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Crowdfunding: Warum Frauen erfolgreicher sind – und wie Männer gleichziehen können

Crowdfunding: Warum Frauen erfolgreicher sind – und wie Männer gleichziehen können

Frauen sind erfolgreicher beim – das hat eine neue US-Studie herausgefunden. Was genau sie besser machen als die Männer? Das verraten wir euch im Artikel.

Systematische Forschung zum Thema Crowdfunding noch selten

Dass alternative Finanzierungsformen für Startups Aufwind haben, ist nicht neu. Insbesondere das Crowdfunding erfreut sich bei immer mehr Gründern großer Beliebtheit. Doch was genau die Erfolgsbedingungen für Crowdfunding-Kampagnen sind, ist noch nicht systematisch erforscht – das geplante europäische Crowdfunding-Zentrum soll hier in Zukunft Abhilfe schaffen.

Einen Anfang haben jetzt die Forscherinnen Andreea Gorbatai und Laura Nelson gemacht. In ihrer noch nicht offiziell publizierten The Narrative Advantage: Gender and the Language of Crowdfunding (PDF)“ sind sie der Frage nachgegangen, welche sprachlichen Muster für den Erfolg von Crowdfunding-Projekten verantwortlich sind und ob sich diese eher in den Projektbeschreibungen weiblicher oder männlicher Crowdfunder finden.

Crowdfunding: Frauen sind erfolgreicher als Männer

Frauen sind beim Crowdfunding erfolgreicher als Männer. (Foto: Shutterstock.com)
Frauen sind beim Crowdfunding erfolgreicher als Männer. (Foto: Shutterstock.com)

Als Basis dienten den beiden Daten der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Insgesamt 9.943 Kampagnen zwischen Februar 2010 und Dezember 2013 haben sich Gorbatai und Nelson näher angesehen und dabei einen Schwerpunkt auf besonders kleine Unternehmen aus der Tech-Branche gelegt. Um die Effekte wirklich vergleichen zu können, wurden jeweils zwei Kampagnen mit ähnlichem Fokus, ähnlichem Zeitraum und gleichem Finanzierungsziel verglichen. Der einzige Unterschied: Bei einer Kampagne zeichnete ein einzelner männlicher Gründer, bei der anderen eine einzelne Gründerin verantwortlich. Als erfolgreicher galt die Kampagne, die mehr Gelder einsammeln konnte.

„Wer sich per Crowdfunding beteiligt, hat ein persönliches Faible für das Projekt oder erachtet es per se als wertvoll.“

Dabei kommen sie zu folgendem Ergebnis: Je mehr positive Emotionen und inklusive Sprache eine Projektbeschreibung bei Indiegogo enthielt, desto erfolgreicher war die Kampagne. Besonders ausgeprägte „Business-Language“ dagegen wirkte sich eher negativ auf den Erfolg der Kampagne aus. Als Zeichen für positive und inklusive Sprache stehen etwa die Begriffe „beide“, „eingeschlossen“, „mit“, „wir“, „enthusiastisch“, „bewundern“, „wunderbar“ oder „lachen“. Die Wörter „Schnäppchen“, „Gebühr“, „investieren“, „Dollar“ oder „besitzen“ kamen als Vertreter einer stark monetär orientierten Sprache nicht so gut an.

Das hat laut Andreea Gorbatai vor allem mit den anders gelagerten Interessen der Geldgeber auf Crowdfunding-Plattformen zu tun: Während etwa Risikokapitalgeber oder Banken vor allem auf den zu erwartenden Return on Invest (ROI) schielten und daher auf den zu erwarteten geschäftlichen Erfolg abstellten, investierten Crowdfunding-Unterstützer eher in Projekte, die sie aus sozialen oder Werte-basierten Gründen schätzten oder weil sie sich besonders für das präsentierte Produkt interessierten. Zusätzlich sei die Hürde bei vielen Crowdfunding-Projekten niedriger, da im Falle des Nichterfolgs die Crowdfunder nicht zur Kasse gebeten werden. „Individuen, die sich per Crowdfunding beteiligen, haben entweder ein persönliches Faible für das Projekt oder Unternehmen oder sie wollen Teil eines Projekts sein, das sie in irgendeiner Form für wertvoll erachten.“

Wer positiv und inklusiv formuliert, kann auf Erfolg beim Crowdfunding hoffen. Momentan machen das Frauen besser als Männer. (Foto: Shutterstock.com)
Wer positiv und inklusiv formuliert, kann auf Erfolg beim Crowdfunding hoffen. Momentan machen das Frauen besser als Männer. (Foto: Shutterstock.com)

Weibliche Crowdfunder finden öfter die richtigen Worte

In einem zweiten Schritt der Analyse konnten die Forscherinnen nachweisen, dass mehr weibliche Crowdfunder die erfolgsversprechenden linguistischen Muster anwenden. Während Unternehmerinnen sich besser auf lebendige, positive und inklusive Sprache verstehen, wenden sie weniger geschäfts- und geldorientierte Begriffe an. Das mag vielleicht auch erklären, warum Frauen bei den klassischen Finanzierungsoptionen – etwa Krediten oder Risikokapital – deutlich schlechter abschneiden als ihre männlichen Gründerkollegen und als strukturell benachteiligt gelten. Beim Crowdfunding dagegen haben sie die Nase vorn.

„Crowdfunding kehrt die Ungleichheit der Geschlechter beim Thema Finanzierung um.“

Gorbatai und Nelson sehen in ihrem Ergebnis daher vor allem eine Chance für Unternehmerinnen: „Diese Studie identifiziert eine ökonomische Institution – das Crowdfunding – bei der typisch weibliche linguistische Muster den Vorzug vor männlichen Mustern erhalten, was die Ungleichheit der Geschlechter beim Thema Unternehmensfinanzierung umkehrt.“

Das soll aber nicht heißen, dass Männer sich nicht an den Ergebnissen von Gorbatai und Nelson orientieren dürfen – vielleicht wird es Zeit, die eigene Projektbeschreibung noch mal ein bisschen aufzuhübschen. Ansonsten helfen euch bestimmt auch unsere 10 Tipps für eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne oder die Crowdfunding-Tipps von Protonet, Tado und Co. weiter.

via www.entrepreneur.com

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2 Antworten
  1. von grep am 09.02.2016 (23:21 Uhr)

    Hallo ...,


    Männer möchten ihre Interessen primär eher 'durchboxen', Frauen hingegen sind empathischer und suchen einen gemeinsamen 'Nenner'; in einigen Situationen ist der verbale Vorschlaghammer aber das Mittel der Wahl um sein Ziel zu erreichen.

    Hier ist dann nicht der Weg das Ziel - es zählt nur das (End-)Ergebnis.
    Ob man nun mit Empathie oder Durchsetzungsvermögen weiter kommt hängt von der Branche und dem Gegenüber ab.


    Ciao, Sascha.

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  2. von matze am 10.02.2016 (07:04 Uhr)

    KÖNNTE ja auch daran liegen, dass eventuell viel mehr Männer Crowdfunding für Produkte betreiben, die einfach nur schlecht oder gleich nur ein Joke sind. Aber das hat die Gruppe Femini ... ich meine, ForscherINNEN nicht bedacht.

    Aber na gut, Frauen sind besser, hab ich verstanden.

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