Carrier IQ Software hat SMS mitgeschnitten - versehentlich
Die Software Carrier IQ ist nach eigenen Angaben auf 150 Millionen Smartphones zu finden und wird im Auftrag von Herstellern und Netzbetreibern installiert. Das Tool soll im Grunde lediglich den Auftraggebern dabei helfen, Hardware und Netze zu optimieren. Sie sollte eigentlich nur Log-Files über abgebrochene Verbindungen, Empfangsstärke und dergleichen sammeln. Darüber hinaus hat der Entwickler nun eingestanden, dass mittels der Software auch das mobile Surfverhalten verfolgt werden kann. Die Daten werden vom Netzbetreiber ausgewertet, um feststellen zu können, welche Website besonders ressourcenintensiv ist und während des Surfens eine besonders hohe Last im Netz erzeugt. Carrier IQ-Software kann nur die URL, nicht aber die abgerufenen Inhalte auslesen, so die Entwickler.
Dass Carrier IQ SMS-Nachrichten speichert, sei ein Bug in der Software gewesen. Dies dürfe nicht sein und werde in einem zukünftigen Update behoben. In einem Interview gegenüber dem Magazin AllThingsD gab Carrier IQ Chef Lenhardt an, dass man sich über dieses Datenmaterial nicht einmal bewusst war. Auswerten hätte man die Daten ohnehin nicht können, da sie in einem nicht auswertbaren Format gesichert wurden - auch die Netzbetreiber hätten nichts davon gewusst. Bei den sensiblen persönlichen Daten, die der Entwickler Trevor Eckhart in einem Logfile mit entdeckt hatte, drehte es sich nach Aussage von Carrier IQ um einen Android-Log-File. Auf diese Daten habe der Hersteller keinerlei Zugriff, vielmehr handele es sich um einen Fehler von HTC, dem Hersteller des Smartphones. HTC habe offenbar eine Debug-Funktion nicht deaktiviert, sodass sensible Daten gespeichert werden konnten. Carrier IQ distanziert sich von dieser Anschuldigung.
Netzbetreiber oder Hersteller entscheiden, ob sie Carrier IQ einsetzen
Durch die Transparenz, die der Entwickler versucht an den Tag zu legen, könnte etwas Wind aus den Segeln der Kritiker gegenüber Carrier IQ genommen werden. So hätte der Entwickler bereits zu Beginn antworten müssen und nicht erst Wochen später. Zudem sollte bezüglich der Software eine Opt-In-Funktion gegeben sein, sodass jeder Nutzer selbst entscheiden kann, ob seine Daten zur Optimierung des Netzes und des Telefons genutzt werden dürfen oder nicht. In Deutschland scheint ohnehin Entwarnung angesagt zu sein. Viele Hersteller und Netzbetreiber haben mittlerweile bekundet, diese Software nicht zu verwenden.
Weiterführende Links zum Thema Carrier IQ:
- Exclusive Interview: Carrier IQ Gets Transparent About Its Mobile Monitoring - AllThingsD
- Understanding Carrier IQ Technology(PDF) - Carrier IQ
- Carrier IQ: Spionage-Software auch in iOS entdeckt - t3n-News
- Carrier IQ: Spionage-Software auf Millionen Android, Nokia, BlackBerry entdeckt - t3n-News

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von Christoph Bauer via facebook 13.12.2011 (19:29Uhr) 1.
"Spionage-Software" - ganzschön BILD.
von Marco 14.12.2011 (13:05Uhr) 2.
Ich habe irgendwie Schwierigkeiten dabei, mir vorzustellen, dass sowas wie die Speicherung von SMS ein Bug wäre. Sowas passiert nicht mal eben so durch einen Fehler in der Software. Aber gut, muss jeder für sich entscheiden, ob er diesen Aussagen Glauben schenken mag.
von Christian 14.12.2011 (13:12Uhr) 3.
Genau, jetzt ist HTC Schuld. Mal gucken an wen die das weiterreichen.
von Trilos It-Dienstleistungen via facebook 14.12.2011 (13:47Uhr) 4.
Wenn Entwickler und Betreiber schon nicht mehr wissen, was da passiert, ist die Sache ja wohl noch schlimmer!
von marco 27.12.2011 (15:45Uhr) 5.
Wie man ein Handy ausspioniert ? Ganz einfach, indem sie Mobile Spy nutzen: http://handy-spionage-software.com/
von CarrierIQ: Spionage-Software auf Million… 18.01.2012 (11:23Uhr) 6.
[...] Carrier IQ – Entwickler der Spionage-Software redet Klartext - t3n News [...]