Chirp-Konferenz: Neues von Twitter – Interessante Zahlen, Annotations, Places, @Anywhere und mehr

Auf der ersten Twitter-Entwickler-Konferenz Chirp wurden gestern am ersten Veranstaltungstag einige interessante Ankündigungen und beeindruckende Zahlen zu Twitter bekanntgegeben. Man habe jetzt die 100 Millionen-User-Marke geknackt und will unter anderem mit Annotations, Places, @Anywhere und einer eigenen Entwickler-Plattform weiter zulegen.

Die interessantesten Zahlen zu Twitter

  • hat über 105 Millionen registrierte Nutzer
  • täglich kommen 300.000 neue Nutzer dazu
  • Twitter hat 180 Millionen Unique Visitors im Monat
  • 75 Prozent des Traffics stammen von Third-Party-Apps
  • 60 Prozent aller Tweets kommen über Clients
  • jeden Tag gibt es 600 Millionen Suchanfragen
  • die API verbucht jeden Tag 3 Milliarden Requests
  • 37 Prozent der Nutzer twittern auch mobil
  • insgesamt gibt es rund 100.000 Twitter-Apps

Twitter bekommt Annotations

Eine der wichtigsten Ankündigungen, war die der Annotations. Entwickler werden mit diesem neuen Feature in die Lage versetzt, den Tweets bestimmte Metadaten anzuhängen. Welche Daten angehängt werden, sollen die Entwickler dabei selbst entscheiden können. Mit den Metadaten könnten Tweets beispielsweise mit bestimmten Tags versehen werden, damit sie besser aus der Masse der Tweets zu filtern sind. Zu erwarten sind hier eine ganze Reihe von neuen Mashups, allerdings werden die Annotations erst im nächsten Quartal zur Verfügung stehen.

Places - Ein Foursquare-Killer?

Eine weitere Neuerung sind die „Point of Interest“ oder auch Twitter Places . Wie Twitter CEO Evan Williams erklärte, möchte man der großen Zahl der mobilen Twitter-User die Möglichkeit geben, ihren aktuellen Aufenthaltsort an die Tweets anzuhängen. Man wolle aber Foursquare und Gowalla nicht kopieren, sondern wolle vielmehr die Frage beantworten: Was passiert gerade an einem speziellen Ort? Dabei muss der eigene Standort nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen.

Das Framework @anywhere ist jetzt live

Vor rund einem Monat kündigte Evan Williams das Framework @anywhere an, mit dem sich Twitterfunktionen direkt in externe Websites integrieren lassen sollen. Seit gestern nun ist die Plattform live und bietet beispielsweise eine automatische Verlinkung von Usernamen, Hovercards, Follow-Button, Tweet Fenster und verschiedene Login/Signup-Optionen.

twitter anywhere

Twitter und seine Entwickler - eine zweischneidige Strategie

Was wäre eine Entwicklerkonferenz ohne Entwickler? Und ohne spezielle Ankündigungen für Entwickler? Diese Fragen stellen sich bei der Chirp-Konferenz nicht, denn die Entwickler-Community von Twitter ist groß und bekommt mit Dev.Twitter.com nun auch eine offizielle Spielwiese. Ein wenig scheint es so, als wollten Biz Stone und Evan Williams damit wieder auf Kuschelkurs mit den externen Entwicklern gehen. Diesen hatten sie in der letzten Zeit nicht immer verfolgt, so zum Beispiel als sie erst kürzlich den Twitter-Client Tweetie gekauft hatten.

Solche Zukäufe sind zwar für die betroffenen Entwickler eine Art Adelsschlag und einen entsprechenden Titel könnten sie sich durch die Twitter-Zahlung sicher auch leisten. Doch für alle anderen Client-Entwickler wird dadurch der Überlebensspielraum enger. Schön zu sehen war dieser Effekt bei den URL-Verkürzern. Nach dem bit.ly zum offiziellen Twitter-Service aufgestiegen war, mussten gleich mehrere Konkurrenten die Segel streichen.

Ähnliches könnte nun wieder passieren, denn Tweetie scheint nur der Anfang gewesen zu sein. Nachdem man schon mit RIM zusammen an einem offiziellen Twitter-Client für Blackberry gearbeitet hat, soll es nun bald auch einen offiziellen Client für Android geben. Auch beim offiziellen URL-Verkürzer bit.ly dürfte man nicht nur verwundert über die Ankündigung eines Twitter-eigenen Dienstes sein.

Auf der anderen Seite wurde auch verkündet, dass die Limitierungen für die API-Requests künftig ganz wegfallen sollen – eigentlich ein gutes Signal für die Entwickler.

Twitter ist also auf dem besten Wege seine Existenz als dezentrale Plattform aufzugeben und bemüht sich vermehrt um eigene Lösungen. Dabei könnte man das eigene Ecosystem, das einen nicht unerheblichen Anteil an dem Erfolg der Plattform hatte und immer noch hat, in große Schwierigkeiten bringen. Das von Google entliehene „Don’t be evil“ könnte so schon bal nicht mehr glaubhaft sein.

Twitter dev

Weiterführende Links zum Thema:

 

 

 

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2 Answers

  1. von Shared Items – 15. April 2010 | Ne… 15.04.2010 (13:20Uhr) 1.

    [...] Chirp-Konferenz: Neues von Twitter – Interessante Zahlen, Annotations, Places, @Anywhere und mehr [...]

  2. von Twitter Places: Twitter führt Orte für… 15.06.2010 (10:52Uhr) 2.

    [...] 0 Kommentare 0 Tweets Teilen 15.06.2010 (von Falk Hedemann) Twitter hat gestern Abend das auf der Chirp-Konferenz angekündigte Geolocation-Feature „Places“ eingeführt. Twitter-User sollen damit ihre Tweets mit einem Tag [...]

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