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Captcha vs. Conversion: Das frustrierende Problem des Spam-Test

Captcha vs. Conversion: Das frustrierende Problem des Spam-Test

Was hilft gegen Spam im Internet? Für viele Unternehmen lautet die vermeintliche Antwort „Captcha“. Das damit unter Umständen finanzielle Verluste einhergehen, vergessen jedoch viele.

Captcha vs. Conversion: Das frustrierende Problem des Spam-Test

Viele Unternehmen weltweit nutzen zur Abwehr überflüssiger Spam-Kommentare und -Anfragen sogenannte „Captchas“. Der englische Begriff steht für „Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“. Die verqueren Zeichenfolgen dienen demnach der Identifizierung von Maschinen, die millionenfach versuchen, das Internet mit jeder Menge Unsinn zu pflastern. Fast jeder Website-Betreiber kennt das Problem. Kommentare wie „Great stuff. Loved your article!“, die auf dubiose Internetseiten mit jeder Menge nackter Frauen oder dubioser Mittelchen verweisen. Oder automatisch ausgefüllte Kontaktformulare, die langen Sex oder das schnelle Geld versprechen. Kein Wunder, dass fast jeder Seitenbetreiber irgendeinen Abwehrmechanismus verwendet. Allen voran die ungeliebten Captchas.

Captchas: „I think they suck“

Tim Allen hasst Captchas. Und er fordert Besserung, auch von Seiten der SEO-Community. In einem Artikel auf Moz erklärt der SEO-Analyst was ihn stört: Die unleserlichen Zeichen, die unsägliche Optik, die unbefriedigenden Ergebnisse. Kurzum: Allen stört das Konzept, die Umsetzung, der Einsatz – einfach alles. „Captchas fungieren als Hürde zwischen dir und deinen Kunden“, erklärt er. Sie senken die Konversionsrate laut einer Studie aus 2009 um stolze 3,2 Prozent, betont er. „Ein ziemlich großes potenzielles Wachstum für jede Menge Unternehmen“.

Captchas: ein Extrembeispiel. (Quelle: moz.com)
Ein Extrembeispiel des ungeliebten Spamvermeiders „Captcha“. (Quelle: moz.com)

Auch „moderne“ Captchas taugen nicht. Sie beruhen weiter auf dem alten System und bleiben eine Hürde zwischen Kunden und Unternehmen, erklärt er. Als Beispiel nennt Allen etwa eine Lösung von SolveMedia, die das Konzept der Captcha mit Werbung kombiniert. Nutzer müssen hier Teile einer visuellen oder audiovisuellen Werbeanzeige schriftlich festhalten. Einen ähnlichen Weg wählt auch Minteye. Dessen Captcha-Alternative kombiniert „Slide-to-Unlock“ mit Werbeanzeigen. Zweifelsfrei eine interessante Idee, doch Allen resigniert: „Nutzer müssen auf Captcha verzichten."

Eine Studie der Universität Stanford unterstreicht seine Forderung. Für die Vervollständigung eines „Visual Captcha“ brauchen Nutzer demnach durchschnittlich 9,8 Sekunden. „Audio Captchas“ liegen der Untersuchung zufolge bei stolzen 28,4 Sekunden – und werden in 50 Prozent der Fälle überhaupt nicht absolviert. Allen argumentiert: „Captchas zu entfernen verbessert nicht nur die Erfahrung unserer Nutzer, sondern auch das Internet insgesamt. Es ist Zeit für den Anfang des Ende der Captcha. Wenn du Captchas einsetzt, fordere ich dich deshalb auf sie zu entfernen – sofort!“ Erlaubt sind nur Lösungen wie die „honeypot technique“ oder Akismet.

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Weiterführende Links zum Thema „Captcha“

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12 Antworten
  1. von GreasanDev am 08.08.2013 (08:28 Uhr)

    Captchas sind schon lange veraltet. Es gibt heute - im sprichwörtlichen "Web 2.0" - sehr viel bessere und für alle Beteiligten wesentlich angenehmere Lösungen für Spam-Bekämpfung.

    Wenn ein Seitenbetreiber noch Captchas einsetzt, hat er einfach keine Lust oder keine Ahnung. Da hilft eine einfache Suche bei Google. Dauert keine Minute.

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  2. von Olaf Barheine am 08.08.2013 (08:42 Uhr)

    Und dass Captchas nicht gerade zur Barrierefreiheit beitragen, sei nur am Rande erwähnt. Da habe ich bei der Entzifferung ja manches Mal schon Probleme.

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  3. von Patrick Fiedorowicz am 08.08.2013 (08:54 Uhr)

    Ich schwöre auf die Honeypot-Methode, habe damit bei noch keinem Kunden Probleme gehabt und fange sämtlichen Spam bei Kommentarfeldern und Co ab.

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  4. von Steffen am 08.08.2013 (10:11 Uhr)

    Es gibt auch schon unsichtbare Captchas die den Spam bekämpfen und dabei nicht mal zu sehen sind und damit auch Barrierefrei.

    Siehe: http://www.tsuiseki-captcha.com

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  5. von Patrick Fiedorowicz am 08.08.2013 (10:36 Uhr)

    @Steffen: eine Javascript-Lösung zur Bekämpfung von Spam? Nicht dein Ernst oder?

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  6. von Steffen am 08.08.2013 (11:02 Uhr)

    Warum nicht?
    Jeder normale User hat JS an. Und wieviele Webseiten funktionieren heutzutage ohne JS nicht mehr?

    Ansonsten: es Funktioniert.

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  7. von Patrick Fiedorowicz am 08.08.2013 (11:09 Uhr)

    @Steffen: Bei Usern ist das nicht das Problem.
    Aber wie viele Spam-Bots haben denn JS an bzw. nicht an?

    Werden dann User und Bots, die kein JS an haben, generell geblockt?

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  8. von Ben am 08.08.2013 (11:12 Uhr)

    reCAPTCHAS haben aber auch einen anderen Einsatzzweck und zwar um z.B. Bücher, Zeitungen, sonstige Archive zu digitalisieren.

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  9. von Steffen am 08.08.2013 (11:20 Uhr)

    Ja, das ist natürlich der Nachteil, dass auf der Webseite stehen muss, das JS aktiviert sein muss, damit alles funzt.
    Aber soweit ich weiss, haben heutzutage weniger als 1% Weltweit JS noch aus.

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  10. von GreasanDev am 08.08.2013 (11:49 Uhr)

    Ich denke es ist unerheblich, ob es mit JS funktioniert oder nicht. Da gibt es elegantere Lösungen, welche weniger umstritten sind - Serverseitig wohl bemerkt.

    Ps.: JS sollte nie Voraussetzung dafür sein, eine Website betrachten zu können. Man kann nie wissen, wie viele User JS deaktiviert haben. Vielleicht sogar sehr viele in der Zielgruppe? Kann die Absprungrate in die Höhe treiben ...

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  11. von Nico am 08.08.2013 (15:48 Uhr)

    Ich hatte noch nie ein Spam Problem, auch nicht bei eigenen Systemen. Liegt vielleicht daran, dass ich andere Methoden verwende und keine ekeligen Captchas einbaue ;-)

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  12. von Andreas Renk am 09.08.2013 (08:59 Uhr)

    Ich habe schon immer etwas gegen Captchas. Deshalb verwenden wir seit Jahren, Techniken wie HoneyPot, Zeitfenster oder andere Prüftechniken um Captchas zu vermeiden.
    Bei der WordPress Kommentarfunktion funktioniert es ja auch seit Jahren.

    Vor kurzem haben wir ein Modul geschrieben, um auch das Captcha aus dem Kontaktformular des OXID eShops zu entfernen (http://www.aritso.net/blog/neuigkeiten/captcha-im-oxid-eshop-kontaktformular-entfernen/). Ein Conversion-Killer, den man in einem Online Shop nicht gebrauchen kann.

    Ich kann Tim Allen nur Unterstützen. Die Alternative zu Audio-Captcha, Visual-Captcha oder Re-Captcha heißt: NO-CAPTCHA!

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