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Crowdfunding, Crowdinvesting und mehr: Der große Plattform-Überblick für Deutschland

Crowdfunding, Crowdinvesting und mehr: Der große Plattform-Überblick für Deutschland

Crowdfunding und Crowinvesting. (Foto: © Sergey Nivens - Fotolia.com)

Neue Finanzierungsformen wie und Crowdinvesting haben sich auch in Deutschland etabliert. Die Gelegenheit, die wichtigsten Plattformen für deutsche Gründer und Maker vorzustellen.

Crowdfunding und Crowdinvesting: Deutschlands Gründerszene finanziert sich!

500.000 zu 8.700.000 – diese Zahlen reichen, um dem steilen Aufstieg des Crowdfundings Ausdruck zu verleihen. 500.000 Treffer verzeichnete die Google-Suche bis zum Jahr 2010 zu diesem Begriff. Heute, vier Jahre später, sind es schon weit über acht Millionen.

Crowdfunding hat sich dank US-Vorbildern wie Kickstarter oder Indiegogo inzwischen auch in Deutschland als ernstzunehmende Finanzierungsform für Startups, Mittelständler und private Bastler etabliert. Das gilt auch fürs Crowdinvesting – eine Abwandlung des Crowdfunding-Prinzips speziell für Kleinanleger. Entsprechend groß ist das Angebot und Interesse an solchen Plattformen, allerdings sind die beiden Modelle nicht immer trennscharf voneinander zu entscheiden. Deshalb noch einmal zum Verständnis:

  • Crowdfunding: Beim Crowdfunding wird vornehmlich in bestimmte Produkte und Projekte investiert. Das kann ein Film, ein Musikalbum, ein 3D-Drucker aber auch ein anderes Hardware-Gadget wie zum Beispiel die Datenbrille Oculus Rift sein. Als Geldgeber treten hier Fans privater Natur auf, die für ihr finanzielles Engagement im Gegenzug mit Zusatzmaterial beschenkt oder beispielsweise durch eine Erwähnung auf einem Cover geehrt werden.
  • Crowdinvesting: Crowdinvesting ist streng genommen eine rein deutsche Wortschöpfung, die es so im Ausland nicht gibt. Im Unterschied zum Crowdfunding wird beim Crowdinvesting ganz gezielt in Startups und Unternehmen investiert – und zwar von Menschen, die einen langfristigen finanziellen Rückfluss in Form einer Rückzahlung oder Verzinsung erwarten. In der Regel stellen Investoren partiarische Darlehen in kleinen bis mittleren Summen zur Verfügung und werden dafür am Unternehmen beteiligt.

Deutschsprachige Crowdfunding-Plattformen

1. Indiegogo

Crowdfunding mit Indiegogo: Die bekannte Plattform mit US-amerikanischen Wurzeln verspricht die größte Reichweite. (Screenshot: t3n)
Crowdfunding mit Indiegogo: Die bekannte Plattform mit US-amerikanischen Wurzeln verspricht die größte Reichweite. (Screenshot: t3n)

Indiegogo zählt neben Kickstarter zu den Superstars unter den Crowdfunding-Plattformen. Die seit 2008 existierende Plattform gibt es schon länger in deutscher Sprache, zudem soll Indiegogo bald auch eine Dependance in Berlin eröffnen. Zu den erfolgreichsten Projekten gehören unter anderem das Tesla Museum oder der HDMI-Stick Airtame.

Anmeldung, Erstellung und Unterstützung einer Kampagne sind kostenlos. Wenn ein Projekt Gelder erhält, aber nicht das Finanzierungsziel erreicht, erhebt Indiegogo eine Gebühr in Höhe von neun Prozent für die erhaltenen Beträge. Wird ein zuvor gesetztes Finanzierungsziel erreicht, werden nur noch vier Prozent Gebühren fällig. Indiegogo besitzt ähnlich wie Kickstarter eine international sehr hohe Reichweite, sodass sich Kampagnen als effektives Marketinginstrument für Produkte und Projekte nutzen lassen.

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2. Startnext

Mit StartNext finden Crowdfunding-Fans die größte Plattform aus Deutschland vor. (Screenshot: t3n)
Mit StartNext finden Crowdfunding-Fans die größte Plattform aus Deutschland vor. (Screenshot: t3n)

Startnext ist die nach eigenen Angaben größte Crowdfunding-Plattform in Deutschland. Insgesamt wurden bereits über 3.000 Projekte aus den Bereichen Film, Musik, Design und Journalismus beworben, wovon etwa die Hälfte auch erfolgreich finanziert wurde. Bisher haben Fans knapp zehn Millionen Euro in Projekte auf Startnext investiert. Die von der Dresdner IT-Firma tyclipso.net entwickelte Plattform besteht seit 2010 und ist zwischenzeitlich auch nach Österreich expandiert.

Wer ein Produkt über Startnext finanzieren möchte, muss zunächst eine Startphase durchlaufen, in der eine bestimmte Anzahl von „Fans“ für das Projekt gesammelt werden müssen. Je mehr Fans man sammelt, desto höher ist das Finanzierungsziel, das man festlegen kann. Die Projekte werden von Startnext kuratiert und anschließend für die Finanzierungsphase freigeschaltet. Startnext arbeitet mit der Fidor-Bank als Bezahlkanal zusammen, einer Plattform, die auf einem Community-Banking-Ansatz basiert.

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3. VisionBakery

Back dir deine Startup-Vision, so lautet das Motto der Leipziger Plattform. (Screenshot: t3n)
Back dir deine Startup-Vision, so lautet das Motto der Leipziger Plattform. (Screenshot: t3n)

Hinter VisionBakery steckt ein junges Team aus Leipzig, das seit 2011 die zweitgrößte Crowdfunding-Plattform in Deutschland betreibt. Wie der Name schon andeutet, können auf VisionBakery unternehmerische Ideen aus allen erdenkliche Bereichen – vom Film bis zum Handwerk – durch die Crowd verwirklicht werden. Eine Crowdfunding-Kampagne kostet nichts, nur bei erfolgreicher Finanzierung fällt eine Provision in Höhe von 11,9 Prozent an. Darin enthalten ist ein Kampagnen-begleitendes Beratungsangebot.

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4. Krautreporter

Auch Journalisten, Autoren und Freischreiber können von Crowdfunding profitieren. (Screenshot: t3n)
Auch Journalisten, Autoren und Freischreiber können von Crowdfunding profitieren. (Screenshot: t3n)

Journalisten und Freischreiber wollen ihre Geschichten verkaufen, sind dafür im Vorfeld aber auf eingehende Recherchen angewiesen – und die kosten oft richtig Geld. Mit Krautreporter hat sich hierzulande eine bisher einzigartige Plattform etabliert, die das Crowdfunding-Prinzip auf Projekte aus dem Journalismus zuschneidet.

Insgesamt wurden seit dem Start vor einem Jahr knapp 200.000 Euro gesammelt und 43 Projekt finanziert (Stand April 2014). Einen Crash-Kurs zum Start der ersten Kampagne stellt das Portal bereit.

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5. Sciencestarter

Auf Science Starter können Fans Forschungsprojekte anschieben und zum Beispiel exklusive Führungen ergattern. (Screenshot: t3n)
Auf Sciencestarter können Fans Forschungsprojekte anschieben und zum Beispiel exklusive Führungen ergattern. (Screenshot: t3n)

Wie man die Schwarmfinanzierung auch auf Projekte aus Forschung und Wissenschaft ummünzen kann, zeigt Science Starter aus Berlin. Die im Herbst 2012 gestartete Plattform ist die erste deutschsprachige Crowdfunding-Community für Wissenschaftler.

Aktuell werben fünf Forschungsprojekte um Gelder aus der Crowd. Ein schönes Beispiel: der Bau einer barrierefreien Sternwarte in Norddeutschland. Unterstützer erhalten je nach Höhe des gespendeten Betrags eine Führung oder einen ganzen Astrourlaub in Sankt Andreasberg als Belohnung.

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6. Sellaband

Frisches Schwarmkapital für das neue Musikprojekt gibt es auf Sellaband. (Screenshot: t3n)
Frisches Schwarmkapital für das neue Musikprojekt gibt es auf Sellaband. (Screenshot: t3n)

Wer sich als Musiker sein neues Album über die Crowd finanzieren will, ist bei Sellaband an der richtigen Adresse. Sellaband gibt es schon seit 2006, im deutschsprachigen Raum mit Sitz in Berlin aber erst seit einigen Jahren. Inzwischen wurden rund vier Millionen US-Dollar für Musiker eingesammelt.

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Deutschsprachige Crowdinvesting-Plattformen

1. Seedmatch

Seedmatch ist Deutschland populärste Crowdinvesting-Plattform. 50 Startups konnten schon finanziert werden. (Screenshot: t3n)
Seedmatch ist Deutschland populärste Crowdinvesting-Plattform. 50 Startups konnten schon finanziert werden. (Screenshot: t3n)

Unter dem Motto „Gemeinsam in starke Ideen investieren“ hat sich die deutsche Crowdinvesting-Plattform Seedmatch als ernstzunehmende Alternative der klassischen Startup-Finanzierung etabliert. Zum Beispiel für e-volo: 1,2 Millionen Euro hat das Startup im vergangenen Jahr über Seedmatch von Privatinvestoren gesammelt. Mit dem Geld will das junge Unternehmen jetzt den langen Weg zur Serienreife eines elektrisch betriebenen Velocopters finanzieren. Die deutsche Crowdinvesting-Plattform Seedmatch hat bislang über 50 solcher Projekte abgeschlossen.

Schon ab 250 Euro können sich Privatleute an einem Startup beteiligen. Von den 22.000 registrierten Nutzern haben bereits 5.000 in Startups investiert. Eine erste Starthilfe für Gründer bietet die Plattform hier an. Bei erfolgreichem Crowdinvesting behält Seedmatch ein Honorar in Höhe von 5 bis 10 Prozent der erzielten Summe ein. Transaktionskosten für die Überweisungen der Investments fallen nur im Erfolgsfall an.

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2. Bergfürst

Die Berliner Plattform Bergfürst hat sich inzwischen zur Startup-Börse gemausert. Urbanara zeigt, wie es gehen kann. (Screenshot: t3n)
Die Berliner Plattform Bergfürst hat sich inzwischen zur Startup-Börse gemausert. Urbanara zeigt, wie es gehen kann. (Screenshot: t3n)

Bergfürst ist eine regulierte Crowdinvesting-Plattform, auf der sich Privatinvestoren bereits ab 250 Euro am Eigenkapital von jungen Startups in der Wachstumsphase beteiligen können. Bekannt ist die Plattform vor allem für die Finanzierung von Urbanara, einem Berliner Startup für Wohnutensilien und Accessoires.

Im Unterschied zu Seedmatch verfügt Bergfürst über eine offizielle Bankenlizenz (BaFin), sodass Privatinvestoren Eigenkapitalanteile von Startups erwerben, die sie später auch als Aktien an der Börse handeln können. Im Falle von Urbanara steht der Kurs aktuell bei etwas über zehn Euro und damit vier Prozent über dem Emissionspreis.

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3. Companisto

Schon ab fünf Euro steigt man bei Companisto in vielversprechende Jungfirmen als Investor ein. (Screenshot: t3n)
Schon ab fünf Euro steigt man bei Companisto in vielversprechende Jungfirmen als Investor ein. (Screenshot: t3n)

Eine weitere Crowdinvesting-Plattform aus der Bundeshauptstadt ist Companisto, die zu den erfolgreichsten ihrer Zunft gehört. Bisher wurden insgesamt rund fünf Millionen Euro eingesammelt und auf diesem Wege 29 Startups finanziert. Companisto lässt Privatanleger schon ab fünf Euro in junge Unternehmen investieren, die Plattform selbst verdient an einer Provision in Höhe von zehn Prozent, sollte ein gesetztes Finanzierungsziel erreicht werden.

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4. Innovestment

Projekte wie der City-Roller Scrooser oder das Foto-Startup Lirdy haben ihre Wurzeln auf der Innovestment-Plattform. (Screenshot: t3n)
Projekte wie der City-Roller Scrooser oder das Foto-Startup Lirdy haben ihre Wurzeln auf der Innovestment-Plattform. (Screenshot: t3n)

Wie der Name schon andeutet, strebt Innovestment die Verkupplung von innovativen Startups mit wohlhabenden Privatinvestoren an. Schon ab 500 Euro können sich Investoren bei Innovestment „still“ – also in Form einer prozentualen Partizipation am jährlichen Gewinn und potentiellen Verkaufserlös des Startups – beteiligen. Versteigert werden die Anteile über eine Auktion.

Mithilfe von Innovestment konnten zum Beispiel Projekte wie der neuartige Stadtroller Scrooser oder die Foto-App Lirdy erfolgreich kapitalisiert werden.

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5. Fundsters

Der Name Fundsters klingt groß, dabei kommt die deutsche Plattform, die schon 730.000 Euro gesammelte hat, aus Meerbusch bei Krefeld. (Screenshot: t3n)
Der Name Fundsters klingt groß, dabei kommt die deutsche Plattform, die schon 730.000 Euro gesammelte hat, aus Meerbusch bei Krefeld. (Screenshot: t3n)

Noch vergleichsweise klein ist die Crowdinvesting-Plattform Fundsters aus Meerbusch bei Krefeld. Gestartet im November 2012, konnte die Plattform bisher 730.000 Euro Wagniskapital einsammeln und damit insgesamt sieben Jungunternehmen finanzieren. Beteiligen sind auch jenseits von 100.000 Euro möglich, die Provisionen beim Finanzierungserfolg bewegen sich mit neun Prozent im marktüblichen Bereich.

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6. Startkapital-Online

Startkapital-Online richtet sich in der Aufmachung klar an Privatleute, die einfach mal das Prinzip des Crowdinvestings ausprobieren wollen. Zum Beispiel mit gemeinnützigen Projekten. (Screenshot: t3n)
Startkapital-Online richtet sich in der Aufmachung klar an Privatleute, die einfach mal das Prinzip des Crowdinvestings ausprobieren wollen. Zum Beispiel mit gemeinnützigen Projekten. (Screenshot: t3n)

Wie schon mit 25 Euro Gewinne erzielen? Null Ahnung von Aktien – trotzdem an Unternehmen verdienen? Auf diese Fragen antwortet die Crowdinvesting-Plattform Startkapital-Online mit einem Beteiligungskonzept, das selbst für den kleinen Geldbeutel geeignet ist. Mit einem Mindesteinsatz von 25 Euro können schon vergleichsweise günstig Unternehmensanteile erworben werden.

Primär fokussiert sich Startkapital-Online auf die Förderung von gemeinnützigen Projekten wie beispielsweise einem Verein für ein Kinderdorf. Ebenfalls mit dabei: ein neues Online-Reisebüro und ein Musikalbum.

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7. United Equity

Bevor Startups auf United Equity an Geld kommen dürfen, müssen sie sich einem Crowd-Rating durch die Nutzer unterziehen. (Screenshot: t3n)
Bevor Startups auf United Equity an Geld kommen dürfen, müssen sie sich einem Crowd-Rating durch die Nutzer unterziehen. (Screenshot: t3n)

Mit United Equity ist auch Köln auf Deutschlands Landkarte für Crowdinvesting-Plattformen vertreten. Startups werden hier vor einer Finanzierungsrunde von den Nutzern durch die Bündelung von kleinen Investments von Anlegern in einem Crowd-Rating bewertet, beginnend bei 100 Euro. Sie erhalten das benötigte Eigenkapital in Form von stillen Beteiligungen oder Genussrechten.

Der Zahlungsverkehr wird bei United Equity über eine Partnerbank abgewickelt. Diese übernimmt für die Einlagen der Anleger eine Treuhandfunktion, sodass die eingezahlten Gelder der Anleger direkt zum Unternehmen gelangen. Das Kapital erhalten Startups dann abzüglich einer Erfolgsprovision in Höhe von acht bis zehn Prozent.

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8. Bankless24

Mit Bankless24 finden auch mittelständische Unternehmen einen Platz an der Crowdinvesting-Sonne. (Screenshot: t3n)
Mit Bankless24 finden auch mittelständische Unternehmen einen Platz an der Crowdinvesting-Sonne. (Screenshot: t3n)

Fließt das Geld bei schwarmfinanzierten Startups im Regelfall zunächst in die Realisierung einer ersten Serienfertigung, haben auch mittelständische Unternehmen laufenden Kapitalbedarf, etwa um das weitere Wachstum zu forcieren oder Expansionsoffensiven tragen zu können. Dass hier nicht per se eine klassische Bank überzeugt werden muss, beweist Bankless24. Mit ihr hat sich die erste Crowdinvesting-Plattform für den Mittelstand am deutschen Markt positioniert. KMUs emittieren hier standardisierte Genussrechte. Anleger investieren ab 100 Euro in den Mittelstand.

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9. Deutsche Mikroinvest

Um Neulingen den Einstieg in das Beteiligungsgeschäft zu erleichtern, bietet Deutsche Mikroinvest ein Widerrufsrecht und Einzüge nach erreichter Funding-Schwelle an. (Screenshot: t3n)
Um Neulingen den Einstieg in das Beteiligungsgeschäft zu erleichtern, bietet Deutsche Mikroinvest ein Widerrufsrecht und Einzüge nach erreichter Funding-Schwelle an. (Screenshot: t3n)

Im Unterschied zu anderen Plattform tut Deutsche Mikroinvest auffallend viel dafür, die Hemmschwelle für ein Investment bei den Nutzern möglichst weit herabzusetzen. So wirbt die Plattform, das Geld erst abzubuchen, wenn die virtuelle Fundingschwelle erreicht ist. Auch macht man auf ein Widerrufsrecht aufmerksam, mit dem getätigte Investments innerhalb von 14 Tagen annulliert werden können.

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10. Crowdrange

Crowdrange macht seinem Namen alle Ehre und bietet Investing-Modelle aller Art. Vom Startup bis zum Sponsoring. (Screenshot: t3n)
Crowdrange macht seinem Namen alle Ehre und bietet Investing-Modelle aller Art, vom Startup bis zum Sponsoring. (Screenshot: t3n)

Schwarminvestments gliedern sich bei Crowdrange in drei unterschiedliche Finanzierungsklassen: Dem C-Startup, C-Grow und C-Fund. C-Startup richtet sich an Investoren, die Möglichkeiten suchen, sich an Geschäftsideen zu beteiligen. Investoren, die sich an bereits bestehenden und markterprobten Unternehmen beteiligen wollen, werden im Bereich C-Grow fündig. Personen, die ein Vorhaben, sei es nun ideeller Art oder wirtschaftlicher Art sponsern wollen, ohne eine Beteiligung zu erwerben können, finden im Bereich C-Fund interessante Projekte.

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11. LeihDeinerStadtGeld

Dass auch Bürger ein Interesse daran haben, ihre Stadt mit Schwarmkapital zu fördern, zeigt die Plattform LeihDeinerStadtGeld. (Screenshot: t3n)
Dass auch Bürger ein Interesse daran haben, ihre Stadt mit Schwarmkapital zu fördern, zeigt die Plattform LeihDeinerStadtGeld. (Screenshot: t3n)

Ja, auch Städte brauchen Geld. Weil die aber chronisch unterfinanziert sind, sollen nun auch die Bürger als Schwarmfinanziers ins Spiel kommen. Angetrieben von der Vision, eine direkte und transparente Bürgerbeteiligung in der Kommunalfinanzierung zu ermöglichen, haben drei Unternehmenr das Portal LeihDeinerStadtGeld gegründet. Hier können Bürger in öffentliche Bau- und Sozialprojekte ihrer Stadt investieren.

Als Gegenleistung für die Mitfinanzierung eines Projekts (zum Beispiel der Neubau eines städtischen Kindergartens) erhalten Unterstützer dann einen Bürgerkredit, der marktüblich verzinst und am Ende der Laufzeit im besten Fall mit einer kleinen Rendite zurückgezahlt wird. Inzwischen gibt es mit LeihDeinerStadtUmwelt aber auch ein Spin-Off, das sich auf die Finanzierung von Energieprojekten spezialisiert hat.

Hier geht's zu LeihDeinerStadtGeld!

Die Mischung macht’s – Diese Portale bieten beides

1. Fundedbyme

Das schwedische Portal fundedbyme ist seit kurzem in Deutschland aktiv und kombiniert Crowdfunding und Crowdinvesting. (Screenshot: t3n)
Das schwedische Portal fundedbyme ist seit kurzem in Deutschland aktiv und kombiniert Crowdfunding und Crowdinvesting. (Screenshot: t3n)

Seit einigen Wochen ist auch die schwedische Plattform Fundedbyme in Deutschland vertreten. Die Besonderheit: Startups können sich hier sowohl per Crowdfunding als auch per Crowdinvesting finanzieren. Für Privatleute bedeutet dies, dass Investments nach dem Belohnungsprinzip oder dem Erwerb stiller Beteiligungen möglich sind. Fundedbyme wurde 2011 in Schweden gegründet und ist schon in acht Ländern aktiv. Über die Plattform konnten bisher 5,5 Millionen Euro an Unternehmen verteilt werden – rund 33.00 Nutzer sind auf dem Portal registriert.

Hier geht's zu Fundedbyme!

2. Berlin Crowd

Das Berliner Startup-Biotop ist inzwischen reif für eine Crowdfinancing-Plattform in eigener Sache. Das glauben zumindest die Macher von Berlin Crowd. (Screenshot: t3n)
Das Berliner Startup-Biotop ist inzwischen reif für eine Crowdfinancing-Plattform in eigener Sache. Das glauben zumindest die Macher von Berlin Crowd. (Screenshot: t3n)

Eine Crowdfunding- und Crowdinvesting-Plattform, eigens für das Berliner Tech-Biotop. So lässt sich Berlin Crowd wohl am besten umschreiben. Die Plattform ist auf die Finanzierung von „webbasierten, nachhaltigen und skalierbaren“ Geschäftsmodellen spezialisiert. Investoren haben die Möglichkeit, Projekte ganz klassisch nach dem Belohnungsprinzip des Crowdfundings oder eben Unternehmensanteile im Sinne des Crowdinvestings zu erhalten.

Initiator von Berlin Crowd ist die Foundervision AG, welche mit Berlin Crowd und Webworker Berlin einen Beitrag für eine gründerfreundliche und innovative Infrastruktur in Berlin leisten möchte. Das Team von Berlin Crowd bringt für die Umsetzung dieses Projektes ideale Voraussetzungen und Erfahrungen aus circa 10 Jahren Startup-Betreuung mit.

Hier geht's zu Berlin Crowd!

3. Crowdfinance Portal

Als „Aggregator“ der Schwarmfinanzierung bringt das Crowdfinance-Portal die Bereiche Crowdfunding, -investing und -rating zusammen. (Screenshot: t3n)
Als „Aggregator“ der Schwarmfinanzierung bringt das Crowdfinance-Portal die Bereiche Crowdfunding, -investing und -rating zusammen. (Screenshot: t3n)

Das in Düsseldorf ansässige Crowdfinance-Portal versteht sich als „Aggregator“ der Crowdfinanzierung – und bringt deshalb die Modelle Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdrating unter einem Dach zusammen. Hinter dem Crowdrating steckt die Idee, der Masse neben der Finanzierung auch die Unternehmensbewertung zu überlassen. So sollen Ideen laut dem Portal vorab und risikofrei auf Massenkompatibilität, Reiz, Dringlichkeit und Nachfrage getestet werden.

Hier geht's zu Crowdfinance-Portal!

Neuer Trend: Crowdlending

Seit geraumer Zeit erfreut sich außerdem ein dritter Crowdtrend wachsender Beliebtheit: die Rede ist vom sogenannten Crowdlending, also über das Internet vermittelte Kredite, die von mehreren Privatpersonen an andere Privatpersonen oder an Unternehmen ausgegeben werden.

Das Crowdlending basiert primär auf dem Gedanken, Personen und Unternehmen die Aufnahme von Krediten zu ermöglichen, die keine oder nur geringe Chancen sehen, einen Bankkredit zu erhalten. Da die Bonität der Kreditnehmer beim Crowdlending oftmals geringer ist, als bei denjenigen, die Bankkredite bekommen, erhält der Kreditgeber in der Regel vergleichsweise hohe Zinsen. Populäre deutsche Crowdlending-Plattform sind zum Beispiel Finmar, Smava oder das von den Samwer-Brüdern gestartete Portal Lendico.

Fazit

Unterm Strich lässt sich feststellen, dass sich mit den Crowdfunding-, -investing und -lending sowie den einzelnen Mischformen inzwischen echte Alternativen zu klassischen Formen der Unternehmensfinanzierung auch in Deutschland etabliert haben. Der Markt ist riesig und differenziert. Alte Plattformen gehen, neue kommen hinzu. Wer sich in Sachen Crowdfunding aber nicht an einer der genannten Plattformen binden möchte, findet hier drei Tipps zum Start einer ganz eigenen Crowdfunding-Kampagne.

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11 Antworten
  1. von Julien Schröder-Gianoncelli am 04.05.2014 (19:25 Uhr)

    Schade, dass ihr uns von http://www.bettervest.de - Crowdlending für Energieeffizienzprojekte nicht dabei habt ;-)

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  2. von Florian am 04.05.2014 (19:52 Uhr)

    Schöne übersicht.
    Leider wurde die aufstrebende Plattform bettervest vergessen, welche in den vergangenen Monaten mehrere erfolgreiche fundings hatte.

    Auf united equity hingegen war es die letzten Monate sehr still.

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  3. von Jörn Kunst am 04.05.2014 (22:52 Uhr)

    Auch habt Ihr leider unser Crowdinvesting Portal Welcome Investment http://www.welcomeinvestment.com vergessen. Wir sind das einzige Portal, das die Crowd in die Entscheidung per Voting einbezieht, welche Unternehmen in den Crowdinvesting Prozess gelangen. So kann sich jedes Kapital suchende Unternehmen kostenlos registrieren und ein Businessprofil anlegen.
    Auch beim Kapitalgesuch schließen wir eine wichtige Lücke, die von anderen Anbietern nicht abgedeckt wird. Denn, ab bereits 5.000 EUR (bis max. 2 Mio. EUR) kann nach Kapital gesucht werden. Investments sind ab 1 EUR möglich. Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Wäre super, wenn Ihr uns noch mit aufnehmen würdet, vielen Dank.

    Beste Grüße
    Jörn Kunst
    jk@wlcm.in

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  4. von TheresaK am 05.05.2014 (10:00 Uhr)

    Auf Startnext werden aktuell auch beide Optionen, Crowdfunding und Crowdinvesting angeboten.
    Eine Crowdinvesting Kampagne findet ihr z.B. hier http://www.startnext.de/brabbl

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  5. von Anne-Katrin Maier am 05.05.2014 (11:03 Uhr)

    Wenn Unternehmer Kredit via Crowdlending aufnehmen hat das nichts mit ihrer Bonität zu tun! Egal, wie gut die Bonität - Unternehmer werden unterhalb eines gewissen Kreditvolumens regelmäßig abgelehnt.

    Banken müssen nach Basel III Unternehmer-Kredite besonders aufwändig prüfen. Das ist teuer und führt zu erstaunlich hohen Prüfkosten pro Antrag. Gerade bei kleinen Krediten kann die Bank diese Kosten über die Zinsen nicht zurückverdienen!

    Bitte lesen Sie dazu unsere Beiträge, zum Beispiel diesen hier: http://blog.finmar.com/2013/11/28/darum-brauchen-unternehmer-finmar-post-34/

    ^am, Team finmar

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  6. von Martin Schramm am 06.05.2014 (12:31 Uhr)

    Darf ich Ihre Informationen bitte um einen wichtigen Hinweis ergänzen:

    In der Schweiz gibt es die sehr engagierte Plattform "wemakeit" (https://wemakeit.ch), die sehr viele interessante (Kultur-)Projekte featured.

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  7. von CROWD NINE am 08.05.2014 (09:48 Uhr)

    CROWD NINE bietet regionales Equity Crowdfunding (Crowdinvesting) in Stuttgart und Baden-Württemberg an.
    Wir freuen uns über eine Aufnahme in die Liste.
    Mehr Infos gerne über: info@crowdnine.de

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  8. von Daniel Hüfner am 08.05.2014 (10:03 Uhr)

    Liebe Leser,

    danke für euer ausführliches Feedback zu diesem Artikel, mich haben in den letzten Tagen viele Mails und auch Anrufe erreicht. Die nicht im Artikel aufgeführten Plattformen sind notiert und werden mit dem nächsten Update bald hinzugefügt.

    Beste Grüße aus Hannover,

    Daniel

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  9. von Stefan am 10.05.2014 (21:41 Uhr)

    Guter Artikel! Vielleicht noch ein paar Hinweise:

    die genannten Plattformen United Equity und Berlincrowd sind zwar noch online, aber schon seit 2012 bzw. 2013 nicht mehr aktiv.

    Die genannte Crowdfinance-Plattform ist kein Crowdinvesting- oder Crowdfunding-Anbieter, hat in der Übersicht also auch nichts verloren. Dort können Projekte der "richtigen" Plattformen sich lediglich gegen Geld listen lassen.

    LeihdeinerStadtGeld passt auch nicht so ganz in die Auflistung und müsste eigentlich eher unter Crowdlending stehen.

    Tatsächlich fehlt auch mir Welcome Investment (ehemals WLCM) in der Aufzählung. Die haben gerade ge-relauncht und fahren einen neuen Ansatz durch echte Einbeziehung der Crowd. Soweit ich das überblicke, bieten die auch von allen Plattformen die günstigsten Finanzierungskonditionen für Startups.

    Die Supercrowd würde ich nicht listen, da dort nur die Firma selbst finanziert werden soll und das Portal anschließend wieder obsolet ist. Dann lieber Mashup Finance, die jedoch einen reinen Münchner Fokus haben.

    Bei startnext muss wohl darauf hingewiesen werden, dass die "Crowdinvestings" keine echten Firmenbeteiligungen sind sondern reine Gewinnbeteiligungen und dass auch nur gemeinnützige oder künstlerische Unternehmen zugelassen werden.

    Ist insgesamt schon alles sehr kompliziert, da jede Plattform ihren eigenen Weg geht.

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  10. von Greenrocket - Crowdinvesting Österreich am 12.05.2014 (10:28 Uhr)

    Ausgezeichnete Erklärung zur Definition Crowdfunding und Crowdinvesting. In Österreich gibt es die Plattform Greenrocket - http://www.greenrocket.com - die sich auf nachhaltige Unternehmen in den Bereichen Energie, Umwelt, Mobilität und Gesundheit spezialisiert hat.

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