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Corporate Podcasts: Vom neuen Erfolg des Nischenmediums

    Corporate Podcasts: Vom neuen Erfolg des Nischenmediums
(Foto: Shutterstock: Arina P Habich)

Die Nutzung des Nischenmediums Podcast in Deutschland steigt, aber Unternehmen verkennen bislang die Potenziale von Corporate Podcasts in der Kommunikation mit ihren wertvollsten Multiplikatoren.

Nicht-Nutzer oder Fans. Schwarz oder weiß. Podcasts kennen keine Grauzone. Seit einiger Zeit ist immer wieder die Rede von einem Podcast-Revival: Alles natürlich subjektiv empfunden.

Dennoch scheinen wir wieder einen kleinen Anstieg in der Nutzung zu verzeichnen. Aber keine Angst, Podcasts werden niemals zum Hype. Podcasts bleiben ein Nischenmedium – allerdings das großartigste der Welt. „Podcasts sind das meistunterschätzte Medium unserer Zeit“, sagt Christian Conradi, erfahrener Radiojournalist beim Deutschlandfunk in einem kürzlich erschienen Artikel der NZZ.

Warum das so ist, klären wir jetzt –  doch zunächst mal ein paar Fakten zur Podcastnutzung in Deutschland.

Podcastnutzung in Deutschland

Laut der ARD/ZDF-Online-Studie 2016 nutzen 13 Prozent der Deutschen Audio-Podcasts; damit habe sich deren Zahl in kurzer Zeit verdoppelt. 8.500 Stunden Audio-Podcasts entstehen im Monat, mehr als 4.000 Podcaster stellen regelmäßig ihre Werke ins Web, zwischen 10 und 15 Millionen Hörer gibt es. Die Zahlen hat der Podcast-Produzent Dirk Primbs gesammelt, eine Art Buchhalter des Markts, der mit seiner Website Podcorn.de die Szene beobachtet (NZZ).

Was dabei nicht unterschieden wird, ist die Art der Nutzung. Schließlich gibt es Podcasts für den privaten Anwendungsfall (zum Beispiel Fitness-Tipps, Ernährungstrainings, Hobbycasts – von TV-Serien-Rezensionen bis Salzwasserfischzucht) und Formate für den beruflichen Kontext (beispielsweise Management-Themen, Hardware-Tipps oder Marketing-Tipps). Ich nehme an, dass der Anteil der B2B-Sendungen der deutlich kleinere ist, aber genau um diese Nische in der Nische geht es mir in diesem Artikel. Daher beziehe ich mich im Weiteren auf Podcasts als Medium im beruflichen Kontext. Pendler stellen eine potenzielle Kernzielgruppe der Podcasthörer, denn wer täglich pendelt, hat viel Zeit und Bedarf nach stimulierendem Input. Laut Auswertung des Instituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) pendeln 60 Prozent aller Beschäftigten. Das sind deutlich mehr als noch vor etwa 15 Jahren. Laut Statistischem Bundesamt waren im Februar 2017 in Deutschland rund 44 Millionen Menschen in Arbeit. Heißt konkret: Ungefähr 26 Millionen Menschen pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnort (HR-Inforadio).

Von Reichweitendiskussionen und Multiplikatorenpotenzialen der Podcastnutzer

Die Reflexe zur medialen Bewertung sitzen tief. Daher kommt auch in Gesprächen über Podcasts als Instrument der B2B-Kommunikation oftmals zu Beginn die Frage nach der Reichweite. Die Reichweitenfixierung greift hier jedoch ins Leere, denn im Verhältnis zu Videoabrufen, Newsletterabos oder Visits von Blogartikeln fallen die reinen Downloadzahlen der meisten Podcasts deutlich geringer aus – wenn sie denn überhaupt gemessen werden.

In der Reichweiten- und Nutzungsstatistik besitzen Podcasts heute immer noch einen Nachteil, der durch Apple und die nicht nachvollziehbare Intransparenz der iTunes-Plattform begründet ist. iTunes weist zwar Charts nach diversen Filterrubriken aus, allerdings keine absoluten Downloadzahlen – geschweige denn Hördauern oder Exitpoints nach Minuten und Sekunden.

Anders ist dies bei Portalen wie Soundcloud oder Stichr, die allerdings gegenüber dem Platzhirsch iTunes eine untergeordnete Rolle spielen. Immerhin lassen sich mittels spezieller Softwarelösungen für Podcaster, wie Libsyn, Trackings für die reinen Downloadzahlen einbauen. Vom gewohnten Standard digitaler Analytics der Marke, Website, Kampagne oder Videonutzung sind Podcasts jedoch noch weit entfernt. Zurück zum Punkt: Es geht bei Podcasts aber nicht um Reichweiten. Es geht um die Qualität der erreichten Nutzer, denn fragt euch mal „Wer hört eigentlich regelmäßig Podcasts? Was sind das für Nutzer?“.


Businessimpulse-Podcast #18 von Carsten Meiners

„Podcasthörer sind die Informations-Elite“, diese Aussage habe ich im Interview mit Carsten Meiners (Businessimpulse Podcast #18) gemacht. Warum? Weil die Menschen, die Podcasts hören, offensichtlich ein extrem hohes Aufnahmevermögen und Verlangen nach Informationen besitzen, wenn sie selbst die letzten Freiflächen zur Informationsaufnahme noch bespielen – dort, wo nur noch Audioformate funktionieren: beim Pendeln. Beim Rasenmähen. Beim Joggen. Beim Bügeln. Beim Duschen. Überall dort kann kein Messenger mehr gelesen und kein Video mehr betrachtet werden.

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3 Reaktionen
ottersbach
ottersbach

Eine sehr toller Artikel., umfassend und sehr schön zu lesen. Podcast erleben den 2. Frühling irrendwie. Insbesondere auch im Business. Ergänzend zu dem Artikel noch ein Podcast, der genau auf die Thematik mit dem Podcasting im Business eingeht. http://digitales-unternehmertum.de/podcasts-effizienz-im-business-einsetzen-055/

Die Marketingmöglichkeiten mit einem Podcast sind flexibel und die Technik mittlerweile kein Hinderungsgrund mehr, nicht mit Podcasten anzufangen.

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Ingo Stoll
Ingo Stoll

Danke und ebenfalls danke für den Link - gute Ergänzung

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Frank
Frank

Nein, es braucht nicht viel um Loszulegen - nicht bei Audio, noch bei Video!

Wieso wird bei den Voraussetzungen immer auf die Technik abgestellt? Für die Darstellung von was auch immer wo auch immer - vom Buch bis zum Podcast - kommt es vor allem mal zunächst auf eine gewisse Durchdringung des Themas an, eine sinnvolle Auswahl der miteinander zu verknüpfenden Aspekte, die Fähigkeit, der geplanten Darstellung eine sinnvolle Struktur zu geben, Dramaturgie etc. pp. - mal ganz abgesehen von technischen Fragen, für deren qualitative Ergebnisse es schon ein paar mehr Feinheiten draufzuhaben gilt als die Auswahl eines Affiliate-Link Mikros.

Mal zum Vergleich: Käme jemand auf die Idee, jedermann dazu anzuhalten Bücher zu schreiben - weil es dazu ja nicht mehr als eines PC bedarf, den jeder auf dem Schreibtisch hat???

Genau dieser Unsinn wird aber beharrlich über das Medium Podcast verbreitet! Und das Ergebnis? Eine Flut von Produktionen, die - wegen der Leidensfähigkeit, die sie vom Hörer fordern - genau in der Nische bleiben, in der sie sind. Was von der Community natürlich auch noch als "Qualitätsmerkmal" gekennzeichnet wird - tja, ist halt nur was für Experten...

Oje!

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