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Carbon für Android: Was kann der neue Twitter-Client?

Mit Carbon ist am Wochenende ein neuer Twitter-Client für veröffentlicht worden, bei dem vieles richtig gemacht wurde. Der erste Eindruck ist hervorragend, hier und dort besteht es allerdings noch Verbesserungsbedarf.

Carbon für Android: Was kann der neue Twitter-Client?

Twitter-Client Carbon für Android – schick und mit viel Potenzial

Der Carbon Twitter-Client sollte ursprünglich bereits im Sommer letzten Jahres veröffentlicht werden. Nach diversen Ankündigungen und nachfolgenden Verschiebungen der Freigabe hat es die Softwareschmiede Dots & Lines letztlich am gestrigen Super Bowl-Tag geschafft die App in Googles Play Store zu schieben. Um eines Vorweg zu nehmen: Das Warten hat sich gelohnt. Die App ist sehr schick und zurückhaltend schlicht gestaltet, wie man es von einer App, die sich weitestgehend an Googles Holo-Design orientiert, erwartet.

Nach der Installation des Clients offenbart sich die schwarze Nutzeroberfläche – Bedienelemente sind so gut wie nicht zu finden, selbst Icons für die Timeline, Mentions und Direktnachrichten zeigen sich nur , wenn man von einem zum nächsten Screen wischt, um anschließend wieder ausgeblendet zu werden.  Die flüssigen Animationen (getestet auf einem Nexus 4) zum Wechsel zwischen den Screens und zur Aktualisierung der Timeline sind nicht zu verspielt und ein Augenschmaus. Zur Aktualisierung der Timeline genügt ein Wisch nach unten, sind die Tweets geladen, erscheint eine Anzeige mit der Anzahl der neuen Kurznachrichten. Falls man nicht alle lesen möchte und stattdessen zu den aktuellen Tweets springen möchte, reicht ein Wisch mit zwei Fingern – die Entwickler nennen diese Aktion „Power-Scroll“.

Carbon für Android – der neue Stern am Twitter-Client-Himmel? (Bild: Carbon)

Die App bietet eine Anzeige von Bildern und Videos in der Timeline, sodass ein weiterer Klick zur Vollansicht oftmals nicht zwingend nötig ist. Hält man einen länger gedrückt, so erscheint ein Kontextmenü, das den Zugriff auf diverse Features wie Retweets, Mentions etc. ermöglicht. Nach dem Klick auf einen einzelnen Tweet können ganze Konversationen durch eine weitere Wischgeste angezeigt werden – natürlich nur, sofern jemand auf den Tweet reagiert, bzw. geantwortet hat. Der Ausgangstweet wird dann sanft in den Hintergrund ausgeblendet, sodass der Fokus auf dem Gespräch liegt.

Selbstredend erhält der Nutzer Zugriff zu seinen Listen und Filtern. Auch Suchanfragen sind möglich, die sich zudem speichern und bei Bedarf löschen lassen. Als weiteres sehr relevantes Feature unterstützt die Carbon Twitter-App auch die Verwaltung mehrerer Twitterkonten.

Twitter-Client Carbon für Android: Was fehlt

Die Nutzung von Carbon macht großen Spaß. Man merkt, dass die Entwickler sich viele Gedanken bei der Gestaltung der App gemacht haben. Viele Features und auch die absolut flüssigen Animationen findet man in kaum einen Twitter-Client. Nichtsdestotrotz gibt es noch eine Reihe an Funktionen, die ich vermisse. Zum einen werden noch keine Push-Nachrichten unterstützt, zum anderen fehlt ein URL-Verkürzer, der bei einer mobilen Twitter-Anwendung mehr als sinnvoll ist. Darüber hinaus unterstützt die App nur den Portrait-Modus und einher gehend damit, felt auch eine angepasste Version für Tablets.

Schlank, schwarz, schnell: der neue Carbon Twitter-Client

Für eine erste Version ist Carbon allerdings schon ein guter Anfang, der Lust auf mehr macht. Die Entwickler versprechen auf Google Play, dass in den zukünftigen Versionen noch allerhand neue Funktionen hinzukommen werden. Nach aktuellem Stand soll es bald eine Echtzeit-Aktualisierung des Twitter-Streams geben. Auch an Tablets wird gedacht. Die aktuelle Version soll allerdings nicht aufs Tablet gestreckt werden, stattdessen wird es eine dedizierte Tablet-App geben. Wann diese vorgestellt wird, ist nicht bekannt.

Wer auf der Suche nach einem neuen Twitter-Client oder einfach neugierig ist, sollte sich die kostenlose App ruhig installieren. Sie ist mit Android Version 4.x kompatibel, auf älteren Versionen läuft Carbon leider nicht.

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2 Antworten
  1. von Sebastian Pertsch am 04.02.2013 (13:46 Uhr)

    Wozu denn ein URL-Verkürzer, wenn er doch von Haus aus von twitter angeboten wird. Die Zeiten von Link-Shortener sind doch vorbei. Sonst: Danke für den App-Hinweis!

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  2. von Andreas Floemer am 04.02.2013 (13:47 Uhr)

    @Sebastian: Stimmt wohl, der wird von Carbon aber offenbar nicht unterstützt...

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