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Cloud-Gaming: Warum die PlayStation ein Auslaufmodell ist

    Cloud-Gaming: Warum die PlayStation ein Auslaufmodell ist

Sony kauft den Cloud-Gaming-Dienst Gaikai und setzt damit ein klares Zeichen: Die Zukunft des Gaming findet in der Cloud statt. Damit dürfte die nächste Konsolengeneration wahrscheinlich die letzte sein und die Playstation 4 das Ende der klassischen stationären Spielkonsole einläuten.

Cloud-Gaming: Sony und Microsoft bereiten sich vor

380 Millionen US-Dollar legt Sony auf den Tisch, um den Dienst für Cloud-Gaming aus dem Silicon Valley zu kaufen. Das japanische Unternehmen kündigte auch sogleich an, den Cloud-Service in das eigene Ökosystem einzubauen, ohne allerdings konkret zu werden. Denkbar ist die Einbindung in alle PlayStation-Geräte – Smartphone, mobile und stationäre Spielkonsole. Ob Sony die Cloud-Gaming-Welt bereits auf die PlayStation 3 bringen wird, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher ist eine Integration in das OS der PlayStation 4.

Auch Microsoft ist sich der Bedeutung von Cloud-Gaming bewusst und kommentierte sogleich den Sony-Gaikai-Deal mit den Worten, dass die Cloud für Xbox ein wichtiger Investitionsbereich in den nächsten Jahren sein wird. Auf der Xbox 360 beispielsweise lassen sich bereits Spielstände in der Wolke ablegen. In der Branche wird schon länger über eine mögliche Übernahme von Onlive, einem weiteren großen Cloud-Gaming-Anbieter, seitens Microsoft spekuliert.

Cloud-Gaming: Sony kauft Gaikai für 380 Millionen US-Dollar
Cloud-Gaming: Sony kauft Gaikai für 380 Millionen US-Dollar
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Schöne neue Cloud-Welt: Vorteile für Anbieter und Nutzer

Die großen Player positionieren sich für die Zukunft des Gaming – und läuten vermutlich mit den für nächstes Jahr erwarteten neuen Konsolen eine neue Gaming-Welt ein. In dieser Welt spielen stationäre Konsolen nur eine untergeordnete Rolle, die Games rücken noch viel stärker in den Mittelpunkt. Sony und Microsoft wird diese neue Welt gefallen, schließlich wird in der Games-Industrie das große Geld mit den Spielen verdient. Was passt da eigentlich besser als eine Welt, in der Spiele unabhängig von der Rechenkraft einer Konsole funktionieren, gut performen und spielbar sind?

Wenn die PlayStation oder die Xbox im heimischen Wohnzimmer nur noch Empfänger eines Spielstreams sind, der in großen Datenzentren von rechenstarken Power-PCs berechnet wird – dann spielt das Microsoft und Sony absolut in die Hände. Die beiden Unternehmen haben noch stärker die Kontrolle über ihre Plattform, als es bisher der Fall ist. Sie können verschiedene Vertriebsmodelle für Games anbieten, wie beispielsweise Onlive das bereits tut: Ein Spiel komplett kaufen, für drei Tage mieten, für fünf Tage mieten – vielerlei ist möglich. Auch der von den Publishern so gehasste Gebrauchtmarkt gehört in dieser schönen neuen Gaming-Cloud der Vergangenheit an.

Allerdings steht diese Gaming-Welt noch nicht direkt vor der Tür, vielmehr fristet sie ihr Dasein noch in der Nachbarschaft. Denn das zentrale Element dieser Welt ist die flächendeckende Verfügbarkeit von Breitband-Internet. Für einen gut funktionierenden Betrieb empfiehlt beispielsweise Onlive eine Bandbreite von 5 Mbit. Die Auflösung beträgt dann 1280x720 px, also kein Full-HD. Zudem ist die Latenzzeit größer, als wenn ein Spiel direkt auf der heimischen Konsole berechnet und an den Fernseher übertragen wird. Vor allem Core-Gamer und Shooter-Fans dürfte das noch abschrecken, schließlich sind Millisekunden oftmals ganz entscheidend für den Sieg – oder eben Niederlage.

Aber ich bin mir sicher, dass diese Cloud-Gaming-Welt kommen wird. Denn sie hat so viele Vorteile: Keine teuren Konsolen mehr kaufen. Nutzer brauchen einfach nur den Fernseher anzuschalten, ein Spiel auswählen und können sofort loszocken – ohne sich um Updates, Performance oder Festplatten-Platz kümmern zu müssen. Für Plattform- und Games-Anbieter ist diese Welt genau so von Vorteil: Sie haben die komplette Verwertungskette von Games in der Hand und verdienen so das meiste Geld. Sicherlich wird es Leute geben, die sich ihre Spiele nach wie vor lieber ins Regal stellen und dieser Cloud-Welt kein Vertrauen schenken – aber das wird die technische Entwicklung nicht aufhalten.

PlayStation 4: Ein Fan-Konzept
PlayStation 4: Ein Fan-Konzept (Quelle: ps4playstation4.com)

PlayStation 4 und Xbox 720: Hybrid-Modell ist zu erwarten

Microsoft und Sony werden in den nächsten Jahren die Grundsteine für diese Cloud-Gaming-Welt legen – und ordentlich in die dafür nötige Infrastruktur in Form von Rechenzentren investieren. Die im nächsten Jahr erwarteten Nachfolge-Konsolen der Xbox 360 und PlayStation 3 könnten dann Hybrid-Modelle sein und sowohl mit einem optischen Laufwerk, einer großen Festplatte für den direkten Download von Games also auch über die Möglichkeit verfügen, Spiele per Cloud spielen zu können.

Und die PlayStation 4 und die Xbox 720 werden dann die letzten „richtigen“ Konsolen sein: mit ordentlich Rechenpower ausgestattet, um eine deutliche Steigerung in Sachen Grafikpracht gegenüber den aktuellen Konsolen zu erreichen und diese auch direkt in der Konsole berechnen zu können. Je länger diese neuen Konsolen dann auf dem Markt sind, desto stärker dürfte sich Gaming in Richtung Cloud bewegen. In fünf bis sechs Jahren könnte die Technologie für Cloud-Gaming dann so weit ausgereift sein, dass Latenzzeiten, niedrige Auflösung und schlechte Videokomprimierung keine Probleme mehr sind – und die Konsolen nur noch den Stream der Games empfangen. Rechenpower ist dafür dann nicht mehr nötig.

Und was ist eigentlich mit Nintendo, die bereits jetzt tief in den roten Zahlen stecken? Spätestens seit der Ankündigung der WiiU sehe ich die Mario-Erfinder auf dem absteigenden Ast. Mit teurem Tablet-Controller und 3D in die Zukunft? Sorry Nintendo, dass wird nicht reichen. Wenn die Japaner schlau sind, spezialisieren sie sich auf ihre starken Game-Franchises und portieren diese auf andere Plattformen. Mario auf dem iPhone? Ich hätte nichts dagegen.

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7 Reaktionen
Till

@Martin
Allgemein ist die Cloud für Gaming und nicht allzu sensible Daten geeignet. Im Grunde ist es eine schöne Utopie für Nischenanwendungen, zumindest vorerst. Als deutsche Firma müsste man im besten Fall naiv sein, wenn man sensible Geschäftsberichte oder gar die Unternehmensabläufe ohne Grund von einer amerikanischen Firma abhängig macht.

Mit den Beta-Status bei Games kurz vor dem Weihnachtsgeschäft hast Du sicher recht. Allerdings wären atemberaubende Grafiken möglich und der Wettbewerb unter den Anbietern wäre höher, weil der Spieler flexibler wechseln kann, da er keine oder wenig Ausgaben für die Hardware hat.
Die alten Spiele könnte man mit der alten Konsole spielen.

Bevor ich 40 bin, bezweifele ich aber, dass das Cloud-Gaming als Konsolenersatz auf hohem Niveau technisch läuft. Ich hoffe ohnehin, dass wir in 5 Jahren nicht nur noch Casual-Games haben, ökonomisch macht das durchaus Sinn.

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Martin Emmert

@Luca Caracciolo: Ja sehr gerne, ein Blick in die Zukunft ist durchaus erwünscht und gerne gesehen. Aber wieso immer mit diesen Hollywood-Headlines anheizen und Fakten so darstellen als ob es schon den Tatsachen entspricht, wobei dann doch die Auflösung am Ende des Textes kommt. Es gibt einen Grund warum ich die Bild nicht lese und diese finde ich hier immer öfter. Schade sowas!

@Till: Ich befürchte eher das unsere Lieblingspublisher wie z.B. EA uns mit noch mehr Spielen im Beta Status zukleistern. Es kann ja nachgebessert werden, da es in der Cloud ist.
Das der Casual-Markt damit bedient werden kann sehe ich aber durchaus als realistisch.

Wozu dann noch unterschiedliche Konsolen, wenn eh alles im selben Rechenzentrum berechnet wird? Das macht ja dann keinen Unterschied mehr...

Ich bin einfach nicht überzeugt von diesem Ansatz und hab da auch sehr viele Bedenken. Wo bekommen wir dann die Titel her die man sich in Österreich besorgen muss, weil den Herren bei der Prüfstelle das Thema zu komplex ist? Was ist wenn das Internet ausfällt? Wer bezahlt die ganzen Stromkosten?? Was ist mit der Umwelt die eh schon genug zu tun hat mir Facebook und Google? Braucht es wirklich weitere Rechenzentren in diesem Umfang? Was ist mit meinen alten PS3 Titeln?

Ich hab es langsam wirklich satt, dass jeder Furz in die Cloud muss. Das nervt langsam wirklich. Wir geben unsere gesamten Daten in Fremde Hände nach Übersee, schreien aber auf wenn Facebook mal wieder ne Datenpanne hat. Ich würde es mir doch sehr wünschen, das hier auch mal wieder Kritische Beiträge kommen. Für heiße Luft gibt es schon ein Online-Magazin...

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Till

Cloud vorerst für Casual Gamer
Ich denke, dass die Cloud erstmal nur für Casual Gamer und wie schon heute für Browsergames zum Einsatz kommt. Für Hardcore Spieler und Grafik-Fetischisten muss technisch noch einiges an Zeit ins Land ziehen. Neben den Herstellern wie Sony, müssen schließlich auch die Netzanbieter nach ziehen, sodass es nicht ständig zu kurzen Rucklern und Auszeiten kommt. Bei der Innovationsgeschwindigkeit der Telekom und den ökonomischen Faktoren für einen flächendeckenden Ausbau sehe ich da schwarz.

Nichtsdestotrotz wäre es eine gute Sache, wenn diese Art des Gaming als Innovationsmotor, z.B. in urbanen Zentren, als Alternative zum Einsatz kommt. In den großen Städten gibt es schließlich bereits viele Anbieter mit 100 oder sogar 200 Mbit Leitungen. Ich sehe den Vorteil darin, dass die Entwicklung der Games viel schneller ablaufen könnte, wenn die Hersteller immer die neuste Hardware für ihre Games benutzen und schneller auf Hinweise der Entwickler eingehen können. Technisch wird es allerdings mehr als Kompliziert, wenn ich an die Bandbreite denke, die für die Server und für die millionenfachen Zugriffe nötig ist.

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Hochpreis-Konsolen
Hochpreis-Konsolen

Werden PS4 oder Xbox720 überhaupt noch entwickelt oder nur als Blades für im Streaming-Rechenzentrum ? wenn die Core-Gamer eh Breitband haben, verzichtet man auf einen Teil der Spieler, kriegt aber andere die per SmarTV o.ä. und Settopbox, Apple3TV, GoogleTV o.ä spielern können und keine Konsole für $500 gekauft hätten.
Und mit BD-Playern (Java3ME) gibts ja auch Mediatheken/Online-Videotheken auf BluRay und die können Moorhuhn, AngryBirds u.ä. mit wenig Rechenpower auch spielen. Gegen Geld gibts dann gute Texturen oder ohne Werbung oder was-auch-immer.

Hochpreis-Konsolen sind somit evtl. nicht mehr rentabel am Markt platzierbar weil die Mainstream-Masse relevanter ist und eher Investitionen rechtfertigt. Sony hat mit dem EReader wohl nicht so einen Erfolg wie Kindle. Aber fast alle PS1-Spiele am Handy oder per HDMI am TV und am 7"/10"-Pad spielbar sollte machbar sein und wäre eine gute Basis für Einnahmen.

Spiele die nur online gehen, sind auch eher schlecht kopierbar. Das Android und iOS das Thema nicht behandeln ist Desinteresse. Offliner haben Pech gehabt oder müssen PS2-Spiele-Classic-Packs für am BD-Player teuer kaufen.

Ein Markt für preiswürdige qualitativ brauchbare "Dongles" "Spieleeingabe-Geräte" "Geräte-Simulatoren (Bogen, Angel, Ruderboot, Fahrrad-Trainer...)" bzw. Zubehör dafür und Spiele dafür dürfte sich für Sony, M$, Nintendo ergeben.
Das Hauptgeschäft sind aber die Spiele auf alle Screens zu bringen und (wie auch bei MusikCDs und Büchern, Filmen und Serien für viele Kunden) nicht mehr, Hardware zu produzieren und zu verkaufen sondern Zugriff zu vermieten.
Es gibt Zillionen potentielle Kunden die Monkey Island oder Final Fantasy 7 noch nicht gespielt haben und es gut fänden.

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Luca Caracciolo

@Martin Emmert: Cloud ist ein Trendthema und macht auch vor Gaming nicht halt. Ein wenig in die Zukunft zu blicken, insbesondere vor dem Hintergrund des Sony-Gaikai-Deals, darf erlaubt sein, denke ich.

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Christian
Christian

Denke auch, dass es so kommen wird. Wenn man den Distributionsweg anderer Medien anschaut und als Vorreiter auffasst sind wir bei der Musik mit Diensten wie Spotify ja schon so weit.

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DasTausW
DasTausW

Was soll die Aufregung? Ich kann dem Autor nur zustimmen. So (oder sehr ähnlich) wird es kommen.
Für die Anbieter hat das Streamen von Spielen nur Vorteile und für die Anwender sehr wenige Nachteile. Dass Anwender sich gerne in "walled gardens" "einsperren" lassen, solange die Koditionen als fair empfunden werden, sieht man ja z.B. am iStore und Google Play.
Wer das nicht will, muss ja keine Konsole kaufen.
Zu den technischen Problemen (wie z.B. zur Zeit bei Gaikai); wir reden hier von "in 5-7 Jahren". Bis dahin fließt noch so einiges Wasser die Wupper herunter...

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