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Marketing

Check-In-Dienste: Der Hype ist vorbei

    Check-In-Dienste: Der Hype ist vorbei
#FLICKR#

Der Hype-Zirkus zieht weiter, Check-In-Dienste sollen jetzt offiziell tot sein. Wie ein Gastbeitrag auf ReadWriteWeb zu berichten weiß, ist 2011 das Jahr des großen Check-In-Dienste-Sterbens. Zwar stehe Geo-Location noch am Beginn und die einschlägigen Dienste stecken noch in den Kinderschuhen, im letzten Jahr habe deren Benutzung aber sichtlich nachgelassen. Wer den Trubel um Check-Ins und Mayorism nie so recht nachvollziehen konnte, erhält dieses Jahr Auftrieb und zahlreiche Argumente, um mit der früh gehegten und stets artikulierten Renitenz erneut hausieren gehen zu können.

Check-In-Dienste: Der Hype checkt-out

Der Hype checkt-out. Jetzt heißt es wieder aller Orten: „Ich hab's ja immer gesagt“. So zahlreich die Early Adopter, so zahlreich sind auch die Early Sceptics. Mark Watkins, Gastautor bei ReadWriteWeb, will sich so richtig keiner der beiden Fraktionen zurechnen. Dem CEO von Goby ist aber als Beobachter aufgefallen, wie die einstigen und einstimmenden Lobeshymnen auf Check-In-Dienste verstummen. Ob Vorreiter wie Foursquare, Gowalla, Loopt, MyTown, BriteKite oder Nachahmer wie Yelp (Check-Ins), Facebook (Places) und Google Latitude (Check-Ins). Nach ihnen würde im April 2011 kein Hahn mehr krähen.

Rhetorisch könnte man sich deshalb auch fragen: Wenn sogar auf dem Mond der erste Check-In erfolgte, wo soll dann noch eingecheckt werden? Und wie machen sich deutsche Anbieter, wie etwa Friendticker? Andererseits ist so mancher Hype langlebiger als oft vorschnell angenommen. So wurde beispielsweise auf der diesjährigen SXSW der QR-Code exhumiert.

Der Trend von Check-In-Diensten, wie etwa Foursquare, sei dabei zunächst gar nicht an den realen Zahlen ablesbar. Mit sechs Millionen angemeldeten Usern seien diese durchaus beeindruckend. Aber: In den letzten fünf Monaten ist der Traffic laut Autor Mark Watkins konstant gefallen - hat sich in der Zeitspanne sogar um 50 Prozent verringert.

Foursquare und andere Check-In-Dienste

Noch im Juli 2010 hat Foursquare zwei Millionen User vorweisen können, die tägliche eine Millionen Check-Ins tätigten. Fünf Monate später hat die Zahl der User auf fünf Millionen und die Zahl der täglichen Check-Ins auf zwei Millionen vergrößert. Erkennbar ist der Durchschnitt von Check-Ins pro User von 0,5 auf 0,4 gefallen. Watkins zieht daraus einen durchaus offensichtlichen Schluss: Die angemeldetne User würden zwar mehr werden, sie seien jedoch weniger aktiv als noch vor Monaten. Würde zu diesen Zahlen noch Facebook Places hinzugezogen, ergebe sich sogar ein noch deutlicheres Bild. Ironie des Ganzen: Noch zu Anfang des letzten Jahres hatte Dennis Crowley, Gründer von Foursquare, Facebook nicht als Konkurrenz angesehen.

Ob Foursquare oder Loopt, Check-In-Dienste funktionieren meist nach dem gleichen Prinzip. (Foto: dpstyles™ / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Als Watkins letztens ins Ace Hotel in New York CIty per Geo-Location eincheckte, sei er lediglich einer von drei Check-Ins gewesen. In Anbetracht des Status des Ace Hotels für die digitale Elite, die an diesem Tag auch mehr als zahlreich vor Ort gewesen sei, müsse das ein zweifellos aussagekräftiger Wert sein. Foursquare gab überdies einst bekannt, das Ace sei das Hotel mit den weltweit meisten Check-Ins.

Check-In-Dienste sind Handtuchwerfer

Es sei daher kein Wunder, dass die ersten Dienste bereits aufgegeben haben: Gowalla hat sich beispielsweise einfach in Facebook integriert. BriteKite hat Check-Ins sogar in Gänze einfach aus dem Funktionsumfang genommen. Watkins leitet daraus nachvollziehbar ab, dass es diesen Check-In-Diensten einfach an Angeboten neben den Check-Ins fehle, die sie mainstreamkompatibel machen. Denn, warum nutzen Menschen Check-Ins ? Watkins klärt wie folgt auf:

  • Kontakte und Freunde in der Nähe finden - die Kernkompetenz von Check-In-Diensten, die aber nicht überall funktioniert.
  • Punkte, Belohnungen, Vergünstigungen erhalten. Solche Spielerein werden meist nur kurz und intensiv genutzt.
  • Speichern und Erinnern von Orten. Um sich derart digital an verschiedene Orte erinnern zu müssen, bedarf es nicht nur bloß des digitalen Nomadentums.
  • Online-Identitäten kreieren: Personal Branding. Für Natives ist dies selbstverständlich, aber eben kein Mainstream. Watkins erfuhr sogar in Gesprächen mit Frauen, dass diese vielmehr Angst hätten, permanent ihren Aufentaltsort zu verraten.
Mark Watkins sieht für Check-In-Dienste wie Foursquare keine oder zumindest eine finstere Zukunft. Der Hype habe seit langem ausgecheckt. (Foto: teamstickergiant / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Um sich als Check-In-Dienst nun für den Mainstream öffnen zu können und nicht nur als Geek-Spielzeug verstanden zu werden, müsste das Augenmerk auf vier essentielle Bereiche gelenkt werden. Das Socializing müsse sowohl viraler als auch mit den nötigen Privatssphäreeinstellung versehen werden. Mit Sonderangeboten und Deals müsse Usern nach Watkins' Ansicht ein wirklicher Vorteil verschafft und ein Bewußtsein aufgezeigt werden. Das Photo-Sharing müsse ein Kernelement werden, allerdings habe Facebook diese Funktion schon lange und die bedürfe nicht mal eines Check-Ins. Und schließlich gehe es um Entdeckungen, doch diese seien meist einfach zu passiv in die Dienste integriert. Wäre es nicht interessanter, wenn User bekannt geben könnten, wo sie in einer Stunde oder einer Woche einchecken werden?

Watkins sieht für bloße Check-Ins keine Chance

Aus diesen genannten Gründen sieht Watkins als Fazit für Check-In-Dienste in ihrer originären Ausrichtung keine Chance auf ein Überleben im Jahr 2011. Um sich am Markt beweisen zu können bedürfe es für jeden Dienst einer umfangreichen Neuausrichtung, um dem User mehr als nur das Check-In-Erlebnis bieten zu können. Das Problem sei hier aber - und das klingt auch mehr als einleuchtend - dass Größen wie Facebook, Google oder Groupon diese Nischen schon längst besetzt haben und zudem über eigene Dienste mit Geo Location verfügen.

Das muss doch hektoliterweise Wasser auf die Mühlen all der Wozu-muss-ich-das-Apologeten bedeuten. Für manche waren Check-In-Dienste sogar schon Anfang 2010 dem Tode geweiht.

Weiterführende Links zu Check-In-Diensten:

Weiterführende Links zu Mobile und Geo Loaction:

Bildnachweis für die Newsübersicht: Robert Scoble / flickr.com, Lizenz: CC-BY.

 

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5 Reaktionen
Florian

Hier, für diejenigen die immer schon nach einem Check-in Grund gesucht haben .... schaut euch mal das hier an:

http://blog.friendticker.com/entrup/

Und dann diskutieren wir das :)

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.andi

Na toll, jetzt kann ich also die t3n #22 wegwerfen. ;)

Zu jedem Trend gibt es mindestens einen der sagt, dass der Trend vorbei ist.
Leute, dieses Facebook ist auch bald vorbei.

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David Maciejewski

@Florian: Du checkst ja auch bei jeder Bushaltestelle ein, die du auf dem Weg zum Frisör passierst. ;-)

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hophmung
hophmung

na, das will ich sehen..

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Florian Endres

Also ich nutze Gowalla weiterhin ausgiebig ;) Und zwar wie ich in http://t3n.de/news/gowalla-foursquare-vergleich-264913/ vorausgesagt habe ganz besonders auf Reisen. Als digitaler Reiseführer und als Erinnerung.

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