habe mir die Software aufgrund des Artikels von Herrn Petereit gekauft und bin soweit zufrieden, da die Software die genannte Aufgabenstellung sehr gut abdeckt. Gerade der optische Fokus auf einen Absatz in Kombination mit dem "Typewriter-Modus", der die aktive Zeile immer in der Mitte des Bildschirms festhält, ist sehr angenehm. Die Möglichkeit in Markdown-Syntax geschriebene Texte in gut lesbarer Form darzustellen (Preview-Funktion) und schnell und effizient weiterzuverarbeiten (Export-Funktionen) helfen einem von gut durchdachten GUIs verwöhntem Mac-User wie mir sehr beim entspannten Umgang mit meinen Textfiles und machen darüber hinaus zwei meiner Automator-Workflows für den MultiMarkdown Compiler überflüssig (Markdown2HTML ins Clipboard und Markdown2PDF in eine Datei).

Alles in allem sieht mein Workflow für erwähnte Aufgabe derzeit so aus: Wenn ich doch mal ein ganzes Buch schreiben sollte, dann werde ich es im Byword schreiben und prozessieren, im Vim formatieren und mit Mercurial (eine Versionsverwaltung) versionieren.

Für alles weitere (kleine, kurze Texte) bleibe ich beim Vim.

Ich kann nur jedem raten sich mal Markdown anzusehen, denn ich stelle immer wieder fest: Weniger ist häufig mehr.

Antworten
Matthias

Byword unterstüzt von Haus aus einen Vollbildmodus, nicht nur unter Lion.

Antworten
Jan
Jan

Wieso schreibt jemand für ein Tech-Magazin, wenn Sein Bedienergeist für ein einzelnes Betriebssystem genügt und er in einer anderen Welt ums Überleben kämpfen muss?

Sollte die Affinität für und die Objektivität beim Umgang mit Technik nicht gerade besonders ausgeprägt sein, wenn man diesen Job macht?

An diesen Aussagen zwischen den Zeilen erkennt man ein Mal mehr deutlich die meinungsschwangere Schräglage der meisten Eurer Texte - t3n.

Antworten
Ulrike Langer

Hmm, der Text ist wirklich sehr anschaulich geschrieben, aber trotzdem fehlt mir was: Nämlich die Antwort auf die Frage, wozu das Ganze?

"Byword kann Markdown nicht nur nach HTML exportieren, sondern auch in PDF, RTF, Word und LaTex konvertieren. Das ist immer dann nützlich, wenn ich einen Beitrag für das t3n-Printmagazin schreibe."

Ich schreibe meine Auftragstexte mit Pages, inklusive Links, und wandele sie bei Bedarf beim Verschicken in Word um. Darüber hat sich noch nie ein Redakteur beschwert.

Antworten
pro.sec

Es ist erfreulich, wenn man über Auszeichnungssprachen immer wieder nachdenkt. In den 90'er Jahren hatte ich mir unter einem Content Managment System tolle Sachen vorgestellt. Als ich mehrer kennen gelert hatte, trat Ernüchterung an die Stelle bzw. Unverständnis, was da unter Managment verstanden wird. Markdown bringt keine neuen Managment Funktionen. In Zukunft wird es nicht nur um Textformatierung, sonder auch um eine semantische Aufarbeitung ankommen, intelligente Textteile usw.

Ich bin gespannt... wie lange es noch dauern wird?

Wiki, Markdown, (X)HTML sind noch nicht die richtigen Antworten - meiner Meinung nach!

Antworten
Daniel W.

Wie wäre es mit der Nutzung von Dreamweaver? :D Mal ehrlich, wozu soll ich mir eine andere Auszeichnugssprache aneignen, um damit die Auszeichnungssprache zu generieren, in der ich den Text letztlich benötige und die mein alltägliches Arbeitsmittel ist? Die Syntax von Markdown erinnert an Wikitext und auch den kann ich mittels eines Wikis entsprechend umwandeln. Im akademischen Bereich sind eh LaTex und Emacs der Standard, mit dem so ziemlich alles gemacht wird. Für alle Arbeiten, bei denen ich einen ASCII-Editor brauche, benutze ich übrigens Notepad++, da Open Source, Syntax-Highlightning für jede Menge Sprachen und mit Plugins erweiterbar.

Antworten
Dirk S.

Mhm, nur Ursache und Wirkung ist mir noch nicht ganz klar - warum sollte ich anfangen Syntax zu lernen und zu schreiben, wenn WYSIWYG Editoren schlechten Code produzieren?

Warum nicht einfach WYSIWYG Editoren mal guten Code beibringen?

Antworten
Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden