Für die Optimierung der Blogs werden derzeit (auch von mir selbst) eine ganze Menge an Tutorials veröffentlicht , die sich mit Header-Optimierung und Ähnlichem beschäftigen. Es gibt auch Ansatzpunkte zur Optimierung von Bildern und dem Minify von JavaScript und CSS. Die Diskussion an sich ist schon alt, nimmt aber derzeit rasant an Fahrt auf. Logischerweise schaut sich kein Blog-Betreiber teilnahmslos mit an, wie er in den Suchergebnissen von Google nach hinten durchgereicht wird.
Viele Mutmaßungen, wenig Konkretes

In den Webmaster Tools zeigt Google seit Neuestem an, welche Geschwindigkeit für eine Website gemessen wurde. Diese hier hat (zumindest laut Google) einigen Optimierungsbedarf.
Aufgrund meiner Beobachtungen bei Twitter und in der Blogosphäre macht sich jedoch eine gewisse Hilflosigkeit breit, die zum Beispiel auch in den Kommentaren dieses Blogbeitrags nachverfolgt werden kann. Die Anzahl der Mutmaßungen ist fast ebenso hoch wie die möglichen Lösungsvorschläge, allein: Ob eine der Maßnahmen zum Erfolg führen wird, kann trotz Tools wie Page Speed oder YSlow niemand sagen oder garantieren.
Nie habe ich das Sprichwort „Mit Kanonen auf Spatzen schießen“ so gerne angewendet, wie im Moment. Die derzeitige Diskussion in den Blogs erinnert mich durchaus an die anhaltende Diskussion um die Mikro-Optimierung von PHP (Was ist schneller: „echo“ oder „print“?). Einige durchaus sehr einfache Maßnahmen haben viele der Blogs nicht im Einsatz, und die beiden damit verbundenen WordPress-Plugins sind durchaus sinnvoll und ihr Nutzen nachvollziehbar (siehe weiter unten).
Es ist nämlich nicht so, das es für WordPress keine Caching-Plugins gäbe, im Gegenteil! Und der Nutzen dieser Plugins ist um einiges größer als die derzeitig propagierten Optimierungen, die hauptsächlich von YSlow oder Page Speed vorgeschlagen werden. Die Grundlage jedes Blogs ist die dahinterliegende HTML-Seite. Je schneller diese ausgeliefert wird, desto schneller ist der Blog. Die Renderzeit einer Seite ist in WordPress proportional zu der Anzahl der Plugins, die installiert worden sind.
Fakt: unsichtbare Bremsen für WordPress
Viele mögen jetzt sagen, dass sie ja zum Beispiel nicht auf jeder Seite ein Youtube-Video eingebunden haben, ergo das Plugin ja auch nicht auf jeder Seite ausgeführt wird. Diese Annahme ist falsch. Installiere ich in WordPress 20 Plugins, die allesamt den Content beeinflussen, dann werden bei jedem Seitenaufruf auch alle 20 Plugins ausgeführt. In unserem Beispiel wird das Youtube-Plugin also auch dann ausgeführt, wenn die Seite kein Youtube-Video enthält.
Je mehr Plugins ich demnach installiere, desto mehr Aufrufe pro Seite verarbeitet WordPress. Das ganze Dilemma wird dann klar, wenn man davon ausgeht, dass ein Plugin nicht nur einen Filter auf den Content anwendet, sondern parallel dazu auch Settings aus der Datenbank auslesen muss. Man könnte jetzt anmerken, dass logischerweise die Plugins erst dann die Datenbank verwenden müssen, wenn sie auch wirklich verwendet werden. Dies ist soweit richtig, setzt aber auch voraus, dass der jeweilige Programmierer überhaupt so weit mitgedacht hat.
Rettung in der Not: Caching-Plugins
Insofern ist die einfachste und notwendigste Optimierung eines Blogs der Einsatz eines Caching-Plugins. Derzeit sind zwei „Standard-Plugins“ mit unterschiedlichen Ansätzen verfügbar, deren Notwendigkeit von Blog zu Blog unterschiedlich ist.
WP Super Cache
Der WP Super Cache basiert auf dem einfachen Konzept, dass es WordPress-Seiten als statisches HTML auf der Festplatte ablegt, und diese Seiten ausliefert anstatt sie bei jedem Seitenaufruf von WordPress erneut rendern zu lassen. Logischerweise hilft das nur bedingt: Auf einem Blog mit vielen Kommentaren bzw. vielen Stammlesern würde die Seite trotzdem bei jedem neuen Kommentar neu gerendert werden. Bekommt die Seite jedoch nicht allzu viel Kommentare, ist dieses System optimal. Das gilt ebenso bei einem Einsatz von WordPress als CMS.
DB Cache Reloaded
DB Cache Reloaded behauptet von sich selbst, das schnellste WordPress-Caching-Plugin zu sein, wahrscheinlich unbeachtet der Tatsache, dass Dateioperationen im Optimierungsumfeld als sehr „teuer“ gehandelt werden. Das Plugin legt keine statischen HTML-Seiten an, sondern cached die Datenbankabfragen von WordPress an sich. Vorteil ist, dass auch die Teile von WordPress gecached werden, die WP Super Cache nicht zwischenspeichern kann. Während WP Super Cache stets eine gesamte Seite neu rendern muss um eine statische Version anzulegen, braucht DB Cache Reloaded nur Teile der Seite neu zu berechnen.
Fazit
Welches Caching-Plugin auf einem Blog verwendet werden sollte, hängt stark von den Besucherzahlen und der Art des Blogs ab. Während in manchen Fällen eines der Plugins ausreicht, gibt es auch Beispiele, in denen beide Plugins parallel betrieben zu einer nachhaltigen Verbesserung der Ladezeiten geführt haben. Dass ein solches Plugin in Blogs mit hohen Seitenabrufzahlen gehört, dürfte nun klar sein. Welches der Plugins eingesetzt werden muss, muss im Einzelfall getestet werden.
Über den Autor
Guido Mühlwitz ist freier Webworker und entwickelt seit über 15 Jahren Internet-Anwendungen. In seinem Blog berichtet er regelmäßig über aktuelle WordPress-Themen. Open Source Web Applications wie Drupal, CakePHP und ModX gehören regelmäßig zum Themenbereich seiner Veröffentlichungen.
Bildnachweis für die Newsübersicht: Collage verwendet Material von © Maxim_Kazmin - Fotolia.com



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