Auf dem Convention Camp 2009 in Hannover hatte t3n-Kollege Jan Tißler die Möglichkeit, ein Interview mit dem Blogger Markus Beckedahl zu führen. Beckedahl ist bekannt als Netzaktivist und Macher des Blogs netzpolitik.org. In dem Gespräch erklärt er die Prinzipien von „Creative Commons“ und nennt Beispiele, wie etwa Künstler trotz der kostenlosen Weitergabe ihrer Werke Geld verdienen können.
Beckedahl über Creative Commons als Geschäftsmodell
Beckedahl sieht Creative Commons als große Erleichterung für Künstler. Die Alternative zu Creative Commons-Lizenzen wäre, bei jeder Verwendung eines urheberrechtlich geschützten Werkes beim Schöpfer die Verwendung vorab zu klären. Dies würde jegliche Kreativität töten, so Beckedahl. Weiterhin erklärt er, dass nicht nur künstlerische Werke wie Musik unter Copyright stehen. Selbst Regierungsinformationen und Schnittmuster für Kleidung sind urheberrechtlich geschützt, jedoch würden diese teilweise schon unter Creative Commons publiziert.
Als Anlässe für die Verwendung von Creative Commons sieht er zum einen politische Gründe, andererseits würden marketingtechnische Überlegungen bei der kostenlosen Veröffentlichung eine Rolle spielen. Ein bekanntes Beispiel für ein solches Vorgehen sei die letzte Veröffentlichung der Band „Nine Inch Nails". Das komplette Werk stand unter einer Creative-Commons-Lizenz und konnte kostenlos aus dem Internet geladen werden. Trotz dieser Möglichkeit schaffte es das Album auf Platz 1 der Amazon-MP3-Charts. Die Leute seien also bereit, für ein eigentlich kostenloses Produkt zu bezahlen.
Für Beckedahl ist Creative Commons eine Möglichkeit, seine Inhalte frei zur Verfügung zu stellen und hofft darauf, dass sich das Prinzip durchsetzt. Seiner Meinung nach hat man bislang nur einen Anfang des Nutzungspotenzials gesehen und er ist gespannt, welche Anwendungen sich in der Zukunft ergeben.
Das komplette Interview mit Markus Beckedahl und Jan Tißler:


















Und damit meine ich nicht die T3N auf dem Tisch ;-)
Danke für das Interview.