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Code-Poesie: Die lyrische Seite des Programmierens

    Code-Poesie: Die lyrische Seite des Programmierens

(Text: "Distance.sh" von Karen Shea / Grafik: Instacod.es)

Programmiersprachen dienen nicht nur zur Lösung von Problemen, sondern können auch in lyrischem Zusammenhang genutzt werden. Wir zeigen euch, was hinter dem Begriff Code-Poesie steckt.

Code-Poesie: Lyrik für Menschen und Computer

„Code ist Poesie“ heißt es am unteren Rand der Wordpress.org-Homepage. Das klingt erstmal schön, und bei genauerer Betrachtung lassen sich durchaus Ähnlichkeiten zwischen Code und Poesie finden. Eine Gleichstellung erscheint dennoch ungebührlich, da die aus einem Quellcode entstandene Software in aller Regel ganz praktische Ziele verfolgt - nämlich die Lösung eines konkreten Problems. Der Poesie hingegen lässt sich eine solche Zweckmäßigkeit kaum nachsagen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich Code nicht zum Verfassen lyrischer Texte eignen würde. Das wird im Allgemeinen dann als Code-Poesie bezeichnet.

Der Begriff entzieht sich einer genauen Definition. So können Gedichte, die in einer Programmiersprache verfasst wurden oder zumindest äußerlich einem Quellcode ähneln, genauso dazu gezählt werden, wie Quellcode, der erst bei Laufzeit seine poetische Natur verrät. Ein einfaches Beispiel für den ersten Fall wäre beispielsweise das folgende Gedicht des Informatikers George Corser.

Code-Poesie: Ein CSS-Gedicht von George Corser. (Screenshot: CodePoetry / Facebook)

Code-Poesie kann aber durchaus auch für Menschen und Computer gleichzeitig verständlich sein. So lässt sich das Gedicht (def is "death") von Bernd Schwarzenbacher durchaus lesen, wenn der Rezipient die Sonderzeichen ignoriert. Gleichzeitig handelt es sich dabei aber auch um ausführbaren Clojure-Code, der die Wörter „keep going“ in einer Endlosschleife ausgibt. Der Text war einer der Publikumslieblinge beim Code Poetry Slam Vienna im Jahr 2016.

Lesetipps: Code-Poesie in Buchform

Das Projekt code {poems} hat im Jahr 2012 55 ausgewählte Gedichte in Code-Form als Buch veröffentlicht. Das wurde allerdings nur in einer streng limitierten Auflage von 100 Stück hergestellt und dürfte daher schwer aufzutreiben sein. Alternativ dazu könnt ihr aber auch zum 2016 veröffentlichten Code-Gedichtband ./code --poetry von Daniel Holden und Chris Kerr greifen. Das gibt es auch als E-Book. Außerdem finden sich einige der Texte auch auf der offiziellen Website des Projekts.

Was wäre, wenn einige der bekanntesten Schriftsteller der Literaturgeschichte auch programmiert hätten? (Grafik: No starch press)

Eine weitere interessante Auseinandersetzung mit der Schnittstelle zwischen dem kreativen Schreiben und Code findet in dem Buch „If Hemingway wrote Javascript“ von Angus Croll statt. In dem Buch geht Croll der Frage nach, wie Code von berühmten Schriftstellern wie Ernest Hemingway, Franz Kafka, Jorge Luis Borges oder Charles Dickens aussehen würde. Das Projekt begann übrigens auf Github und wurde erst später in Buchform veröffentlicht.

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