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Reportage

Conversational Interfaces: Das Benutzerinterface der Zukunft erobert das Web

Im Gespräch mit der Maschine. (Foto: Pixabay)

„Conversational Interfaces“ (CI) sind schwer im Kommen. Dabei sind sie im Grunde nicht neu. Wir erklären euch, warum sie sich auch im Web durchsetzen werden.

Conversational Interfaces sind mitten unter uns

Ein Großteil unserer Aktivitäten im Netz ist von Gesprächen geprägt: Über eine Milliarde Menschen nutzen den Facebook Messenger, Whatsapp nicht minder viele. Slacks Nutzerbasis ist ebenso explodiert und auch andere Vertreter wie Skype oder Yammer können sich nicht über zu wenige Benutzer beklagen.

Auch im mobilen Bereich sind es stets die Sprachassistenten, die die größte Aufmerksamkeit erhalten, und mit dem Echo von Amazon könnte sich sogar ein Sprachassistent mitten in unseren Wohnzimmern etablieren.

Moderne Messenger kommen dem Bedürfnis nach Konversation auf verschiedene Weise nach. (Illustration: Pixabay)

All den genannten Diensten und Geräten ist eines gemeinsam: Sie basieren auf Kommunikation im Stile einer Konversation. Und die Konversation ist das, was es uns Menschen ermöglicht, mit anderen zu kommunizieren. Konversation ist im Grunde synonym zu Kommunikation.

Diese Fähigkeit ist eine der ältesten, die wir Menschen haben. Entsprechend geübt sind wir im Umgang damit und entsprechend natürlich gehen wir damit um. Es ist nur logisch, dass wir, wenn es möglich ist, stets auf diese Art der Verständigung zugreifen.

Dabei kann die Konversation rein textorientiert sein, wie es bei SMS üblich ist, oder sprachbasiert, wie es inzwischen auch über die diversen Messenger möglich ist, oder sie findet sogar visuell statt, wie Skype, Slack und andere es bieten. Die visuelle Form des Gesprächs ist natürlich die ursprünglichste, aber auch das reine Gespräch ist durch jahrzehntelanges Telefontraining nicht minder etabliert. 25 Jahre Mobilfunk haben uns alle zu SMS-Schnelltippern trainiert – eine Fähigkeit, die wir mittlerweile in den Messengern neuer Generation anwenden.

Es liegt uns im Blut. Wenn wir etwas im Wege einer Konversation tun können, dann werden wir diese Form automatisch jeder anderen Möglichkeit vorziehen. Von daher hat das „Conversational Interface” im Prinzip leichtes Spiel. Der Haken war niemals die grundsätzliche Frage nach dem Ob, sondern es lag ausschließlich am Wie.

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Höhere Rechenleistung ermöglicht höhere künstliche Intelligenz

Die Rechenleistung vergangener Prozessorgenerationen war schlichtweg nicht geeignet, um ambitioniertere Ziele damit zu verfolgen. Der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz, die mit ihren Deep-Learning-Ansätzen heutige CI möglich macht, konnte dementsprechend nicht in dem Maße stattfinden, wie wir das heute beobachten können.

Auf dem Weg zur ultimativen Mensch-Maschine-Schnittstelle? (Foto: Pixabay)

Wir stehen jetzt am Beginn einer neuen Ära – denn schon jetzt hält uns Rechnerleistung nicht mehr nennenswert zurück. Zukünftige Prozessorgenerationen werden diesen Faktor komplett ausschalten.

Im E-Commerce lautet einer der heißesten Trends entsprechend „Conversational Commerce”. Dabei geht es zwar vielfach noch um eine echte Kommunikation zwischen Menschen, also eigentlich bloß eine virtualisierte Form des Kundengesprächs. Klar ist aber, dass diese Art des Verkaufens dem natürlichen Kommunikationsbedürfnis des potenziellen Kunden näherkommt und so eher  in der Lage ist, das erforderliche Vertrauen für einen Kaufabschluss aufzubauen.

Auch Sprachassistenten taugen heute zu mehr, als nur die Oma damit zu verblüffen, dass das Handy auf unsere Frage „Siri, brauche ich heute einen Regenschirm?” eine brauchbare Antwort zurückgibt. Siri oder das kommende Bixby von Samsung unterstützen inzwischen auch weitergehende Aktionen, wie etwa das Buchen eines Taxis auf der Basis von Spracheingaben oder das Bezahlen von Rechnungen.

Natürlich können all diese Tasks schon seit Jahren mit diversen, mehr oder weniger benutzerfreundlichen Apps erledigt werden. „Conversational Interfaces” nehmen jedoch genau die aus dem Spiel und erlauben einen homogenen Umgang mit der Technik über alle denkbaren Anwendungsfälle hinweg. Das ist einfacher, direkter und natürlicher. Ganz zu schweigen davon, dass damit auch weniger technikaffinen Personen die Verwendung technischer Geräte deutlich leichter gemacht wird.

CI: Komplexere Aufgaben mit weniger Aufwand erledigen

Die Integration all der vormals App-exklusiven Features innerhalb moderner CI bietet nicht nur den Nutzern, sondern auch den Machern ganz neue Möglichkeiten. Sie sind nicht mehr auf ihr eigenes Featureset beschränkt, sondern können Features anderer Apps ganz selbstverständlich mitnutzen. Durch die Vermeidung von Brüchen wird das Interface insgesamt humaner und erlaubt die Erledigung komplexerer Aufgaben mit weniger Aufwand.

Erste Schritte in diese Richtung beschert uns der Dienst „If-This-Then-That” (IFTTT) schon seit einigen Jahren. Seine Popularität ist ungebrochen. Mit Hilfe sogenannter Rezepte werden Tasks automatisiert, die manuell einen teils erheblichen Aufwand bedeuten würden. Gerade in der Social-Media-Kommunikation kämen manche Nutzer ohne IFTTT kaum noch sinnvoll zurecht. Ein paar schicke Rezepte findest du auch in diesem Beitrag hier auf t3n.

Man stelle sich vor, ein aufgebohrtes IFTTT im Gespräch mit seinen Geräten frei formuliert und ohne starre Rezepte zu verwenden und dabei zu den gewünschten Ergebnissen kommen – wer würde das ablehnen?

Es besteht kein Zweifel: Das Benutzerinterface der Zukunft ist das Gespräch.

Quellen zum Weiterlesen:

  • Technology Imitates Art: The Rise of the Conversational Interface | Paul Campillo
  • Stop texting right now and learn from the Chinese: there’s a better way to message | Josh Horwitz
  • The Great A.I. Awakening | New York Times
  • Conversational Interfaces: Where Are We Today? Where Are We Heading? | Smashing Magazine

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