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Ratgeber

Corporate Podcasts: Vom neuen Erfolg des Nischenmediums

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Es ist die Domäne des Nebenbei-Mediums Podcast, das in diesen Situationen die ungeteilte Aufmerksamkeit genießt. Diese Nutzertypen, die also auf dem Weg zur Arbeit schon aufgeladen durch einen inspirierenden Ted-Talk, eine Diskussion zu „Digital Leadership“ oder die Besprechung der neuesten Auswirkungen des letzten Google-Algorithmus auf die SEO-Qualitäten der eigenen Websites erscheinen, die sind anders als andere Kinder.

Ich behaupte, dass diese Mitarbeiter besonders wertvoll sind, weil sie sich eigenständig Wissen zu ihrem Fachgebiet und oft bewusst über den berühmten Tellerrand hinaus besorgen. Und das nicht nur oberflächlich, sondern in der Regel tiefgehender. Die meisten Podcasts trotzen der „Snacksize“-Verkürzung der digitalen Lese- und Videoangebote. Die meisten Podcasts haben Sendelängen von deutlich über 20 Minuten. Viele bedienen das klassische Radiohour-Format und besitzen Sendelängen von 50 bis 60 Minuten. In einer Stunde guter Diskussion und spannender Unterhaltung mit Experten lässt sich einer Frage oder einem Thema deutlich tiefgründiger, angemessener und differenzierter zu Leibe rücken, als in einem Huffington-Post-Artikel, bei dem oftmals nur die Headline gescannt wird.

Wer ein derartiges Informationsverhalten an den Tag legt, der tritt auch im Unternehmen in kommunikativer Hinsicht anders auf als die anderen Kinder. Podcas-Hörer können in Diskussionen oftmals neue Argumente und erweiterte Perspektiven einbringen. Sie nutzen ihr Wissen nicht für sich, sondern freuen sich, wenn sie Inspirationen und Impulse aus Sendungen im eigenen Firmenkontext ausprobieren und anwenden können. Podcast-Hörer sind in der Mehrzahl typische Multiplikatoren, die ihr Wissen teilen und oft von anderen als Ratgeber angesehen werden. „Podcasts sind der beste Weg, die eigenen Multiplikatoren im Unternehmen artgerecht und wirkungsvoll mit umfassenden Informationen zu versorgen.“

Für diese wichtige Multiplikatorengruppe bieten Unternehmen in ihrer internen Kommunikation jedoch kein geeignetes Medienangebot an. Podcasts als Medium der eigenen Unternehmenskommunikation sind heute noch nischiger als nischig. Genau hier liegt aus meiner Sicht ein riesiges Qualitätspotenzial brach.

Was Podcasts noch großartig macht

Neben der gezielten Adressierung der „hochinformierten Multiplikatoren“ bieten Podcasts weitere Alleinstellungsmerkmale. Das wichtigste liegt in der Natur der ausschließlich akustischen Informationsaufnahme.

Über das Ohr nehmen wir die Inhalte unmittelbar auf. Kein anderes Organ ist so nah am Gehirn. Und die Aufnahme geht deutlich über den reinen Informationsgehalt hinaus. Bereits nach wenigen Folgen einer Sendung haben wir eine intime Beziehung zu den Stimmen und Sprechern aufgebaut.

Nicht selten begegne ich mir bis dato unbekannten Menschen auf Konferenzen oder im Beratungskontext, die mich mit einer Vertrautheit begrüßen, als wären wir seit Jahren eng befreundet. Kein Wunder: Alle zwei Wochen haben sie mich und meine Stimme für durchschnittlich 55 Minuten im Ohr. In Kombination mit bewusst gesetzten, ritualisierten Begrüßungen, Redewendungen und Sendungsabläufen entsteht Vertrautheit und Vertrauen.

Einen ähnlichen Vertrauensvorteil generieren O-Töne im Vergleich zu schriftlichen Zitaten. Nach einer neuen internen Eventreihe bei der Deutschen Messe AG wurden Teilnehmer nach ihrem Feedback zum Format befragt. Diese O-Töne wirken auf andere Hörer glaubhafter, da sie in Originalform gehört werden. Äußern sich Mitarbeiter positiv in ihrer eigenen Art und mit ihrer eigenen Stimme, so wird diesen Statements stärker vertraut, als wenn die gleichen Statements rein als Zitate in einem Blogartikel angeführt werden.

Der Audiokanal bedient schlicht mehr Ebenen als nur das gesprochene Wort.

Der Audiokanal bedient schlicht mehr Ebenen als nur das gesprochene Wort. Diese Potenziale werden in der internen Kommunikation größerer Organisationen ebenfalls sträflich vernachlässigt – dabei geht es vor allem um die positive Beziehungsgestaltung beim Zusammenarbeiten. In Ergänzung möchte ich für das Medium Podcast noch den Aspekt der Vernetzung mit anderen Kanälen anführen. Zu jedem guten Podcast gehören gute Shownotes. Dabei handelt es sich um Blogartikel, die innerhalb der RSS-Informationen als Services angeboten werden.

Typischerweise lassen sich hier die Links, die im Podcast genannt wurden, zum Nachlesen auflisten. In umfangreicheren Shownote-Ansätzen finden sich darüber hinaus weitergehende Linktipps zur thematischen Vertiefung, Videos, Fotos vom Recording, Zitate aus der Sendung und so weiter.

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3 Reaktionen
ottersbach
ottersbach

Eine sehr toller Artikel., umfassend und sehr schön zu lesen. Podcast erleben den 2. Frühling irrendwie. Insbesondere auch im Business. Ergänzend zu dem Artikel noch ein Podcast, der genau auf die Thematik mit dem Podcasting im Business eingeht. http://digitales-unternehmertum.de/podcasts-effizienz-im-business-einsetzen-055/

Die Marketingmöglichkeiten mit einem Podcast sind flexibel und die Technik mittlerweile kein Hinderungsgrund mehr, nicht mit Podcasten anzufangen.

Ingo Stoll
Ingo Stoll

Danke und ebenfalls danke für den Link - gute Ergänzung

Frank
Frank

Nein, es braucht nicht viel um Loszulegen - nicht bei Audio, noch bei Video!

Wieso wird bei den Voraussetzungen immer auf die Technik abgestellt? Für die Darstellung von was auch immer wo auch immer - vom Buch bis zum Podcast - kommt es vor allem mal zunächst auf eine gewisse Durchdringung des Themas an, eine sinnvolle Auswahl der miteinander zu verknüpfenden Aspekte, die Fähigkeit, der geplanten Darstellung eine sinnvolle Struktur zu geben, Dramaturgie etc. pp. - mal ganz abgesehen von technischen Fragen, für deren qualitative Ergebnisse es schon ein paar mehr Feinheiten draufzuhaben gilt als die Auswahl eines Affiliate-Link Mikros.

Mal zum Vergleich: Käme jemand auf die Idee, jedermann dazu anzuhalten Bücher zu schreiben - weil es dazu ja nicht mehr als eines PC bedarf, den jeder auf dem Schreibtisch hat???

Genau dieser Unsinn wird aber beharrlich über das Medium Podcast verbreitet! Und das Ergebnis? Eine Flut von Produktionen, die - wegen der Leidensfähigkeit, die sie vom Hörer fordern - genau in der Nische bleiben, in der sie sind. Was von der Community natürlich auch noch als "Qualitätsmerkmal" gekennzeichnet wird - tja, ist halt nur was für Experten...

Oje!

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