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KI leitet das endgültige Ende der Captchas ein – was kommt danach?

(Foto: Shutterstock)

Captchas sind nicht nur nervig, dank Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz erfüllen sie auch nicht mehr länger ihren Zweck. Bleibt die Frage, wodurch sie ersetzt werden können.

Captchas sind für KI-Systeme kein Problem mehr

Das Ende der Captchas war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Immer wieder haben Wissenschaftler und Unternehmen Wege aufgezeigt, um die zur Abwehr von Bots entwickelten Systeme auszutricksen. In einem aktuellen Paper zeigt eine Forschergruppe jetzt ein neues KI-Modell, das Captchas nicht nur löst, sondern dabei auch noch deutlich effizienter arbeitet als frühere Captcha-Killer. „Das Modell bricht fundamental den Schutz moderner textbasierter Captchas“, so die Autoren des Papers, das im Science Magazin veröffentlicht wurde.

Um bildbasierte Captcha-Systeme, wie sie in Googles Recaptcha oder bei Facebook zum Einsatz kommen, steht es nicht wirklich besser. Schon 2016 zeigten Forscher der Columbia-Universität, dass sie Googles bildbasierte Recaptchas innerhalb von 19 Sekunden mit einer Genauigkeit von über 70 Prozent austricksen konnten. Im Fall der von Facebook genutzten Bildersperren lag die Genauigkeit sogar bei mehr als 83 Prozent. Ähnlich erging es Snapchats als Bildersuchspiel getarntem Captcha-System, das ein Entwickler mit einer Genauigkeit von beinahe 100 Prozent austricksen konnte, ohne dabei auf eine ausgefeilte KI angewiesen zu sein.

Captchas sind nicht nur nervig – sie taugen auch immer weniger als Schutz vor Bots. (Screenshot: paket.de)
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Der Kampf geht weiter: Welche Alternativen zur Bot-Erkennung gibt es?

Google hat bereits im März 2017 die sogenannten „unsichtbaren Recaptchas“ vorgestellt. Hier wird, ganz zur Freude der menschlichen Nutzer, keinerlei Aktivität von einem Besucher verlangt. Stattdessen soll über verschiedene Hintergrundmechanismen aus dem Nutzerverhalten geschlossen werden, ob es sich um einen Menschen oder einen Bot handelt. Details zur Funktionsweise verrät der Suchkonzern indes nicht, denn damit würde sie es den Bot-Entwicklern wiederum erleichtern, das System zu umgehen.

Nur: Wenn Google anhand verschiedener Charakteristiken, wie beispielsweise Cursor-Bewegungen, erkennt, dass jemand ein Mensch ist, dann sollte ein Bot – eine entsprechend große Datenbasis vorausgesetzt – durch den Einsatz von maschinellem Lernen auch in der Lage sein, ein entsprechendes Verhalten nachzuahmen. Zumal sich der finanzielle Aufwand zur Beschaffung einer solchen Datenbasis in Grenzen halten dürfte.

Und selbst, wenn es vorläufig keine automatisierte Lösung geben sollte, dürfte das Bot-Netz-Betreiber kaum abhalten. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Anbietern, die Captchas zu Preisen ab etwa 0,50 US-Dollar pro 1.000 Anfragen von Menschen aus wirtschaftlich schwachen Erdregionen lösen lassen. Diese Dienste bieten dafür sogar eigene API-Lösungen zur Integration in Bots an.

Wie eine funktionierende Bot-Erkennung in Zukunft sichergestellt werden kann, bleibt unklar. Klar ist allerdings, dass diese Aufgabe durch Fortschritte in der KI-Entwicklung zunehmend schwerer wird.

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Eine Reaktion
Sven

ich fand diese Captchas immer irgendwie schwierig. Manche waren so zerstückelt, dass man gar nichts lesen konnte. Bin mal gespannt, was da mit der KI so kommt :)

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