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Marketing

Content Curation is King – Wie kuratierte Inhalte das Markenimage schärfen

    Content Curation is King – Wie kuratierte Inhalte das Markenimage schärfen

Im Social Web geht es um relevante Inhalte – vorbei sind die Zeiten, in denen man stur die eigenen Links verteilt hat. Content Curation – also das Zusammentragen und Aufbereiten von Inhalten zu einem bestimmten Thema – erfreut sich immer größerer Beliebtheit und unterstützt Unternehmen nicht zuletzt bei der Markenbildung. Kern des Ganzen: Interessant ist nicht nur, was man selbst macht, sondern auch, was Andere tun. Wir zeigen euch, wie Content Curation funktioniert und was man dabei beachten sollte.

Nur dabei sein war gestern ...

Content First - Wie Content Curation die Markenbildung beflügelt
Das Web steckt voller interessanter Inhalte, die gelesen werden wollen. Content Curation bringt diese Inhalte an den Nutzer und weist den Kurator als Experten aus. (Bild: ©iStockphoto.com/okeyphotos)

Früher war es einfach nur wichtig, auf Twitter und Facebook zu sein. Mit diesem Credo stürmten so manche CEOs die PR- und Kommunikationsabteilungen ihrer Unternehmen und versuchten, ein Stück von dem innovativen Charme der sozialen Netzwerke auch auf sich zu übertragen. Auf Webseiten wurden Follower-Buttons eingebaut und sogar ganze Kampagnen angelegt, um so viele Follower wie möglich zu generieren – der ein oder andere hat sich die Fans auch einfach gekauft. Denn für Beobachter galt ein mittelständisches Unternehmen mit Follower-Zahlen im dreistelligen Bereich streckenweise als „peinlich“. Konzerne fingen erst ab einer hohen fünfstelligen Gefolgschaft an, Beachtung zu gewinnen. Inzwischen gilt aber nicht mehr nur der Konsens, dass es wichtig ist, auf einem der vielen Netzwerke zu sein. Und tausende von Fans um sich zu scharren. Man muss diesen Fans auch etwas bieten auf den eigenen Plattformen, nicht zuletzt, um die kritischen Interessierten auch nach dem ersten Kontakt weiter an den Social-Media-Auftritt zu binden.

Ein weiteres Ziel ist die Markenbildung, das heißt, ein bestimmtes Image im Social Web aufzubauen und dieses zu pflegen. Die Marke soll dadurch gestärkt und mit Hilfe geposteter Inhalte als cool, witzig oder innovativ dargestellt werden. Multimilliarden-Dollar-Konzerne wie Redbull lassen dafür schon einmal Österreicher aus einer Weltraum-Kapsel springen, andere wie Coca Cola nehmen im Social Web mehr und mehr die Rolle von Medienunternehmen ein, die eigene, multimediale Inhalte produzieren und diese durch das Web navigieren, damit sie möglichst viele Nutzer begeistern. Nun hat aber nicht jedes Unternehmen die Mittel, um Millionen in solche Kampagnen und die entsprechenden Schaltzentralen zu investieren. Was können also die anderen tun, um auf sich aufmerksam zu machen und das Image ihrer Marke entsprechend zu unterstreichen? Die Antwort liegt in dem Buzzword „Content Curation“.

Content is King ...

Was Nutzer vom ersten Tag der aufkeimenden Sozialen Netzwerke an längst verstanden haben, ist für manche Unternehmen tatsächlich lange ein No-go gewesen. Es geht im Social Web darum, Inhalte zu teilen, die einem selbst, aber auch der Community, gefallen. Inhalte, die zu einem passen. Mit denen man sich identifizieren kann. Und die man als relevant empfindet. Lange dachte man im Unternehmensumfeld beispielsweise, dass man der Konkurrenz unter die Arme greift, wenn man sehenswerte Inhalte weiterträgt, die nicht unter der eigenen Flagge entstanden sind. Doch weit gefehlt. Alleine zu wissen, wo sich neue Trends abzeichnen, wo man interessanten Content findet und diese Quellen dann auch zu präsentieren, zeigt den eigenen Fans ganz deutlich, welche Kompetenz man in seinem angestrebten Bereich besitzt und dass es bei der eigenen Marke immer etwas Spannendes zu entdecken gibt.

Insofern – auch wenn es abgegriffen klingt – gilt auch hier: „Content ist king and the medium is the fuckin’ message“. Nur mit interessanten Inhalten schwirrt man im Social Web über dem Radar.

Content Curation-Plattformen: Bau dir dein eigenes Medium

Inhalte zu finden und sie kommunizieren zu wollen, ist die eine Sache, die andere ist die Frage, wie man diese an Interessierte heranträgt. Der Facebook- und/oder Twitter-Auftritt gilt als Basis. Es gibt aber noch weitere Tools und Plattformen, die in dem Zusammenhang nennenswert sind. So hat sich Pinterest in den letzten Jahren als äußerst erfolgreiches Kurations-Werkzeug etabliert. Mit Hilfe des „Pins“ kann man beispielsweise Grafiken unterschiedlicher Couleur auf eine wundervoll visuell-ansprechende Weise an Interessierte herantragen. Gerade Unternehmen der Kreativbranche können hier auf sehenswerte Artworks anderer Künstler verweisen und sich somit auch ein klein wenig mit dem Image schmücken, zu wissen was „cool“ ist. Aber auch für Unternehmen, die im Sinne ihrer Sache vielleicht eher mit harten Zahlen jonglieren, kann ein Pinterest-Auftritt sinnvoll sein. So gibt es auf der Plattform einen nicht geringen Anteil an Nutzern, für die das Höchste der Gefühle eine aussagekräftige Infografik ist. Sie beschäftigen sich unternehmerisch mit Technologie? Hervorragend. Infografiken wie diese, diese oder diese, wären geeignet, um sie der wissbegierigen Community zu präsentieren.

Was gibt’s noch?

Erwähnenswert sind außerdem Plattformen wie Storify, Scoop.it, Paper.liRebelMouse und Vizify. Die ersten drei Genannten bieten Werkzeuge, um beliebige Inhalte manuell auszuwählen und diese zum einen auf der Plattform selbst oder durch Sharing-Funktionen in andere Netzwerke an die Leser heranzutragen. RebelMouse und Vizify hingegen aggregieren automatisch bereits geteilte Inhalte aus Facebook & Co. auf einer eigenen Plattform – und das auf sehr ansehnliche Weise, wie am Beispiel RebelMouse auch schon TechCrunch bemerkte.

Ein weiteres wertvolles Instrument um Inhalte zu kommunizieren, stellt zudem ein eigenes Blog dar. Auch wenn Blogs regelmäßig kleingeredet und oft schon für tot erklärt wurden, feiern sie immer wieder kleine Revivals. Corporate Blogs wie wollmilchsau.de – der Blog der deutschen Recruiting-Beratungsagentur atenta – veröffentlichen viele spannende Beitrag zu branchenrelevante Ereignissen. Eigene wie auch fremde Inhalte, wie ein Bericht über eine Adidas-Kampagne, die von dem Mitbewerber Thorsten Konrad umgesetzt wurde, beweist. Ein lohnendes Vorgehen, dass nicht zuletzt mit fünfstelligen Besucherzahlen monatlich belohnt wird.

Fünf Wege, wie man Content Curation betreibt

Hat man sich dazu entschieden Content Curation zu betreiben und eine passende Plattform beziehungsweise ein passendes Tool ausgewählt, ist es nicht verkehrt, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, wie man kuratieren möchte. Dabei gibt es fünf Herangehensweisen (... am besten betreibt man jedoch alle).

  • Aggregation: Der Kurator bündelt die wichtigsten Inhalte zu einem Thema an einem einzigen Ort. Aggregation bildet die häufigste Art der kuratorischen Inhaltvermittlung und ist nicht zuletzt die Basis von Dienstleistungen wie filtr.de, die ausschließlich Tech-Themen aggregieren und kommunizieren.
  • Destillation: Dient dem Zweck, das gesamte Rauschen zu einem Thema zu filtern und die wichtigsten Inhalte dazu zu destillieren. Die besten Beiträge zu einem Thema werden dann unter einer Definition katalogisiert. Der Blog-Aggregator Virato kuratiert beispielsweise häufig Themen-Charts wie hier zu „Google will WhatsApp kaufen“.
  • Elevation ist, wenn Kuratoren darauf aus sind, einen allgemeinen Trend oder Einsichten aus einer Masse verschiedener täglicher Themen zu geben. In Deutschland könnte man hier rivva.de als ein Beispiel heranziehen. Aber auch ganz normale Linktipps, wie sie auf t3n.de veröffentlicht werden, oder Tools wie Paper.li spielen hier eine Rolle.
  • Mashups vermischen unterschiedliche Inhalte zu einem Thema, um daraus einen neuen Blick darauf zu generieren. Der Autor Tobias Gillen hat so für das Online-Magazin Netzpiloten.de beispielsweise eine schöne Tool- und Link-Liste zum Konklave erstellt, die half, sich mit dem Thema fernab von nachrichtlichen Inhalten der Mainstream-Medien auseinanderzusetzen.
  • Chronologie: Hier bezieht man sich eher auf den Verlauf eines Themas. Die Darstellung geschieht oft in einer Zeitachse, um die Entwicklung zu zeigen. Kevin Ashton beispielsweise hat kürzlich den Harlem Shake aufgegriffen und anhand verschiedener Quellen gezeigt, wie und wodurch das Thema zum Web-Phänomen wurde.

Content Curation – Erfolgsbeispiele etablierter Marken

Das Kuratieren von Inhalten kann – wie wir nun erfahren haben – auf verschiedenste Weise passieren. Doch auch fernab dieser gängigen Methoden haben einige Unternehmen Content Curation sogar noch für ihre eigenen Zwecke kreativ erweitert. In dem Content Curation Look Book von Curata beispielsweise findet man einige spannende Beispiele.

Eines davon wurde von Intel lanciert. Das Unternehmen hat das Thema beispielsweise in die Hände der Crowd gelegt und zu Beginn des letzten Jahres aus Branding-Gründen ein digitales Magazin namens iQ ins Leben gerufen. Ein Algorithmus hat mögliche Magazinthemen, die von Mitarbeitern unter einem bestimmten Hashtag eingereicht wurden, ermittelt, ein Gremium aus den Beiträgen geeignete Themen herausgefiltert. Dabei hat man sich auf Attribute wie Aktualität, Relevanz, Shares, Klicks, Mitarbeiter-Interaktion und Einzigartigkeit gestützt. Die Themen wurden schlussendlich in einer grafisch ansprechenden Umgebung präsentiert.

Content Curation-Magazin iQ von Intel
Content Curation mal anders: Intel setzt bei seinem Content-Curation-Magazin iQ voll auf eine Mitabeiter und lässt die kuratierten Themen von der Crowd per Hashtag einreichen. (Screenshot: iQ)

Ist Content Curation nun das nächste große Ding?

Auch wenn die Meinungen auseinander gehen werden: Für mich steht fest, dass Content Curation großes Potential besitzt, um ein Markenimage im Web zu schärfen. Die Community will, getreu dem Motto „Der Köder muss dem Fisch schmecken“, mehr als nur einseitig betrachtete Inhalte, die zeigen, womit sich ein Unternehmen intern gerade beschäftigt. Auch die Welt außerhalb der eigenen Produkte, die dennoch mit dem Tagwerk des Unternehmens zu tun hat, ist interessant. Kuratiert diese Themen und lasst eure Leser mit euch über den Tellerrand gucken.

Titelbild: ©iStockphoto.com/stickytoffeepudding

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2 Reaktionen
AhmetG
AhmetG

Sehr interessant. Ich werde das mal für http://www.druck-er.com bzw. unsere Facebook-Seite ausprobieren und schauen wie die Resonanz ist.

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MoritzOrendt
MoritzOrendt

Toller, unglaublich umfassender Artikel. Auch nach zwei Jahren so aktuell wie nie. Ich habe das Gefühl, dass in Deutschland Content Curation immer noch nicht so richtig angekommen ist. Nach wie vor stammt auch die große Mehrheit der gelungenen Beispiele und auch der Tools aus den USA (Curata, OpenTopic, Buffer, etc.). Mit unserem neuen Tool, dem Content Captain, (https://contentcaptain.de/) möchten wir das ändern und Content Curation auch nach Deutschland bringen. Da wir noch am Anfang stehen, freuen wir uns über jeden Tester und jedes Feedback.

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